Cover-Bild Die karierten Mädchen
Band 1 der Reihe "Heimkehr-Trilogie"
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 01.08.2023
  • ISBN: 9783832167158
Alexa Hennig von Lange

Die karierten Mädchen

Roman
Die über 90-jährige Klara ist blind und kann ihr Haus schon lange nicht mehr allein verlassen. Ganz unerwartet wird die Tür aufgestoßen, hinter der sie ihre Vergangenheit verschlossen hat. Ergreift sie ihre letzte Chance, ihr bestgehütetes Geheimnis – die Geschichte ihres Lebens – zu offenbaren?
Siebzig Jahre zuvor: Klara ist überglücklich; mitten in der Weltwirtschaftskrise 1929 bekommt sie eine Stelle als Hauswirtschaftslehrerin in einem Kinderheim in Oranienbaum. Als eines Tages dort ein Baby abgegeben wird, fühlt sie sich der kleinen Tolla auf Anhieb stark verbunden. Bald spitzt sich die wirtschaftliche Lage zu. Klara, die das Heim inzwischen leitet, sucht die Nähe der neuen Machthaber in der Hoffnung auf Rettung. Zu spät erkennt sie, mit wem sie sich eingelassen hat. Und dann ist sie plötzlich selbst in Gefahr: Denn Tolla, das Waisenmädchen, das inzwischen wie eine Tochter an Klaras Seite lebt, ist jüdischer Herkunft.

›Die karierten Mädchen‹ ist der erste Band der ›Heimkehr‹-Trilogie, die vom Ende der Zwanziger- bis in die Sechzigerjahre reicht. Sie ist inspiriert von den Lebenserinnerungen von Alexa Hennig von Langes Großmutter, die diese im hohen Alter auf mehr als 130 Tonbandkassetten aufgenommen hat.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Du darfst deine Emotionen nicht nach außen tragen, denn jetzt herrschen andere Regeln

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Bewegend und fesselnd zugleich. Über die Stärke und gleichzeitige Hilflosigkeit einer jungen Frau in den Vorkriegsjahren.


Die Autorin Alexa Hennig von Lange habe ich durch ihre schönen Beiträge auf ...

Bewegend und fesselnd zugleich. Über die Stärke und gleichzeitige Hilflosigkeit einer jungen Frau in den Vorkriegsjahren.


Die Autorin Alexa Hennig von Lange habe ich durch ihre schönen Beiträge auf Social Media kennengelernt. Sie erzählt in ihren Videos aus ihrem Alltag und von ihren Büchern. Es macht sehr viel Freude ihren geistreichen Erzählungen zu lauschen. Deshalb war ich sehr gespannt auf ihre Romane, in denen sie von ihrer Großmutter erzählt, die im Alter von achtzig Jahren beginnt, ihre Lebensgeschichte auf Tonbänder zu sprechen. Die Großmutter kann nichts mehr sehen und so gibt sie auf diese Art ihr Leben an ihre Nachkommen weiter. Ihre Enkelin bringt diese schließlich zu Papier.
Die Geschichte startet mit Klara im betagten Alter, im Buch ist sie bereits neunzig Jahre, wie sie ihren Alltag meistert und wie sie schließlich die Idee beschleicht, all ihre Erinnerungen festzuhalten und auf zahlreiche Kassetten aufzunehmen. Wir starten mit ihren Erinnerungen in den dreißiger Jahren, noch kurz bevor die Nationalsozialisten die völlige Macht über das Volk übernehmen. Zwar habe ich schon viele Bücher zu den Kriegs- und Nachkriegsjahren gelesen, doch der Beginn allen Übels war mir noch nicht so geläufig und deshalb sehr spannend.
Klara ist eine junge Lehrerin, die die Chance bekommt, in einer Heilanstalt für tuberkulosekranke Kinder zu arbeiten. Sie soll fünfzehn junge Mädchen in Hausarbeit- Gesundheit- und Ernährungslehre unterrichten und noch dazu für die Organisation des Heimes sorgen. Die Zeiten sind schlecht und Arbeitsplätze sind rar. Daher ist diese Anstellung ein wahrer Segen, aber auch viel Arbeit für die junge Frau. Doch Klara stellt sich als eine äußerst tüchtige und qualifizierte Arbeitskraft heraus und übernimmt im Heim immer mehr Verantwortung. Eines Tages wird ein jüdisches Baby zu ihnen gebracht, dem sich Klara annimmt. Von Anfang an scheint das Kind Klara als ihre Bezugsperson zu sehen und auch Klara entwickelt immer mehr Gefühle für das kleine Mädchen namens Tolla. Die Jahre ziehen dahin. Tolla wird mittlerweile von allen als Klaras Kind angesehen, was gleichzeitig aber auch eine immer größere Gefahr bedeutet.
Die Erzählungen von Klara haben mich sehr berührt und auch im Nachgang beschäftigt. Ich konnte ihre verzwickte Lage und ihre Zweifel an der Politik sehr gut nachempfinden und doch konnte Klara nicht öffentlich zu ihrer gesunden Einstellung stehen. Denn es bedeutete Lebensgefahr für sie und ihre Lieben. Die junge Lehrerin, so selbstbewusst, diszipliniert und stark sie auch rüberkam, zeigte sehr viel Gefühl und blieb ihrer Überzeugung treu. Nur äußern durfte sie diese nicht öffentlich, daher umging sie viele Themen sehr geschickt. Das Heim und die Art, wie Klara es leitete, kam sehr liebevoll, idyllisch und behütet rüber. Es entwickelten sich im Lauf der Jahre enge Freundschaften. Ebenso schön mitanzusehen war es, wie sich zwischen Klara und einem jungen Lehrer aus der Stadt eine besondere Liebesbeziehung entwickelte. Mit Gustav hatte Klara einen Menschen gefunden, der genau so dachte wie sie und zu ihr stand, egal was auch kommen sollte.
Die Geschichte wird so fesselnd und intensiv erzählt, dass ich den Eindruck bekam, das Geschehen live mitzuerleben. Ich konnte deutlich spüren, wie grausam und bedrückend es war, all das, was den Menschen angetan wird, mitanzusehen, ohne darauf reagieren zu können. Bücher wie dieses, geben uns sehr wichtige Botschaften für die Zukunft mit auf den Weg und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Auf die Fortsetzung dieser Geschichte, die bereits erschienen ist, bin ich sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Eine authentische Zeitreise an die dunklen Orte unser Vergangenheit aus Sicht einer Kinderheimleiterin, die mich in der Überzeugung zurückließ, dass sich die Geschichte auf keinen Fall wiederholen darf.

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Handlungsüberblick:

»Die karierten Mädchen« ist der erste Band der Heimkehr-Trilogie.

Die 90-jährige und inzwischen erblindete Klara hält ihr bewegtes Leben auf Kassetten fest: Mit 20 Jahren tritt sie ...

Handlungsüberblick:

»Die karierten Mädchen« ist der erste Band der Heimkehr-Trilogie.

Die 90-jährige und inzwischen erblindete Klara hält ihr bewegtes Leben auf Kassetten fest: Mit 20 Jahren tritt sie mitten in der Weltwirtschaftskrise eine Stelle als Hauswirtschaftslehrerin in einem Kinderheim an, in dem bald darauf ein jüdisches Baby abgegeben wird, zu dem sie eine ganz besondere Bindung aufbaut. Während sich ein paar Jahre später die finanzielle Lage des Heims zusehends verschlechtert und sich die politischen Verhältnisse ändern, sucht Klara, die inzwischen Heimleiterin ist, Hilfe bei den neuen Machthabern. Viel zu spät erkennt sie, in welche Gefahr sie sich dabei begibt...

Mein Bucheindruck:

Das Cover schürt durch seine Uneindeutigkeit Neugier. Als Betrachter:in will man ergründen, was es genau mit dem Titel und dem auf dem Cover abgebildeten Kreuz auf sich hat. Auch nach der Lektüre lädt das Kreuz auf dem Buchcover noch zu vielen Überlegungen ein. Einerseits passt es zu dem Titel, andererseits könnte es auch einen Hinweis auf das Hakenkreuz sein, das zu der im Buch behandelten Zeit passt. Außerdem erinnert es auch an eine Kreuzung, an der man sich entscheiden muss, wie es weiter geht. Auch dort lässt sich eine Parallele zum Inhalt des Buches ziehen, da die Protagonistin im Laufe der Handlung mehrere schwerwiegende Entscheidungen zu treffen hat.

Mein Leseeindruck:

Mir fiel es super schwer, das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn im Verlaufe des Buches zusehends Gefahr zwischen den Seiten lauerte. Ich war sehr gefesselt von der Erzählung und fühlte mich richtig in der Zeit zurückversetzt. Ich bin natürlich keine Zeitzeugin, empfand die Schilderungen aber als sehr authentisch und sehr viel nachfühlbarer, als es die Quellen in Lehrbüchern für mich im Geschichtsunterricht waren, was mit Sicherheit zu einem großen Teil an den großmütterlichen Zeitzeuginnenberichten liegt, auf die die Autorin zurückgreifen konnte, um sich mit ihrer Familiengeschichte literarisch auseinanderzusetzen. Die von Alexa Hennig von Langes Großmutter aufgenommenen Kassetten bilden den Ausgangspunkt für das Buch und sind ein wahrer Schatz.

Der Struggle zwischen persönlicher Überzeugung und finanziell-gesellschaftlichen Zwängen und wie schwer es manchmal ist, richtig und falsch auseinander zu halten, werden in dem Buch gut deutlich. Klaras Geschichte hat mich tief bewegt und mir noch einmal bewusst gemacht, dass sich so eine Schreckensherrschaft nicht wiederholen darf. In dieser Hinsicht leistet das Buch einen wichtigen politischen Beitrag.

Übrigens kann ich es kaum erwarten, mich zurück an Klaras Seite zu begeben und hoffe natürlich, dass die weiteren Bände ein Happy-End für uns bereithalten.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Die karierten Mädchen« wird durchgehend in der dritten Person erzählt, besitzt aber zwei Zeitebenen. Ich mochte die Zeitsprünge zwischen der Aufnahmesituation und dem Eintauchen in die Erinnerungen von Klara, die ein komplexes Bild von ihr zeichneten und ihre Vielschichtigkeit unterstrichen.
Auch fand ich es super spannend, wie unterschiedlich die junge Klara und die gealterte Klara auf mich wirkten. Auf diese Weise wurde sehr gut deutlich, wie prägend die geschichtlichen Ereignisse für die Menschen waren und wie sehr sie durch sie verändert wurden.

Mein Abschlussfazit:

»Die karierten Mädchen« ist eine authentische Zeitreise an die dunklen Orte unser Vergangenheit aus Sicht einer Kinderheimleiterin, die mich in der Überzeugung zurückließ, dass sich die Geschichte auf keinen Fall wiederholen darf.

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