Tod einer Journalistin
Im abgeschiedenen Steingruberhof leben sie im Einklang mit der Natur, jedoch scheint die Meinung derer, die keinen Einblick in ihren Alltag haben, eher der einer Kommune zu sein. Als dann die Leiche einer ...
Im abgeschiedenen Steingruberhof leben sie im Einklang mit der Natur, jedoch scheint die Meinung derer, die keinen Einblick in ihren Alltag haben, eher der einer Kommune zu sein. Als dann die Leiche einer Journalistin gefunden wird, wird von den zuständigen Polizeibeamten das Unterste nach oben gezerrt, die Hofbewohner machen sich mehr oder weniger verdächtig. Auch Wilma, die Gründerin der Gemeinschaft, gerät ins Visier der Ermittler. Wilmas Tochter Eva, die vor dreizehn Jahren weggegangen ist und nun als Anwältin in München arbeitet, wird von den Bewohnern informiert und um ihre Hilfe gebeten.
Wir sind in Franken. Zunächst ist es die Journalistin, die ungeniert von Hof und Grund Bilder schießt - ungefragt, wie es scheint. Dass dieses Verhalten auf Widerstand stößt, dürfte klar sein. Spätestens dann jedoch, als ihre Leiche gefunden wird, werden alle Bewohner durchleuchtet.
Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, denen zu folgen schon ein konzentriertes Lesen erfordert. Viele Geheimnisse wabern unter der Oberfläche. Es passieren seltsame Dinge, die ich mit keinem so recht in Einklang bringe. Überhaupt bleiben die Charaktere unnahbar, nicht greifbar, lediglich Eva und die 10jährige Toni, die ihre Ferien auf dem Hof verbringt, sind für mich ab sofort und durchgehend glaubhaft.
Der Thriller ist durchweg so spannend wie verwirrend, neue Aspekte kommen hinzu, nicht nur einmal frage ich mich während des Lesens, ob nicht doch jene Kritiker recht haben könnten, dass sich hinter der Fassade des ökologisch geführten Hofes etwas anderes verbergen könnte. Und zwischendurch ploppt mehrfach eine Stimme auf (kursiv dargestellt) in einer verzweifelten, schier ausweglosen Situation, von der man zunächst nicht weiß, wer da spricht und wo sie sich befindet.
Der HOME STORY vorangestellt ist ein Personenverzeichnis mit Kurzbeschreibung, was mir sehr gut gefällt. Es sind doch so einige Personen, von denen ich lese und so fällt mir die Zuordnung sehr viel leichter und auch der Plan vom Steingruberhof mitsamt den Nebengebäuden, den Feldern und Schafweiden bis hin zu den Streuobstwiesen und dem angrenzenden Wald ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe.
Die Story lebt von Wendungen, die sich im Vorfeld nicht abzeichnen, die Atmosphäre ist eher beklemmend, hinzu kommen die polizeilichen Ermittlungen, die vor allem von einer Person von Vorurteilen geprägt ist. Es sind drei Tage, in denen nicht nur eine Leiche gefunden wird. Nein, es passiert noch sehr viel mehr und nichts davon möchte man selber erleben.
HOME STORY ist ein beklemmender Thriller, der einen sehr genauen Blick hinter die Kulissen der Hofgemeinschaft wirft.