Cover-Bild The Vacation
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 592
  • Ersterscheinung: 10.06.2026
  • ISBN: 9783453428867
John Marrs

The Vacation

Roman
Jens Plassmann (Übersetzer)

Dieser Urlaub könnte dein letzter sein

L.A., Venice Beach: Im International Hostel bleibt vom Glamour der Strandpromenade wenig übrig. In der heruntergekommenen Absteige treffen Backpacker aus verschiedenen Nationen aufeinander. Viele sind auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit – und manche von ihnen hüten ein dunkles Geheimnis. Tommy, den seine eigenen düsteren Erinnerungen hierhergetrieben haben, jobbt im Hostel und kennt seine zwielichtigen Gäste. Wie Savannah, die aus gutem Grund einen Revolver unter ihrem Kopfkissen versteckt, oder der undurchsichtige Krankenpfleger Eric. Tommy ahnt, dass Eric vor nichts zurückschreckt und dass jedem Gefahr droht, der ihm zu nahe kommt ...

Ein rasanter Roman über eine Schicksalsgemeinschaft, die ganz sicher nicht der Urlaubswunsch nach Kalifornien geführt hat.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2026

Wenn Vergangenheit und Gegenwart kollidieren…

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Schnitzeljäger, zur Enttäuschung verdammte Hoffnung, aus Angst geborener Mut, Obsession, Manipulation, Flucht vor dem alten, unerträglich gewordenen Leben - das alles gibt es im International Hostel in ...

Schnitzeljäger, zur Enttäuschung verdammte Hoffnung, aus Angst geborener Mut, Obsession, Manipulation, Flucht vor dem alten, unerträglich gewordenen Leben - das alles gibt es im International Hostel in Venice Beach. Und L.A. ist meiner Meinung nach das perfekte Setting für diese Geschichten, denn wo sonst treffen Träume-Alpträume, Schönheit-Hässlichkeit, Hoffnung-Enttäuschung, und Illusionen-Realität so hart aufeinander?

In dem schäbigen Hostel treffen viele verschiedene Backpacker aufeinander: Einige sind allen unterwegs, andere zu zweit, aber alle tragen Leid mit sich herum, manche auch dunkle Geheinisse. Da sind tragische Opfer, gemeingefährliche Täter, Opfer von Determinismus, die zu Tätern werden müssen, hoffnungsfrohe Suchende, und jemand wurde verraten und verkauft.

Die Charaktere und die Dynamik zwischen ihnen ist absolut faszinierend verstörend! Manche suchen Anschluss, andere wollen für sich bleiben, einige verstecken sich vor ihrem früheren Leben, oder verfolgen ein bestimmtes Ziel. Dabei ist die gesamte Bandbreite der Gefühle vertreten: Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Zuneigung, Mitleid, Argwohn, Bewunderung, Verachtung…

John Marrs beschreibt das Innenleben seiner Hauptfiguren so plastisch, dass ich richtig mit ihnen gefühlt habe - bei ihren Erwartungen, ihrem Frust, ihrer Trauer, ihrer Angst, ihrer Demütigung, und ihrer Verblüffung, wenn sie einander wirklich kennenlernen…

In der Gegenwart erfahren die Leser:innen was die einzelnen Hostel Bewohner:innen so treiben, um kurz darauf in deren Vergangenheit geführt zu werden, die verständlich macht, warum bzw. wie sie an diesen Punkt gelangt sind. Auf diese Weise wird allmählich immer mehr Erschütterndes über die Backpacker enthüllt, wobei John Marrs es schafft immer noch einen drauf zu setzten! Und dann sind da noch die atemberaubenden Wendungen!

John Marrs ist einfach der Meister der der seelischen Abgründe, der alptraumhaften Szenarien, und des ganz großen Dramas - was er mit diesem Buch wieder einmal beweist!

Der schwarze Humor, der immer wieder durchblitzt bringt das Komische in all der Tragik perfekt auf den Punkt, und die Zuspitzung gesellschaftlicher Gegebenheiten zeigt, wie krank unsere Gesellschaft im Grunde ist, wie krank sie Menschen machen kann, und wie das enden kann…

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Atmosphärischer Thriller mit außergewöhnlichem Figurenensemble

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Schon nach den ersten Seiten war ich froh, nie in einem Hostel wie diesem abgestiegen zu sein. Hinter der Kulisse von Sonne, Strand und Freiheit lauert hier etwas ganz anderes: Menschen mit Narben, Geheimnissen ...

Schon nach den ersten Seiten war ich froh, nie in einem Hostel wie diesem abgestiegen zu sein. Hinter der Kulisse von Sonne, Strand und Freiheit lauert hier etwas ganz anderes: Menschen mit Narben, Geheimnissen und Geschichten, die sie lieber für sich behalten würden. Und genau das macht den Reiz dieses Thrillers aus.

John Marrs wirft eine ganze Reihe von Figuren in einen Topf und lässt ihre Schicksale langsam miteinander kollidieren. Anfangs hatte ich kurz Sorge, bei den vielen Namen und Perspektiven den Überblick zu verlieren, doch jede Figur bringt so viel Persönlichkeit und eine eigene Vergangenheit mit, dass sie schnell greifbar wird. Nach und nach enthüllen sich ihre Geheimnisse, ihre Verbindungen und die Gründe, warum sie ausgerechnet an diesem Ort gelandet sind.

Besonders gelungen fand ich die Erzählweise. Die Handlung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen unterschiedlichen Blickwinkeln und Zeitebenen. Dadurch entsteht ein ständiges Gefühl von Unsicherheit, denn niemand scheint die ganze Wahrheit zu erzählen. Jede neue Enthüllung verändert das Bild ein Stück weit und lässt die eigenen Theorien wieder zusammenbrechen. Und genau das hat mich förmlich durch die kurzen Kapitel gejagt.

Dabei lebt das Buch weniger von einer einzelnen großen Geschichte als von den vielen kleinen Geschichten seiner Figuren. Manche Handlungsstränge haben mich komplett gefesselt, andere wirkten etwas konstruiert oder hätten für meinen Geschmack mehr Raum verdient. Trotzdem schafft Marrs es, selbst zwielichtigen oder unsympathischen Charakteren eine menschliche Seite zu geben. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, mit Personen mitzufühlen, die ich eigentlich längst abgeschrieben hatte.

Spannung, Drama und überraschende Wendungen sind reichlich vorhanden. Nicht jede davon hat mich völlig umgehauen, einige waren sogar ziemlich überzogen, aber irgendwie passte genau das zu dieser Geschichte voller moralischer Grauzonen, tragischer Schicksale und explosiver Geheimnisse. Neben düsteren und beklemmenden Momenten gab es sogar Szenen, die mich zum Schmunzeln brachten, bevor die nächste Katastrophe um die Ecke bog.

Fazit: Auch wenn mir im Vergleich zu meinen Lieblingsbüchern von John Marrs ein wenig die große, alles verbindende Rahmenhandlung gefehlt hat, wurde ich bestens unterhalten. Ein temporeicher, atmosphärischer Thriller mit einem außergewöhnlichen Figurenensemble, der mich bis zum Ende bei der Stange gehalten hat. Und eines steht fest: Nach dieser Lektüre klingt ein günstiges Hostel in Strandnähe deutlich weniger verlockend als zuvor (grins).

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