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Veröffentlicht am 03.09.2022

Goya Saal

Goyas Ungeheuer
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Comisaria María Ruiz ist nach einer Sache vom Dienst suspendiert. Bald soll die Anhörung der Internen stattfinden und sie hofft, dass sie dann wieder durchstarten kann. Als einige tote Tiere aufgefunden ...

Comisaria María Ruiz ist nach einer Sache vom Dienst suspendiert. Bald soll die Anhörung der Internen stattfinden und sie hofft, dass sie dann wieder durchstarten kann. Als einige tote Tiere aufgefunden werden, geht das Gerücht, es könne sich um rituelle Taten gehandelt haben. Ruiz ist schon klar, dass sie keine Nachforschungen anstellen darf und Kontakt mit den Kollegen darf sie auch nicht aufnehmen. Ganz so eng muss man das vielleicht nicht sehen. Als jedoch die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, ist es mit Ruiz Zurückhaltung vorbei, obwohl ihr Team alles versucht, sie von dem Fall fernzuhalten, damit sie ihre Situation nicht noch schlimmer macht.

Dieser Band ist als Einzelband ausgewiesen, obwohl es eine Reihe um Comisaria María Ruiz gibt. Möglicherweise weil Ruiz hier wegen der Suspendierung nicht mit ihrem Team ermitteln kann. So ein Alleingang muss nicht die beste Lösung sein. Mit Energie und Weitblick geht Ruiz dennoch auf Mörderjagd. Die junge Frau kann bald identifiziert werden, es handelte sich um Sara, eine Kunststudentin, die sich besonders für den Maler Goya interessierte. Sie wollte seinen unbekannteren Werke eine Bühne geben. Doch warum musste sie sterben? María Ruiz begibt sich in ein sogar ihr weniger bekanntes Madrid.

Nicht ganz so häufig, aber doch immer wieder mal gibt es Kriminalromane, die mit der Welt der Kund in Verbindung stehen. Oft erweisen sie sich als interessant und lehrreich. Man erfährt etwas über großartige Kunstwerke, deren Existenz auf besondere Art mit einer Tat oder einem Täter in Verbindung steht. Nicht nur dem Leser, auch dem Ermittler kann sich so viel Neues offenbaren. Wenn sich wie hier noch ein packender und vielschichtiger Fall entwickelt, bleiben kaum noch Wünsche offen. Vielleicht hätte man sich eine weniger gradlinige Auflösung erhofft, dafür bekommt man am Schluss jedoch eine Überraschung geboten, mit der wirklich nicht zu rechnen war und die einem zu vielen im Nachhinein nicht ganz sinnvollen Mutmaßungen angeregt hat.

Dieser sehr informative und unterhaltsame Kriminalroman wird gerne empfohlen und wenigstens ein Besuch auf der Website des Prado dazu.

Veröffentlicht am 01.09.2022

Harmonie

Amsel, Drossel, tot und starr
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Natürlich ist es in der Harmonie nicht so ordentlich wie in der Kleingartenanlage von Pankow, dafür ist es gemütlich. Daher sind Manne Novak und Caro von Ribbek, die gerade eine Detektei gegründet haben, ...

Natürlich ist es in der Harmonie nicht so ordentlich wie in der Kleingartenanlage von Pankow, dafür ist es gemütlich. Daher sind Manne Novak und Caro von Ribbek, die gerade eine Detektei gegründet haben, überrascht als Schmidtchen von dem Pankowern sie bittet, in einem Brandfall zu ermitteln. Die Gartenlaube eines Vorstandsmitglieds hat gebrannt und Schmidtchen befürchtet, er könnte in Verdacht geraten. Denn wie viele im Verein konnte er Mike Reuter nicht leiden. Der Tag, an dem Reuter seine Kündigung einreichte, war einer der schönsten Tage in Schmidtchens Leben. Und dann nimmt der einfach die Kündigung zurück. Schmidtchen war stinksauer und nun brennt die Hütte.

Ihr zweiter Auftritt beginnt für Manne Novak, den Ex-Polizisten, und Caro von Ribbek, mit einer vermeintlich harmlosen Brandsache. Doch schon als sie sich an die Brandstelle mogeln, um nach Spuren zu suchen, findet Caro eine Leiche in dem Gartenhäuschen. Das muss sie erstmal verdauen und so einfach ist es auch nicht, die Gartenfreunde vom Betreten der Brandstelle, die sich als Tatort erwiesen hat, abzuhalten. Sie selbst lassen sich nicht vom Ermitteln abhalten, da kann Kommissar Lohmeyer machen, was er will. Da Manne und Caro immer noch in Schmidtchens Auftrag unterwegs sind, beginnen sie mit den Befragungen der Laubenpieper.

Dieses Hörbuch wird sehr lebendig vorgetragen von Uve Teschner, der es sehr gut versteht, den Protagonisten eine Stimme zu geben. Auch ohne Kenntnis des ersten Teils findet man sich in der Gartenkolonie der Pankower gut zurecht. Was natürlich nicht davon abhält, auf den ersten Band neugierig zu werden. Auf angenehme Weise taucht man ein in die Welt der Gartenfreunde, ein zusammengewürfeltes Häufchen unterschiedlichster Persönlichkeiten, die ein gemeinsames Interesse haben. Wie es in so einem Verein halt ist, mag nicht jeder jeden, aber dass einer ein Mörder ist, kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Und dann noch die Querelen mit der Polizei in Person von Kommissar Lohmeyer, der einfach nicht mit Manne und Caro zusammenarbeiten will. Da hört man gerne länger, um zu erfahren, welchen Grund es gab, Reuter zu ermorden.

Veröffentlicht am 31.08.2022

Spukhaus

SCHNEE
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Nach einen Schneewetter in einer einsamen Gegend Islands ist eine Gruppe Wanderer verschwunden. Ein Suchtrupp wird in die abgelegene Gegend geschickt. Zunächst ist wenig zu finden, auch über die Wanderer ...

Nach einen Schneewetter in einer einsamen Gegend Islands ist eine Gruppe Wanderer verschwunden. Ein Suchtrupp wird in die abgelegene Gegend geschickt. Zunächst ist wenig zu finden, auch über die Wanderer ist nicht viel bekannt. Hütten sind in dieser Gegend grundsätzlich selten abgeschlossen. Könnten sie dort Unterschlupf gesucht haben. Nach der Kontrolle etlicher Hütten, finden die Helfer eine, die erst vor kurzem benutzt wurde. Allerdings ist die Behausung leer. Auch in der nahegelegenen Radarstation scheint etwas Unheimliches vorzugehen. Der neue Mitarbeiter dort wagt es allerdings nicht, seine Beobachtungen an die große Glocke zu hängen, denn sein Vorgänger ist durch einen eigenartigen Unfall ums Leben gekommen.

Gruselige Ereignisse bestimmen die Handlung dieses Thrillers. Da fühlt man schon mal eine eiskalte Hand im Rücken. Mitunter sind die Erscheinungen sogar für Erwachsene zu sehen, die eigentlich weniger offen sind als Kinder, die seltsame Begebenheiten eher als gegeben hinnehmen. Jóhanna, die mit ihrem Mann noch neu im Ort ist, gehört zu der Suchmannschaft. Nach einen Unfall hat sie ein kleines Handicap, dass sie im Alltag nicht beeinträchtigt. Nur bei Anstrengung schmerzt die alte Verletzung. Da macht die Teilnahme an der Suche nicht einfacher, aber in der Gegend gehört es einfach dazu, dass man an der Suche nach Vermissten teilnimmt.

Was man hier zu lesen bekommt, ist schon ganz schön spooky. Es gelingt der Autorin nach einem verhaltenen Beginn, eine Stimmung zu erzeugen, in der es einen tatsächlich gruselt. Was ist mit den Wandern passiert und wieso gibt es sowohl in der Radarstation und um Jóhannas Haus so unheimliche Vorkommnisse. Verstärkt wird das Ganze durch die winterliche Dunkelheit, die es kaum mal Tag werden lässt. Nach und nach immer mehr gebannt, verfolgt man den Weg der Expeditionsteilnehmer und fragt sich, wieso sie nicht einfach im Schutz der Hütte geblieben sind. Ob das Suchteam oder die Polizei die Geheimnisse enträtseln können, muss jeder selbst nachlesen. Der Weg, den die Autorin einschlägt, tut einiges dazu Leser und Leserinnen ausgesprochen zu fesseln.

Ansprechend ist die Covergestaltung der Printausgabe, auf welcher der titelgebende Schnee in einem Wort seine Aggregatzustände von weiß, über grau zu schwarz durchwandert.

Veröffentlicht am 30.08.2022

Katyas Geschichte

Denk ich an Kiew
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Nachdem Cassies Mann vor einiger Zeit bei einem Unfall starb, hört die Trauer für Cassie und ihre kleine Tochter Cassie nicht auf. Um ihr zu helfen, wieder ins Leben zurückzufinden, holt Cassies Mutter ...

Nachdem Cassies Mann vor einiger Zeit bei einem Unfall starb, hört die Trauer für Cassie und ihre kleine Tochter Cassie nicht auf. Um ihr zu helfen, wieder ins Leben zurückzufinden, holt Cassies Mutter Tochter und Enkelin zurück nach Illinois. Dort ziehen sie zu Cassies Großmutter, die sich nach einem kleinen Unfall erholen soll. Katya hat nie viel von ihrer ukrainischen Heimat erzählt, doch nun scheint es so als würden ihre Gedanken mehr und mehr in die Vergangenheit gezogen. Gerne möchte Cassie ihrer Großmutter helfen. Weil diese jedoch immer so verschlossen ist, kann sie sie nicht direkt fragen. Dann findet Cassie ein Tagebuch, dem Bobby ihre innersten Gedanken und Gefühle anvertraut hat.

Zwischen Gegenwart und Vergangenheit erfährt man von Katya, ihrem Erleben der 1930er in der Ukraine und von ihrem Lebensabend im Jahr 2004 in Amerika. Schon einmal hat Russland, welches damals noch Sowjetunion hieß, großes Leid über die Ukraine gebracht. Die Vergemeinschaftung des Besitzes der ukrainischen Bauern löste eine menschengemachte Hungersnot aus. Katya, eigentlich wohlbehütet aufgewachsen und glücklich verheiratet, erfährt mehr Leid als ein Mensch ertragen kann. Ihre Lieben werden deportiert, umgebracht, hungern nicht nur, verhungern. Cassie kann nicht fassen, was sie erfährt. Welche Kraft hatte ihre Großmutter, um doch noch ein erfülltes Leben zu finden. Und wird Cassie ihren Verlust jemals überwinden können?

Offensichtlich noch vor dem gerade über die Ukraine hereingebrochenen Krieg geschrieben, weist die hier erzählte anrührende Geschichte tatsächlich einige Parallelen zu den jetzigen Verbreitungen der Besatzer auf. Der Hunger wurde als Mittel des Krieges genutzt, nicht nur mutwillig, sondern absichtlich wurden Menschen in den Hungertot getrieben. Einfach, um den Widerstand zu brechen und die Menschen gefügig zu machen. Unter anderen Umständen wäre es kaum zu glauben, aber die Schlechtigkeit der Menschen findet hier einen besonders perfiden Ausdruck. Obwohl von großem Leide und Trauer getragen, ist diese Erzählung doch auch eine Geschichte der Hoffnung und der Heilung. Dadurch ergibt sich die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zwischen Katya und Cassie. Vielleicht fragt man sich beim Lesen der Beschreibung, ob man das Buch lesen möchte. Nach der Lektüre kann man nur sagen: Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 24.08.2022

Drei Hüter

Die Geschichte der Bienen
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Dies ist nicht nur die Geschichte der Bienen, sondern auch die Geschichte von William, George und Tao. William wäre gerne Forscher geworden. Doch durch seine frühe Heirat und reiche Kinderschar ist der ...

Dies ist nicht nur die Geschichte der Bienen, sondern auch die Geschichte von William, George und Tao. William wäre gerne Forscher geworden. Doch durch seine frühe Heirat und reiche Kinderschar ist der dazu verurteilt einfacher Saathändler zu sein. Über hundert Jahre später arbeitet George als professioneller Imker. Seine Bienenkästen baut er selbst und die Bienen haben immer für sein Auskommen gesorgt. Allerdings zweifelt er so langsam daran, dass sein Sohn den Betrieb übernehmen wird. Weitere über hundert Jahre später in China ist Tao als Blütenbestäuberin tätig, denn es gibt keine Bienen mehr. Ihre Freude ist ihr kleiner Sohn.

Die Erzählungen von drei Menschen angesiedelt in unterschiedlichen Epochen und ihre Beziehungen in den Familien und zu den Bienen. William als gescheiterter Forscher hadert mit dem, was er nicht erreicht hat. Seine Tochter Charlotte ist seine Stütze, doch auch sie kann nicht verhindern, dass William immer sein Versagen sieht. George würde in sich ruhen, wenn nur sein Sohn Tom Interesse an dem Hof hätte, der die Familie seit Generationen ernährt. Tao hat ihre schwere Arbeit angenommen, ob wohl sie lieber studiert hätte. Doch so hat sie ein relativ gesichertes Leben und das Wichtigste ihren Sohn und ihren Mann.

Eine Weile dauert es schon bis die Autorin einen Zusammenhang zwischen den Lebenswegen der drei Protagonisten offenbart, dennoch weckt sie Interesse an der Geschichte der Bienen, deren Verschwinden dringlichst verhindert werden sollte. Melancholie liegt über der Handlung. Man fragt sich, ob man nichts tun kann. Insbesondere William wirkt sehr phlegmatisch, wohingegen der Eindruck entsteht, dass George irgendwie die Sprache fehlt. Tao wirkt schon fast zu energisch und glücklich scheinen alle drei nicht. Dennoch fesselt der Roman nicht so sehr mit den Menschen, sondern mehr mit den Bienen. Diese kleinen fleißigen Wesen - man sollte es sich zur Aufgabe machen, ihren Bestand zu sichern, wo und wie immer es möglich ist. Und trotz aller Melancholie liegt über dieser packenden Story auch ein hoffnungsfroher Silberstreif.