Cover-Bild Die schönere Lüge
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kjona Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 18.02.2025
  • ISBN: 9783910372405
Dana Spiotta

Die schönere Lüge

Roman. »Ein filmischer Roman über die Grenzen der Liebe und der Kunst, originell und verführerisch.« Elle
Miriam Mandelkow (Übersetzer)

Zwei Frauen, eine gemeinsame Obsession und eine Lüge, die die Macht hat, ihre Freundschaft zu retten oder zu zerstören. Für die Studentinnen Meadow und Carrie gibt es nichts Aufregenderes, als Filme zu drehen und sich damit die Welt und die Menschen in ihr zu erschließen. Und doch könnten ihre Ansichten über Kunst, Sex und Moral unterschiedlicher kaum sein. Die Filme der privilegiert aufgewachsenen Meadow sind autobiografisch und provokant, Carries sind leichte Komödien, ein Mittel, der Armut zu entkommen. Ihre Freundschaft ist schwierig, aber sie hält. Bis Meadow eine komplizierte Affäre mit einem berühmten älteren Filmemacher beginnt. Kurz vor seinem Tod bietet er Meadow an, ihre Beziehung öffentlich und ihren Namen in aller Welt bekannt zu machen. Empört lehnt Meadow ab. Und geht mit ihrem nächsten Film über eine Grenze des Gewissens, sodass auch Carrie ihr nicht mehr folgen kann.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2025

Aufregend und kreativ: american literature

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Groß war meine Freude, als ich in der Vorschau des Kjona Verlags nach „Unberechenbar“ den neuen Roman von Dana Spiotta entdeckte!

Jetzt weiß ich, dass es sich nicht wirklich um „den neuen Roman von Dana ...

Groß war meine Freude, als ich in der Vorschau des Kjona Verlags nach „Unberechenbar“ den neuen Roman von Dana Spiotta entdeckte!

Jetzt weiß ich, dass es sich nicht wirklich um „den neuen Roman von Dana Spiotta“ handelte, sondern nur um „einen Roman“ von Dana Spiotta, der bereits 2016 in den USA erschienen ist, und jetzt neu bei uns auf Deutsch verlegt wird.

Mir gefiel „Unberechenbar“ schon recht gut. Ich mochte diesen very american style Spiottas, ihre großartige Art zu erzählen. Der Plot, well, war kein Highlight.

„Die schönere Lüge“ allerdings, war ein Highlight für mich. Ich liebte den ganzen Roman! Es könnte aber sein, dass mein Empfinden wirklich ein sehr individuelles ist und du denn Roman nicht zwangsläufig mögen wirst.

Denn der Plot könnte auch in diesem Roman wieder die Schwachstelle betrachtet werden.
Mich erinnert Spiotta Stil in „Die schönere Lüge“ sehr stark an Lionel Shriver, die ich erst kürzlich in meinem blog mit „Die perfekte Freundin“ vorgestellt hatte. Ich beziehe mich damit vor allem auf Spiottas und Shrivers Kreativität, die Beschäftigungen und Arbeiten ihrer Figuren derart detailliert und komplex auszuarbeiten, dass es eigenen Geschichten und Kunstwerke in sich sind. 
In „Die schönere Lüge“ sind es vor allem die Filme und Projekte, mit denen sich die Freundinnen Meadow und Carrie im Laufe der Zeit beschäftigen.
Die Freundschaft der beiden Frauen und deren Entwicklung zieht sich wie ein rotes Band durch den Roman, ohne dass sie dabei zu viel Raum einnimmt.

Aber auch die Nebenfigur Jelly ist so gut ausgearbeitet, dass ich nicht mehr von einer Nebenfigur sprechen will. Ihre Geschichte ist für mich fast das Herzstück des Romans, der von einer oberflächlichen Welt in der Filmbranche erzählt, in der der male gaze der entscheidende Fokus ist.

Die Kurzbeschreibung führt meiner Meinung nach ein bißchen in die Irre, indem sie eine #metoo Geschichte andeutet und unnötig dramatisiert. Natürlich gibt es Drama, aber das ist von der subtileren und vielschichtigen Art. 

Spiottas Gesellschaftskritik an unserer Lust auf Sensationen, Skandalen und Verschwörungen  ist unterschwellig und manifestiert sich in ihrer Figur Meadow und ihren Filmprojekten. Der deutsche Titel „Die schönere Lüge“ deutet an, dass es sich bei einer guten unterhaltsamen Geschichte nicht unbedingt um die Wahrheit handeln muss. Und dass vielleicht jemand den Preis für die Lüge zahlen muss. Und auch der englische Titel „Innocents and others“ spielt auf diesen Subkontext an.

Formal ist der Roman in verschiedenen Erzählstilen gehalten. Spiotta mischt Zeitungsartikel und auktoriale Erzählung aus verschiedenen Perspektiven und zaubert so ein Tableau aus verschiedenen Geschichten und Blickwinkeln. Das bringt Abwechslung und auch eine gewisse Spannung.
Für mich war „Die schönere Lüge“ ein richtig großartiger Roman, der meine Lesevorliebe für american literature perfekt bedient hat und der trotz seines Erscheinungsjahres in keinster Weise nicht aktuell oder gar altmodisch gewirkt hat.

Jetzt hoffe ich und freue mich auf den nächsten, vielleicht richtig neuen Roman von Dana Spiotta!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Freundschaften

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Freundschaften

Das Buch erzählt die Geschichte von Meadow und Carrie, zwei Frauen, deren Freundschaft auf einer tiefen, aber komplizierten Verbindung basiert. Beide drehen gern Filme - doch ist das schon ...

Freundschaften

Das Buch erzählt die Geschichte von Meadow und Carrie, zwei Frauen, deren Freundschaft auf einer tiefen, aber komplizierten Verbindung basiert. Beide drehen gern Filme - doch ist das schon fast die einzige Gemeinsamkeit. Die Filme der privilegiert aufgewachsenen Meadow sind autobiografisch und provokant, Carries sind leichte Komödien, ein Mittel, der Armut zu entkommen. Ihre Freundschaft ist schwierig, aber sie hält.

Als ich begonnen habe, das Buch zu lesen, war ich zuerst etwas verwirrt. Ich kannte zwar den Klappentext und auch die Leseprobe habe ich gelesen, aber so ganz konnte mein Kopf die Worte und Sätze nicht zu einem zusammenhängenden Text verarbeiten.

Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich das Buch beschreiben soll. Es ist intensiv und man muss sich definitiv darauf einlassen. Man kann es nicht mal eben nebenbei lesen. Denn dann entgeht einem viel Subtext. Ich musste manche Sätze öfter lesen, um sie verstehen zu können.

Es ist nicht nur eine Geschichte über Freundschaft, sondern auch über die Kunst des Filmemachens und die Opfer, die man für Ruhm und Anerkennung bringt.
Die Charaktere sind vielschichtig, aber die Handlungen sind für mich nicht immer nachvollziehbar. Oft habe ich selbst das Gefühl in einem Film feststecken, der noch im Schnitt steckt und bei dem die Handlungen noch nicht vollständig miteinander verbunden wurden.

Es ist kein einfacher Roman, aber er regt zum Nachdenken an. Aber es ist mit Sicherheit keine leichte Urlaubslektüre. Ich empfehle hier wirklich, sich eine Leseprobe anzusehen und zu überlegen, ob das Buch etwas für einen ist.

ISBN: 978-3910372405
Umfang: 274 Seiten
Autor: Dana Spiotta
Verlag: Kjona
Erscheinungsdatum: 18.02.2025

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Hommage an das Kino

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Schon das Cover deutet auf die Freundschaft zweier Frauen an.
Beide beschäftigen sich mit Film, vielmehr, es ist ihr Lebensmittelpunkt.
Doch sie sind sehr unterschiedlich. Die Autorin präsentiert zwei ...

Schon das Cover deutet auf die Freundschaft zweier Frauen an.
Beide beschäftigen sich mit Film, vielmehr, es ist ihr Lebensmittelpunkt.
Doch sie sind sehr unterschiedlich. Die Autorin präsentiert zwei Lebenswege.
Das macht sie auf komplexe, manchmal unnötig komplizierte Art.
Man sollte für das Buch ein Interesse an Film mitbringen, insbesondere auch an die Filmgeschichte. Man wird einiges wieder entdecken und vielleicht auch neues.

Ich muss gestehen, dass mich Dana Spiottas letzter Roman (Unberechenbar) mehr angesprochen hatte, aber auch Die schönere Lüge ist ein gutes Buch.

Veröffentlicht am 19.02.2025

Geschmackssache

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Meadow Mori lebt bei ihren Eltern in einem großen einstöckigen Neubau mit Pool. Sie steht wenige Wochen vor ihrem ersten Tag an der NY-University und wird heute, nicht zu ersten Mal, ihre Eltern anlügen. ...

Meadow Mori lebt bei ihren Eltern in einem großen einstöckigen Neubau mit Pool. Sie steht wenige Wochen vor ihrem ersten Tag an der NY-University und wird heute, nicht zu ersten Mal, ihre Eltern anlügen. Sie erzählt von einer Reise, die sie mit ihrer besten Freundin Carrie plant. Sie sagt, sie wollen in Gloversville (das war ihr gerade eingefallen) mit einem Kollektiv, bestehend aus anderen Studenten aus der Branche Filme drehen. Nachdem sie ihre Eltern überzeugt hat, steigt sie in ihr dunkelblaues VW Käfer Cabriolet und fährt zu Orson Welles, dem mehrfach ausgezeichneten Filmregisseur. Sie sind seit kurzem ein Paar und er möchte, dass sie bei ihm wohnt. Meadow liebt den alten fetten Mann mit der vollen, kräftigen Stimme.

Wenn er essen geht, um sich mit Kollegen zu treffen, streift sie durch seinen Bungalow mit dem nierenförmigen Pool und den drei Schlafzimmern. Sie streicht über Türme von Drehbüchern und lässt sich inspirieren. In seinem Heimkino schaut sie sich alle an, die europäischen sowie die amerikanischen. Orsons berühmtesten Film, irgendeinen genialen Wunderkind-Kultfilm hat sie sich zwanzig Mal angesehen. Weil er sich angeblich Charlie Chaplins Lichter der Großstadt zwanzig Mal angesehen hatte und danach alles über das Filmen wusste. Er nahm sie nie mit, wenn er ausging, schrieb ihr aber Liebesbriefe und rezitierte aus Shakespeare. Neun Monate ging das so und dann verließ er sie.

Jelly hat Oz in einem Blindenzentrum kennengelernt. Er roch zart nach Nelke. Während sie noch schemenhaft sehen konnte, war er kindheitsblind. Er hatte sie angesprochen und ihr so lange Avancen gemacht, bis sie ihn in seiner Wohnung besuchte. Während sie sehr geruchsempfindlich war, hatte er das absolute Gehör und nutzte seine Gabe, um Telefonleitungen anzuzapfen. Eine Weile verstanden sie sich großartig, aber dann wurde Oz immer stiller. Er schien ihr zuzuhören, aber er antwortete kaum. Am Abend verließ er häufiger die Wohnung, ohne sie. Und am Ende verließ er sie ganz.

Fazit: Dana Spiotta hat einen arg umfangreichen Roman geschaffen, der mir seitenlang keinen Sinn offenbarte. Letztendlich aber schließt sich der Kreis und es wird ein Schuh draus. Die Geschichte ist aufgeteilt in Gegenwart, Vergangenheit und Gegenwart. Zwischenzeitlich spazieren Menschen ins Bild, deren Vorhandensein mir unklar bleibt. Ich mochte die Einsichten in die Filmbranche, vor allem die hinter der Kamera. Es ist mein zweites Buch der Autorin und der zweite nicht ganz saubere Charakter in der Hauptrolle. In diesem Buch fand ich die Antiheldin allerdings interessant ausgearbeitet. Ich habe mich mit der Vielzahl an Szenen schwergetan. Ein Zug, der in allen Facetten aufgenommen wird, erschließt sich mir, wenn man beruflich filmen möchte und es hat auch die Obsession gezeigt. Aber eine Jelly, die eigentlich Amy heißt und sich Nicole nennt, hat mich schweratmig gemacht. Was Jelly und Oz und Jack in der Geschichte zu suchen haben, findet sich am Schluss. Für meinen Geschmack hat die Autorin quasi zu viel geredet, das hatte was Erschlagendes, Ermüdendes. Zuviel fand ich auch die Selbstkasteiung der Antiheldin. Schon Dana Spiottas letztes Buch konnte mich nicht überzeugen und ein drittes würde ich nicht lesen. Das ist aber Geschmackssache. George Saunders, amerikanischer Bestsellerautor, den ich sehr schätze, hat dieses Buch gefeiert.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Schwer einzuordnen

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Lange ist es her, dass es mir so schwerfiel, eine Rezension zu einem Buch zu schreiben. Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen, und auch der kurze Klappentext weckte meine Neugier. Den ...

Lange ist es her, dass es mir so schwerfiel, eine Rezension zu einem Buch zu schreiben. Das Cover und der Titel haben mich sofort angesprochen, und auch der kurze Klappentext weckte meine Neugier. Den ausführlicheren Text im Inneren habe ich hingegen erst sehr spät gelesen – warum auch immer.

Ich hatte keinerlei Erwartungen an das Buch, doch schon zu Beginn fragte ich mich: Was lese ich hier? Wohin soll das führen? Tatsächlich wurde mir das Ziel erst sehr, sehr spät klar – was aber überraschenderweise ziemlich unterhaltsam war.

Man begleitet eigentlich drei Frauen und nicht nur die beiden Freundinnen, die Filme drehen. Filmproduktion spielt eine zentrale Rolle, und anfangs fand ich die detaillierten Beschreibungen spannend – doch irgendwann verlor sich das Buch für meinen Geschmack zu sehr in technischen Details. Deutlich besser gefiel mir die Nebenhandlung rund um eine Frau, die Telefonate mit berühmten Filmgrößen führt. Diese Szenen haben mir über die teils zähen Passagen hinweggeholfen.

Die drei Frauen blieben für mich insgesamt recht distanziert – alle auf ihre Weise undurchsichtig und schwer greifbar. Besonders Meadow, die zwar exzentrisch wirkt, aber dabei auch künstlich und aufgesetzt erscheint. Kurz gesagt: Es fiel mir schwer, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.

Die Handlung selbst ist stellenweise unübersichtlich und nicht immer klar zeitlich einzuordnen, schafft es aber dennoch, unterhaltsam zu bleiben. Ab dem Moment, in dem Haupt- und Nebenstrang zusammenlaufen, wird es auf jeden Fall interessanter – allerdings passiert das erst im letzten Drittel.

Ein wirkliches Fazit fällt mir schwer. Das Buch hat Längen, aber auch unterhaltsame Passagen. Und selbst nach mehreren Tagen frage ich mich noch immer: Was habe ich da eigentlich gelesen? Also kann ich nur anraten: Falls es dir in die Hände fällt – einfach mal ausprobieren!

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