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Veröffentlicht am 08.01.2026

Ein überraschend hervorragendes Buch über ein abgenutztes Thema!

The Ordeals
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Die Illusionistin Sophia würde alles tun, um von ihrem Onkel wegzukommen, auch der Killmarth Academy beitreten und die tödlichen Ordeals bestehen. Auf diesem harten Weg trifft sie auf Alden und die Gefühle ...

Die Illusionistin Sophia würde alles tun, um von ihrem Onkel wegzukommen, auch der Killmarth Academy beitreten und die tödlichen Ordeals bestehen. Auf diesem harten Weg trifft sie auf Alden und die Gefühle zwischen ihnen können über Leben und Tod entscheiden.

“Was auch immer du durchgemacht hast, was immer du erlitten hast: Du sollst wissen, dass Killmarths Tor nicht deine einzige Sicherheit ist. Ich bin hier. Ich bin dein Partner, und wenn du es zulässt, werde ich auch deine Sicherheit sein, Sophia. Ich werde dein ein und alles sein.” -Alden

Was habe ich hier vor mir liegen? Ein Buch mit einem Academy-Setting und tödlichen Trials. Eine Liebesgeschichte, die viel Raum einnimmt und wo doch die ein oder andere intime Szene dabei ist. Verschiedene Magiearten und Geheimnisse, die in der Vergangenheit versteckt liegen und alles auf den Kopf stellen. Das alles hört sich ganz und gar nicht klischeehaft an und solch einen Roman gibt es natürlich nicht so oft wie Sand am Meer (Achtung Sarkasmuswarnung!). Dann stellt sich berechtigterweise die Frage, warum ich fünf Sterne verliehen habe und eine große Leseempfehlung gebe. Und diese wird so gut es geht beantwortet.

Der Schreibstil ist wunderbar und zum Lesen perfekt geeignet. Man fliegt geradezu durch die Seiten und auch die Gestaltung des Covers und des Farbschnitts passen dazu. Besonders schön waren die Erklärungen der Magieformen hinter dem Cover und vor dem Buchdeckel, denn dadurch kommt man besser durch die Geschichte. Das Worldbuilding ist zwar nichts Weltbewegendes, aber durch eine neue Welt mit den Reichen, die sich verbünden oder auf gegenüberliegenden Seiten sind, der Technologie und eben der normalen Nutzung von Magie, wurde es zum hervorragenden Hintergrund. Wir haben Illusionisten, Botaniker, Maskierte und Alchemisten und zusammen ergibt es einen Haufen mysteriöse Magie, die pro Person auch noch andere Schwerpunkte hat. Dadurch war es durchgehend spannend und man weiß nicht, was real und was magisch ist und das habe ich persönlich gefeiert. Weil der Hauptteil der Geschichte in der Academy spielt, wird auf den Ort besonders viel Wert gelegt und das war fantastisch. Die düstere und mörderische Atmosphäre kam genauso gut bei mir an wie die Gestaltung der Burg an sich. Ich kann den zweiten Teil der Reihe kaum erwarten.

Die Charaktere haben es mir auch angetan, schließlich befinden sich sich im frühen Erwachsenenalter und verhalten sich auch so. Statt Drama zu erzeugen oder unnötige Konflikte hervorzubringen, sprechen sie miteinander und sagen entweder, dass sie nicht darüber reden wollen, oder sind offen und ehrlich. Natürlich gilt das nicht für die Feinde unserer kleinen Gruppe, bestehend aus Sophia, Alden, Tess und Greg, denn die spinnen ihre Intrigen im Hintergrund und gehen über Leichen, um ihr Ziel durchzusetzen. Manche Bösewichte kommen ein wenig aus dem Nichts, aber ich habe durchgehend mit gerätselt, wer nun der Mörder ist, was hinter den Vorfällen von vor vielen Jahren steckt und wer das Reich stürzen will. Bis zum Schluss ist die Spannung oben und auch wenn das Finale vorhersehbar war, ist es absolut gelungen und bereitet den zweiten Band gut vor. Mit Werwölfen und Vampiren haben wir auch andere Spezies, die gute Gegner abgeben und große Gefahren bergen. Man weiß nicht, woher sie kommen und wer mit ihnen zusammensteckt, aber die Kämpfe, die sie abgeben, sind wunderbar fesselnd.

Tess und Greg sind interessante Nebencharaktere, die eine eigene kleine Geschichte haben und ansonsten gut zu Sophia passen. Freundschaften wie Feindschaften gehören dazu und führen dazu, dass die Story zum größten Teil unvorhersehbar bleibt. Sophia ist eine starke und mutige Kämpferin, die gegen das Schicksal antritt und nach und nach ihre Vergangenheit entschlüsselt. Dieser Teil war klischeehaft, aber ihre Gedanken und Schlussfolgerungen sowie ihre schöne Kampfart sind faszinierend und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihr zuzuschauen, wie sie ein Ordeal nach dem anderen irgendwie besiegt. Hinzu kommt ihre Magieanwendung und sie zeigt uns und Alden, dass sie keine Damsel-in-Distress ist, sondern durch Köpfchen und Kampfgeist weiterkommt.

Eine Liebesgeschichte gehört irgendwie immer dazu, vor allem in diesem Genre, und ich habe sie auch gerne gelesen, denn die Entwicklung ist gut geworden und Sophia und Alden werden von Rivalen zu Liebenden mit jeder Menge Chemie zwischen ihnen. Man kann ihre Gefühle nachvollziehen und selbst wenn diese intimen Szenen unnötig waren, haben sie für mich nichts verdorben. Alden ist ein mächtiger Botaniker, der für sich und später auch gegen seinen Willen für Sophia kämpft. Kapitel aus seiner Sicht wären das Topping auf der Torte gewesen, aber auch so habe ich mit ihm genauso mitgefiebert wie mit Sophia. Andere Personen, wie die Alchemisten-Gruppe, die Professoren oder der mysteriöse Sammler, runden die Geschichte ab und geben der Story den Kick, damit wir Leser am Ball bleiben.

Ein bisschen habe ich ja schon zur Story gesagt, da wir vier Ordeals haben, die bestimmen, wer weiter an der Academy studieren darf. In ihnen und in der Vorbereitungszeit dazwischen wird die Magie verfeinert, mit ihr und den Kameraden gegen Monster gekämpft und eben Morde verübt. Das Ende einer jeden Herausforderung ist klar, aber das wie und warum ist spannend und es waren die besten Szenen, wenn Sophia mit ihrem Partner Alden und später auch mit ihren Freunden in den Ordeals ums Überleben kämpft. Illusionen, böse Pflanzen und Masken machen es den Studenten schwer und ganz gleich, welche Art von Wettkampf es wird, es war spannend und man kann gar nicht anders, als mit zu bangen. Auf richtigen Unterricht wartet man vergeblich, aber dazu kommt hoffentlich im zweiten Buch mehr. Einmal mehr überzeugt Sophia mit ihrer Intelligenz und das war fantastisch.

Insgesamt ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert, egal wie klischeehaft es am Anfang klingt, denn die Autorin schafft das Unmögliche und macht die Klischees einzigartig!

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Eine spannende, unvorhersehbare und niveauvolle Dystopie!

Dogma der Wahrheit
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In einer dystopischen Welt, wo der Moebius-Konzern die Stadt beherrscht, lebt Hagen, der sich für die Vergangenheit interessiert. Doch nach einem Schicksalsschlag gerät er in den Fokus der gedankenlesenden ...

In einer dystopischen Welt, wo der Moebius-Konzern die Stadt beherrscht, lebt Hagen, der sich für die Vergangenheit interessiert. Doch nach einem Schicksalsschlag gerät er in den Fokus der gedankenlesenden Wachen und es beginnt ein Wettlauf, wer den Root Chip, der die Welt verändern kann, zuerst findet.

“Konnte in einer Welt, die Tag für Tag selbstsüchtiger wurde, eine Seele voller Empathie und Selbstlosigkeit überhaupt überleben? In einer Welt, in der Konsum das Mitgefühl verdrängt und Gier zur Tugend erhoben wird?”

Wer eine komplexe Dystopie sucht, die Thriller- und Science-Fiction-Elemente beinhaltet, ist hier genau richtig. Ich freue mich schon auf die folgenden Bücher der Reihe, egal wie lange ich darauf warten muss. Schon der Schreibstil hat mich in den Bann gezogen, denn er liest sich leicht und man kommt gut mit der Geschichte aus der Sicht verschiedener Personen mit. Auch das Cover passt zum Buch, wodurch das Buch eine solide gute Leistung ist und besonders mit dem Worldbuilding und der Grundidee überzeugt. Denn die Welt baut sich nach und nach auf und wer nicht mit ganzem Kopf und Verstand dabei ist, verliert schnell den Überblick, da wir ein komplexes dystopisches Setting in der Nähe Berlins haben. Hinzu kommt der Wechsel zwischen den Personen und die Brutalität mancher Szenen und schon sitzen wir vor einem versteckten Glanzstück in einer fast verstaubten Leserichtung.

Das Buch fängt langsam an und man lernt erst die neue Welt mit all den Regeln kennen. Es kann zwar kompliziert werden, aber da sich der Anfang streckt und erst nach einigen Kapiteln der Kampf gegen das System und die Suche nach dem Root Chip beginnen, kommt man gut in die Geschichte rein. Das Grid, also die Welt von Hagen, lebt von Virtual Reality bzw. der Hyperrealität, da jeder Mensch einen Chip besitzt und so Sachen sehen kann, die in der realen Welt nichts als weiße Wände sind. Damit haben wir den Sci-Fi-Aspekt logisch und interessant integriert und wer mehr von der Welt erfahren will und wie schockierend, weltennah sie aufgebaut ist, muss mit dem Buch anfangen. Sobald das beeindruckende World Building steht, steigt die Spannung und ein Rennen gegen die Zeit beginnt, in der die Wahrheit aufgedeckt wird.

Hagen rennt vor dem Konzern weg und trifft auf seiner Flucht Freunde, Verbündete und Feinde. Zusammen mit dem Trio um Ash, Dru und Big und später auch die Polizistin Elara wird es nie langweilig und wenn eine Action-Szene vorüber ist, kommt es direkt zur nächsten fesselnden Situation. Die Informationen, die wir auf dem Weg auflesen, machen einen Sinn und auch als Leser fiebert man mit. Außerdem kann es durchaus brutal werden und verschiedene Plottwists sorgen dafür, dass man die Story nicht vorhersehen kann. So ist auch das Ende wunderbar gelungen, wodurch ich die letzten Kapitel praktisch verinnerlicht habe. Einen klitzekleinen Aspekt hätte ich gerne anders gehabt, aber auch so ist die Grundlage für den zweiten Band nahezu perfekt.

Wenn die Handlung und das Drumherum überzeugen, müssen es auch die Charaktere und auch das hat der Autor hinbekommen, langsam bin ich nicht mehr überrascht. Jeder Protagonist hat seine eigene Geschichte bekommen, sodass wir einzigartige und vielschichtige Personen haben, die uns durch das Buch begleiten. Hagen ist als die Hauptperson am Ausdrucksstärksten und hier mochte ich insbesondere seine Charakterentwicklung von einem ängstlichen Mitläufer zu einem Rebellen, der für sich und seine Freunde kämpft. Er durchlebt die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele, aber auch das Hoch des Sieges, sodass man sich als Normalsterblicher gut mit ihm identifizieren kann.

Ash, Dru und Big sind Hagens größte Stütze und die Geheimnisse ihrer Vergangenheit sind genauso spannend wie ihre Kämpfe für Gerechtigkeit. Hinter Ash könnte jeder stecken, Dru kann mit seiner Intelligenz alles manipulieren und Big ist der stärkste Kämpfer der Truppe. Durch die Technologie werden die Kämpfe und die kleinen Intrigen abwechslungsreicher und irgendwann gehören sie genauso in den Mittelpunkt wie Hagen. Auch Elara, die eine beinahe so gute Entwicklung hingelegt hat wie Hagen, wird zu einer wichtigen Person. Eine Liebesgeschichte findet man hier vergeblich, was ich sehr gut finde, denn nicht in jedem Buch hat die Liebe Platz. Ein kleiner Spoiler, denn am Ende wird zugegebenermaßen ein wenig in diese Richtung hingedeutet, was unnötig war und man entweder ignorieren und süß finden kann.

Die mysteriöseste Person mit einer tragischen Vergangenheit ist Libby, deren Geschichte zeitversetzt zum eigentlichen Geschehen beginnt und erst zum Schluss zur Hauptstory aufholt. Das hat den gewissen Kick gegeben, denn neue Abgründe im System tun sich auf, wodurch das ganze Buch irgendwie abgerundet ist. Auch ist Libby eine unberechenbare Variable, die den Plot ins Rollen bringt, wenn es mal nicht weitergeht. Hier sind die Intrigen, die seit Jahren gesponnen werden, hervorzuheben und man merkt einmal mehr, wie viele Gedanken sich der Autor gemacht hat.

Zum Schluss möchte ich noch die zentralen Themen des Buches erwähnen, die hier kritisiert werden und wirklich zeitgemäß sind. Schließlich werden hintergründig gesellschaftliche Fragen gestellt und wer das Buch beendet hat merkt, wie erschreckend ähnlich die Geschichte der Realität ist. Denn die Konzernherrschaft, die tägliche Überwachung durch das Volk oder den Konzern und die absolute Kontrolle der Masse durch abhängig machende Substanzen sind Themen, über die man tagelang diskutieren kann. Hinzu kommt die Frage, was echt ist und was durch die Hyperrealität manipuliert wird, was sich hinter der technischen Fassade wirklich zuträgt und ob die Menschen wirklich frei und sicher sind. Als Leser hinterfragt man das Geschehen und wie hirnlos Personen sind, dass sie für Klicks und Drogen andere Menschen umbringen. Und anschließend wird der Bogen zur Realität gezogen, was dazu führt, dass das Buch noch eine Weile im Gedächtnis bleibt.

Insgesamt ist dieser Auftakt einer dystopischen Sci-Fi-Serie auf allen Ebenen gelungen und man kann sich nur allzu leicht in der finsteren Welt verlieren!

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Ein Buch mit vielen Schwächen, das erst hinten heraus richtig gut wurde!

Where the Night Falls (School of Darkness 1)
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In der Hill Cove Boarding School werden Schülerinnen vermisst, doch niemand scheint etwas dagegen zu unternehmen. Aurelia, die seit ihrer Kindheit in der Schule für magische Wesen lebt, versucht also, ...

In der Hill Cove Boarding School werden Schülerinnen vermisst, doch niemand scheint etwas dagegen zu unternehmen. Aurelia, die seit ihrer Kindheit in der Schule für magische Wesen lebt, versucht also, den Fall zusammen mit Cal, Eleanor und Nate zu lösen.
“Wenn man schlechte Gefühle verdrängt, gibt man ihnen den Raum, unbemerkt zu wachsen. Und sobald sie dann zurückkommen, sind sie oft so gewaltig, dass man unter ihrer Masse erstickt.” -Iva
Mit diesem Buch wurde ich nicht so richtig warm. Erst am Ende hat sich die Autorin so präsentiert, wie ich sie kenne, und so spannend und actiongeladen der Schluss auch war, reicht es nicht aus, dem Buch eine sehr gute Bewertung zu geben. Das Cover ist zusammen mit der Buchgestaltung wirklich schön geworden und die Karte der Insel ist ein nettes Extra. Der Schreibstil wiederum war ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil manche Szenen gezwungen in die Länge gezogen wurden und an anderen der Inhalt fehlt. Auch merkt man, dass die Autorin Worte bzw. kurze Sätze sehr gerne wiederholt, sodass wir ein und dasselbe oftmals dreimal lesen, als würde es den Effekt steigern (was übrigens nicht passiert ist, es hat genervt).
Ansonsten findet man sich in der Fantasy-Welt der Nachtwesen gut zurecht und das Worldbuilding, das bis hierhin fast nur die Insel umfasst, ist gut gelungen und es hat Spaß gemacht, über die geheimnisvolle Academy auf der Insel zu lesen. Auch wenn ich mich frage, warum ein Kloster gewählt wurde, was der Glaube für eine Rolle in dieser Welt hat und wofür der Countdown, der über den Kapiteln steht und die Tage runterzählt, steht? Bis zum Ende gibt es viele unbeantwortete Fragen, was natürlich dafür sorgt, dass wir den zweiten Band lesen wollen, aber es war teilweise auch nervig, wie wenig Infos uns Lesern gegeben werden. Trotzdem mochte ich die Idee des Buches mit den Faries, die sich verwandeln können, und den Nicht-Faeries, die andersartige Magie besitzen, und dem großen Krieg, der unterschwellig die Welt bedroht. Die paar Magie-Szenen hatten es auch in sich, doch besonders in der ersten Hälfte fehlte genau diese und das ist in einem Fantasy-Roman schade. Denn es wurde leider nicht geschickt umgesetzt.
Mit Aurelia kam ich von vornherein gar nicht klar. Ich hatte schon sehr lange keine Protagonistin mehr, mit der ich so gar nicht mitfühlen kann und die so flach und charakterlos ist. Sie ist die ganze Zeit depri und trauert um ihre Vergangenheit und ihre Zukunft, da sie keine Freunde hat und immer allein ist. Zwar kann ich die Hintergründe irgendwie verstehen, aber nicht nachvollziehen, denn die Beziehung zu mir fehlte komplett. Dadurch konnte ich ihre Handlungen und ihre Beweggründe genauso wenig nachvollziehen, wodurch die ersten zwei Drittel des Buches gefühlt ewig gebraucht haben. Auris Magie kam erst zum Ende richtig zum Vorschein und selbst wenn die Szene und wie sie dargestellt wurde solide ist, kann sie alles davor nicht ausradieren.
Das Zweite, was mich unfassbar genervt hat, war die Liebesstory. Ja, man weiß schon beim Lesen des Klappentextes, dass wir eine Romantasy-Geschichte haben und ich persönlich mag eine gut geschriebene Liebesgeschichte, aber das hier war sie nicht. Nate ist der klischeehafte, mysteriöse und dunkle Junge, der Auris erst im Stich lässt, dann so tut, als wären seine Geheimnisse das Ende der Welt und anschließend seinen ach so tief versteckten Gefühlen folgt, als hätten wir es nicht von der ersten Seite an erwartet. Die Gespräche zwischen ihnen waren mal authentisch und mal wirklich dumm, was man Jugendlichen nicht absprechen kann. Doch das Problem ist, dass ihre Liebe auf den Ereignissen der Vergangenheit beruht, von denen wir nur kleine Ausschnitte zu sehen bekommen, während in der Gegenwart keine Chemie zwischen ihnen ist. Dadurch wirkt die Liebe unecht und ich kann die Gefühle nicht verstehen, was sehr schade ist und sehr viel von der ansonsten guten Story ruiniert, weil Auri und Nate viel Raum einnehmen.
Andere Personen, wie zum Beispiel Auris Bruder, der süß ist und den man ins Herz schließen muss, Eleanor, die viel verbirgt, oder das Personal der Schule, hinter dem mehr steckt, als man glaubt, haben mich überzeugt und waren der Grund, aus dem ich weitergelesen habe. Schließlich ist der Plot mit den verschwundenen Schülern, der unheimlichen Vergangenheit der Insel und Auris einzigartiger Magie durchaus lesenswert und man wollte gerne die ungelösten Fälle lösen. Zwar waren sich die Charaktere oft selbst im Weg und als Leser hat man sie gefühlt angeschrien, endlich mal Fortschritte zu machen und echte Untersuchungen anzustellen, aber im Großen und Ganzen hat es Potenzial. Es ist übersät mit Klischees, aber für Einsteiger in die Fantasy-Welt und jüngere Leser ist das Buch aus diesem Grund empfehlenswert.
Besonders das Ende hat mir gut gefallen, wie ich schon mal erwähnt habe, und ist der Grund, warum ich das zweite Buch der Dilogie lesen werde. Das bedeutet: Am Anfang wird die Welt ganz langsam vorgestellt. Dann werden Beziehungen zwischen den Charakteren geknüpft. Anschließend passiert der erste Fall und die Untersuchungen beginnen, um herauszufinden, was dahintersteckt. Bis dahin (also ca. 70% drin) ziemlich langweilig. Und dann kam das Finale, das ein wenig vorhersehbar war, aber wunderbar ausgearbeitet wurde, sodass der Lesespaß am Ende am größten ist.
Insgesamt bin ich dem Buch gegenüber neutral eingestellt, weil es genauso viel Positives wie Negatives zu berichten gibt!

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Fesselnde Dark Romance oder doch ein anderes Genre?

Pen Pal
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Nachdem Kaylas Mann gestorben ist, versinkt sie in Trauer und ihr einziger Lichtblick sind die Briefe von einem mysteriösen Mann, die immer leidenschaftlicher werden. Doch nicht alles ist so, wie es scheint ...

Nachdem Kaylas Mann gestorben ist, versinkt sie in Trauer und ihr einziger Lichtblick sind die Briefe von einem mysteriösen Mann, die immer leidenschaftlicher werden. Doch nicht alles ist so, wie es scheint und Kayla muss der Wahrheit endlich ins Auge blicken.

“Was wir Erinnerung nennen, ist die Schnittstelle zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Erinnerungen sind die Geschichten, die wir uns über die wichtigen Ereignisse in unserem Leben erzählen. Beim Erzählen gehen manche Details verloren, andere werden ausgeschmückt, bis die Wahrheit der Fiktion näher kommt.” -Kayla

Ich habe tatsächlich schon mehrere Bücher der Autorin auf Englisch gelesen und war schon lange auf “Pen Pal”, welches im englisch-sprachigen Raum die meisten Bewertungen bekommen und positiven Anklang gefunden hat, gespannt. Und ich muss sagen, dass meine Erwartungen sogar übertroffen wurden und das passiert bei einem Liebesroman nicht häufig. Das Cover ist nicht wirklich gut gelungen, aber der Klappentext lädt zum Lesen ein und Triggerwarnungen, die durchaus notwendig sind, gibt es auch. Auch die Gestaltung des Inneren ist gut gelungen und die Einteilung in drei Akte, angelehnt an Dantes Göttliche Komödie, passt perfekt. Dieses Buch sollte man jedoch mit Vorsicht lesen und ist eher für eine ältere Zielgruppe gedacht, weil nicht wenige explizite Inhalte vorkommen und es um Tod und Trauer geht.

Wenn man mit Inferno beginnt, ahnt man noch nicht, wie sehr dieses Buch dem von Dante ähneln würde und wie viele Gemeinsamkeiten es gibt. Hier stellt sich berechtigterweise die Frage von vielen Lesern: Ist das noch Dark Romance oder müsste man das Buch unter einem anderen Genre-Begriff verkaufen? Doch wenn man das täte, würde man den Überraschungseffekt wegnehmen und das ist sehr schade, denn der große, riesige, gigantische Plottwist gegen Ende des Buches ist der Dreh- und Wendepunkt der ganzen Geschichte. Es ist wirklich unglaublich gut gelungen, Hut ab vor der Autorin. Hinzu kommt der flüssige Schreibstil, wodurch nicht einmal die intimen Szenen seltsam wirken und man alles gut weglesen kann, sogar auf Deutsch. Hier ist es angebracht zu sagen, dass diese Szenen sehr gut zum Buch passen, zwar sehr plötzlich kommen und recht detailliert sind, besonders wenn es in Richtung dunkle Liebesspiele geht, aber wer deswegen das Buch in die Hand nimmt, wird definitiv nicht enttäuscht und kann es so gut es geht genießen.

Kayla als Protagonistin, Aidan als Loveinterest und der mysteriöse Brieffreund Dante - Sie zusammen bilden mit wenigen Nebencharakteren, die winzig kleine Rollen spielen, diese fantastische Geschichte mit viel Spannung, Gefühlen und Leidenschaft. Kayla wird durch ihre Trauer und den einfachen Drang, das Leben irgendwie wieder richtig leben zu können, beschrieben und sie kommt dem Leser dadurch nahe. Man sieht ihre Entwicklung und wie hart es ist, nach dem Verlust des Mannes die Normalität zu bewahren. Es wird realistisch und schonungslos dargestellt und ist alles in allem gut gelungen.

Auch das Zuflucht-Suchen in Intimität ist gut geworden und die beginnende Liebe entwickelt sich zu einem engen Band zwischen den Personen. Zeitweise ist es etwas hektisch, sodass man nicht ganz verstehen kann, warum sich Aiden so schnell in sie verliebt hat, aber beide haben ihre Eigenheiten und ihre Vergangenheit und machen die Geschichte damit besonders. Dann haben wir noch den mysteriösen Dante, dessen Identität erst später enthüllt wird und auch wenn es ein wenig vorhersehbar war, ist die ganze Darstellung und der Inhalt der Briefe wunderbar gelungen. Ausnahmslos alle Emotionen kamen bei mir an und ich habe jede Szene, seien es die Kabbeleien zwischen den Protagonisten oder die gruseligen Szenen im Spukhaus, genossen und habe das Buch an einem Stück gelesen. Insbesondere die Gespräche zwischen Kayla und Aidan sind erfrischend und so echt, dass man sie gerne liest und richtig in die Story eintaucht.

Zum Schluss ein wenig zur Story, ohne zu viel zu spoilern, demnach kann ich kaum etwas sagen, da jeder den Plottwist selbst erleben muss, um die ganze Erfahrung zu machen. Auf jeden Fall war es durchgehend spannend und unheimlich und zwischendrin haben wir die emotionalen Situationen. Kayla möchte eigentlich nur herausfinden, warum seltsame Dinge, wie flackernde Lampen oder plötzliches Türklingeln, in ihrem Haus geschehen und die Auflösung dessen ist brillant, ohne Zweifel. Leider muss ich zugeben, dass man durch die Erwähnung der Brieffreundschaft und welch große Rolle sie spielt falsch an den Roman herangeführt wird, weil die Erwartungen in die falsche Richtung gehen, aber vielleicht war das von der Autorin auch gewollt, denn dann ist es gut gelungen.

Der Anfang hat ein gutes Tempo, im zweiten Akt wird alles rasant aufgelöst und im dritten folgt das gefühlvolle Ende. So war es faszinierend bis zum Schluss und ich bin unendlich froh, dass ich dieses Buch in die Hand genommen habe. Jetzt kommt doch noch ein kleiner Spoiler, denn ich werde das meiner Meinung nach wahre Genre des Buches enthüllen. Klar, Dark Romance ist ein Aspekt im Roman, aber nicht der Größte, wer also so wie ich das Buch mit geschlossenen Augen anfangen und sich überraschen lassen will, muss jetzt wegschauen. Denn dadurch, dass ich das Buch dem Genre “paranormaler Thriller” zuordnen würde, ist das Ende nicht für alle geeignet.

Insgesamt ist das Buch eine reine Achterbahnfahrt mit vielen unvorhersehbaren Wendungen und ich empfehle es an alle, die mindestens 16 Jahre alt oder sogar noch älter sind!

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein wunderschönes und gefühlvolles Buch, bei dem man realistische Einblicke hinter die Fassade eines Musikers bekommt!

Before I met Supergirl
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Als Rea Garvey in “The Voice” über sein eigenes Buch gesprochen hat, habe ich mir gedacht, dass ich es nicht verpassen sollte und jetzt nach dem Lesen der Biographie bin ich froh darüber, die Chance genutzt ...

Als Rea Garvey in “The Voice” über sein eigenes Buch gesprochen hat, habe ich mir gedacht, dass ich es nicht verpassen sollte und jetzt nach dem Lesen der Biographie bin ich froh darüber, die Chance genutzt zu haben. Er ist ein Mann, von dem viele zumindest schon mal gehört haben, egal in welchem Kontext. Seine Lieder sind gut, wenn auch nicht der Kracher, und er ist ein super sympathischer Mann. Und genau das trägt sich durch dieses Buch, weshalb ich die Seiten voller Emotionen und Tiefe in mich eingesogen habe.

Von seiner Kindheit, über die Teenager- und Findungs-Jahre, bis hin zum Erwachsenenalter; Die Biographie deckt sein Leben in seiner authentisch deutsch-englisch-irischen Art ab bis wir zum Start seiner Musikkarriere kommen, denn darüber wird kaum etwas berichtet. Demnach haben wir ein Buch, welches ihn als Person zeigt und nicht nur den Glanz und den Erfolg, den er später verzeichnet. Ich fand es wunderbar, wie er realistisch über Fehlschläge, Probleme und Tiefstände seines Lebens berichtet und dass seine Anhaltspunkte immer drei Dinge waren: Familie, Irland, Religion.

Schon das Cover zeigt ihn als kreative Person und worum es in dem Buch geht, nämlich die Liebe, worunter besonders stark die Familienbande zählt. Die vielen Bilder in der Mitte des Buches sind ein wunderschönes Extra. Auch der Schreibstil ist flüssig und erläutert verschiedene Szenen seines Lebens und wie diese ihn im positiven sowie im negativen Sinne beeinflusst haben. Es war schon sehr ausschweifend, wen es aber interessiert und mal wissen will, was hinter einem Musiker steckt, der sollte dieses Buch lesen. Schließlich war es witzig, freundschaftlich, voll tiefer Emotionen und Mut. Ernsthafte Themen, wie zum Beispiel der schwierige Start in eine mäßige Musikkarriere oder Kabbeleien mit den vielen Geschwistern, wurden dem Leser auch gut rüber gebracht.

Eigentlich gibt es nichts zu kritisieren, denn entweder man mag Rea und interessiert sich für sein Leben oder eben nicht. Nur sollte man nicht viel über seine Karriere erwarten, denn darüber kommt kaum etwas vor. Auch ist es teilweise etwas ausschweifend und es kommen Lebensabschnitte vor, bei denen man sich fragt, warum man so lange über sie liest. Man kann das Buch also jederzeit zur Seite legen und in einer Woche weiterlesen, aber das ist ja nichts Schlechtes.

Insgesamt kann ich diese Biografie an jeden weiterempfehlen, den es interessiert, was hinter einem Musiker steckt und wie die Vergangenheit und die Herkunft das Leben prägen!

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