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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2019

Stark & Macht

Flirting with Fire (Saving Chicago 1)
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Piper Rayne schreibt normalerweise grenzwertige Romane, aber Flirting with Fire ist relativ gemäßigt und die Liebesgeschichte zwischen Madison und dem Feuerwehrmann Mauro Bianco ist eher romantisch. Ihre ...

Piper Rayne schreibt normalerweise grenzwertige Romane, aber Flirting with Fire ist relativ gemäßigt und die Liebesgeschichte zwischen Madison und dem Feuerwehrmann Mauro Bianco ist eher romantisch. Ihre Annäherung erfolgt vorsichtig. Dazu gibt es am Anfang schon die Begegnung, als sie noch zur Schule gingen. Daran kann sich Madison noch gut erinnern, doch Mauro nicht.
Statt dessen haben sie jetzt als Erwachsene erst einmal eine geschäftliche Beziehung. Sie haben gemeinsam ein Haus ersteigert, das sie wieder herrichten wollen. Es ist sogar Madisons Elternhaus, doch sie hatte eine schwierige Jugend.
Eine psychologische Note begleitet die komplette Handlung.

Leider gibt es kaum Beschreibungen von Einsätzen der Feuerwehr, das wird dann doch der Beziehungsgeschichte untergeordnet. Doch dann gibt es im Finale doch noch ein paar wenige Szenen dazu. Dennoch verschenkte Potentiale.

Was auch gut funktioniert ist, die Handlung aus wechselnder Perspektive von Maddy und Mauro erfolgen zu lassen. Im Hörbuch gibt es deswegen auch zwei Sprecher, Lisa Stark und Sven Macht. Die Tracks sind relativ kurz, passen aber.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Aufgewachsen als Pastorentochter

Unter uns Pastorentöchtern
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Claudia Hagge wirf einen Blick darauf, wie es war, in den sechziger Jahren in Schleswig Holstein als Pastorentochter aufzuwachsen. Und es ein überwiegend gelassener und liebevoller Blick auf ihr Zuhause ...

Claudia Hagge wirf einen Blick darauf, wie es war, in den sechziger Jahren in Schleswig Holstein als Pastorentochter aufzuwachsen. Und es ein überwiegend gelassener und liebevoller Blick auf ihr Zuhause und ihre Eltern, manchmal etwas spöttisch gegenüber den Bewohnern des Städtchens, insbesondere die Frauen, die den Pastor anschmachten.Der geht ganz in seiner Arbeit als Seelsorger auf. Claudias Mutter ist etwas spröder, aber auch sie ist engagiert.

Für Claudia ist es manchmal nicht einfach. In der Schule wird sie anders behandelt, weil sie Pastorentochter ist. Das prägt sie, macht sie eigenwillig und selbstständiger.

Zum Ende schreibt Claudia Hagge noch über berühmte Pastorentöchter: Merkel, Jane Austen, die Bronteschwester. Am längsten hält sie sich mit Theresa May auf und setzt manche Eigenschaften als typisch für Pastorentöchter.

Ein amüsantes autobiografisches Buch.

Veröffentlicht am 26.11.2019

Kein Highlight

Wut
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Der inzwischen 80jährige Felix Huby gilt als wichtiger Autor von Drehbüchern für das Fernsehen und Kriminalromane. Ich hatte ihn zufälligerweise noch nie gelesen. Also wollte ich mal sehen, ob der Autor ...

Der inzwischen 80jährige Felix Huby gilt als wichtiger Autor von Drehbüchern für das Fernsehen und Kriminalromane. Ich hatte ihn zufälligerweise noch nie gelesen. Also wollte ich mal sehen, ob der Autor was für mich ist.

Man merkt dann aber doch schnell deutlich, dass Wut nur ein Teil einer Reihe ist. Das Ermittler-Ehepaar Peter und Hanna Heiland steht im Mittelpunkt. Eigentlich mag ich die beiden auf Anhieb, aber ihre Geschichte miteinander ist ja weit fortgeschritten und bietet nicht so viel Spannungselemente. Auch die Idee mit dem Karate zündet weniger als erwartet. Es wird ein solider Krimi, aber als Leser erwartet man ja eigentlich mehr.

Mich hat das Buch aufgrund seiner Durchschnittlichkeit überhaupt nicht überzeugt, aber Fans der Reihe sind vielleicht zufrieden.

Veröffentlicht am 25.11.2019

Intensives Portrait einer Malerin

Frieda
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Mit Frieda hat Dagmar Fohl einen historischen Roman geschrieben, der sich den Konventionen des historischen Unterhaltungsroman entzieht, einfach nur deswegen, weil auch ihre Heldin Elfriede Lohse-Wächtler ...

Mit Frieda hat Dagmar Fohl einen historischen Roman geschrieben, der sich den Konventionen des historischen Unterhaltungsroman entzieht, einfach nur deswegen, weil auch ihre Heldin Elfriede Lohse-Wächtler (Frieda) sich den familiären und gesellschaftlichen Konventionen entzog. Frieda ist 1899 geboren. Als sie 16 Jahre alt war, kämpft sie für ihre Eigenständigkeit als Malerin. Aber es sind auch die Kriegsjahre, und die sind hart.

Frieda lebt für ihre Kunst. Dafür muss sie einen Preis zahlen, aber ich sehe die Figur nicht als tragisch oder gescheitert an. Dafür lebt sie zu leidenschaftlich und ganz und gar.
Als Leser ist man nahe bei ihr, ihren Gedanken und Emotionen. Das hat die Autorin wundervoll gestaltet, man ist als Leser dankbar, eine Figur so sehr zu begegnen.

Doch ihre Emotionen nehmen überhand. Sie ist so überreich an Empfindungen, das sie sich nicht mehr kontrollieren kann und wird in eine Irrenanstalt eingewiesen.
Doch sie malt wie besessen weiter.Ihre avantgardistische Bilder sind bemerkenswert.

Die Intensität nimmt immer mehr zu. Für den Leser streckenweise schwer zu ertragen, aber man kann sich auch nicht entziehen.

Frieda ist ein Buch, auf das man sich ganz einlassen muss und es ist ein beeindruckendes Portrait einer Malerin, deren Werk zum Großteil als entartete Kunst vernichtet wurde und die doch noch nicht ganz vergessen wurde. Umso wichtiger dieses Buch. Preisverdächtig!

Veröffentlicht am 23.11.2019

Leben nach der Explosion

Träume von Freiheit - Flammen am Meer
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Mag der Romantitel etwas pathetisch wirken, gilt dies nicht für den sorgfältigen Text über zwei sehr unterschiedliche Frauen, die ein bestimmtes Ereignis verbindet.

Es ist 1875 in Bremerhaven. Durch ...


Mag der Romantitel etwas pathetisch wirken, gilt dies nicht für den sorgfältigen Text über zwei sehr unterschiedliche Frauen, die ein bestimmtes Ereignis verbindet.

Es ist 1875 in Bremerhaven. Durch eine Explosion sterben viele Menschen, viele werden schwer verletzt. Das war ein reales Ereignis.
Das Anfangskapitel zeigt gleich eine große Dynamik, die die Ro-manhandlung auch durch das Buch begleitet.
Die Handlung splittet sich dann auf in die Orte New York und Bremerhaven und erstreckt sich über ein paar Jahre.
Die Autorin Silke Böschen schafft es, die Folgen einer Tat für die betroffenen zu zeigen, auch in der stimmigen psychologischen Figurenführung. Das Buch ist zudem sprachlich wirklich beeindruckend.

Ein überzeugender historischer Roman, der ein Gefühl für die Zeit entwickelt.