Sturmkind
Wenn dies ein Abenteuerbuch wäre mit den Naturgewalten, den vielen Erlebnissen auf dem Meer und das Leben auf Inseln, wäre ich mehr als begeistert gewesen. Aber leider ist dies die bittere Realität und ...
Wenn dies ein Abenteuerbuch wäre mit den Naturgewalten, den vielen Erlebnissen auf dem Meer und das Leben auf Inseln, wäre ich mehr als begeistert gewesen. Aber leider ist dies die bittere Realität und ich bin schon sehr enttäuscht darüber, was die Eltern ihren Kindern mit dem Leben auf der Wavewalker zugemutet haben. Suzanne und ihr Bruder John sind sieben und sechs Jahre alt gewesen, als ihr Vater den Segler kaufte und mit der Familie auf den Spuren von Cook die Meere besegeln wollte. Als Zeitraum für seinen Traum hat er sich drei Jahre vorgenommen, doch aus den drei Jahren wurde letztendlich ein ganzes Jahrzehnt. Was als romantische Geschichte begann, erweist sich dann als gefährliches Abenteuer. Sie kamen in schwere Stürme, die Wavewalter wurde beschädigt, das Leben auf dem Schiff war hart, die Kinder mußten mithelfen, die Mutter war desöfteren seekrank, daher würde Suzanne auch noch der Küchendienst übertragen. Das Geld war immer knapp, in den Häfen wurden sie kontrolliert. Es wurden immer wieder Leute auf das Schiff aufgenommen, damit man einigermaßen um die Runden kam, meist war auch das Essen sehr einfach und karg: Es gab aber auch wunderschöne Momente, der Sternenhimmel, die Wale und Delfine in nächster Nähe, Sandstrände, Palmen, exotisches Leben. Aber leider wurde auf die Schulbildung der Kinder kein Wert gelegt, nach vielem Betteln durften sie dann am Fernunterricht teilnehmen. Die Freundschaften, die an den fernen Häfen geschlossen wurden, waren nach Ablegen der Wavewalker wieder zu Ende. Oftmals frönten die Eltern dem Alkohol und mit 15 und 16 Jahren wurden die Kinder in Neuseeland an Land gebracht und die Törn ging ohne diese weiter, die Kinder mußten sich selbst versorgen. Suzanne schaffte ihren Abschluß und konnte In England studieren und erstmals ein selbstbestimmes Leben führen und eine Familie gründen, Als Erwachsene forschte sie nach der Wavewalker, die von den Eltern inzwischen verlassen wurde und begann ihr Leben aufzuschreiben. Ein Buch, das sich über die Jahre auf den Meeren erstreckt und in fünf Teilen gesplittet sit. Vor jedem Kapitel ist eine Landkarte, in der die Reiserouten eingezeichnet sind. Trotz aller Konflikte in der Familie konnte Suzanne sich ihr Leben so aufbauen, wie sie sich es immer gewünscht hat und ich muß staunen, welche Widrigkeiten, Krankheiten, Naturgewalten diese Kinder überlebt haben. In der Mitte des Buches sind sehr eindrucksvolle Fotos, so dass sich der Leser in etwa ein Bild der Familie machen kann,