Sisters
Meine Schwester, die SerienmörderinIn Lagos, Nigeria, leben die Schwestern Korede und Ayoola. Unterschiedlicher können Schwestern kaum sein. Korede, die Ältere, arbeitet als Krankenschwester und Ayoola ist in erster Linie hübsch. Das sehen ...
In Lagos, Nigeria, leben die Schwestern Korede und Ayoola. Unterschiedlicher können Schwestern kaum sein. Korede, die Ältere, arbeitet als Krankenschwester und Ayoola ist in erster Linie hübsch. Das sehen natürlich die Männer und nicht immer ist es zu ihrem Vorteil, Ayoolas Schönheit zu bemerken. Denn manchmal erfolgt der Anruf von Ayoola bei ihrer Schwester. Sie hat ihn umgebracht. Und Korede räumt auf, so wie sie es immer tut. So gerne möchte sich Korede jemandem anvertrauen, aber wem soll sie erzählen, dass die kleine Schwester schon mehrere Männer auf dem Gewissen hat.
Geschwister können doch was Schönes sein, sich gegenseitig unterstützen, sich den Rücken frei halten. Nur wenn es etwas einseitig wird, könnte es zu Unzufriedenheit kommen. Korede hat langsam genug vom Aufräumen, aber sie kann Ayoola auch nicht im Stich lassen. Also ärgert sie sich und hilft. Als Ayoola sich an einen Arzt aus Koredes Krankenhaus heranmacht, würde Korede am Liebsten was unternehmen. Aber sie ist chancenlos. Kaum hat Tade, in den Korede heimlich verliebt ist, die Augen auf Ayoola geworfen, ist es um ihn geschehen. Koredes Andeutungen zu Ayoolas wahrem Charakter fallen nicht auf fruchtbaren Boden. Und Korede steht vor der unlösbaren Aufgabe, ihre Schwester nicht verraten zu wollen und gleichzeitig den Arzt zu schützen.
Man mag sich nicht vorstellen, wie es wäre, wenn die Schwester anruft und mal eben mitteilt, dass ihr Freund irgendwie tot ist. Wie sich dann daraus eine Art Charakterstudie von Korede und Ayoola entwickelt, ist schon beeindruckend.. Wieso handeln die Schwestern so? Nicht im Einzelnen wird das geklärt, aber es wird in Rückblenden ein Eindruck vermittelt, was zu soweas geführt haben kann. Auch erhält man einen Einblick in die nigerianische Familienstruktur. Manchmal gibt es dabei etwas zu schmunzeln, jedoch manchmal bleibt einem das Schmunzeln auch im Halse stecken. Mit den Männern, die sich von Ayoolas Fassade blenden lassen, kann man nicht viel Mitleid haben. Von Ayoola wünscht man sich, sie würde das Messer in der Tasche lassen und Korede wünscht man, sie solle jemanden treffen, der nicht sofort ihrer Schwester verfällt. Gerade wegen der Widersinnigkeit fühlt man sich schließlich gut unterhalten.