Cover-Bild Arendal
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Luchterhand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 20.05.2026
  • ISBN: 9783630878249
Karl Ove Knausgård

Arendal

Roman
Paul Berf (Übersetzer)

Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?

Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer Geschäftsreise auf dem Heimweg zu seiner Frau und seinen beiden Söhnen, als sein Auto vor Arendal eine Panne hat und er die Nacht in der Stadt verbringen muss. Es ist Winter und bitterkalt, das Eis erstreckt sich bis zum offenen Meer und ist so dick, dass die Autos darauf fahren können. Dort, fast zu Hause und doch gestrandet, ist es, als würde sich ein Raum auftun, mit ganz eigenen Regeln, ein Raum zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten. Sowohl in der Stadt, wenn er im Dunkeln durch die Straßen wandert, als auch in ihm selbst. Syvert muss eine Entscheidung treffen. Er steht an einer Wegscheide im Leben, und die Frage wird sein: Wird er sich für die Liebe entscheiden?

„Arendal“ ist ein Roman über unmögliche Liebe und das unmögliche Leben. Es geht um Schiffe mit Toten, Feuer und Eis, schwindelerregende Sternenhimmel und einen Mann, der versucht, im Leben Fuß zu fassen.

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Lesejury-Facts

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  • MarieOn hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2026

Aus männlicher Sicht

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Kurz vor Arendal zickte Syverts Wagen. Er war geschäftlich in Kongsberg und auf dem Weg zu seiner Familie. Obwohl er das Gaspedal durchtrat, sank die Tachonadel weiter und pendelte sich auf dreißig Stundenkilometer ...

Kurz vor Arendal zickte Syverts Wagen. Er war geschäftlich in Kongsberg und auf dem Weg zu seiner Familie. Obwohl er das Gaspedal durchtrat, sank die Tachonadel weiter und pendelte sich auf dreißig Stundenkilometer ein. Hinter ihm fuhren drei Autos, die nicht überholen konnten, weil die Strecke unübersichtlich war. Die Nervosität der anderen Fahrer ließ ihn an einer Bushaltestelle rechts ranfahren. Als er ausstieg, um die Motorhaube zu öffnen, spürte er die -20 °C kaum. Ein alter Cortina hielt und der Fahrer kurbelte das Fenster herunter, fragte, ob er helfen könne. „Nein, aber vielen Dank.“

Nachdem er die Motorhaube wieder verschlossen hatte, lief er die Straße zurück, weil er sich an einzelne Häuser erinnerte. Im ersten Haus reagierte niemand auf sein Klopfen. Im zweiten wurde die Tür geöffnet, noch bevor er die Hand heben konnte. Er durfte das Telefon benutzen und rief den Abschleppdienst an, danach erreichte er Evelyn und teilte ihr mit, dass er es heute nicht mehr nach Hause schaffen werde.

In der Werkstatt lieh man ihm einen VW-Käfer, damit fuhr er nach Arendal. Einem Impuls folgend hielt er an der Kirche, in die seine Großmutter immer gegangen war, stieg die Stufen zum Portal hoch, doch die schwere Holztür ließ sich nicht öffnen. Hier hatten sie gestanden, die, die nicht mehr ist und seine Mutter, die alt ist. Er erinnert den Garten, der für ihn der Sonntags- oder Feriengarten war, mit den Obstbäumen, auf die er nicht klettern durfte.

Fazit: Karl Ove Knausgård, einer der wichtigsten norwegischen Autoren der Gegenwart, ist seiner Linie treu geblieben. Er hat in seinem fünften Buch der Morgenstern-Reihe das Thema Einsamkeit zum Thema gemacht, um die Abgründe des menschlichen Daseins zu verdeutlichen. Sein Protagonist ist Mitte dreißig, verheiratet und Vater zweier Söhne. Er findet sein Glück nicht in der Beziehung zu seiner unterkühlten Frau, zu der er als Berufspendler immer wieder zurückkehrt. Aufgerieben zwischen seiner Loyalität, seinem Verantwortungsbewusstsein und der Sinnlosigkeit seines Daseins, versucht er seinen Kummer im Alkohol zu ertränken, bis es aus dem Ruder läuft. Die Autopanne zwingt ihn zu einer Nacht in dem Ort, in dem er aufgewachsen ist. Schlaflos irrt er durch die Straßen und hängt seinen Gedanken nach. Der Autor lotet sehr fein die Sehnsüchte und Beweggründe eines Mannes aus. Die Scham, sich seinen Gefühlen zu stellen, wird so groß, dass er immer exzessiver trinken muss. Am Ende trifft er eine schwerwiegende Entscheidung, vor der er sich lange gedrückt hat. Es geht um Einsamkeit und innere Zerrissenheit. Sehr erhellend nach all den Frauenstimmen der letzten Jahre, auch einmal einem Mann zuzuhören.

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Veröffentlicht am 25.07.2026

Eine Panne im Morgenmstern-Kosmos

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Dies war für mich leider eine Panne im doppelten Sinn. Nicht nur der Protagonist bleibt mit dem Auto liegen im Ort Arendal. Für mich war das auch eine Morgenstern-Panne, denn dieser Roman ist wirklich ...

Dies war für mich leider eine Panne im doppelten Sinn. Nicht nur der Protagonist bleibt mit dem Auto liegen im Ort Arendal. Für mich war das auch eine Morgenstern-Panne, denn dieser Roman ist wirklich äußerst schwach.

Syvert: Ein zutiefst unsympathischer Mensch, der raucht und säuft ohne Unterlass, überall Schnaps versteckt und dann auch noch fremdgeht – nun ja. Und ohne Philosophie kommt er nicht von A nach B. Und wir mit ihm auch nicht. „Das Gewand, das man anlegte, ehe man sich in die Dunkelheit im Vorzimmer des Todes herabsenken ließ, war der Schlafanzug.“ (S. 187)

Alles dauert ewig, ob nun in die Werkstatt für das Auto gefahren wird oder ob Syvert ein Hotelzimmer für die Nacht braucht. Er überlegt, ob er nun seine Mutter besuchen und bei ihr übernachten soll – oder eben nicht. Man könnte auch noch eine Jugendbekanntschaft in Arendal besuchen – oder eben nicht.

Warum nur durfte dieser Roman die Nachfolge der vier so göttlichen Vorgänger antreten? Ich kann das beim besten Willen nicht verstehen. Alles zieht sich endlos hin und es wird geschwafelt (in Gedanken) und noch mehr geschwafelt und als Leser wünscht man sich nur, dass endlich etwas passiert. Und seien es nur betrunkene Ausfälligkeiten im Eigenheim gegenüber zwei Besuchern und das war dann schon ein (trauriges) Highlight. Überhaupt habe ich den Protagonisten auch als extrem familienfeindlich empfunden. Das Geschenk für den Sohn isst er lieber selber auf und kauft ihm nichts Neues. Die Anstrengungen der Gattin werden ebenso wenig gewürdigt, wie die seiner Mutter. Lieber schnell raus, an die Luft, und noch einen Schnaps rein. Im Keller, im Mantel, im Auto, überall ist Schnaps versteckt. Und ja, Wodka lässt sich auch problemlos im Eisschrank verstecken.

Warum hat sich diese unglaublich schöne Russin Asja in diesen Unsympathen verliebt? Schleierhaft für mich! Über seinen Beruf wird wenig berichtet, immerhin spricht er Russisch, kann Autofahren, Holz hacken und den Kamin anzünden.

Vom Morgenstern erfährt man wenig: „Es kamen auch neue (Bilder) dazu … schöne wie das von dem gigantischen Stern am Himmel über dem Haus.“ (S. 140) Oder: „Der riesige leuchtende Stern am Himmel über unserem Haus.“ (S. 157)

Zwischendurch gibt es ein paar zauberhafte Briefe von Asja zu lesen, sorgsam verschlossen in der Aktentasche. Und natürlich führt das wieder zu endlosen Überlegungen, ob man doch lieber zu Asja geht, für immer, als zur Gattin und den zwei Kindern.

Ich habe mehrfach überlegt, abzubrechen und bin dann drangeblieben, weil eben die Vorgänger so unglaublich gut waren.

Was mir auch nicht gefiel: Der ganze Roman ist ein einziger zusammenhängender Brei, ohne Kapitel. Einzig Leerzeilen haben den Text mal unterbrochen oder ein anderer Schrifttyp, z. B. bei Asjas Briefen.

Fazit: Lieber einen der vier Morgenstern-Vorgänger lesen, oder am besten alle nacheinander, aber nicht diesen! Mehr als 2 Sterne hat er leider nicht verdient. Schade.

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