2.Krimi dieser Autorin, der wieder absolut überzeugt
Erst diesen Monat habe ich Autorin Jo Ann Martin mit ihrem Vulkaneifelkrimi "Tod unter Wacholdern" für mich entdeckt. Dieser Band 1 war so unwahrscheinlich gut, dass ich direkt Band 2 "Glühender Schnee" ...
Erst diesen Monat habe ich Autorin Jo Ann Martin mit ihrem Vulkaneifelkrimi "Tod unter Wacholdern" für mich entdeckt. Dieser Band 1 war so unwahrscheinlich gut, dass ich direkt Band 2 "Glühender Schnee" lesen musste!
Wieder wird eine Leiche in dem kleinen Örtchen Loogh gefunden. Mitten auf dem Dorfplatz. Es stellt sich heraus, dass es ein Fahrradtourist war. Rafael Novak aus Bosnien. Aber warum hat er in einem leerstehenden, verwahrlosten Haus ohne Wasser und Strom gewohnt? Obwohl wieder die Dienststelle Wittlich zuständig ist, ermittelt natürlich an vorderster Front, der bereits aus Band 1 bekannte Hauptkommissar Leo Werner und auch Alexandra Cameron, die gemeinsam mit zwei Freunden ein Ferienhaus in Loogh besitzt, mischt sich auf recht unkonventionelle Art und Weise ein. Es stellt sich heraus, dass Rafael wohl doch kein einfacher Tourist war, denn in seiner Unterkunft wird eine Waffe gefunden. Hat man es eventuell mit dem organisierten Verbrechen zu tun, denn warum sollte ein Tourist mit einer Waffe mit Schalldämpfer erschossen werden?
Auch dieser Krimi ist wieder so viel mehr als ein einfacher Krimi! Es geht um Waffenschieberbanden, aber auch und vor allen Dingen um den Jugoslawienkrieg. Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang nicht ganz leicht gefallen ist, die verschiedenen Erzählstränge zu erfassen, denn ich war überhaupt nicht in dem Thema des Krieges Anfang der 1990 er drin. Ich hatte aber einfach nur Angst etwas nicht zu begreifen, oder zu überlsesen. Ab etwa dem zweiten Drittel habe ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen können! Die verschiedenen Erzählebenen haben das Buch super spannend gemacht. Die Charaktere waren sehr stark und durch die Beschreibungen ihres Privatlebens auch so echt. Besonders gefallen haben mir die Gedanken des Mordopfers während seiner letzten Stunden, während seines Sterbens (alles kursiv gedruckt, daher leicht zu erkennen).
Für mich war es sehr emotional, Rafael beim Sterben zu begleiten und die Beschreibungen der Kriegsgeschehnisse ... auch hart!
"Glühender Schnee" glänzt natürlich auch mit viel Lokalkolorit.
Was mich bei anderen Krimis/Thriller stört: das Ende kommt so plötzlich und meist viel
zu kurz
Das ist bei dieser Autorin ganz anders! Das Ende hat auch einen hohen Stellenwert, so dass keiner dieses Buch unbefriedigt beendet. Man begreift die Zusammenhänge letztendlich ganz genau und auch der Titel "Glühender Schnee" erschließt sich.
Für mich war dieser Vulkaneifelkrimi wieder ein ganz besonderes Highlight, in dem auch der Witz und Wortwitz niemals zu kurz kommt! Ich glaube, nein, ich bin sicher, von Jo Ann Martin ist noch viel zu erwarten!
Formulierungen, die mir besonders gut gefallen haben:
Seite 21
Es ging doch nichts über klar formulierte Vorurteile.
Seite 104
Schnitzel à la mobile ethnische Minderheit mit Migrationshintergrund (= Zigeunerschnitzel. Kennen sicher viele, mir war es neu!)