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Veröffentlicht am 28.05.2022

Klufti und das Buch

Affenhitze (Ein Kluftinger-Krimi 12)
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Diese Hitze - und Klufti hat auch noch die Aufgabe als Interimspolizeipräsident am Hals. Das mit dem Abschieben auf die Kollegen will nicht so recht klappen. Unverhofft erfolgsgekrönt wird Kluftingers ...

Diese Hitze - und Klufti hat auch noch die Aufgabe als Interimspolizeipräsident am Hals. Das mit dem Abschieben auf die Kollegen will nicht so recht klappen. Unverhofft erfolgsgekrönt wird Kluftingers Gedanke, dass ihm eigentlich eine Assistentenstelle zustehen müsste. Doch auch richtige Arbeit gibt es. Bei der öffentlichen Vorstellung einer archäologischen Grabungsstelle unter Beteiligung der hohen Politik sollen Kluftinger und sein Team für die Sicherheit sorgen. Womit sie dabei überhaupt nicht rechnen, die Leiche des Grabungsleiters Dr. Brunner zu finden. Wie hat der dort, wo er eigentlich graben wollte, im Ton verschwinden können?

Und dann wäre da in Kluftis zwölftem Fall auch noch die neue Kinderfrau von seiner Enkelin Maxima. Wozu brauchen sein Sohn und dessen Ehefrau bloß eine Kinderbetreuung? Eine Fremde? Das muss sich Klufti mal genauer anschauen. Und modern werden will er auch. Schließlich gibt es da das Buch in den sozialen Medien und endlich will Kluftinger wissen, wie es da so zugeht. Und für den Flohmarkt für den guten Zweck kann man da ja einen Aufruf starten. Beim Ermitteln kann er sich auf sein Team verlassen. Besonders Richie legt sich ins Zeug. Manchmal etwas mehr als Klufti ertragen kann, aber wenn es brenzlig wird ist Richie einfach unverzichtbar.

Nach etlichen Büchern in gedruckter Form sollte man sich wirklich mal ein Hörbuch gönnen. Ganz toll gelesen von den Autoren, die ihren Klufti aus dem Effeff kennen, und Martin Umbach. Da wird jeder Dialekt zelebriert, manchmal bis an die Grenze des für norddeutsche Ohren gerade noch Verständlichen, aber nie darüber. Es lässt sich nicht vermeiden, beim Hören immer wieder laut aufzulachen. Wie immer geht es turbulent zu mit Klufti, seiner Familie, seinen Kollegen und natürlich Dr. Langhammer, zu dem Kluftiger über die Jahre eine innige Hassliebe entwickelt hat. Es ist wieder, schön von diesen allen zu lesen oder zu hören. Kluftiger ermittelt schlau und mit der Unterstützung seines Richie muss der Fall gelöst werden. Neben den anderen Eindrücken gerät das etwas zur Nebensache. Das wird jedoch völlig aufgefangen, durch das Wiederlesen mit den lieb gewonnenen Figuren. Beste Unterhaltung.


Veröffentlicht am 27.05.2022

Frühlungsopfer

Bluteiche
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Im Jahr 1986 stirbt die 16jährige Elita in der Walpurgisnacht. Sie ist aufgemacht als solle sie als Opfer dargebracht werden. In der Gegenwart kehren David Nordin und seine Frau Thea Lind nach Thornaby ...

Im Jahr 1986 stirbt die 16jährige Elita in der Walpurgisnacht. Sie ist aufgemacht als solle sie als Opfer dargebracht werden. In der Gegenwart kehren David Nordin und seine Frau Thea Lind nach Thornaby zurück. David möchte im alten Schloß ein Restaurant eröffnen und Thea wird die Stelle der Dorfärztin antreten. Alles läuft gut bis Thea in einem hohlen Baumstamm ein altes Foto entdeckt. Darauf ist eine junge Frau abgebildet und ein paar verkleidete Kinder. Thea erfährt vom Tod der jungen Elita, deren Stiefbruder wegen des Mordes verurteilt wurde. Doch irgendetwas scheint mit der Geschichte, die erzählt wird, nicht zu stimmen.

Kann es nach ungefähr dreißig Jahren noch möglich sein, etwas Neues herauszufinden in dem rätselhaften Todesfall der jungen Elita? Thea hat so ein ungutes Gefühl und die Dorfbewohner sind ihr als Neuankömmling gegenüber nicht unbedingt offen. Dennoch hakt Thea immer wieder nach und tatsächlich stößt sie auf Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Ereignisse damals doch anders abgelaufen sind als es in den Archiven verzeichnet ist. Allerdings scheint niemand etwas über ihre Entdeckungen wissen zu wollen. Nach ihrem Einsatz bei Ärzte ohne Grenzen, den Thea noch verarbeiten muss, ist Thea froh über die Ablenkung und die vielen neuen Eindrücke.

Dieser subtile und ruhige Roman beschreibt zum einen die Vorgänge im Jahr 1986 und zum anderen Thea Nachforschungen. Dadurch erhält er einen besonderen Handlungsbogen. Allerdings wirkt die Handlung möglicherweise etwas zu ausführlich und spannungsarm angelegt. Dabei ist die Idee und wie sich die Handlungsstränge entwickeln sehr interessant. Gerade auch der Ansatz mit den beiden Zeitebenen macht neugierig, weil man darüber nachdenkt, wie sich die damaligen Ereignisse auf die Gegenwart auswirken. Gut beschrieben ist auch das Leben in dem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt und das Geflecht aus Beziehungen und Abhängigkeiten jeden auch noch in der heutigen Zeit beeinflusst. Insgesamt ein durchaus lesenswerter Roman, der durch seinen Aufbau etwas Besonderes bekommt.

Veröffentlicht am 26.05.2022

Tod auf dem Campus

Die Gelehrte
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Auf dem Gelände einer einer Universität in Galway wird eine junge Frau überfahren. Die Lebensgefährtin von Inspector Cormac Reilly findet die Tote. Nach einem traumatischen Erlebnis, das sie in der Vergangenheit ...

Auf dem Gelände einer einer Universität in Galway wird eine junge Frau überfahren. Die Lebensgefährtin von Inspector Cormac Reilly findet die Tote. Nach einem traumatischen Erlebnis, das sie in der Vergangenheit durchmachen musste, ist sie von der neuerlichen Begegnung mit dem Tod völlig aufgelöst. Sie ruft Reilly zur Hilfe, der sofort erkennt, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Bei der Toten wird eine ID-Karte gefunden, die auf den Namen Carline Darcy lautet. Die Enkelin des Besitzers einer großen Pharmafirma, die ein Labor an der Uni betreibt. Unter diesen Umständen ist der Fall mit äußerster Vorsicht zu behandeln.

In seinem zweiten Fall muss sich Cormac Reilly fragen, ob er überhaupt der richtige Ermittler ist. Schließlich hat seine Freundin, die er unbedingt beschützen will, die Tote gefunden. Emma, die Forschungen für Darcy Therapeuticals betreibt, ist bei der ersten Einvernahme vor Ort sehr zurückhaltend. Etwas, das auch Cormacs Kollegin Carrie bemerkt. Doch nachdem er eine ganze Weile nur Cold Cases bearbeiten durfte, hat er nun endlich ein paar aktive Fälle zugeteilt bekommen. Und die Frage, warum die junge Frau so grausam umgebracht wurde, lässt ihm keine Ruhe. Und so verschließt Reilly die Augen vor dem möglichen Interessenkonflikt.

Vielleicht überlegt man selbst, ob Cormac Reilly nicht doch befangen ist, dennoch verfolgt man gespannt, wie er sich in die Nachforschungen stürzt. Und schon bald gibt es eine Überraschung, die den Todesfall in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Und da ist der Moment einer Ahnung, die einen für eine Weile schlauer macht als die Polizei. Wie dann jedoch immer neue Verwicklungen aufgedeckt werden, durch die sich weitere Möglichkeiten auftun, das ist teilweise wahrlich mitreißend geschildert. Während er den Täter oder die Täterin jagt, gefährdet er seine unstabile Position unter den Kollegen. Nicht immer kann er einschätzen, wer ihm wohlgesinnt ist und wer weniger. Ein gelungener zweiter Fall, der Cormac Reilly an seine Grenzen bringt.

Veröffentlicht am 22.05.2022

Gänsehaut

Blutland
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Endlich können Martin Juncker und Signe Kristiansen wieder zusammenarbeiten. Signe ist nach ihrer Versetzung in den Streifendienst wieder zurück bei der Kriminalpolizei. Bei einem Aufeinanderprallen von ...

Endlich können Martin Juncker und Signe Kristiansen wieder zusammenarbeiten. Signe ist nach ihrer Versetzung in den Streifendienst wieder zurück bei der Kriminalpolizei. Bei einem Aufeinanderprallen von Rechtsradikalen mit Autonomen und Clans kommt einer der Rechten zu Tode. Signe hofft diesen Fall gemeinsam mit Juncker übernehmen zu können. Dieser jedoch wird an den Fundort einer Frauenleiche gerufen, die grausam umgebracht wurde. Umso erstaunter sind die Ermittler als der Verdacht für beide Taten auf den selben bereits polizeibekannten, aber noch nie verurteilten Mann fällt. Haben sie schon die Lösung gefunden? Der Verdächtige bestreitet vehement, etwas Unrechtes getan zu haben.

In ihrem dritten Fall können Signe und Martin endlich wieder ihre Kräfte bündeln. Doch Signe ist innerlich immer noch mit einer Sache beschäftigt, die sie nicht überwinden kann. Sie bemüht sich allerdings, dass ihre Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Auch Martin erzählt seiner Kollegin nicht alles. Dass seine anstehende Scheidung ihn belastet, ist allerdings kein Geheimnis. Dennoch suchen Juncker und seine Kollegen fieberhaft nach Beweisen. Die Familie des Verdächtigen verweigert sich, soweit sie kann. Müssen die Beamten vielleicht umdenken und einen anderen Ansatz finden?

Das Autorenduo nimmt sich beim dritten Auftritt von Juncker und Kristiansen ein brisantes Thema vor. Es geht um Missbrauch, Vergewaltigung und eigenartige sexuelle Vorlieben. Manchmal ist dann die Lektüre nicht leicht zu ertragen. Spannend wie Signe und Martin es schaffen, sich durch ihre Fälle zu wühlen. Auch wenn der eine Strang möglicherweise ein wenig vernachlässigt erscheint, so ist der andere doch sehr fesselnd und überraschend. Man stellt sich die Frage, wie es so kommen kann. Eine richtige Antwort kann auch die Profilerin nicht geben und so müssen die Ermittler in erster Linie den oder die Täter finden und ihrer gerechten Strafe zuführen. Gebannt verfolgt man sie auf ihrem Weg dorthin. Als möglicher Abschluss der Reihe macht dieser Thriller eine wirklich gute Figur.

Veröffentlicht am 21.05.2022

Ansichten von unten

Katzbach
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Isabel Keppler wohnt zur Untermiete in einer Berliner Kellerwohnung. Ein Studium hat sie nicht zu Ende gebracht und so hält sie sich mit zweieinhalb ungeliebten Jobs über Wasser. Bei der halben Sache handelt ...

Isabel Keppler wohnt zur Untermiete in einer Berliner Kellerwohnung. Ein Studium hat sie nicht zu Ende gebracht und so hält sie sich mit zweieinhalb ungeliebten Jobs über Wasser. Bei der halben Sache handelt es sich um die Tätigkeit als Gesellschafterin der etwas verwirrten Elfriede Baumann, die ihr immer wieder aus ihrem Leben erzählt. So richtig mag Isabel Keppler Elfriede Baumann nicht. Überhaupt mag Isabel nur wenige Leute, eigentlich keine. Noch nicht mal ihre Eltern, mit denen sie seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr hat. Als ihr Vermieter Ferdi sie bittet, an einem Schreibworkshop teilzunehmen, würde Isabel am Liebsten ablehnen, aber sie ist ja nur Untermieterin.

Die Ansichten von unten sind manchmal durchaus interessant. Doch in einer ungewöhnlichen Situation, die kaum lösbar erscheint, müssen die Ansichten von unten erstmal aus der Vergangenheit beleuchtet werden. Ist Isabel tatsächlich so menschenfeindlich? Oder hat sie sich einfach in einem Leben eingerichtet, indem sie lieber auf Distanz geht bevor ihr nur Distanziertheit entgegen gebracht wird. Zumindest kümmert sie sich um ihren Goldhamster Godzilla, dem ein langes Leben beschieden ist. Wie die Vergangenheit zeigt kommt eins zum anderen und die Lage wird für Isabel langsam unübersichtlich. Sollte da eine Gefahr bestehen? Oder geht es vielleicht eher um die Wohnung?

Mit Isabel Keppler hat die Autorin eine recht eckige Persönlichkeit geschaffen, die einem beinahe wider Willen sympathisch wird. Verglichen mit dem Klappentext erschließt sich die Handlung nicht völlig. Oder hat man etwas in einem Moment nicht aufgepasst? Vielleicht muss man auch in Berlin leben wie die Autorin, um gewisse Dinge richtig zu deuten. Abgesehen davon liest man von einem Leben in Berlin, von einer Frau, die mehrere Arbeitsstellen braucht, um zu überleben. Sie gerät in Grenzsituationen, ist aber doch so schlau, sich meist herauszuziehen. So wie sie sich durchlaviert, das ist doch schlau und gewitzt. Und man wünscht ihr, dass sie da durchkommt. Dieser sehr kreative Roman will aufmerksam gelesen werden und hat etwas sehr eigenes, was durchaus überzeugt.