Cover-Bild Die Musketiere vom Wedding
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14,95
inkl. MwSt
  • Verlag: BoD – Books on Demand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 388
  • Ersterscheinung: 15.09.2025
  • ISBN: 9783819299841
  • Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Orlando Stein

Die Musketiere vom Wedding

Berlin 1933: Vier unzertrennliche Freunde aus dem Arbeiterbezirk Wedding kämpfen mit Armut, politischen Umbrüchen und der Ahnung, nicht von dieser Welt zu sein. Während einer in SA-Uniform marschiert, verliebt sich ein anderer in einen US-Journalisten und gerät in ein Netz aus Lügen, Liebe und Gefahr. Ein bewegender Roman über Freundschaft, queere Identität und den Zerfall einer Demokratie.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Freundschaft im Wedding der dreißiger Jahre

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Der Roman führt in den Wedding der frühen dreißiger Jahre, in enge Straßen, kleine Wohnungen und ein Leben, das vom Zusammenhalt geprägt ist. Vier junge Männer stehen im Mittelpunkt, verbunden durch eine ...

Der Roman führt in den Wedding der frühen dreißiger Jahre, in enge Straßen, kleine Wohnungen und ein Leben, das vom Zusammenhalt geprägt ist. Vier junge Männer stehen im Mittelpunkt, verbunden durch eine Freundschaft, die nach einem einfachen Grundsatz funktioniert: einer für alle, alle für einen. Diese Verbindung ist fest und selbstverständlich. Sie halten zusammen, ohne große Worte, getragen von Vertrauen und gemeinsamer Herkunft.
Der Alltag ist bestimmt von Armut, von kleinen Hoffnungen und von dem Wunsch, sich trotz allem ein eigenes Leben aufzubauen. Politische Spannungen drängen sich immer stärker in ihr Leben und beginnen, ihren Alltag spürbar zu verändern. Einer der Freunde gerät in den Sog der neuen Macht, ein anderer bewegt sich durch eine verborgene Liebesgeschichte, die beglückend ist und zugleich von Unsicherheit begleitet wird. Diese Entwicklungen gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte.
Besonders eindrücklich ist, wie selbstverständlich queere Identität Teil der Erzählung ist. Sie wird nicht hervorgehoben und nicht erklärt, sondern einfach gelebt. Die Beziehung zu dem amerikanischen Journalisten ist von Nähe und Wärme geprägt, doch es bleibt unklar, ob sie eine Zukunft haben kann. Diese Offenheit passt zur Zeit und zur Situation der Figuren.
Die politische Entwicklung rückt näher, ohne den Roman zu beherrschen. Der Zerfall der Demokratie zeigt sich in Gesprächen, in Haltungen und in Entscheidungen. Man spürt, wie sich Denkweisen verändern und wie Loyalität zunehmend an Bedeutung gewinnt. Trotz aller Unterschiede und Wege bleibt die Freundschaft der vier jungen Männer der feste Kern der Geschichte. Sie ist nicht idealisiert, sondern tief verwurzelt und glaubwürdig.
Der Stil bleibt klar und zurückhaltend. Die Wirkung entsteht aus Nähe, aus Alltagsszenen und aus dem Gefühl, diese Figuren wirklich zu kennen. Beim Lesen wächst eine innere Spannung, gleichzeitig bleibt eine Wärme, die aus dem Zusammenhalt der Freunde entsteht.
Am Ende bleibt ein starkes und nachhaltiges Lesegefühl. Die Geschichte wirkt nach, nicht wegen einzelner dramatischer Momente, sondern wegen der Menschen, die sie trägt. Ein Roman, der still überzeugt und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Haltung in schwierigen Zeiten sind.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Auch heute wieder relevant

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Vor ziemlich genau einem Jahr hat mir Orlando Stein sein Manuskript geschickt, mit der Frage, ob ich mal drüberschauen will. Ich erinnere mich noch genau an meine erste Reaktion: 1933? Berlin? Nazis? Joa, ...

Vor ziemlich genau einem Jahr hat mir Orlando Stein sein Manuskript geschickt, mit der Frage, ob ich mal drüberschauen will. Ich erinnere mich noch genau an meine erste Reaktion: 1933? Berlin? Nazis? Joa, okay, dachte ich, klingt wichtig, aber nicht gerade nach etwas, das ich regelmäßig lese. Ein Jahr später halte ich nun das fertige Buch in der Hand, mit einer Danksagung, in der mein Name auftaucht. Das hatte ich als Blogger auch noch nicht so oft. Die Wahrheit ist, das Buch Die Musketiere vom Wedding hat mir ein Setting nähergebracht, das ich vorher viel zu lange ignoriert habe.

Worum geht’s? Um vier Jungs aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding, die seit ihrer Kindheit unzertrennlich sind. Willi, Emil, Joseph und Hans, beste Freunde, quasi Brüder. Sie teilen alles: Träume, Ängste, Kippen, das letzte Stück Brot. Die vier sind ein eingeschworenes Team. Doch 1933 ist nichts mehr wie früher. Die Nazis übernehmen die Macht, die Straßen werden gefährlicher, die Stimmung kippt. Und auch bei den Vieren fängt es an zu bröckeln.

Stein erzählt sicherlich keine einfache Geschichte. Es geht um Liebe, Verrat, um politische Überzeugungen und um Freundschaft, die hart an ihre Grenzen kommt. Es geht aber auch um Momente voller Wärme, Zusammenhalt und Nähe in einer der dunkelsten Zeiten der Welt.

Was mich auch beeindruckt hat: Wie viel Relevanz dieses Buch auch heute noch hat. Klar, es spielt 1933, aber man könnte es genauso gut in 2025 verorten. Die Themen sind dieselben. Rechte Hetze. Politische Radikalisierung. Menschen, die sich trauen, anders zu sein und dafür verfolgt werden. Es ist fast schon unheimlich, wie aktuell das alles wirkt.

Ich kann’s wirklich nur jedem ans Herz legen. Egal, ob queer oder nicht. Egal, ob du historisch interessiert bist oder nicht. Dieses Buch hat Herz. Es hat Haltung. Und es hat Tiefe. Es ist mutig, es ist warm, es ist schmerzhaft und schön zugleich. Für mich eins der stärksten Bücher, die ich als Blogger gelesen habe.

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