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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Flussbett der Phantasie

Das Alter der Elbe
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Uwe Kolbe ist ein Lyriker von Format. In diesem neuen Gedichtband folgt er vielfach der Elbe, in direkter Form, oft aber auch geschichtlich und in Mythen.
Das Band hat sieben Teile, jeweils am Ende ein ...

Uwe Kolbe ist ein Lyriker von Format. In diesem neuen Gedichtband folgt er vielfach der Elbe, in direkter Form, oft aber auch geschichtlich und in Mythen.
Das Band hat sieben Teile, jeweils am Ende ein Abschnitt
Woher ich alles habe. Da nennt er diverse Einflüsse.
Oft den Gewässern folgend, wird es zum Sprachfest, das aber kein Selbstzweck ist, sondern den Gedichten Tiefe verleiht.
Fazit: ein mächtiges Gedichtband!

Veröffentlicht am 10.03.2026

Die sechziger Jahre

Der blaue Sommer
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Roman über einen kleinen, lebhaften Jungen, der Anfang der sechziger Jahre bei den Großeltern aufwächst. In Briefen der Eltern, die zwischen den Kapiteln geschoben sind, erfährt man, warum sie nicht zusammen ...

Roman über einen kleinen, lebhaften Jungen, der Anfang der sechziger Jahre bei den Großeltern aufwächst. In Briefen der Eltern, die zwischen den Kapiteln geschoben sind, erfährt man, warum sie nicht zusammen gekommen sind. Tatsächlich bekommen beide durch die Briefe ein Profil, das man glaubt, sie kennen gelernt zu haben.
Der Roman hat Zeitkolorit, die vom Autor, der 1950 geboren ist, authentisch dargestellt wird.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Willkommen in der Freitagsbuchhandlung

Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung
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Leicht hölzern geschrieben mit einem naiv wirkenden Protagonisten, doch Fumiya ist ja auch noch ein junger Student. In der besagten Buchhandlung trifft er dort das Team und nach anfänglichen Peinlichkeiten ...

Leicht hölzern geschrieben mit einem naiv wirkenden Protagonisten, doch Fumiya ist ja auch noch ein junger Student. In der besagten Buchhandlung trifft er dort das Team und nach anfänglichen Peinlichkeiten wird er als Teilzeitkraft ein teil von ihnen. Die wesentlich handelnden Figuren der Buchhandlung und manche Kunden sind leicht schräge Typen. Das verleiht dem Buch eine spezifische Ausstrahlung.
Einige Literatur wird erwähnt, auch japanische (Kaoru Shoji, Kaho Nashiki), aber westliche Romane nehmen zentrale Stellen ein, wie z.B. Raymond Chandler oder Momo von Michael Ende.
Dabei ist der Schwerpunkt die Wirkung der Bücher auf die jeweiligen Leser.

Als ernsthafte japanische Literatur kann ich das Buch nicht betrachten.
Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung ist leichte Kost, wird aber sicher seine Leser finden.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Ein Appell

Genau so fängt es an
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Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt ...

Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt sie über darüber, wie in Deutschland jetzt wieder eine große Akzeptanz für eine rechtsextreme Partei gibt. Sie warnt Friedrich Merz davor, dass er mit Zustimmung von Rechten Politik zu machen.

Scharf kritisiert sie die Israelkritik in Deutschland, der von der Gesellschaft, aber auch von Medien ausgeht.
Am Ende wendet sie sich mit ihrem Text, einem Appell, an die Jugend.

Es gibt nicht mehr viele Überlebende und Zeitzeugen. Man sollte ihnen zuhören.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Der Mann, der Bücher las

Der Buchhändler von Gaza
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Der Roman ist aus dem Französischen von Andreas Jandl übersetzt.
Buchhandlungen wie Cafés bieten zur Zeit in der Literatur gerne warmherzige Healing Fiction. Ob das auch im Gaza funktioniert? Vermutlich ...

Der Roman ist aus dem Französischen von Andreas Jandl übersetzt.
Buchhandlungen wie Cafés bieten zur Zeit in der Literatur gerne warmherzige Healing Fiction. Ob das auch im Gaza funktioniert? Vermutlich nur aus einem Blickwinkel aus der Ferne.
Der Französische Fotograf trifft in Gaza 2014 auf einen Buchhändler Mitte 60, der sich auch in Zeiten der Zerstörung zuversichtlich und den Büchern verpflichtet gibt. Sein Name ist Nabil al Jaber. Seine Lebensgeschichte wird dann das Zentrale der Handlung, durchaus überzeugend. Seine Mutter war Muslimin, sein Vater Christ. Dadurch nahm er eine Sonderstellung ein. Schon wenige Wochen nach seiner Geburt 1948 mussten seine Eltern mit ihm flüchten. 1967 der 6-.Tage-Krieg, das bedeutete erneut Verluste. 1987 die erste Intifada. Nabil beteiligte sich und musste dafür für Jahre ins Gefängnis.

Alles wird ein wenig zu knapp abgehandelt, obwohl man als Leser vom Erzählten beeindruckt bleibt.

Zitate aus der Literatur durchziehen das Buch: Mahmud Darwisch, Victor Hugo, Primo Levi, Jean Genet, Mohammed Dib und andere.

Das kurz gehaltene Buch ist wirklich nicht schlecht, aber man liest es unter dem Eindruck der Verheerung und Hoffnungslosigkeit in Gaza der letzten zwei Jahre und das schwingt einfach mit und bildet den Epilog.