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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2023

Intensive Charakterstudie

Mit zitternden Händen
1

Dogge und Billy sind beste Freunde von Kindesbeinen an. Der eine hat reiche Eltern, die sich nicht für ihn interessieren, der andere lebt in einem sozialen Brennpunkt mit einer alkoholkranken Mutter und ...

Dogge und Billy sind beste Freunde von Kindesbeinen an. Der eine hat reiche Eltern, die sich nicht für ihn interessieren, der andere lebt in einem sozialen Brennpunkt mit einer alkoholkranken Mutter und einem Vater, der die Familie verlässt. Die Jungen geraten bald auf die schiefe Bahn. Billy zieht Dogge mit sich und beide werden erst zu Kleinkriminellen, dann zu Handlangern eines Drogendealers.

Das Buch beginnt damit, dass einer der Jungen erschossen wird. Angeblich vom anderen. Es handelt sich nicht wirklich um einen Krimi oder Thriller. Also nicht das Whodunit ist im Mittelpunkt sondern das Schickal der Jungs. Wie sie wurden was sie sind. Wie es zu all dem kam. Warum werden Kinder zu Dieben und Mördern?`Wer hat Schuld? Hätte man es verhindern können? Kann man aus dem Teufelskreis ausbrechen?

Ein eher ruhiges Buch mit einem intensiven und langatmigen Blick auf das Schicksal der Charaktere. Am Ende fehlte mir ein wenig die Spannung aber der Schreibstil war sehr gut und die Charakterzeichnungen fand ich sehr glaubhaft.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.05.2023

gute Unterhaltung

Melody
0

Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an einen Suter-Roman gewagt, da es hier schon so viele positive Rezensionen gab. Wie erhofft, ist das Buch eine Art Puzzle, dass der Hauptdarsteller zu lösen versucht. ...

Nach langer Zeit habe ich mich mal wieder an einen Suter-Roman gewagt, da es hier schon so viele positive Rezensionen gab. Wie erhofft, ist das Buch eine Art Puzzle, dass der Hauptdarsteller zu lösen versucht. Eine vor vielen Jahren verschwundene Frau, ein alter Herr, der verschweigt, was wirklich passiert ist und stirbt, bevor die Wahrheit ans Licht kommt, ein junger Mann, den die Neugiede zu dieser Spurensuche treibt. Dadurch entsteht fast zwangsläufig eine homogene Spannung, die sich durch die ganze Geschichite zieht, auch wenn es natürlich kein Kriminalroman ist.

Suter schreibt routiniert und hält die Fäden immer straff in der Hand. Der Leser kann den Puzzleteilen wunderbar folgen und erkennen, wie nach und nach ein stimmiges Bild über die Geschehnisse in der Vergangenheit wird.

Für mich hätte es gerne noch etwas länger sein dürfen aber ansonsten hab ich mich gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 19.05.2023

gefühlvoll auf den Punkt

22 Bahnen
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Manche Geschichten müssen gar nicht viele Seiten haben, um zu berühren. Manche Autorinnen schaffen es, dass sie mit wenig Worten tiefe Gefühle beschreiben und intensive Geschehnisse so erzählen können, ...

Manche Geschichten müssen gar nicht viele Seiten haben, um zu berühren. Manche Autorinnen schaffen es, dass sie mit wenig Worten tiefe Gefühle beschreiben und intensive Geschehnisse so erzählen können, dass man als Leser wie in einem Kinofilm vor dem Buch sitzt und berührt ist.

22 Bahnen schwimmt Tilda jeden Tag im Schwimmbad. Die einzige Zeit, die sie sich neben der Sorge um Schwester und Mutter gönnt. Die einzige Zeit, neben ihrem Studium und dem Job. Tilda kümmert sich um Alles. Sie fühlt sich für ihre kleine vaterlose Familie verantwortlich und es fällt ihr schwer, an sich selbst zu denken.

Aber dann kommt der Tag, wo sie erkennt, dass nur sie ihr Leben lenken kann und dass es mehr geben muss, denn jeder lebt nur einmal und jeder ist seines Glückes Schmied. Und vielleicht tun sich ja Wege auf, um die Liebsten versorgt zu wissen und dennoch eine Promotion anzustreben.

Ein Erstling, der beeindruckt. Ganz großes Kino. Gefühlvoll auf den Punkt erzählt.

Veröffentlicht am 19.05.2023

Klassebuch

Going Zero
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Ich liebe die Bücher von Anthony McCarten. Und ich finde seine Filme (Die dunkelste Stunde, die Entdeckung der Unendlichkeit, zwei Päpste) einfach Klasse. Er hat eine ganz eigene Art zu erzählen, finde ...

Ich liebe die Bücher von Anthony McCarten. Und ich finde seine Filme (Die dunkelste Stunde, die Entdeckung der Unendlichkeit, zwei Päpste) einfach Klasse. Er hat eine ganz eigene Art zu erzählen, finde ich. Da ist so eine Wärme und Empathie für die Hauptpersonen. Ihr Schicksal geht einem nah. Dazu immer ein Plot, der durch Raffinesse, Wendungen und sich stetig steigernde Spannung besticht. Auch die Themen sind klug gewählt und sprechen mich an. Die Mischung aus Aktualität aber auch den ganz exzentiellen Fragen des Lebens, das macht diesen Autor aus.

Going Zero ist dafür ein wunderbares Beispiel. Oberflächlich geht es um eine neu entwickelte Super-Software. Das ultimative Spionage-Beobachtungs-Programm. Big Brother sozusagen. Aber unter dem doppelten Boden dieser Story geht es um die Freiheit des Menschen, sein Recht auf Privatsphäre, um die Frage, darf der Staat wirklich alles von mir wissen und ist es nicht mein gutes Recht ihm manches einfach vorzuenthalten.

Ein Klassebuch. Ein richtiger McCarten halt.

Veröffentlicht am 19.05.2023

aufwühlend

So weit der Fluss uns trägt
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Von wusl
Ich gebe zu, hier war ich ein Opfer der Verlagsstrategie. Das Cover und der Titel sind genau mein Fall. Und der HInweis, es wäre was für LeserINNEN von "Der Gesang der Flusskrebse" war das I-Tüpfelchen. ...

Von wusl
Ich gebe zu, hier war ich ein Opfer der Verlagsstrategie. Das Cover und der Titel sind genau mein Fall. Und der HInweis, es wäre was für LeserINNEN von "Der Gesang der Flusskrebse" war das I-Tüpfelchen. Da war ich am Haken. Ich wusste also, dass meine Erwartungshaltung ziemlich hoch war. Gefährlich, wenn das Buch dann nicht so ist, wie ich es mir erhofft habe.

Nur gut, dass hier alles passte, OBWOHL es nur marginal Ähnlickeiten mit den Owens-Buch hat. Gott sei Dank, denn es ist nicht abgekupfert sondern sogar ziemlich eigenständig.

Die Gemeinsamkeiten sind naheliegend. Eine junge Frau ist Hauptprotagonistin. Und ihr Leben am Rande der nordamerikanischen Wildnis ist ein ähnliches Setting. Und da liegt die größte Ähnlichkeit. Die Natur, das Raue und Ursprüngliche spielen eine große Rolle in diesem Buch. Ebenso wie die Menschen, die sich dieser Natur angepasst haben und oft sperrig sind und jede Menge Vorurteile haben und diese auch ausleben. Da ich selber mal durch solche Gegenden in den USA gefahren bin, ist es ein wenig wie ein Urlaub für mich gewesen. Gefühlsmäßig war ich also auch gleich drinnen in der Geschichte, denn auch die Charaktere werden durch tolle Beschreibungen und gute Dialoge sofort lebendig vor dem inneren Auge.

Der Plot ist ziemlich dramatisch mit allem, was das Leserherz begehrt. Liebe und Hass, Tod und Geburt, Freud und Leid. Deshalb erlebt man diese Gefühlsachterbahn auch beim Lesen mit und so hat mich dieses erste Buch der Autorin von Anfang bis Ende restlos begeistert und ich bin glücklich gewesen, beim Zuklappen der letzen Seite. Und das ist auch eine große Ähnlichkeit zu den