Cover-Bild Die Parabel vom Sämann
Band 1 der Reihe "Parabel"
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - SciFi: Nahe Zukunft
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 12.07.2023
  • ISBN: 9783453534926
Octavia E. Butler

Die Parabel vom Sämann

Das Meisterwerk in neuer Übersetzung - Roman
Dietlind Falk (Übersetzer)

Octavia E. Butler erzählt von einer nahen Zukunft, die unsere Gegenwart ist. (Süddeutsche Zeitung)

Octavia Butlers Meisterwerk in neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von N. K. Jemisin


Wir schreiben das Jahr 2024. Klimawandel, Wirtschaftskrisen und ein politischer Rechtsruck haben das Leben in den USA von Grund auf verändert. Lauren Olamina lebt mit ihrer Familie in Kalifornien, relativ sicher vor Plünderern hinter hohen Mauern. Wer überleben will, muss Stärke zeigen, deswegen hütet Lauren ihr Geheimnis sorgfältig: Sie leidet an Hyperempathie – sie empfindet die Emotionen eines anderen Menschen so tief, als wären es ihre eigenen. Doch wenn sie will, dass ihre Stimme gehört wird, darf sie sich nicht länger hinter den Mauern verstecken. Also macht sich Lauren auf die Reise nach Norden, wo es noch Sicherheit und Jobs gibt. Was als Kampf ums Überleben beginnt, wird schnell zu sehr viel mehr: Der Geburt einer neuen Religion – und einer atemberaubenden Vision für die Zukunft der Menschheit.

Vieles kommt einem bekannt vor - Octavia knew.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2023

Absolutes Jahreshighlight

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Da es dieses Buch das erste Mal seit Langem in einer Neuübersetzung von Dietlind Falk zu kaufen gibt und ich das Gefühl habe, dass es klassische Science-Fiction-Werke auf Bookstagram nicht allzu leicht ...

Da es dieses Buch das erste Mal seit Langem in einer Neuübersetzung von Dietlind Falk zu kaufen gibt und ich das Gefühl habe, dass es klassische Science-Fiction-Werke auf Bookstagram nicht allzu leicht haben, möchte ich euch diese Reihe und die Autorin einmal genauer vorstellen.

Octavia E. Butler gilt als eine der einflussreichsten Autorinnen im Science Fiction-Genre und hat als Schwarze US-Amerikanerin den Afrofuturismus nachhaltig in seinen Themen geprägt. Besonders hervorzuheben ist hier z.B. die Xenogenesis-Trilogie, die es auf deutsch im Moment nur gebraucht zu kaufen gibt, oder ihr berühmtes Zeitreise-Werk “Kindred”.

Auch die “Die Parabel vom Sämann” (im Original 1993 erschienen) reiht sich als zeitloses Werk in den Afrofuturismus ein: Californien, 2024. Klimawandel und Naturkatastrophen und nicht zuletzt ein politischer Rechtsruck und Wirtschaftskrisen stürzen das Land in einen apokalyptischen Zustand. Die meisten Menschen leben in absoluter Armut und werden entweder dazu gezwungen, irgendwie auf der Straße zu überleben, zu plündern, stehlen und Drogen zu nehmen, oder sich riesigen Firmenstädte anzuschließen, die ihre Arbeiter
innen versklaven - und es geht augenscheinlich immer weiter bergab.

Die junge Lauren Olamina lebt in einer abgeschotteten Nachbarschaft, die zunächst vor Plünderungen geschützt ist. Sie leidet an “Hyperempathie”, d.h. sie spürt den Schmerz und die Freude von Personen als wären es ihre eigenen. Was sie besonders macht: Sie will sich eine bessere Zukunft schaffen, gründet sogar eine neue Religion - zunächst ganz für sich - mit dem Leitspruch: Gott ist Veränderung.

Butler beschreibt dieses apokalyptische Setting mit einer präzisen Klarheit, die WUCHT hat. Sie erzählt die wichtigsten Themen, die großen Anliegen der Menschheit, und trotzdem konnte ich das Buch ganz einfach von vorne bis hinten durchlesen (und werde es sicherlich irgendwann wieder tun). An vielen Stellen fühlte sich das Lesen gar prophetisch an - was nur für die Zeitlosigkeit dieses Buches spricht.

Was mich sehr berührt hat war, wie verschiedene Generationen beschrieben wurden. Die ältere Generation, wie z.B. Laurens Vater, versucht einfach nur irgendwie über die Runden zu kommen - sie wissen, wie gut es ihnen früher gegangen ist und sehen keine Zukunft. Doch die jüngere Generation, mit Lauren als zentrale Figur, hat NUR die Zukunft. Sie können sich die Vergangenheit gar nicht vorstellen, da sie immer nur Armut gekannt haben - dafür ist ihnen eine lebenswerte Zukunft umso wichtiger. Deshalb lautet Laurens Leitspruch eben auch:
Gott ist Veränderung.

N.K. Jemisin fasst im Vorwort zusammen:

“Butler scheint Die Parabel vom Sämann nicht als Lebensratgeber konzipiert zu haben, und doch ist es das. Das trifft auf alle großen Werke der Science-Fiction zu: Sie haben nicht nur einen akkuraten Blick auf die Zukunft zu bieten, sondern auch Vorschläge, wie man mit den daraus resultierenden Veränderungen umgehen kann. […] Die Zukunft zu erobern, wird ein ungemütlicher, gewaltvoller Kampf werden, aber ich bin bereit, ihn bis zum Schluss auszufechten. Die Zukunft ist nichts weniger wert.”
...und dem möchte ich unbedingt zustimmen.

Für mich war dieses Buch quasi ein Gateway in das Werk vom Octavia E. Butler und ich freue mich schon sehr auf den 2. Band, der nächstes Jahr erscheint. Leider ist diese Reihe unvollständig geblieben, soll wohl aber zu einem guten Abschluss kommen. Den ersten Band kann man durchaus auch als Einzelwerk lesen.

Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung für alle. Die Kirsche auf der Sahne ist natürlich erreicht, wenn ihr euch auch nur ansatzweise für Science-Fiction oder apokalyptische Settings begeistern könnt. Falls ihr euch vom “Klassiker”-Status abgeschreckt fühlt - seid es nicht, es ist wirklich super lesbar. Für mich ein absolutes Jahreshighlight!

Danke an den Verlag und das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar.

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