Eine Romantasy über Drachen mit ein paar Längen!
Burning CrownCaptain Yessa wird nach einem schief gegangenen Auftrag der Armee ein neuer Drache zugeteilt. Eigentlich sind Beziehungen zwischen Reitern und Drachenwandlern verboten, doch zwischen Yessa und Cassim reicht ...
Captain Yessa wird nach einem schief gegangenen Auftrag der Armee ein neuer Drache zugeteilt. Eigentlich sind Beziehungen zwischen Reitern und Drachenwandlern verboten, doch zwischen Yessa und Cassim reicht ein Funke aus, um ein Inferno auszulösen.
“Yessa schaut derart hoffnungsvoll zu mir hoch, dass sich mein schlechtes Gewissen wie ein Dolch in meine Brust bohrt. Sie vertraut mir. Und das sollte sie nicht. Nur warum nimmt mich das so mit?” -Cassim
Dieser Auftakt einer Fantasy-Trilogie war nicht schlecht, aber auch nicht sehr gut, sodass ich mit gemischten Gefühlen heraus gehe und eher 3,5 als 4 Sterne gebe. Das Cover ist in Ordnung, dafür gefällt mir der Farbschnitt umso mehr und besonders schön wurden die Klappenseiten mit Bildern der Protagonisten gestaltet. Hinzu kommt der gut verständliche Schreibstil, der die Geschichte gefühlvoll rüberbringt. Was eindeutig fehlt, ist eine Weltkarte, die meiner Meinung nach bei High-Fantasy beinahe Pflicht ist und wenn die Charaktere viel reisen oder durch die Welt fliegen und verschiedene Städte und Stützpunkte besuchen, kommt man ohne eine Karte schnell durcheinander, was schade ist. Allgemein wurde dem Worldbuilding nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, stattdessen wurde sich auf Yessa und Cassim und deren Beziehung fokussiert. Es gibt sehr viel verschenktes Potenzial und hier habe ich mehr Hoffnungen auf den zweiten Band. Trotzdem ist das Terrain mit den Bergen und den Vulkanen interessant.
Die Story ist noch mit das Beste an dem Buch, weil sie stellenweise mit Plottwists und neuen Informationen überrascht und damit zum großen Teil unvorhersehbar bleibt und zudem spannende Kampfszenen von der sonstigen Langeweile ablenken. Insbesondere der Anfang hat mich in das Buch gezogen, da es fesselnd und voller Action beginnt und die Charaktervorstellung punktgenau ist. Das Thema “Drachen” scheint eigentlich auch wieder vorbei zu sein, doch mich hat es hier ziemlich gecatcht und die Diskriminierung von Drachenwandlern sowie der politische Krieg im Hintergrund wurden sehr gut rüber gebracht.
Auf solche Szenen in der Luft habe ich mich gefreut, nur leider hat es stark angefangen und danach wieder stark nachgelassen bis der Spannungsbogen in den letzten wenigen Seiten noch einmal kurz ansteigt und mit einem Cliffhanger den zweiten Teil der Dragonbound-Reihe vorbereitet. Obwohl sich hier auf die zwei Protagonisten konzentriert wird und das große Ganze nur am Rande Erwähnung findet, ist man daran interessiert, was dahinter steckt und wie man diese Diskriminierung und die Rassentrennung beseitigen kann. Dementsprechend folgen ernste Themen auf große Gefühle und das ist der Punkt, bei dem ich mit gemischter Meinung bei der Sache bin.
Yessa und Cassim haben mir einzeln sehr gut gefallen. Beide haben eine eigene Persönlichkeit bekommen, ohne dass sie zu Stereotypen wurden. Sie ist die Captain, die ein geheimes Ziel verfolgt und gar nicht so stark hinter den Werten der drachenhassenden Armee steht, wie sie vorgibt. Wenn man sie näher kennenlernt, merkt man, dass sie ihre Kindlichkeit und Naivität ein Stück weit behalten hat und auf eine positive Zukunft hofft. Es geschehen tragische Sachen, vor allem am Anfang, was sie uns Lesern näher bringt. Auch Cassim muss sich als Drachenwandler einer harten Gegenwart und einer noch härteren Vergangenheit stellen. Dabei steht sein Überleben ganz oben und dahinter steht er auch, während er langsam Gefühle zulässt. Beide haben Geheimnisse, die wir nach und nach erfahren und die Story spannender gestalten.
Nur zusammen gepasst haben sie nicht wirklich. Aus meiner Sicht gab es keine Chemie zwischen ihnen und plötzlich wurden aus Hass und Neutralität Annäherungsversuche und erste Anzeichen von Liebe. Manche Szenen, wie zum Beispiel, wenn Cassim mit Yessa allein im Zelt ist, waren annehmbar, alles andere hat nicht gestimmt. Besonders genervt hat mich, dass Cassim alles von Yessa wissen will und sie bei leichter Verunsicherung angemotzt hat, während er riesige Geheimnisse verbirgt, die alles auf den Kopf stellen können und die Loyalität, auf die er so einen Wert setzt, völlig untergraben. Diese Doppelmoral und das Ungleichgewicht der Beziehung stören die Atmosphäre des Romans und wenn es in 70% des Buches darum geht, verliert man die Lust am Lesen.
Insgesamt kann ich die Romantasy wegen der positiven Dinge in der Story weiterempfehlen, doch man braucht Geduld und Zeit für deren Entfaltung!