Bei "Iss Dich jung" handelt es sich um das ergänzende Rezeptbuch zum zuvor herausgekommenen Erklärbuch des Longevità-Diät- Buches des Prof. Dr. Valter Longo, welches ich im Vorfeld nicht gelesen habe. Die Erklärungen im ungefähr ersten Drittel des Buches scheinen mir eine Zusammenfassung dessen zu sein; von S. 152 - S. 400 folgen dann auf knapp 2/3 des Buches die Rezepte.
Mich hat das Buch sehr überrascht, weshalb ich etwas genauer auf einige Punkte eingehen möchte. Zu Beginn des Buches erläutert der Autor mehrfach, schon fast gebetsmühlenartig, das er selber keine Einnahmen aus dem Erlös des Buches erhält, sondern diese seiner Stiftung zugute kommen, über deren Aufgaben er auch berichtet. Danach folgt ein Update zum Scheinfasten. In den nächsten Kapiteln des Buches wird der Leser über die Essgewohnheiten der Vorfahren im Mittelmeerraum sowie der Mittelmeerdiät und Regionen Italiens, in denen die Bewohner besonders alt werden, informiert und danach, sehr ausführlich, auf einen Spaziergang mitgenommen: Man liest, in welchen Regionen und Restaurants der Autor was gegessen hat und als gesund gilt. Häufig teilt Prof. Dr. Valter Longo seinen Eindruck, dass eben dieses Essen noch viel gesünder wäre, wenn überhaupt oder mehr Gemüse enthalten wäre. Ab S.152 folgen dann die Rezepte: zunächst 4 spartanische Frühstücksideen und dann, ich habe es nicht nachgezählt, 196 andere, die mal ohne, mal mit oder auch ausschließlich aus Kohlenhydratbeilage bestehen und nach Region geordnet wurden. Jedes Rezept ist schnell und einfach zuzubereiten, besteht aus wenigen Zutaten; die Kalorienangaben werden direkt mitgeliefert. Häufig handelt es sich um verschiedene Gemüsesorten, die zusammen gekocht, gesalzen und mit Olivenöl gereicht werden. Es gibt auch einzelne, bei denen beispielsweise Fisch mit zubereitet wird, eben, je nach Region. Den Abschluß bilden 12 internationale Rezepte wie Baba Ganoush (Auberginenpüree), 2 verschiedene, gebackene Falafel, Schwarze Bohnen mit Reis (kenne ich als jeden Tag taugliches Gericht Kubas), Gazpacho, Hummus, Tzaziki, Guacamole, Misosuppe, insgesamt nicht unbedingt neue Ideen für mich.
Leider konnte mich das Buch nicht so ganz überzeugen, aus mehreren Gründen. Zuallerst kann ich nicht nachvollziehen, dass direkt vor den Rezepten, auf S.151, darauf hingewiesen wird, dass man bei dieser Ernährung unbedingt regelmäßig supplementieren muss um Nährstoffmangel vorzubeugen, und zwar alle 3-4 Tage zusätzlich Vitamin-, Mineralstoff- sowie Omega 3 Fettsäuren Gaben als Tabletten oder Kapseln. Da frage ich mich schon, wie gesund diese Ernährung sein soll, wenn sie zu Nährstoffmangel führen wird und stelle fest, dass dieser Weg für mich vermutlich nicht der Beste sein wird. Bezeichnet werden die Rezepte als "Die Rezepte der Hndertjährigen"; zu schade nur, dass der Autor die Rezepte für Personen ab 65 Jahren für ungeeignet einschätzt und ausdrücklich davor warnt, sie so, wie angegeben zu nutzen (S.151). Die Rezepte gibt es im Fließtext; keines davon durch ein Foto ergänzt. Genau das benötige ich eigentlich um mir einen Überblick über das Angebot zu verschaffen und meine Auswahl zu treffen. So müßte ich jedes Rezept, einem Roman gleich, durchlesen und gegebenenfalls markieren, was ich sehr anstrengend und wenig einladend finde. Für mich stellt dieses Buch leider keinen Weg zu einer bessern Ernährung vor.