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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2025

Leben mit Realität und trotzdem an den Traum glauben

Achtzehnter Stock
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Wanda lebt mir ihrer kleinen Tochter Karlie im Achtzehnten Stock und hofft, als Schauspielerin rauszukommen.
Sie steht damit in einem Konflikt sich ausreichend um ihr Kind zu kümmern, aber auch alles ...

Wanda lebt mir ihrer kleinen Tochter Karlie im Achtzehnten Stock und hofft, als Schauspielerin rauszukommen.
Sie steht damit in einem Konflikt sich ausreichend um ihr Kind zu kümmern, aber auch alles für ihre Karriere zu tun. Die ist aber bisher anscheinend kaum in Fahrt gekommen.
Ziemlich oft muss sie die Hilfe der Nachbarin in Anspruich nehmen. Die nennt sie immer nur Aylins Mutter. Anscheinend kennt sie ihren Namen nicht. Das passt ein wenig dazu, dass sie immer wieder mal egoistisch und oberflächlich wirkt. Davon abgesehen finde ich schon, dass sie an ihre Träume glauben soll.
Ein zentraler Moment des Buches ist als Karlie krank wird. Eine Mittelohrentzündung stellt sich als Hinhautentzündung heraus. Das wurde zuerst unterschätzt. Für Wanda eine Zeit der Angst.

Sara Gmuer schafft mit Wandas Stimme einen Sound für ihren Roman, ein wenig rotzig und forsch, aber das hat was.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Hommage an das Kino

Die schönere Lüge
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Schon das Cover deutet auf die Freundschaft zweier Frauen an.
Beide beschäftigen sich mit Film, vielmehr, es ist ihr Lebensmittelpunkt.
Doch sie sind sehr unterschiedlich. Die Autorin präsentiert zwei ...

Schon das Cover deutet auf die Freundschaft zweier Frauen an.
Beide beschäftigen sich mit Film, vielmehr, es ist ihr Lebensmittelpunkt.
Doch sie sind sehr unterschiedlich. Die Autorin präsentiert zwei Lebenswege.
Das macht sie auf komplexe, manchmal unnötig komplizierte Art.
Man sollte für das Buch ein Interesse an Film mitbringen, insbesondere auch an die Filmgeschichte. Man wird einiges wieder entdecken und vielleicht auch neues.

Ich muss gestehen, dass mich Dana Spiottas letzter Roman (Unberechenbar) mehr angesprochen hatte, aber auch Die schönere Lüge ist ein gutes Buch.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Eindrucksvoll

Russische Spezialitäten
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Ein Buch über den Riss in Familien, der durch äußere Konflikte wie Krieg entsteht.
Der Icherzähler Dmitrij ist als 8jähriger aus Kyjiw nach Deutschland gekommen. Seine Eltern führen dort einen Laden, der ...

Ein Buch über den Riss in Familien, der durch äußere Konflikte wie Krieg entsteht.
Der Icherzähler Dmitrij ist als 8jähriger aus Kyjiw nach Deutschland gekommen. Seine Eltern führen dort einen Laden, der russische Spezialitäten verkauft.

Das Buch ist autobiografisch.

Zur Coronazeit übernimmt er dort kurzzeitig die Leitung, damit seine Eltern geschützt sind, auch weil der Vater nach einem Schlaganfall nicht mehr der alte ist. Doch schließlich muss der Laden schließen.
Der Angriff auf die Ukraine kommt und Dmitrijs Mutter, die aus Russland stammt, nimmt einseitig Partei gegen die Ukraine. Sie glaubt der russischen Propaganda. Durch dieses Buch wird klar, wie stark Putins Lügen bei vielen doch ziehen.
Dmitrij ist daher ständig im Streit mit der Mutter, auch mlt Freunden. Der Vater ist eher gleichgültig, als Jude jedoch mitgenommen vom Massaker in Israel.

Dmitrij möchte den Streit nicht eskalieren lassen, um Familie und Freunde nicht zu verlieren.

Er reist in die Ukraine, um sich selbst ein Bild zu machen. Diese Beschreibungen sind eindrucksvoll, obwohl die Sprache ungekünstelt, manchmal verhalten ist.

Dmitrij Kapitelman konnte mir als Leser die Situation der Ukrainer gut vermitteln.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Überdosis vom Leben

bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann
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Das Buch mit dem ausgefallenen Titel „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist außergewöhnlich.
Das Buch ist komplett in Jugendsprache erzählt. Das ist teilweise witzig, manchmal auch anstrengend.
Abwechselnd ...

Das Buch mit dem ausgefallenen Titel „bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann“ ist außergewöhnlich.
Das Buch ist komplett in Jugendsprache erzählt. Das ist teilweise witzig, manchmal auch anstrengend.
Abwechselnd erzählen vier Jugendliche.
Ivor, Marco, Arjan und Jonas. Sie sind wie Brüder.
Sie leben in Norwegen, lieben es zu chillen und ihr Interesse liegt bei vielen Drogen. Nicht umsonst heisst der zweite Teil des Buches Absturz.

Die Kapitel sind überwiegend sehr kurz und es gibt viele von ihnen.

Noch ein Wort zum Cover: es ist ganz in rot gehalten und zeigt offenbar einen der Jugendlichen in nachdenklicher Pose. Das passt schon.

Ein manchmal witziges, aber auch raues und wildes Buch.

Ich vermute, der Autor Oliver Lovrenski wird seinen Erfolg nicht wiedrholen können. Er hat es geschafft, ein Lebensgefühl auszudrücken. Ein weiteres mal ist das nicht zwingend.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Die vielen Geschichten rund um den Panamakanal

Der große Riss
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Man taucht tief ein in eine historisch bedeutende Zeit.
Das große historische Ereignis ist der Kanalbau Panama ca. 1907. Bis 1913 wird erzählt.
Der Autorin Cristina Henriquez gelingt es, ihre Figuren lebhaft ...

Man taucht tief ein in eine historisch bedeutende Zeit.
Das große historische Ereignis ist der Kanalbau Panama ca. 1907. Bis 1913 wird erzählt.
Der Autorin Cristina Henriquez gelingt es, ihre Figuren lebhaft und glaubhaft zu gestalten. Das gilt vor allen für die junge Ada Bunting, die mutig ist und Geld für ihre kranke Schwester verdiene will und als zweite Hauptfigur Omar, der auch am Kanal arbeitet. Aber auch Nebenfiguren sind großartig, zum Beispiel Omars Vater Francesco oder auch Lucille. Dann gibt es auch noch John und Marian, deren Rollen leider etwas zu klein ausfallen.
Es steckt also viel drin, denn lalle Figuren haben auch noch ihre eigenen Geschichten.

Cristina Henriquez hat einen epischen Ansatz und verwebt ziemlich viel in die Handlung, vielleicht zu viel. Nicht immer ist man als Leser dicht am Plot, da es manchmal zu ausufernd wird. Das Buch kann also nicht ganz überzeugen.
Trotzdem ist das Buch schon ganz gut geschrieben und absolut lesenswert.