Profilbild von yezz

yezz

Lesejury Star
offline

yezz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit yezz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2021

Gelungener Nachfolger

Wenn Riesen reisen
0

Enttäuschung herrschte bei uns im Haus. "Wenn Glühwürmchen morsen" war zu Ende gelesen (wobei die Enttäuschung bei den Erwachsenen größer war, immerhin hört eine 2-jährige auch gerne noch mal die Geschichten) ...

Enttäuschung herrschte bei uns im Haus. "Wenn Glühwürmchen morsen" war zu Ende gelesen (wobei die Enttäuschung bei den Erwachsenen größer war, immerhin hört eine 2-jährige auch gerne noch mal die Geschichten) und nun? Zum Glück gab es da schon den Nachfolger. 

Nun ist im Allgemeinen ja bekannt, dass ein 2. Band oder ein Nachfolgewerk oftmals nicht an Band 1 ranreicht. Zum Glück gibt es immer wieder Ausnahmen, wie "Wenn Riesen reisen". 

Wir hatten wieder sehr viel Spaß mit der Familie Sonnnenberg und ihre skurrilen und lustigen Abenteuer. Wir mussten wieder lachen und schmunzeln und ein klein wenig mitfiebern. Auch mit anderen Charakteren gab es ein Widersehen, aber auch viel Neues gab es c zu entdecken.

Die Länge der einzelnen Geschichten war wieder hervorragend als Gute-Nacht-Geschichte geeignet. Die Illustrationen waren wieder farbenfroh und schön gestaltet, sodass wir so manches Mal auf ein anderen Buch umsteigen mussten, da unsere Tochter das Buch während der Geschichte selbst durchblättern wollte. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2021

Auf der Suche nach Antworten

Dorohedoro 1
0

Dorohedori ist ein dystopischer und blutiger Manga, der mit einer spannenden Storyline zu überzeugen weiß. Der doch etwas gröbere Zeichenstil passt sehr gut zum düsteren Setting.

Man begleitet Caiman ...

Dorohedori ist ein dystopischer und blutiger Manga, der mit einer spannenden Storyline zu überzeugen weiß. Der doch etwas gröbere Zeichenstil passt sehr gut zum düsteren Setting.

Man begleitet Caiman und Nikaido bei ihrer Suche im "Loch" und braucht nicht lange zu warten, bis das erste Mal Blut fließt. Der Hintergrund ihrer Suche ist dabei sowohl skurril als auch gruselig. 

Die Magier sind hier mal nicht unbedingt die Sympathieträger. Aber auch die beiden Hauptcharaktere sind mehr Antihelden, als Helden in schillernder Rüstung.

Die Charaktere sind größtenteils gut ausgearbeitet und stimmig. Die Storyline spannend und turbulent. Man kann förmlich durch die Seiten fliegen. Gerade die Kämpfe sind mitunter sehr fesselnd.

Es handelt sich hier um einen 3 in 1 Sammelband. Nachfolgende Bände sind dann 2 in 1. Innerhalb der ersten 3 Bände werden so einige Fragen aufgeworfen, beantwortet und neue Fragen aufgeworfen. Im Großen und Ganzen geht es ganz gut mit der Storyline voran. Es gab ein Filler-Kapitel, wobei man dieses wohlwollend auch als zusätzliche Erklärung des Settings sehen könnte. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2021

Tragische und zugleich wundervolle Geschichte

Der Gesang der Berge
1

》Kriege haben die Macht, liebenswerte und kultivierte Menschen in Ungeheuer zu verwandeln.《

Normalerweise mache ich einen Bogen um Bücher, die über den Krieg gehen. Alle Deutschlektüren in der Schule ...

》Kriege haben die Macht, liebenswerte und kultivierte Menschen in Ungeheuer zu verwandeln.《

Normalerweise mache ich einen Bogen um Bücher, die über den Krieg gehen. Alle Deutschlektüren in der Schule hatten dieses Thema und das Leid in den Nachrichten reicht mir... Aber warum habe ich mich dennoch so sehr zu diesem Buch hingezogen gefühlt?

Zuerst einmal das Cover: Wunderschöne, schon leicht herbstlich anmutende Farben. Es wirkt filigran, zerbrechlich. Ein kurzer Blick ins Buch zog mich in seinen Bann. 

Nach einer kurzen Einführung findet man sich im Hà Nôi wieder, mitten im Vietnamkrieg. Man lernt den Alltag von Diêu Lan und ihrer Enkelin Hu'o'ng. Man erlebt den Alltag ihren Höhen und brutalen Tiefen. Im Laufe der Geschichte wechseln sich Hu'o'ngs "Gegenwart" und Großmutter Diêu Lans Vergangenheit ab. Was eine willkommene Abwechslung zu der Grausamkeit ist, die in jeder Zeitebene der Familie widerfahren ist. 

Der Schreibstil kommt ohne Schnörkel und Effekthascherei aus und kreiert dennoch damit unglaubliche emotionale Tiefe. Ich hatte stellenweise das Gefühl, vollständig in dieses Buch einzutauchen und sah die Straßen Hà Nôis, den Dschungel im Süden und all die anderen Schauplätze der tragischen und auch schönen Momente. 

Diese Geschichte ist so grausam, wie Kriege sein Können und gleichzeitig so zart und schön, wie das Leben sein kann. Doch gleichzeitig war sie immer auch ein Stück lebensbejahend. Lehrreich und eine echte Inspiration, nicht aufzugeben, egal wie hoch der Berg zu sein scheint, den man zu erklimmen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2021

Gutes Buch mit (zu) viel Liebe zum Detail

Das Kreuz des Pilgers
0

Ein historischer Roman, der in meiner Region spielt? Ich war Feuer und Flamme für dieses Buch. Leider konnte es nur bedingt meiner Euphorie Stand halten.

Als Leser wird man ein bisschen ins kalte Wasser ...

Ein historischer Roman, der in meiner Region spielt? Ich war Feuer und Flamme für dieses Buch. Leider konnte es nur bedingt meiner Euphorie Stand halten.

Als Leser wird man ein bisschen ins kalte Wasser geschmissen, denn sehr bald findet man sich in einer turbulenten und tragischen Situation wieder. Man leidet mit den Figuren mit. Ein starker Einstieg, der leichte Sympathien erregt.

Danach flaute es für mich recht schnell ab. Der Funke mit den Charakteren nicht weiter überspringen und der detaillierte Schreibstil ließ manch potentiell spannende Szene für mich langatmig und ein bisschen frustrierend werden. Leser, die diese Art des Schreibens mögen, werden hier aber auf ihre Kosten kommen. 

Es werden einige Themen behandelt, die dem Roman eine gewisse Vielschichtigkeit. Homosexualität, psychische Krankheiten, Inquisition, Spiritualität/Esoterik... Für jeden ist da was fandet. Vielleicht war mir die Sache mit dem Kreuz aber auch ein bisschen zu viel. 

In "alten" Koblenz habe ich mich hingegen gut zurechtfinden können. Die stellen waren gut beschrieben. Die Karte am Anfang ist sicherlich eine gute Hilfe für Leute, die Koblenz nicht so gut kennen. 

Als Fazit kann ich ziehen, dass es ein grundsolider Roman ist, deren Autorin Petra Schier sich ein paar schwierigere Themen rausgesucht hat. Aufgrund der (von mir so empfundenen) Langatmigkeit, die den Lesefluss gestört hat und der fehlenden Sympathie für die Charaktere hat er in der Bewertung aber ein paar Federn lassen müssen. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2021

Einblicke ins Rotlichtmilieu, aber auch in das Privatleben

Herbertstraße
0

Ich erinnere mich gut an eine Aussage meiner Mutter zum Thema Prostitution. Sie meinte, dass man - gerade als Frau - dafür dankbar sein sollte, dass es eine Anlaufstelle für Männer gibt, um ihre Begierden ...

Ich erinnere mich gut an eine Aussage meiner Mutter zum Thema Prostitution. Sie meinte, dass man - gerade als Frau - dafür dankbar sein sollte, dass es eine Anlaufstelle für Männer gibt, um ihre Begierden und Wünsche auszuleben, vor allem für die, die keinen Partner dafür haben. Das fand ich damals schon einleuchtend und nach dem Buch jetzt nun noch viel mehr. 

Manuela Freitag nimmt uns mit in ihr Leben. Man lernt sie privat kennen, die Frau und Mutter. Man lernt aber auch die berufliche Seite kennen - die Domina. Man durchlebt ihre Vergangenheit und sieht die Gegenwart, am Ende gibt es einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Aber nur kurz. Denn sie lebt im hier und jetzt. 

Bemerkenswert fand ich die Art und Weise, wie ihre Geschichte hier erzählt wurde. Ungeschönt, mit der richtigen Menge an Details und ohne auf die Tränendrüse zu Drücken. Mit einer ordentlichen Portion Realismus und Reflektiertheit, garniert mit einem Schuss Humor. Die Geschichte hat gefesselt, mit all ihren Facetten.

Die Kapelle zu ihrer Vergangenheit haben sich mit Erzählungen aus ihrem Berufsleben abgewechselt, so behielt das Buch durchweg seinen Schwung und wurde nicht zu trocken. Man lernt auch ein paar Kunden, ein paar ihrer Begierden kennen. So abwegig sie auch manchmal klangen. 

Manuela Freitag erzählt davon, wie sie sich immer wieder aufrappelte, sich selbst wieder ins straucheln brachte, nur um ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Später auch, wie sie als alleinerziehende Mutter Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen versuchte. 

Zusätzlich lässt sie sich nicht nehmen, auch von Missstände zu sprechen. Zwangsprostitution wird als Thema ebenso (kurz) angeschnitten wie Depressionen, Sucht und vor allem die gesellschaftliche Ausgrenzung.

Dieses Buch ist wirklich eine große Überraschung gewesen. Es hat mich so gefesselt, dass ich schneller als mir lieb war, damit durch war. Es ist wirklich toll geschrieben und handelt von einer tollen, inspirierenden Persönlichkeit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere