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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Ich bin zwiegespalten ...

Station 9
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Ich finde es schwierig, diesen Thriller zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten.

Die Prämisse – eine Art Schnitzeljagd im Rahmen eines Katz-und-Maus-Spiels während einer forensisch-psychologischen Evaluation ...

Ich finde es schwierig, diesen Thriller zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten.

Die Prämisse – eine Art Schnitzeljagd im Rahmen eines Katz-und-Maus-Spiels während einer forensisch-psychologischen Evaluation – ist rätselhaft gestaltet und macht neugierig, doch mir fehlte es insgesamt an Spannung.

Die Charaktere waren mir unsympathisch; allerdings hatte ich den starken Eindruck, dass dies ein bewusst eingesetztes Stilmittel sein könnte.

Eine entscheidende Wendung basiert auf einer Erzähltechnik, die ich seit 2022 als überstrapaziert erlebe, zudem wirkt sie auf mich mittlerweile wie ein „Trick“, weil sie mMn „beliebige“ Überraschungen ermöglicht. Die Handlung empfand ich größtenteils als wenig glaubwürdig und die Figurendynamik (Frauen, die Opfer eines kontrollierenden Mannes werden) ebenfalls als überstrapaziert.

Die abgründige Auflösung und der großartige Schreibstil trafen vollkommen meinen Geschmack.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Verschwundene Kunst, Familiengeheimnisse, romantische Gefühle und Super-Dönerman

Nachrichten aus dem Inneren der Katze
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Die 17-jährige Sylvie wohnt in einem Kaff und möchte so schnell wie möglich wegziehen, denn es nervt sie, dass sie in Grellrode andauernd Leute trifft, die zu viel über sie wissen. Um Geld dafür zu verdienen, ...

Die 17-jährige Sylvie wohnt in einem Kaff und möchte so schnell wie möglich wegziehen, denn es nervt sie, dass sie in Grellrode andauernd Leute trifft, die zu viel über sie wissen. Um Geld dafür zu verdienen, jobbt sie in einem Kunstmuseum. Doch eines Morgens fehlt das einzige Bild, das ihr gefällt: “Nachrichten aus dem Inneren der Katze”. Wieso meldet ihr Chef den Diebstahl nicht? Warum verhält sich ihre exzentrische “Tante” plötzlich noch merkwürdiger als sonst? Weshalb ist Sylvie die Einzige, die sich über den Diebstahl aufregt? Wieso wird sie gefeuert? Sie arbeitete während der Öffnungszeiten als Aufsichtskraft und das Bild ist über Nacht verschwunden. Zum Glück findet sie schnell einen neuen Job. Dort lernt sie den viel zu gutaussehenden, mysteriösen Paul kennen, woraufhin eine turbulente Reise in die Geheimnisse der Vergangenheit beginnt …

Der lebendige Erzählstil ist absolut mitreißend, die kauzigen Figuren sind herzallerliebst und die skurrile Handlung mit Substanz macht Spaß!

“Nachrichten aus dem Inneren der Katze” ist ein großartiger Coming-of-Age Roman: humorvoll, voller geistreicher, süßer, schräger Beobachtungen, ereignisreich, bewegend sowie spannend!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Ich bin nicht begeistert

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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Was mir nicht gefallen hat:

- Einige entscheidende Elemente erinnerten mich an zwei sehr bekannte Thriller und diese Elemente sind in den entsprechenden beiden Büchern mMn überzeugender gestaltet.

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Was mir nicht gefallen hat:

- Einige entscheidende Elemente erinnerten mich an zwei sehr bekannte Thriller und diese Elemente sind in den entsprechenden beiden Büchern mMn überzeugender gestaltet.

- Ich fand die Darstellungen der Protagonistinnen unglaubwürdig (sehr naiv, sehr leicht zu beeindrucken, mangelnde psychologische Plausibilität).

- Die meisten Wendungen ergaben für mich eher wenig Sinn.

- Ich fand die Handlung insgesamt konstruiert, den Erzählstil schlicht und vieles klischeehaft.

- Der Humor, der mich in vielen Büchern der Autorin begeisterte, kam mir hier zu kurz.

- Nervenaufreibend wurde es für meinen Geschmack erst zum Ende hin.

Was mir gefallen hat:

- Aufgrund der Prämisse ist mMn durchgehend eine subtile Spannung vorhanden.

- Womöglich ist mehr Humor vorhanden, als ich wahrgenommen habe; mich erreichten nur zwei Stellen – die haben mir dafür umso besser gefallen.

- Die letzte Überraschung fand ich toll.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Die Kaninchen, das Hühnchen, der Kater und andere erbarmungswürdige Geschöpfe

Die Dinner Party
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Die Endzwanzigerin Franca zieht ihrem wohlhabenden Freund Andrew zuliebe von den Niederlanden nach England, doch das ist nicht so romantisch, wie es vielleicht klingt. Sie findet keinen Job, weshalb sie ...

Die Endzwanzigerin Franca zieht ihrem wohlhabenden Freund Andrew zuliebe von den Niederlanden nach England, doch das ist nicht so romantisch, wie es vielleicht klingt. Sie findet keinen Job, weshalb sie als gelangweilte, einsame, frustrierte Hausfrau in einem schönen Haus voller Luxus feststeckt. Als Andrew sie überredet, eine Dinnerparty für seine Kollegen auszurichten, dafür Fleisch zuzubereiten, obwohl sie Vegetarierin ist, ist sie heillos überfordert. Dann geht auch noch alles schief, was schief gehen kann, sie trinkt Alkohol, als wäre es Wasser, und zwei Vorfälle erschüttern sie schließlich vollends, sodass all ihre verdrängten Gefühle an einem Abend heraussprudeln ...

Die Stimmung ist von Anfang an beklemmend, düster sowie unheilvoll. Der lebendige, ausdrucksstarke Erzählstil mit einem feinen Hauch dunklen Humors und die vielen Andeutungen haben mich direkt gepackt. Die Figurendynamik ist sehr interessant und das Springen zwischen den Zeitebenen sorgt für Abwechslung und hält die Spannung hoch. Es gibt Einblicke in Francas Kindheit, ihre Studienzeit, die Beziehung zu Andrew sowie die zu ihrer Mutter, die Geschehnisse der chaotischen, verstörenden Dinner Party und die Zeit danach. Francas brutale Ehrlichkeit ist ungemein berührend: Sie erzählt ungeschönt von traumatischen Kindheitserfahrungen, bittersüßen Momenten, herben Enttäuschungen, die sie allmählich in eine Art inneres Erstarren trieben und ihrem Zusammenbruch.

“Die Dinner Party” ist ein vielschichtiges, packendes Psychogramm voller Überraschungen, das zum Nachdenken anregt und lange nachhallt! Ein Stilelement fand ich unnötig oder sogar etwas verwirrend und die “Auflösung” hat ein mich kleines bisschen enttäuscht.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Mordsromantisch: schräg, cool & aufregend!

Tödliche Freundinnen
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Die Privatdetektivin Mel hatte eine ungewöhnliche Jugend, die sie nun einholt: Sie und ihre Mitschülerin Chloe haben eine Leiche vergraben. Zwei Jahre später ist Chloe spurlos verschwunden. Da ihr Vater ...

Die Privatdetektivin Mel hatte eine ungewöhnliche Jugend, die sie nun einholt: Sie und ihre Mitschülerin Chloe haben eine Leiche vergraben. Zwei Jahre später ist Chloe spurlos verschwunden. Da ihr Vater im Sterben liegt, beauftragt er eine Privatdetektivin, sie zu finden, doch Mel führt den Auftrag aus – warum?

Und wie kam es überhaupt dazu, dass sie zusammen eine Leiche vergraben? Die beiden hatten bis zu jenem Abend nichts miteinander zu tun, außer, dass sie auf dieselbe Schule gingen! Mel wuchs unter prekären Verhältnissen auf, Chloe hingegen lebte ein privilegiertes Leben. Und was passierte danach, wieso konnte Mel Chloe nie vergessen?

Die Handlung entfaltet sich aus mehreren Blickwinkeln (hauptsächlich erzählen Mel und Chloe, aber eine gemeinsame Freundin und ihr Widersacher kommen auch sporadisch zu Wort) sowie auf zwei Zeitebenen: Man erfährt, was vor acht Jahren rund um Chloes 16. Geburtstag und den darauffolgenden Jahren geschah. In der Gegenwart geht es um den Auftrag, Chloe zu finden bzw. nach Hause zu bringen, was sich als weitaus problematischer erweist als gedacht: Mel war nicht klar, dass sie sich in einen Strudel aus Gefühlschaos, gefährlichen Geheimnissen und lebensbedrohlichen Situationen begibt. Der Auftrag entwickelt sich von einer turbulenten Odyssee durch die kanadische Wildnis zum Überlebenskampf, denn die verhängnisvolle Vergangenheit holt sie ein …

“Tödliche Freundinnen” macht wirklich Spaß: Der geistreich witzige, schräge Erzählstil ist mitreißend. Die Protagonistinnen sind cool, tough, sarkastisch, aber auch verletzlich sowie empathisch, und die Dynamik zwischen ihnen ist unterhaltsam wie bewegend. Die ereignisreiche Handlung ist abgefahren, im besten Sinne cartoonhaft actiongeladen und temporeich!

Ich habe allerdings zwei kleine Kritikpunkte: Ich finde, dass auch die Kapitel, in denen die Protagonistinnen 24 Jahre alt sind, wie aus einem Jugendbuch wirken und die widersprüchlichen Gefühle, von denen beide hin- und hergerissen werden, nehmen für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Raum ein.

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