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Veröffentlicht am 10.12.2023

Beschwöre

Letzter Aufruf für die Lebenden
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Davon träumt wahrscheinlich kein Bankangestellter. Charlie Colquitt, der sein Studiengeld mit einem Bankjob aufbessert, gerät an einem sowieso schon schlechten Morgen in einen Banküberfall. Nachdem der ...

Davon träumt wahrscheinlich kein Bankangestellter. Charlie Colquitt, der sein Studiengeld mit einem Bankjob aufbessert, gerät an einem sowieso schon schlechten Morgen in einen Banküberfall. Nachdem der Räuber Charlies Chefin erschossen hat, sieht Charlie sein letztes Stündlein gekommen. Warum der Gangster ihn als Geisel mitnimmt, ist ihm schleierhaft, aber Charlie hängt am Leben. Sheriff Tommy Lang hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Seine Ehe ist kaputt, nur noch zu seiner Tochter hat er manchmal Kontakt. Seine Depressionen ertränkt er im Alkohol. Und die Ermittlungen in diesem Banküberfall wird auf die Staatspolizei oder die Bundespolizei übernehmen.

Dieser Roman scheint wirklich wie ein letzter Aufruf zu sein. Es fängt schon damit an, dass sich der Gangster nicht an die Regeln hält und meint, er kommt damit durch. Er weiß aber, dass ihm nicht nur die Polizei auf die Spur kommen wird. Charlie Colquitt, die Geisel, ist in seinem normalen Leben eine eigenartige Persönlichkeit. Richtigen Kontakt hat er nur zu seiner Mutter Lucy, Freunde sind nicht zu finden, dafür interessiert er sich für Raketen und er möchte nach seinem Studium als Ingenieur für die Nasa arbeiten. Mit seiner Chefin Niesha hat er sich eigentlich ganz gut verstanden. Sie hatte sich gerade verlobt und nun ist sie tot.

Dass in diesem Roman ein Weihnachtswunder beschworen wird, lässt sich wahrlich nicht behaupten. Sehr hard boiled kommt die Handlung daher und es fängt schon am Anfang mit dem sinnlosen Sterben an. Nach fragt sich gleich, wieso Charlie den Überfall zunächst mal überlebt. Der Polizist Lang ist auch ein gebrochener Mensch, jedoch ein gewiefter, seinen Instinkten folgender Ermittler. Seiner Ortskenntnis und dem Gefühl für die Menschen im Süden der USA, hat die überörtliche Behörde zwar ihre Technik entgegenzusetzen, aber manchmal reicht das nicht. Es wird etwas viel gestorben und auf grausame und brutale Art. Einzig für Charlie erhofft man ein gewisses gutes Ende. Der Autor schont die Leser und Leserinnen nicht, irgendwie muss man das Buch ertragen. Dennoch fesselt die Geschichte mit ihren präzisen Charakterzeichnungen und der ausgeklügelten Handlung.

Veröffentlicht am 10.12.2023

Eine besondere Bescherung

Mit dem Schnee kommt der Tod
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Detective Chief Inspector Archie Penrose lädt die Schriftstellerin Josephine Tey und deren Freundin Martha ein, mit die Weihnachtstage auf St. Michael’s Mount zu verbringen. Seine Jugendfreundin Hilaria ...

Detective Chief Inspector Archie Penrose lädt die Schriftstellerin Josephine Tey und deren Freundin Martha ein, mit die Weihnachtstage auf St. Michael’s Mount zu verbringen. Seine Jugendfreundin Hilaria St. Aubyn richtet die Festlichkeiten aus. Ihr besonderer Gast ist die Schauspielerin Marlene Dietrich, die sich im Jahr 1938 für jüdische Flüchtlingskinder einsetzt. Ein Spendenaufruf hat bereits etliche tausend Pfund eingebracht. Bei den Gästen handelt es sich um eine sehr gemischte Gruppe. Es ist zu hoffen, dass diese Unterschiedlichkeit eher zu angeregten Gesprächen führen mag. Doch Animositäten sind nicht immer vermeidbar. Unangenehm wird es jedoch erst als die Haushälterin eine Leiche entdeckt.

Im englischen Original handelt es sich um den achten Band einer Reihe um die Autorin Josephine Tey. Eine Reihe, in der Wahrheit und Dichtung klug miteinander vermischt werden. Bei Josephine Tey handelte es sich um eine Schriftstellerin, die tatsächlich gelebt hat, die Kriminalromane geschrieben hat und über deren Leben nicht viel bekannt ist. In diese Leerstelle sind die Kriminalromane hineingeschrieben worden. Ganz im Sinne von Agatha Christie und anderen Weggefährtinnen kommt es hier auf einer Insel zu einem Mord. Um die Weihnachtstage bei schlechtem Wetter, wird es schwierig die Insel zu verlassen oder zu ihr zu gelangen. Inspector Penrose hat also eine begrenzte Anzahl von Verdächtigen und eine Flucht ist nicht ohne Weiteres möglich.

Eine sehr britische Kriminalgeschichte, die ihren traditionsreichen Vorgängern in nichts nachsteht. Vielleicht kommt einem beim Lesen der Gedanke, so ähnlich kennt man es schon. Doch die Autorin hat ihre Akteure so liebevoll in ihren Rahmen gesetzt, dass man in jedem Moment mit Freude weiterliest. Wenn sich alles auflöst, ist man schließlich doch überrascht. Josephine Tey als Autorin von Kriminalromanen hat logischerweise einige Erfahrungen, wie Menschen sind und weshalb sie mitunter morden. Penrose ergänzt die dabei mit seinen langjährigen Berufserfahrungen und den technischen Möglichkeiten. Doch während sie von Festland abgeschlossen sind, müssen sich Tey und Penrose ganz auf ihr Bauchgefühl und ihre Fähigkeiten konzentrieren, geschickte Fragen zu stellen. Mit ihrer Art fesseln sie beim Lesen und man folgt ihren Gedankengängen mit Spannung.

St. Michael’s Mount kann während eines großen Teils des Jahres besucht werden. Wenn man sich die web.site anschaut, kann man einige Schilderungen noch besser würdigen. Wie schon gesagt, die Verknüpfung von wahren Begebenheiten und Orten mit fiktiven Schilderungen, ist hier ausgesprochen gelungen.

Veröffentlicht am 09.12.2023

Das schwarze Schaf

Eisenblut
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Gabriel Landow heißt eigentlich von Landow. Er ist der zweite Sohn einer ostpreußischen Adelsfamilie. Mit ebenjener ist er allerdings zerstritten und so schlägt er sich im Jahr 1888 eher schlecht als recht ...

Gabriel Landow heißt eigentlich von Landow. Er ist der zweite Sohn einer ostpreußischen Adelsfamilie. Mit ebenjener ist er allerdings zerstritten und so schlägt er sich im Jahr 1888 eher schlecht als recht als Privatdetektiv durch. In der Stadt geschehen zu der Zeit rätselhafte Morde, bei denen die Opfer auf grausame Weise getötet werden. Landow erhält den Auftrag von den Behörden, sich an die Aufklärung der Fälle zu machen. Zwar überlegt er kurz, warum die Beamten sich nicht selbst um ihre Arbeit kümmern, doch das Geld ist knapp. Etwas unheimlich wird Landow jedoch als in seiner Behausung ein Brand ausbricht, zum Glück in seiner Abwesenheit.

Dies ist der erste Band einer Reihe um den Privatdetektiv Gabriel Landow, der sich mit seinem Assistenten Orsini daran macht, knifflige Fälle zu lösen. Mit seinem Bruder Perikles versteht sich Landow nicht besonders. Vielleicht wünscht er sich manchmal, seine Verbindung zur Familie wäre besser. Doch er versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Vielleicht verbessert der neue Fall seine Lage wenigstens in finanzieller Hinsicht. Interessanter als die üblichen Observationen scheint es allemal. Orsini, der etwas spezielle Fähigkeiten mitbringt, erweist sich als hilfreicher Assistent. Die unheimlichen Morde müssen unbedingt aufgeklärt werden.

Ein spannender Reihenstart, der in diesem Hörbuch ganz hervorragend in Szene gesetzt wird von David Nathan. Das Buch war lange auf der Wunschliste, mitunter reicht die Zeit jedoch einfach nicht. Ein Hörbuch, dass man hören kann, während man bügelt oder einkauft, ist dann ein Hörbuch eine tolle Alternative. Der historische Kriminalroman beginnt mit rätselhaften Todesfällen und einer Beschreibung der familiären Verhältnisse. Leider entwickelt sich der Fall etwas verworren und als noch ein zweiter Handlungsstrang beginnt, der etwas in der Luft hängen bleibt, verzetteln sich die Ereignisse etwas. Ob einem gefällt, wie sich Landows Familie entwickelt, muss man für sich entscheiden. Dennoch hat mit Gabriele Landow eine interessante Ermittlerpersönlichkeit an den Start gegangen.

Veröffentlicht am 03.12.2023

Mördersuche

Die dunklen Fälle des Harry Dresden - Geistergeschichten
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Der einzige magische Detektiv Chicagos ist tot. Er wurde erschossen, nachdem er sich von Mab zu ihrem Winterritter machen ließ. Wenigstens hat er es geschafft, seine kleine Tochter zu retten, aber um welchen ...

Der einzige magische Detektiv Chicagos ist tot. Er wurde erschossen, nachdem er sich von Mab zu ihrem Winterritter machen ließ. Wenigstens hat er es geschafft, seine kleine Tochter zu retten, aber um welchen Preis? Und nun ist er tot, aber irgendwie ist er nicht weg. Er ist ein Geist? Seltsame Vorstellung. Harry Dresden ist nicht im Nirwana verschwunden, sondern er wurde zurückgeschickt, um seinen Mörder zu entlarven. Keine leichte Aufgabe, schließlich können seine Freunde ihn weder hören noch sehen. Aber Morty Lindquist könnte Harrys Rettung sein, vielleicht kann Harry das Medium überzeugen ihm zu helfen.

Der dreizehnte dunkle Fall des Harry Dresden wirkt ein wenig wie Freitag der 13.. Harry Dresden wandelt als Geist durch Chicago. Und die Geisterwelt ist vielfältiger als man annehmen sollte. Doch zunächst muss Harry feststellen, dass Murphy und die Wölfe nicht gut damit zurechtkommen, dass er nicht mehr da ist. Besonders Molly ist zutiefst betrübt und in sich gekehrt. Überhaupt scheint ganz Chicago nicht klarzukommen. Obwohl es schon Frühjahr ist, liegt Chicago im tiefen Winter. Und Mortimers Haus wird von Gespenstern belagert. Die sind nicht so laicht kleinzukriegen. Und so ist doch wieder alles beim Alten. Harry muss einen Mörder finden und jede Menge gefährliche Situationen überstehen.

Harry Dresden als Geist, an diese Vorstellung muss man sich erstmal gewöhnen. Harry Dresden wirklich echt tot. Wie kann das sein. Im Wissen, dass es weitere Bände der Reihe gibt, mag man das nicht glauben. Wie muss es gewesen sein als die einzelnen Bände der reihe nach und nach erschienen und man am Ende des zwölften Bandes nicht absehen konnte, ob es weitergeht. Ob einem die Geistergeschichte gefällt, können Leser und Leserinnen selbst entscheiden. Was das angeht, ist die Story doch etwas schwergängig und düster. Spannend ist es aber. Und wie schon häufiger schafft es der Autor, die Geschichte rund zu machen und das Große und Ganze voranzubringen. Doch die trübselige und gedrückte Stimmung schlägt beim Lesen etwas aufs Gemüt. Irgendwann ist man jedoch so gepackt von der Handlung, dass man doch gerne weiterliest.

Veröffentlicht am 02.12.2023

Gemälde der Stimme

Tintenwelt 4. Die Farbe der Rache
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Es könnte ewig so weitergehen für Staubfinger und seine Freunde. Doch es ist als wären fünf glückliche Jahre schon zu viel. Der alte Feind Orpheus streckt seine Fühler aus, beziehungsweise sein Glasmann ...

Es könnte ewig so weitergehen für Staubfinger und seine Freunde. Doch es ist als wären fünf glückliche Jahre schon zu viel. Der alte Feind Orpheus streckt seine Fühler aus, beziehungsweise sein Glasmann Eisenglanz taucht in der Stadt auf. Die Freunde sind nervös. Erstmal geht das Leben weiter Maggie und ihr Freund planen ihre erste Reise. Mo ist unsicher, ob er sein kleines Mädchen gehen lassen kann. Plötzlich jedoch verschwinden die Leben nach und nach. Es ist nicht zu fassen. Übrig bleiben nur der schwarze Prinz und ein völlig verzweifelter Staubfinger. Nur eine winzige Spur gibt es, die Stadt mit den drei Kelchen im Wappen.

Nach langen Jahren ist eine Fortsetzung der Geschichten aus der Tintenwelt zu Cornelia Funke gekommen und zum Glück lässt sie ihre Leser an der neuen Geschichte teilhaben. Staubfinger wird hier einiges abverlangt, schließlich vermisst er alle seine Freunde. Nur einer ist geblieben, der schwarze Prinz. Einer, der das Töten nicht liebt und doch das Schwert zu führen weiß. Ihn will Staubfinger unbedingt schützen. Vor allem anderen muss er die vage Spur der Vermissten aufnehmen. Ein Weg voller Gefahren tut sich auf und es ist ungewiss, ob Staubfinger das Ziel lebend erreicht. Und selbst wenn, kann er etwas gegen Orpheus ausrichten?

Wer hätte das gedacht. Noch einmal in die Tintenwelt eintauchen. Ein schönes Erlebnis auch für Erwachsene, die gerne auch ein Jugendbuch genießen. In weiser Voraussicht versorgt die Autorin ihre Leser und Leserinnen mit einer kleinen Rückschau, aber dennoch könnte man sich über die Feiertage auch noch mal die anderen Bücher vornehmen, die sich im Regal schon freuen, dass sie neue Gesellschaft bekommen. Die Reise gefährliche Reise Staubfingers ist spannend und einfühlsam berichtet. Das Wort Eintauchen wird nicht ohne Bedacht benutzt. Man kann wirklich in der Sprache versinken und sich Bilder ausmalen. Orpheus ist wirklich fies geraten. Man wünscht Staubfinger, dass er seine Lieben findet und man muss doch fürchten, dass er es nicht schaffen könnte. Mit diesem vierten Teil war nicht zu rechnen, umso schöner ist es, dass es ihn gibt und er wird sich mit seiner stimmigen Covergestaltung sehr gut passend zu seinen Vorgängern gesellen.