Cover-Bild Das Postamt der verlorenen Briefe
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 10.06.2026
  • ISBN: 9783442763283
Laura Imai Messina

Das Postamt der verlorenen Briefe

Roman
Judith Schwaab (Übersetzer)

Von der Autorin des internationalen Bestsellers "Die Telefonzelle am Ende der Welt"

Laura Imai Messina hat eine besondere Fähigkeit, den verborgenen Zauber der Welt einzufangen und uns davon zu erzählen. Jede ihrer Geschichten ist auch eine Reise, die in unser Innerstes führt.

Es gibt eine kleine Insel in der Seto-Binnensee, die wie eine Schiffsschraube geformt ist und nicht mehr als hundertfünfzig Einwohner hat. Die Insel ist wunderschön, voller Licht, aber sie ist mittlerweile fast menschenleer: Die Schulen schließen und die verbliebenen Bewohner werden alt. Eine junge Frau setzt an einem kalten Frühlingsmorgen nach Awashima über. Im Gepäck hat Risa eine geheimnisvolle Tasche voller Umschläge. Denn das kleine »schwimmende« Postamt auf der Insel sammelt Briefe aus allen Teilen Japans und der ganzen Welt. Es sind besondere Nachrichten, Briefe, die aufgegeben, aber keinem Empfänger zugestellt werden können. Risa ist aus einem ganz bestimmtem Grund hier. Ihr Vater ist Postbote, und er hat sein ganzes Leben lang dafür gesorgt, dass kein einziger Brief verloren geht. Wenn sie von ihrem Vater also Hingabe und Zuverlässigkeit gelernt hat, so ist das Erbe ihrer Mutter viel komplizierter. Sie kannte magische Worte, mit denen Waldwesen herbeigezaubert werden konnten, und ihr verträumter Blick leuchtete manchmal plötzlich auf, was anderen verborgen blieb. Ihre Mutter lehrte Risa Poesie und Neugier auf das Unbekannte, denn aus der Begegnung mit dem Unbekannten kann das Außergewöhnliche geboren werden, so sagte sie. Insgeheim hofft Risa auf Awashima persönliche persönliche Aufzeichnungen ihrer Mutter zu finden, denn diese verließ sie viel zu früh und Risas Erinnerungen drohen langsam zu verblassen ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2026

wundervolle Geschichte, berührend und einfühlsam erzählt

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Laura Imai Messina lässt ihren neuen Roman „Das Postamt der verlorenen Briefe“ ebenfalls, wie in „Die Telefonzelle am Ende der Welt“, der mich beeindruckt und neugierig auf dieses Werk gemacht hat, vor ...

Laura Imai Messina lässt ihren neuen Roman „Das Postamt der verlorenen Briefe“ ebenfalls, wie in „Die Telefonzelle am Ende der Welt“, der mich beeindruckt und neugierig auf dieses Werk gemacht hat, vor einem realen Hintergrund spielen. Das „Missing Post Office“ auf der japanischen Insel Awashimi entstand 2013 im Zuge der Kunstausstellung Setouchi Triennale Festival und wurde mit vom damals als „Leiter des Postamtes der Toten“ ernannten Nakata bis heute weitergeführt. Es wurden bislang unzählige Briefe geschrieben, dort aufgehoben, von Menschen, die einen Verlust, beispielsweise durch einen Tod erlitten haben, Erlebnisse nicht loslassen können, auf der Suche nach Jemandem oder Etwas sind, aus Einsamkeit oder Dank schreiben….

Genau dieses Postamt und die Insel Awashimi mit ihren Bewohnern werden zum Handlungsort dieses Romans. Dr. Risa Kato, Tochter eines Briefträgers, der sich schon zu Kinderzeiten um unzustellbare Briefe gekümmert, sie gelesen, Risa vorgelesen, und archiviert hat statt sie, wie es seine Aufgabe wäre, zu entsorgen, auch um ihren Wert zu achten, wird in einem Projekt in eben diesem Postamt der verlorenen Briefe die Flut der eingegangenen Briefe und Postkarten einscannen und archivieren. Sie hat sich freiwillig gemeldet, da sie zum einen alle diese Postsendungen wertschätzt, zum anderen auch darauf hofft, Briefe ihrer Mutter an sie, von der sie weiß, dass sie diese an eben dieses Postamt gesendet hat, zu finden und vieles im Leben ihrer Mutter und auch ihres eigenen besser zu verstehen. Ihre Mutter war sehr zerbrechlich, oft überfordert von der Realität…. Beim Lesen der zu scannenden Briefe erfährt Risa viel über das, was andere beschätigt und sich auch wiederholt, egal woher jemand kommt, regional oder sozial betrachtet, kann sich mit unterschiedlichen Fragen auseinandersetzen…….; mehr verrate ich nicht.

Beeindruckend und ausgesprochen einfühlsam beschreibt Laura Imai Messina, wie wichtig es ist, auch Menschen, die wir nur wenig oder gar nicht kennen wertzuschätzen, unabhängig davon, ob diese einen Einfluss, den man häufig gar nicht direkt wahrnimmt, auf unser Leben haben; sie verdienen alle Wertschätzung, alleine weil sie Menschen sind. Die Suche nach Trost und dem Versuch mit Verlust, Trauer, Einsamkeit und anderem umzugehen, sich durch das Schreiben von Briefen eine Routine aufzubauen, mit seiner belastenden Situation besser klarzukommen, kann man beim Lesen der eingeschobenen Briefe sehr gut nachvollziehen.

Laura Imai Messina, geboren in Rom, wohnt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Tokio. Beim Lesen bemerkt man ständig ihr Hintergrundwissen und ihr Einfühlen in die japanische Lebens- und Denkweise. Nicht nur zur Existenz des Postamts, sondern zu vielen weiteren erwähnten Punkten habe ich im Internet recherchiert, sei es zu den Ruderflußkrebsen oder der Herstellung von senko-hanabi….; neben dem Lesen einer wunderschönen Geschichte habe ich etliches dazugelernt. Wer nach dem Lesen dieses Romans selber einen Brief oder eine Postkarte an das Postamt der verlorenen Briefe schreiben möchte, wird sehr schnell die Adresse finden.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Wie ein kleines Familientreffen

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Die junge Wissenschaftlerin Risa Katō hat sich eine 1-monatige Auszeit von ihrem Job an der Universität genommen, um in einem Postamt auf der kleinen Insel Awashima ein ganzes Archiv voller verlorener ...

Die junge Wissenschaftlerin Risa Katō hat sich eine 1-monatige Auszeit von ihrem Job an der Universität genommen, um in einem Postamt auf der kleinen Insel Awashima ein ganzes Archiv voller verlorener Briefe zu katalogisieren. Als Tochter eines Briefträgers liegt ihr Post am Herzen, die den Weg zu ihrem Empfänger nie gefunden hat. Doch Risa hat noch ein weiteres Ziel, denn sie ist sicher, dass ihre Mutter, zu der sie keine einfache Beziehung hatte, vor ihrem Tod ihre Briefe an das kleine Postamt auf Awashima geschickt. Die muss Risa unbedingt finden, denn vielleicht kann sie dann ja endlich verstehen, was ihre Mutter durchgemacht hat.

„Das Postamt der verlorenen Briefe“ ist bereits der vierte Roman der italienischen Schriftstellerin Laura Imai Messina, die mit ihrem japanischen Ehemann und zwei Kindern bei Tokio lebt. Die Übersetzung aus dem Italienischen verfasste Judith Schwaab. Unter den vier Romanen ist dieser bereits der dritte, der eine Geschichte rund um einen realen Ort erzählt, denn das kleine Postamt auf der Insel Awashima existiert tatsächlich. Dort werden Briefe aufbewahrt, die den Adressaten nie erreichen konnten. Vielleicht, weil derjenige schon verstorben ist, weil es sich um einen Brief in die Zukunft handelt oder an ein unbelebtes Objekt. Die Besucher können sich die Briefe ansehen und einen mitnehmen, falls dieser an sie selbst gerichtet sein sollte.

Um diesen magischen Ort herum baut die Autorin nun ihre Handlung auf. Risa hat stark unter dem wechselhaften Verhältnis zu ihrer Mutter gelitten, die ab einem gewissen Zeitpunkt in ihrer Kindheit kaum noch psychisch für sie zu erreichen war. Seitdem meidet die junge Frau, bis auf ihre beste Freundin Sayaka, den Kontakt zu neuen Menschen und fürchtet, eines Tages wie die eigene Mutter zu werden. Deren Briefe sollen ihr sagen, ob das tatsächlich eintreten wird.

Laura Imai Messina ist wieder ein besonderer Roman gelungen und ich liebe es, dass sie mit ihren Werken einen eigenen kleinen Kosmos erschafft. Dieses Mal sehen wir Charaktere aus allen drei Vorgängerromanen wieder und es fühlt sich wie ein kleines Familientreffen an.

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