Ein toller Jugendthriller!
Dead Girls Don't DanceDie 18‑jährige Addie bereut jene Nacht letzten Sommer zutiefst: Nachdem sie ihrer Schwester Fiona verletzende Worte an den Kopf geworfen hatte, lief diese davon und wurde kurz darauf tot am Grund einer ...
Die 18‑jährige Addie bereut jene Nacht letzten Sommer zutiefst: Nachdem sie ihrer Schwester Fiona verletzende Worte an den Kopf geworfen hatte, lief diese davon und wurde kurz darauf tot am Grund einer Schlucht gefunden. Und es gab noch diese Sache mit Seth, ihrem Sommerfreund seit Kindertagen, die weitreichende Folgen hatte.
Die Polizei stuft Fionas Tod als Unfall ein, doch Addie ist überzeugt, dass Thatcher, Seths Cousin, etwas damit zu tun hatte. Er war unglücklich in Fiona verliebt, und kurz vor ihrem Tod kam es zu einem heftigen Streit. Ein Jahr später wird Thatcher tot aufgefunden – von Addie und Seth, am Grund derselben Schlucht. Die beiden geraten unter Verdacht und beschließen, selbst zu ermitteln. Dabei kommen sie sich näher, ihre problembelastete Vergangenheit, der Klassenunterschied sowie das ständige Schwanken zwischen Vertrauen und Misstrauen kommen ihnen allerdings ständig in die Quere. Addies Ex und ihre ehemalige beste Freundin sorgen für zusätzliches Gefühlschaos.
Die greifbare Cruel‑Summer-Kleinstadtatmosphäre und die düstere, vertrackte Dynamik zwischen den Jugendlichen, die bis vor einem Jahr noch befreundet waren, haben mich sofort gepackt. Die Ereignisse des letzten Sommers lasten spürbar auf allen, und Addies schwierige Familiensituation verstärkt die emotionale Intensität – ich habe durchgehend mitgefiebert.
Addie ist fürsorglich und meint es insgesamt gut mit allen, aber sie hat echte Fehler und Schwächen, die in ihrem geringen Selbstwertgefühl wurzeln. Die Beziehung zwischen ihr und Seth ist fesselnd gestaltet, zudem kommen die beiden zahlreichen Geheimnissen sowie Lügen auf die Spur.
Die Nachforschungen sind wirklich interessant: ereignisreich, voller Erkenntnisse und neuer Verdächtiger, doch diese Hinweise werfen zunächst mehr Fragen auf. Addie und Seth wissen aber, dass sie der Wahrheit näherkommen, denn jemand behindert und bedroht sie immer wieder.
“Dead Girls Don’t Dance” hat mir insgesamt richtig gut gefallen: die bedrückende Sommerstimmung, die Ermittlungen und die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren empfand ich als sehr gelungen. Mit der Protagonistin selbst bin ich allerdings nicht ganz warm geworden, und die Auflösung konnte mich persönlich nicht vollständig überzeugen.