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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

Ein toller Jugendthriller!

Dead Girls Don't Dance
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Die 18‑jährige Addie bereut jene Nacht letzten Sommer zutiefst: Nachdem sie ihrer Schwester Fiona verletzende Worte an den Kopf geworfen hatte, lief diese davon und wurde kurz darauf tot am Grund einer ...

Die 18‑jährige Addie bereut jene Nacht letzten Sommer zutiefst: Nachdem sie ihrer Schwester Fiona verletzende Worte an den Kopf geworfen hatte, lief diese davon und wurde kurz darauf tot am Grund einer Schlucht gefunden. Und es gab noch diese Sache mit Seth, ihrem Sommerfreund seit Kindertagen, die weitreichende Folgen hatte.

Die Polizei stuft Fionas Tod als Unfall ein, doch Addie ist überzeugt, dass Thatcher, Seths Cousin, etwas damit zu tun hatte. Er war unglücklich in Fiona verliebt, und kurz vor ihrem Tod kam es zu einem heftigen Streit. Ein Jahr später wird Thatcher tot aufgefunden – von Addie und Seth, am Grund derselben Schlucht. Die beiden geraten unter Verdacht und beschließen, selbst zu ermitteln. Dabei kommen sie sich näher, ihre problembelastete Vergangenheit, der Klassenunterschied sowie das ständige Schwanken zwischen Vertrauen und Misstrauen kommen ihnen allerdings ständig in die Quere. Addies Ex und ihre ehemalige beste Freundin sorgen für zusätzliches Gefühlschaos.

Die greifbare Cruel‑Summer-Kleinstadtatmosphäre und die düstere, vertrackte Dynamik zwischen den Jugendlichen, die bis vor einem Jahr noch befreundet waren, haben mich sofort gepackt. Die Ereignisse des letzten Sommers lasten spürbar auf allen, und Addies schwierige Familiensituation verstärkt die emotionale Intensität – ich habe durchgehend mitgefiebert.

Addie ist fürsorglich und meint es insgesamt gut mit allen, aber sie hat echte Fehler und Schwächen, die in ihrem geringen Selbstwertgefühl wurzeln. Die Beziehung zwischen ihr und Seth ist fesselnd gestaltet, zudem kommen die beiden zahlreichen Geheimnissen sowie Lügen auf die Spur.

Die Nachforschungen sind wirklich interessant: ereignisreich, voller Erkenntnisse und neuer Verdächtiger, doch diese Hinweise werfen zunächst mehr Fragen auf. Addie und Seth wissen aber, dass sie der Wahrheit näherkommen, denn jemand behindert und bedroht sie immer wieder.

“Dead Girls Don’t Dance” hat mir insgesamt richtig gut gefallen: die bedrückende Sommerstimmung, die Ermittlungen und die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren empfand ich als sehr gelungen. Mit der Protagonistin selbst bin ich allerdings nicht ganz warm geworden, und die Auflösung konnte mich persönlich nicht vollständig überzeugen.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Kurzweilige Unterhaltung!

Tee? Kaffee? Mord! - Der doppelte Monet
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Nathalie erbt eine Gaststätte mit Hotel auf dem Land, doch ihr Freund ist nicht begeistert, da er in Liverpool bleiben möchte. Und die Fernbeziehung erweist sich als kompliziert, denn Natalie muss sich ...

Nathalie erbt eine Gaststätte mit Hotel auf dem Land, doch ihr Freund ist nicht begeistert, da er in Liverpool bleiben möchte. Und die Fernbeziehung erweist sich als kompliziert, denn Natalie muss sich nicht nur im Gastgewerbe einarbeiten, sie muss auch ermitteln: Die Gästin Beresford hat ein Problem mit ihrem gefälschten Monet, sie behauptet, ihre legal erworbene Kopie sei durch eine andere ausgetauscht worden. Ist sie verwirrt, sucht die einsame alte Dame Aufmerksamkeit oder ist da etwa etwas dran? Als Miss Beresford in ihrem Garten eine Leiche entdeckt, nehmen Nathalie und ihre außergewöhnliche Köchin den Fall "Der doppelte Monet" ernst und beginnen nachzuforschen ...

Der lebendige, bildstarke Erzählstil, die liebenswerten Charaktere, ihr Miteinander und die trubelige, humorvolle, gemütliche sowie rätselhafte Handlung haben mich vollends überzeugt!

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ein unheilvoller Urlaub

Meeresdunkel
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Zwei Familien, eine dringend benötigte Auszeit, eine Doppelbuchung – der Urlaub in einer abgelegenen Finca auf Mallorca wird für alle Beteiligten schnell zum Albtraum.

Von Beginn an liegt eine beklemmende ...

Zwei Familien, eine dringend benötigte Auszeit, eine Doppelbuchung – der Urlaub in einer abgelegenen Finca auf Mallorca wird für alle Beteiligten schnell zum Albtraum.

Von Beginn an liegt eine beklemmende Stimmung über der Handlung. Die Anspannung zwischen den Figuren ist greifbar, und der Urlaub, eine Verzweiflungstat, wirkt schon früh zum Scheitern verurteilt.

Die Charaktere, deren Ecken und Kanten rasch sichtbar werden, der eindringliche Erzählstil voller kluger Beobachtungen sowie die rätselhaften Andeutungen sorgten zunächst dafür, dass ich immer weiterblätterte.

Doch bereits während der ersten Hälfte empfand ich den Handlungsverlauf zunehmend als schleppend. Die Geschichte entwickelte sich für meinen Geschmack in Richtung Familiendrama, wobei die Konflikte meist blutleer auf mich wirkten und mich emotional kaum erreichten.

All die offenen Fragen – Was hat es mit dem mysteriösen Vater zweier Figuren auf sich? Wie kam es zur Entfremdung innerhalb der Familien? Was steckt hinter der Doppelbuchung? – verloren für mich nach und nach an Bedeutung. Ich las weiter in der Hoffnung auf eine Entwicklung, die mich wieder mitreißt. Leider blieb diese für mich aus.

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Veröffentlicht am 15.05.2026

Hörbuch-Rezi: Ich bin zwiegespalten.

Guilty Pleasure
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Das „Guilty Pleasure“ ist ein abgeschottetes Luxusresort auf einer tropischen Privatinsel, in dem Superreiche ihre Begierden ausleben können – ohne Tabus oder Grenzen, mit höchster Diskretion. Doch nichts ...

Das „Guilty Pleasure“ ist ein abgeschottetes Luxusresort auf einer tropischen Privatinsel, in dem Superreiche ihre Begierden ausleben können – ohne Tabus oder Grenzen, mit höchster Diskretion. Doch nichts ist hier so, wie es scheint.

Was in dem Hotel wirklich vor sich geht und wer mit geheimen Motiven angereist ist, erfährt man aus verschiedenen Perspektiven: aus der einer Angestellten, eines „Rächers“, einer Security, eines persönlichen Assistenten und eines manipulativen Mannes.

Der Einstieg hat mich begeistert: Man ist sofort mitten im Geschehen. Der intensive, lebendige und teils galgenhumorige Erzählstil voller scharfsinniger Beobachtungen zieht einen sofort hinein. Die Figuren sind interessant, und die Mischung aus Bedrohungen, Enthüllungen und einer abgründigen, komplexen Handlung mit pointierter Gesellschaftskritik sorgt lange für echten Nervenkitzel. Das ereignisreiche Geschehen lief lange wie ein packender Film vor meinem geistigen Auge ab!

Nach etwa einem Drittel empfand ich die Begebenheiten dann zunehmend als schleppend und wenig überzeugend: Dass dieselbe Szene gelegentlich aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird, hat für mich Tempo sowie Spannung gedrosselt. Genau wie manche Beschreibungen von Gedanken oder Vorgängen, die ich als etwas zu detailreich fand. Speziell die IT-Elemente nehmen für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Und einige Wendungen bzw. Auflösungen wirkten auf mich nicht besonders plausibel.

Die Erzähler:innen sind großartig! Alle haben angenehme Stimmen und sprechen ihre Rollen perfekt - natürlich UND ausdrucksstark.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Atmosphärisch und rätselhaft

DIE TOCHTER. Du dachtest, niemand würde es je erfahren
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Hazel, die Tochter eines einflussreichen Kleinstadtpolizisten, erbt völlig unerwartet sein Haus. Sie hat ihrem kleinen Heimatort schon lange den Rücken gekehrt und in der Großstadt Karriere gemacht. Ihre ...

Hazel, die Tochter eines einflussreichen Kleinstadtpolizisten, erbt völlig unerwartet sein Haus. Sie hat ihrem kleinen Heimatort schon lange den Rücken gekehrt und in der Großstadt Karriere gemacht. Ihre beiden Brüder, die sich in der Kleinstadt ein Leben aufgebaut haben, gehen hingegen leer aus. Was hat sich der Vater dabei gedacht?

Dann häufen sich verstörende Vorfälle: Im See wird ein versenktes Auto gefunden und plötzlich gibt es eine Spur zu Hazels verschollener Mutter. Zudem gibt es Vermisstenfälle und weitere rätselhafte Begebenheiten, die Hazels alarmieren. Schließlich verdichten sich Hinweise, dass in der Kleinstadt bzw. in Hazels Familie dubiose Dinge vor sich gehen. Doch die Ortsansässigen sind eine eingeschworene Gemeinschaft: niemand will in Betracht ziehen, dass jemand von ihnen zu furchtbaren Taten fähig sein könnte, weshalb Hazel gegen eine Mauer des Schweigens rennt und davor gewarnt wird, weiter nachzuforschen!

Hazel ist klug, tough und sympathisch: Sie hat ein gutes Gespür für ihre Mitmenschen, seit dem Tod des Vaters hat sich die Dynamik innerhalb der Familie allerdings verändert – viele sind verschlossen, grenzen sie aus, nennen sie eine Erbschleicherin oder eine Unruhestifterin, die unnötig Staub aufwirbelt. Doch nichts (Familienloyalität, Angst) halten sie davon ab, ihre Suche nach Antworten konsequent zu verfolgen!

Die Handlung wird sehr atmosphärisch erzählt und obwohl sie mMn nach eher langsam voranschreitet, ist sie auch spannend gestaltet. Die detailreichen, eindrücklichen Schilderungen von Situationen, Gedanken, Personen sowie der Umgebung tragen zur Stimmung bei, sodass man völlig in Hazels Erfahrungen eintauchen kann.

Für Hazel hat es nie Sinn ergeben, dass ihre Mutter sie verlassen hat, denn sie war nie egoistisch oder kalt. Kann sie nun, aufgrund der aufgetauchten Hinweise noch herausfinden was damals geschah? Wem kann sie vertrauen? Ihren Brüdern eher nicht, aber vielleicht ihrer Jugendliebe? Nico, ihr Exfreund, scheint für Hazel da sein zu wollen. Dann sind da noch andere Angehörige, die sie nicht auszuschließen.

“Die Tochter” ist ein atmosphärischer, intensiver Spannungsroman: Die Handlung ist ungemein vielschichtig, stimmig ausgearbeitet sowie wendungsreich. Die Figuren sind absolut lebensecht, die Dynamik zwischen ihnen ist faszinierend verstörend und die Auflösung ist nervenaufreibend!

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