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Veröffentlicht am 26.12.2024

Solider Krimi mit Stärken und Schwächen

Unter dem Eis - Christopher Diecks 2
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Buchmeinung zu Lara Möller – »Unter dem Eis«

»Unter dem Eis« ist ein Kriminalroman von Lara Möller, der 2022 im dp Verlag erschienen ist.
Dies ist der zweite Band um den Hamburger Detektiv Christopher ...

Buchmeinung zu Lara Möller – »Unter dem Eis«

»Unter dem Eis« ist ein Kriminalroman von Lara Möller, der 2022 im dp Verlag erschienen ist.
Dies ist der zweite Band um den Hamburger Detektiv Christopher Diecks.

Zum Autor:
Lara Möller wurde 1978 in Hamburg geboren. In ihrer Schulzeit war sie aktive Rollenspielerin. Während ihrer Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau und in den folgenden Jahren hat sie drei Fantasy-Romane und zwei Kurzgeschichten veröffentlicht.

Zum Inhalt:
Christopher Diecks arbeitet nun als Privatdetektiv. Seine neue Klientin, eine Bauunternehmerin, glaubt gestalkt zu werden, doch die Dinge sind weitaus komplizierter.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch haben mir die ruhigen atmosphärischen Passagen sehr gut gefallen. Seine Beziehung zu Romy entwickelt sich langsam aber stetig. Beruflich läuft es weniger rund, denn der gute Beobachter Christopher lässt sich ablenken und gerät in Schwierigkeiten. Er muss rennen und einstecken, aber er bleibt hartnäckig. Das Tempo zieht an, die Spannung steigt und der Leser muss um den sympathischen Christopher bangen. Nach einigen überraschenden Wendungen kommt es zum Showdown. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Der Schreibstil ist angenehm und bringt die Gedanken der Hauptfigur zur Geltung. Viele Ortswechsel zeigen ein Hamburg, wie es nicht jeder kennt, aber in dem die Hauptfigur sich auskennt und wohlfühlt. Der Krimi hat mich gut unterhalten und die Fortsetzung liegt schon bereit.

Fazit:
Ein Hamburg-Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur, der mich in den ruhigen Passagen überzeugen konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit guten drei von fünf Sternen (70 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Harter Fall in einem sehr dunklen Schweden

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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Buchmeinung zu Pascal Engman & Johannes Selåker – »Wintersonnenwende«

»Wintersonnenwende« ist ein Kriminalroman von Pascal Engman & Johannes Selåker, der 2024 bei Ullstein in der Übersetzung von Ulla ...

Buchmeinung zu Pascal Engman & Johannes Selåker – »Wintersonnenwende«

»Wintersonnenwende« ist ein Kriminalroman von Pascal Engman & Johannes Selåker, der 2024 bei Ullstein in der Übersetzung von Ulla Ackermann erschienen ist. Der Titel der schwedischen Originalausgabe lautet »Skammens väg« und ist 2023 erschienen.

Zum Autor:
Pascal Engman, geboren 1986, war Journalist für Schwedens größte Abendzeitung. Johannes Selåker arbeitete als Nachrichtenleiter als auch als Chefredakteur. Wintersonnenwende ist der zweite Kriminalroman, den er zusammen mit Pascal Engman geschrieben hat.

Zum Inhalt:
Kommissar Tomas Wolf ist von einem Trauma schwer gezeichnet und denkt an Selbstmord. Ein Mord im Rotlichtmilieu in der Silvesternacht 1995 gibt ihm eine Aufgabe. Journalistin Vera Berg kreuzt erneut seinen Weg und erneut müssen sie gemeinsam ermitteln.

Meine Meinung:
Tomas Wolf, sein Kollege Zingo und Vera Berg leiden unter Problemen, die aus ihrer Vergangenheit herrühren. Sie bekommen diese Probleme kaum in den Griff und zeitweilig scheinen sie gar kein Interesse an der Aufarbeitung dieser Probleme zu haben. Zingo und Tomas bilden ein erstaunlich effektives Ermittlergespann und geben sich gegenseitig einen gewissen Halt, obwohl beide in ihrem Zustand nicht in den Polizeidienst gehören. Vera versucht Kindererziehung und Beruf unter einen Hut zu bringen, aber trotz Hilfe ihrer Vermieterin ist es ein schwieriges Unterfangen.
Der Plot ist verwickelt und verknüpft fiktive Elemente mit realen Ereignissen aus 1995, die die Schweden bewegt haben. Er bietet Raum für Entwicklungen und für Überraschungen. Das Tempo ist dank wechselnder Perspektiven hoch. Meist wird die Geschichte aus der Sicht der agierenden Person erzählt. Der Autor beschreibt ein Schweden mit vielen dunklen Seiten, in dem ich nicht leben wollte. Für die Hauptfiguren Vera Berg, Tomas Wolf und Zingo entwickelte ich eine gewisse Sympathie, weil sie sich bemühten, etwas zu verändern. Die Spannungskurve ist ausgeklügelt und erreicht am Ende ihren Spitzenwert.
Der Plot hat mir sehr gut gefallen, aber insgesamt war mir die Handlung zu düster und zu unrealistisch. Tomas muss eine ganze Menge einstecken, aber er bleibt hartnäckig am Fall dran. Die Spannung wächst gegen Ende noch einmal deutlich und der Showdown auf Öland ist zweifelsfrei ein Highlight.
Das Beziehungsgeflecht der drei Hauptfiguren ist komplex und Zingo ist es, der Tomas und Vera zu einer Zusammenarbeit bringt. Vera hält Tomas für einen Mörder, aber dieses Thema bleibt vorerst ausgespart.
Am Ende ist der Fall aufgeklärt, aber die Probleme der Hauptfiguren bleiben bestehen.

Fazit:
Der Plot war richtig gut, aber trotzdem war mein Lesevergnügen nicht ungetrübt. Es gab einfach zu viele negative Komponenten. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) bewerten. Eine Leseempfehlung kann ich nur für Personen abgeben, die mit dem extrem harten Inhalt zurechtkommen können.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Der Autor kann auch Wohlfühlkrimi

Mord im Himmelreich
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Buchmeinung zu Andreas Winkelmann – »Mord im Himmelreich«

»Mord im Himmelreich« ist ein Kriminalroman von Andreas Winkelmann, der 2024 bei Knaur TB erschienen ist.

Zum Autor:
Andreas Winkelmann, geboren ...

Buchmeinung zu Andreas Winkelmann – »Mord im Himmelreich«

»Mord im Himmelreich« ist ein Kriminalroman von Andreas Winkelmann, der 2024 bei Knaur TB erschienen ist.

Zum Autor:
Andreas Winkelmann, geboren an einem kalten Dezembertag im Jahre 1968 in einem kleinen Nest in Niedersachsen, ist der geborene Geschichtenerzähler. Schon als Schüler schrieb er erste Romane in Mathematikhefte. Von dort bis zum Bestsellerautor brachte er ein buntes und bewegtes Berufsleben hinter sich. So war er Bäcker, Soldat, Fitnesslehrer, Taxifahrer, Versicherungsverkäufer und arbeitete in einer Honigfabrik.

Zum Inhalt:
Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus wird zur Rettung eines kleinen Hundes gerufen, der auf einem Paddleboard mitten im See am Campingplatz Himmelreich treibt. Wieder am Ufer merkt Björn, dass unter dem Board eine Leiche festgeschnallt ist. Also beginnt Björn gemeinsam mit der Malerin Annabelle zu ermitteln.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich positiv überrascht, denn der bekannte Thrillerautor kann auch Wohlfühlkrimi. Die beiden Hauptfiguren Björn und Annabelle sind trotz einiger Grautöne sympathisch. Durch ihre recht normale Art animieren sie die Leser zum Miträtseln und Mitfiebern. Der kleine Hund tut ein Übriges dazu. Die anderen Figuren sind einfacher gezeichnet, haben aber alle ein Alleinstellungsmerkmal. Manche verhalten sich ein wenig merkwürdig, manche leben eher zurückgezogen, manche scheinen etwas überzeichnet und manche wirken sogar ein wenig bedrohlich. Die Handlung ist komplex und bietet einige überraschende Wendungen. Die Geschichte wird meist aus der Perspektive Björns erzählt und seine Gedanken werden ausführlich geschildert. Einige Male formuliert er drei Fragen in Anlehnung an die drei Fragezeichen. Auch die Beschreibung des Lebens auf dem Campingplatz macht Lust auf einen Campingurlaub. Besonders gefallen hat mir der mit reichlich Wortwitz durchsetzte Schreibstil, der mich mitgerissen hat. Bis es zur nachvollziehbaren Auflösung kam war ich hoch zufrieden, aber dort nutzte Björn Ermittlungsergebnisse, die er nicht mit der Leserschaft geteilt hatte. Das kostet natürlich einen Stern. Ansonsten war es ein wunderbares Leseerlebnis, beim dem ich herrlich entspannen konnte.

Fazit:
Dieser Wohlfühlkrimi hat mich in weiten Teilen begeistert. Wegen der nicht vollständig geteilten Ermittlungsergebnisse bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 10.12.2024

Atmosphärischer Kriminalroman mit herausregender Figurenzeichnung

Der echte Krampus
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Buchmeinung zu Uta Seeburg – »Der echte Krampus«

»Der echte Krampus« ist ein historischer Kriminalroman von Uta Seeburg, der 2024 bei Harper Collins erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Gryszinski-Reihe.

Zum ...

Buchmeinung zu Uta Seeburg – »Der echte Krampus«

»Der echte Krampus« ist ein historischer Kriminalroman von Uta Seeburg, der 2024 bei Harper Collins erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Gryszinski-Reihe.

Zum Autor:
Uta Seeburg ist Berlinerin und lebt in München. Sie arbeitete bereits als Werbetexterin, Drehbuchautorin und Redakteurin, widmet sich aber heute ausschließlich der Schriftstellerei. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin wohnt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in Haidhausen.

Zum Inhalt:
Gryszinski verbringt mit seiner Familie samt Köchin die Weihnachtszeit in einem Dorf auf dem oberbayerischen Land. Während des traditionellen Krampuslaufs kommt es zu einer Messerstecherei und am Folgetag wird eine Leiche aufgefunden.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich durch die atmosphärische Schilderung der Region und der vorweihnachtlichen Gebräuche im Voralpenland überzeugt. Major Gryszinski ist ein Familien- und gleichzeitig ein Genussmensch. Er ist Vorreiter bei modernen Ermittlungsmethoden bei der Münchener Polizei. Seine aufgeschlossene Art macht ihn zu einer außergewöhnlichen Sympathiefigur. Seine beiden Assistenten werden nach dem Leichenfund zur Hilfe gerufen und sind ein eingespieltes Team. Die Geschichte entwickelt sich langsam und bietet anfänglich reichlich Raum für Nebenhandlungen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, auch weil die Dorfbewohner gegenüber der Staatsmacht lieber schweigen. Etliche falsche Spuren und unerwartete Wendungen machen es Gryszinski schwer, den Fall zu lösen. Das liebevoll gezeichnete Beziehungsgeflecht zwischen den Dorfbewohner muss entwirrt werden. Einige Male zieht das Tempo deutlich an und man muss um das Leben des Majors bangen. Nach einem passenden Showdown ist der Fall nachvollziehbar gelöst. Passend zur Weihnachtszeit gibt es ein schönes Happy-End.
Der Schreibstil ist empathisch, ruhig, humorvoll und leicht verdaulich. Die Figurenzeichnung gefällt mir mit ihren vielen Grautönen ausgezeichnet. Trotz der umfangreichen Nebenhandlungen liegt der Fokus auf dem Kriminalfall und die Spannung ist jederzeit gegeben. Gerade dank der fesselnden Nebenhandlungen habe ich mich prächtig unterhalten.

Fazit:
Ein wunderbarer weihnachtlicher Kriminalroman, der mich in allen Bereichen überzeugt hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde eher leiser, aber atmosphärischer Krimis aus.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Ein atmosphärischer Toskana-Krimi mit Schwächen

Signora Commissaria und der lachende Tod
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Buchmeinung zu Alexander Oetker – »Signora Commissaria und der lachende Tod«

»Signora Commissaria und der lachende Tod« ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2024 bei Atlantik erschienen ist. ...

Buchmeinung zu Alexander Oetker – »Signora Commissaria und der lachende Tod«

»Signora Commissaria und der lachende Tod« ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2024 bei Atlantik erschienen ist.

Zum Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982, ist Bestsellerautor und TV-Journalist, als Frankreich-Experte von RTL und n-tv berichtet er seit 15 Jahren über Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Er ist zudem Kolumnist und Restaurantkritiker der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker. Er lebt mit der Familie zwischen Brandenburg, Berlin und der französischen Atlantikküste.

Zum Inhalt:
In Florenz wird ein Busfahrer ermordet und mit einem starren Lächeln auf seinem Fahrersitz drapiert. Bald findet Commissaria Giulia Ferrari heraus, dass es schon einen ähnlichen Fall gegeben hat. Gemeinsam mit ihrem Team um den blinden Polizisten Enzo und den Wirt und ehemaligen Kripobeamten Luigi macht sich die Commissaria auf die Tätersuche.

Meine Meinung:
Giulia, Luigi und Enzo wirken sympathisch und kompetent. Sie harmonieren gut, sind hartnäckig und haben ein Faible für gutes Essen. Hier kommt der Restaurantkritiker im Autor zum Tragen. Der Schreibstil ist fesselnd und eindringlich. Dabei wechseln sich ruhige und aufregende Szenen ab,
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Auch einige Opfer werden begleitet, bevor sie ahnungslos dem Täter zum Opfer fallen. Diese Szenen sind zum Teil sehr grausam und unnötig detailreich beschrieben. Es braucht einige Zeit bis sich eine erfolgversprechende Spur findet. Der Täter scheint gefunden, aber es fehlt an Beweisen. Mit einer riskanten Falle soll der Täter überführt werden.
Gefallen haben mir die atmosphärischen Beschreibungen von Florenz, den Sehenswürdigkeiten und den Speisen, die Lust auf einen Urlaub wecken. Weniger gelungen fand ich die Figurenzeichnung fast ohne Grautöne. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Es war meist spannend und der Unterhaltungsfaktor war hoch.

Fazit:
Mich hat dieses Buch des Autor trotz einiger deutlich spürbaren Schwächen gut unterhalten. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Empfehlen kann ich das Werk als atmosphärischen Urlaubskrimi, aber die in Frankreich spielen Krimis des Autors haben mir besser gefallen.

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