Platzhalter für Profilbild

DithmarscherDeern

Lesejury Star
offline

DithmarscherDeern ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DithmarscherDeern über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2026

Bilderbuch, das auch Erwachsenen gefällt!

Die frechen Friesen
0

Denkt man an die Küste, so denkt man unwillkürlich auch an Möwen - die gehören einfach dazu! Aber wer sie kennt, weiß, dass man ihnen überhaupt nicht trauen kann! Sie klauen, was das Zeug hält!

Im Bilderbuch ...

Denkt man an die Küste, so denkt man unwillkürlich auch an Möwen - die gehören einfach dazu! Aber wer sie kennt, weiß, dass man ihnen überhaupt nicht trauen kann! Sie klauen, was das Zeug hält!

Im Bilderbuch von Lisa Hildner, erschienen beim Boyens Buchverlag, heißen die Möwen "Die frechen Friesen". Auf 36 Seiten werden neun kleine Geschichten rund um die diebischen Möwen erzählt.
Meist sind es unbedarfte Touristen, die sich beklauen lassen. Seien es das Fischbrötchen, die Salami, die Pommes, die Pizza, oder sogar Schmuck oder Souvenirs. Auch muss man aufpassen, dass man keine Möwen-Schiete abbekommt!
Sehr gut hat mir gefallen, dass die kleinen Geschichtchen in Reimform sind. Das gefällt den Kindern beim Vorlesen besonders gut! Die Altersempfehlung ist mit vier Jahren angegeben. Es sind einige, wenige Worte im Text, bei denen ich mich frage, ob kleine Kinder sie verstehen, aber, hey, der Vorleser ist ja dabei und kann erklären! Mit Sicherheit ist das Buch mit den lustigen Gegebenheiten auch für Erwachsene etwas ... vielleicht zur Einstimmung auf den Urlaub an unseren schönen Küsten!
Ganz wunderbar sind die Illustrationen von Lea Drews! Schon auf dem Cover blicken einen die frechen Friesen an, so dass man sofort Lust bekommt, im Buch zu schmökern!
Das Buch spiegelt in sehr unterhaltsamer und lustiger Weise die Realität wieder. Man könnte meinen, dass hier übertrieben wird, aber genauso ist es ... die frechen Friesen schnappen das Fischbrötchen (und nicht nur das!) weg.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.07.2026

Großartiger Auftakt!

Sturmland
0

Geht man in eine Buchhandlung und sieht den Roman "Sturmland", so braucht man gar nicht schauen, wer es geschrieben hat. Die Cover der Romane von Miriam Georg haben einen enormen Wiedererkennungswert und ...

Geht man in eine Buchhandlung und sieht den Roman "Sturmland", so braucht man gar nicht schauen, wer es geschrieben hat. Die Cover der Romane von Miriam Georg haben einen enormen Wiedererkennungswert und man kann es direkt zuordnen!
Der erste Teil und Auftakt der Dilogie ist wieder bei rororo erschienen.

Umstände bringen die Hamburger Reederstochter Cora dazu, die Stelle der Hauslehrerin bei der totkranken Emmi anzunehmen. Fortan lebt sie auf Norderney, wo sich das Mädchen wegen der Nordseeluft aufhält. Aus Unachtsamkeit und Unwissenheit geraten beide bei einem Ausflug in Seenot, werden aber gerettet. Fortan soll der Insulaner Onnen die beiden "beaufsichtigen". Cora ist empört, fühlt sich in ihrer gerade gewonnenen Freiheit eingeschränkt und mag Onnen nicht, aber im Laufe der Zeit lernen sie sich besser kennen und es entwickelt sich etwas ...

Wie man es bei der Autorin gewohnt ist, tauchen am Anfang fast in jedem Kapitel neue Personen auf und man hat schon Angst, die Zusammenhänge nicht zu begreifen. Aber so nach und nach fügt sich alles wunderbar zusammen. Man lernt sehr viel über das raue Leben auf den Nordseeinseln um 1860 und die Geschichte der Seebäder. Ich fand es super interessant, wie z.B. die Medizin damals verstanden wurde ... heute schlägt man die Hände überm Kopf zusammen und denkt: wie konnten die nur?
Protagonistin Cora ist eine sympathische junge Frau, die für damalige Verhältnisse skandalös freiheitsliebend, schlau und feministisch eingestellt war. Auf den Inseln muss sie sich an ein komplett neues Leben und auf ganz andere Gegebenheiten einstellen.
Sehr spannend auch die Geschichte über die Seenotrettung, die immer wieder thematisiert wird.
Obwohl ich die bisher erschienenen Romane der Autorin ein klitzekleines bisschen lieber mochte, hat mich auch dieses Buch wieder voll abgeholt. Spannend bis zum Schluss, endet es leider wieder mit einem Cliffhanger und ich warte sehnsüchtig auf Teil 2 "Salzwind"

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.07.2026

Einfach nur genial!

Tod unter Wacholdern
0

Wow, was bitte ist das für ein genialer Debüt Krimi!?
TOD UNTER WACHOLDERN von Jo Ann Martin, erschienen im Eifeler Literaturverlag, trägt den Untertitel VULKANEIFELKRIMI. Aber das ist nicht einfach ein ...

Wow, was bitte ist das für ein genialer Debüt Krimi!?
TOD UNTER WACHOLDERN von Jo Ann Martin, erschienen im Eifeler Literaturverlag, trägt den Untertitel VULKANEIFELKRIMI. Aber das ist nicht einfach ein Krimi ... das ist vielmehr Thriller! So, so spannend! Das Buch hat mich vom ersten Moment an richtig gefangen genommen!
Im Grunde geht es um drei Verbrechen, also quasi drei Erzählstränge, von denen man annimmt, dass sie doch irgendwie miteinander zu tun haben.
Die etwas unkonventionelle Biologin Alex und ihre beiden Freunde Max und Fred treffen sich jedes Wochenende in ihrem gemeinsamen Haus in Loogh, das sie restaurieren. Eines Tages wird in Sichtweite des Hauses eine männliche Leiche, sitzend auf einer Bank auf einem Berg, gefunden. Die nächstgelegene Polizeistation mit Hauptkommissar Leo Werner ermittelt in diesem Fall nicht, da Werner eine Serie von Raubüberfällen aufklären muss. Alex ist im Dorf schon voll integriert und schließt mit der neuen Dorfbewohnerin Kristin bald Freundschaft. Aber irgendwas scheint mit deren Nachbarn Blattschke nicht zu stimmen. Ein übler Kerl, der sie stalkt und vor nichts zurückzuschrecken scheint. Er verbreitet Angst, egal wo er ist.

Alex und ihre beiden Mitbewohner der Wochenend-WG sind mir sehr sympathisch! Quasi alle drei, aber hauptsächlich Alex, kümmern sich rührend um Kristin und helfen ihr. Sie fangen selbst an zu ermitteln. Dabei tauscht Alex sich auch öfter mit Leo Werner aus, der natürlich nicht nur die Raubüberfall, sondern auch den Mord untersucht. Da geht vieles den "kurzen Dienstweg". Die Charaktere sind ausnahmslos sehr authentisch, so dass ich von jedem ein genaues Bild im Kopf hatte. Und da das Buch auch mit viel Lokalkolorit aufwarten kann, hatte ich auch die Gegend um Loogh, wo ich noch nie war, direkt vor meinem inneren Auge.
Der Spannungsbogen reicht von der ersten Seite (mit einem tollen Prolog) bis zur letzten Seite. Man rätselt und ermittelt die ganze Zeit mit um am Ende Festzustellen, dass es doch alles ganz anders als gedacht ist!
Meine absolute Leseempfehlung!

Mein Lieblingszitat Seite 270:
"Billige Anmache", knurrte Fred leise. "Blumen, wie originell! Ich muss bei dem mal einen Grundkurs im Glitschen und Schleimen auf hohem Niveau belegen."

Meine Lieblings Personen des Romans:
Die gesamte Familie Hilgers. Die sind alle so lieb und nett, immer gastfreundlich, helfen einander und ihren Freunden und haben dabei auch keine Probleme damit, Grenzen zu überschreiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2026

Lehrreiches, tolles Bilderbuch!

Ein Nest in den Dünen
0

Ich finde, es ist nie zu früh, schon Kindern die Natur und den sorgsam Umgang mit ihr, näherzubringen!
Daher bin ich auch ganz begeistert von dem Bilderbuch "Ein Nest in den Dünen", das in meiner Heimat, ...

Ich finde, es ist nie zu früh, schon Kindern die Natur und den sorgsam Umgang mit ihr, näherzubringen!
Daher bin ich auch ganz begeistert von dem Bilderbuch "Ein Nest in den Dünen", das in meiner Heimat, an der Nordsee, spielt.
Kinderbuchautorin Nina Kwee hat in diesem Buch auf 36 Seiten die Geschichte vom kleinen Wildkaninchen Mädchen Lotte und dem Brandgans-Paar Elli und Paul erzählt. Lotte sitzt auf einer Düne und genießt einfach nur den schönen Anblick des Meeres, als Elli und Paul auftauchen. Die Beiden sind ein Brandgans Pärchen und suchen einen geeigneten Platz für Ihren Nestbau. Lotte ist natürlich sofort bereit Ihnen zu helfen! Gemeinsam ziehen sie los, auf der Suche nach einem sicheren Platz. Dabei erklärt Lotte ihnen ihr Zuhause. Die Dünen, die Pflanzen (wofür z.B. der Strandhafer gut ist), die Gefahr von Hochwasser, oder auch den Naturschutz. Sie begegnen dabei auch einer Kreuzotter, die zwar nicht gefährlich ist, aber die Eier fressen würde.
Die Kinder lernen in diesem Bilderbuch schon soviel, auf eine nette, unaufdringlich Art und nicht mit erhobenem Zeigefinger!
Die wunderschönen Illustrationen von Jessica Saß tun ihr Übriges dazu. So wissen die Kinder dann auch genau wie Brandgänse, eine Kreuzotter, oder auch Strandhafer und Meersenf aussehen. Ganz vorne im Buch sind zudem noch andere Pflanzen der Dünen- und Wattlandschaft abgebildet und bezeichnet.
Nicht zuletzt lernen die Kinder auch noch, wie schön es ist, sich gegenseitig zu helfen!
Das Buch ist fest gebunden und hat relativ dicke Seiten aus Papier. Es ist also ziemlich stabil.
Empfohlen ist es für Kinder ab 4 Jahren, was es meiner Meinung nach auch gut trifft. Der Text ist kindgerecht und mit zwei bis fünf Zeilen pro Seite auch nicht zuviel zum Vorlesen (lassen).
Uns hat das Bilderbuch aus dem Boyens Verlag viel Spaß gemacht und ich empfehle es allen gerne weiter!
Bestimmt wäre es auch für Urlaubskinder an Regentagen ganz toll!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2026

Ein historischer Krimi, der begeistert

Raub in der Wiener Werkstätte
0

Mit "Raub in der Wiener Werkstätte" von Autorin Beate Maly, ist nun der dritte Teil der Krimi-Reihe um Lili Feigl und Max von Krause im Emons Verlag erschienen. Wie man dem Titel schon entnehmen kann, ...

Mit "Raub in der Wiener Werkstätte" von Autorin Beate Maly, ist nun der dritte Teil der Krimi-Reihe um Lili Feigl und Max von Krause im Emons Verlag erschienen. Wie man dem Titel schon entnehmen kann, handelt es sich um einen (historischen) Krimi. Wie immer, ist auch dieser Teil in sich abgeschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.

Im Wien von 1907 gibt es eine Reihe von Einbrüchen. Die Diebesbande steigt immer Nachts durch offene Fenster in Villen ein und stiehlt teuren Schmuck. Aber dann stirbt eine Frau beim Einbruch und ein sehr teures Collier verschwindet. Für den Fall zuständig ist der gerade zum Oberkommissar aufgestiegene Max von Krause. Wird er den Fall lösen?

Die Autorin hat einen unheimlich tollen Schreibstil. Es ist alles so gut beschrieben, so dass man sich direkt selbst in das Jahr 1907 zurückversetzt fühlt. Außerdem kommt natürlich ein richtiges Wien Flair durch die Sprache auf. Google sei Dank, konnte ich aber schnell herausfinden, was ich nicht wusste. Z.B. "Häfn" = Gefängnis. Auch kann der Krimi mit viel Lokalkolorit glänzen. Dadurch, dass auch das Privatleben von Max und Lili eine Rolle spielt, erfährt man sehr viel über die damalige Zeit, die Arbeits- und Lebensbedingungen. Regelrecht amüsant fand ich, wie Max' Mutter alles dran gesetzt hat, ihren Sohn an die Frau zu bringen. Schlimm genug, dass der Sohn einer Arbeit nachgeht, obwohl er ja von adeliger Herkunft ist! Nun soll es eine Frau mit Geld richten, damit seine Mutter ihren Lebensstil wieder verbessern kann. Aber da hat Max auch noch ein Wörtchen mitzureden! Ihm gefällt nämlich die Reinmachefrau Lili, doch die hält sich zurück. Hat sie doch ein Geheimnis, was die Polizei besser nicht erfährt!
Lili Feigl und Max von Krause sind zwei sehr authentische und sympathische Charaktere!

Mir hat dieser historische Kriminalroman außerordentlich gut gefallen, da er von Anfang bis Ende spannend geschrieben wurde und schließlich dann doch überrascht hat. Ich freue mich auf mehr Krimis von Beate Maly!
Das Cover passt gut in die Zeit und hat Wiedererkennungswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere