Ein wundervoller Abschluss, den man nicht vorhersehen konnte!
Nach dem Vorfall im ersten Buch müssen Zelie und Aries feststellen, dass eine Zusammenarbeit der Nachtelfen und Menschen unmöglich ist. Trotzdem versuchen sie alles, um die Mondschleicher zu besiegen, ...
Nach dem Vorfall im ersten Buch müssen Zelie und Aries feststellen, dass eine Zusammenarbeit der Nachtelfen und Menschen unmöglich ist. Trotzdem versuchen sie alles, um die Mondschleicher zu besiegen, und die einzige Lösung scheint der immer stärker werdende Magier zu sein.
“Aries und Zelie hatten es geschafft, trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft zusammenzuarbeiten und einander zu lieben. Möglicherweise gelang es den Menschen und Nachtelfen ja auch eines Tages, einander zu unterstützen, statt zu bekriegen.”
Die Story knüpft genau dort an, wo der erste Band der Romantasy-Dilogie aufgehört hat. Ohne Pause geht es weiter und auch sonst steigt die Spannung kontinuierlich an, bis wir zu einem verdienten Finale kommen, das noch einmal alles rausholt. Thematisch gesehen passen das Cover und der Titel perfekt zum Inhalt und ein Hauch Hoffnung führt uns durch die ansonsten düstere Atmosphäre. Wieder begleitet uns eine Karte und ein paar persönliche Zeichnungen der Autorin schmücken das Buch. Aries und Zelie, die beiden Protagonisten neben dem Magier Dzem, der eine große Rolle spielt, führen uns durch ihre Sichtweisen durch die Geschichte und da sie oft an anderen Orten waren oder ihre Gefühlswelt wichtig war, hat es sich gelohnt und es wurde nie langweilig. Auch der Schreibstil bleibt locker und flüssig.
Während also Aries und Zelie nach einem Verrat und ihren vergangenen Ansichten ihre wahren Gefühle füreinander realisieren müssen, beginnt ein Krieg zwischen den Menschen und den Nachtelfen. Im Hintergrund gibt es politische Komplotte und die dauernde Gefahr der Mondschleicher, sodass es nach und nach immer spannender wird. Brutale Kämpfe, Strategiegespräche und Magieanwendungen vergrößern den Lesespaß, wodurch es nie langweilig wird und man gut durch die Geschichte kommt. Am Ende löst sich alles schön auf und als Leser beendet man zufrieden eine Fantasy-Dilogie. Mir persönlich wurde Dzems Magie schon fast zu wichtig, weil teilweise von den Protagonisten abgelenkt wurde, aber es ist und bleibt interessant, dass nicht nur die Hauptfiguren wichtig für die Storyline sind, sondern auch Nebencharaktere auf beiden Seiten. Wenn man denkt, dass man weiß, wie es nun weitergeht, überrascht einen die Autorin aufs Neue und wirft alles über den Haufen, was dazu führt, dass die Geschichte die ganze Zeit unvorhersehbar bleibt.
Wenn uns nicht die Plottwists auf Trab halten, machen es die Protagonisten. Es ist ein hin und her, was dem Ende des ersten Buches geschuldet ist, und ich habe es sehr gemocht, die Gefühlsentwicklungen beider Personen zu verfolgen, weil es so natürlich war, wie sie mit sich selbst und ihrer Loyalität zum eigenen Volk gehadert und dann authentisch ihren Gefühlen Platz gemacht haben. Zelie bleibt die kämpferisch starke Anführerin, die ihren Freund vor seiner eigenen Magie und den Freunden schützen will, während der große Konflikt auch irgendwie gelöst werden muss. Sie ist verwundbar und ich mochte die verletzlichen Momenten, zum Beispiel die Gespräche mit Aries, am meisten.
Und auch Aries muss vieles durchmachen, kämpft aber für das Wohl aller. Ständig stand er im Widerspruch zu seinen Idealen und meine Aufmerksamkeit lag immer auf seinen Entscheidungen. Die Beziehung zwischen Zelie und Aries ist tragisch und schön zugleich und ich habe gebannt verfolgt, wann sie sich näher kommen oder ob es überhaupt passiert. Zwar wurde die Liebesgeschichte nicht in den Vordergrund gestoßen, wie in einer Romantasy üblich, doch das hat auch seine positiven Seiten und man freut sich auf eine Story, bei der die Liebe und der Plot in Balance stehen. Auf jeden Fall freut man sich für die zwei und alles Gute, was ihnen geschieht. Außerdem gefielen mir die Geheimnisse und wie stark Dzem nach und nach wird. Fantasy liest man wegen der Magie, zumindest tue ich das zum größten Teil, und diese ist hier mehr denn je zufriedenstellend zur Geltung gekommen.
Insgesamt war es ein würdiger Abschluss einer Romantasy-Dilogie!