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Veröffentlicht am 18.05.2026

Mein Sommerhighlight - Kein Sommer mehr ohne Carley Fortune

Der Sommer unseres Lebens
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Die Autorin schafft die perfekten Sommer Vibes. Ein traumhaftes Setting und eine prickelnde Liebe, die man niemals vergisst. Ich liebe es!


Von der ersten Seite an habe ich dieses Buch geliebt. Die Autorin ...

Die Autorin schafft die perfekten Sommer Vibes. Ein traumhaftes Setting und eine prickelnde Liebe, die man niemals vergisst. Ich liebe es!


Von der ersten Seite an habe ich dieses Buch geliebt. Die Autorin weiß einfach, wie man die schönsten Liebesgeschichten schreibt. In diesem wunderschönen Sommerroman hat wieder alles mehr als gepasst, es war großartig.
Bisher haben mich alle Bücher der Autorin begeistert. Ihren ersten Roman „Fünf Sommer mit dir“, an den diese Geschichte anschließt, habe ich allerdings noch nicht gelesen. Damals spielten Sam und Percy die Hauptrolle. Heute geht es um Sams Bruder Charlie und um Alice, die mit siebzehn Jahren schon einmal in Berry’s Bay ihren Sommerurlaub verbracht hat.
Das Setting, mit dem Haus am See und direkten Zugang zum Wasser, klingt nach einem Sommertraum. Alice verbringt die Zeit von Juni bis August allein mit ihrer Großmutter an diesem See. Großmutter Nan braucht nach einer OP dringend Erholung. Auch für Alice ist diese Abwechslung längst überfällig. Denn nach der Trennung von ihrem Ex stürzte sie sich Hals über Kopf in die Arbeit. Im Haus am See ist endlich Zeit, um wieder zu sich selbst zu finden. Sowohl für Alice als auch für ihre Gandma. Denn auch diese verbirgt ein Geheimnis, dem ich erst im späteren Verlauf der Geschichte auf die Spur kam. Perfekt abgelenkt wurde ich dafür aber von Alice und Charlie. Diese Zwei sorgten für ausgezeichnete Unterhaltung. Ich kann nicht aufzählen, wie oft mich die Beiden durch ihre schlagfertigen Kommentare zum Lachen brachten. Jeder Austausch zwischen ihnen war ein Erlebnis. Dass es dabei ordentlich knistert und später ziemlich heiß wird, war eigentlich klar.
Doch Charlie, der sich im benachbarten Elternhaus eine Auszeit nimmt und vom Vermieter die Aufgabe hat, im Haus von Alice und ihrer Großmutter nach dem Rechten zu sehen, hat im Ort den Ruf eines Casanovas. Für einen wie ihn hat Alice nun wirklich keinen Platz in ihrem Leben. Weil sich die Zwei aber fast ständig über den Weg laufen und Charlie Alice dabei helfen will, eine Bucket List im Urlaub abzuarbeiten, entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Durch ihre ständige Flirterei ist es auch offensichtlich, dass beide mehr wollen. Sie wären das perfekte Paar, auch für später, wenn Charlie nicht einen Grund hätte, sich nicht enger mit Alice einzulassen.
Nach diesem Buch ist mir klar, ich möchte keinen Sommer mehr ohne ein Buch von Carley Fortune verbringen. Die Autorin schafft die perfekten Sommer Vibes, lässt es Prickeln und Knistern, was das Zeug hält, und sorgt für viele schöne Glücksmomente. Ich liebe es einfach, einen Roman der Autorin zu lesen. Diese Geschichte hat von Anfang bis Ende mein Herz berührt. Bisher hat es jeder Sommerroman von ihr geschafft, ein Highlight für mich zu werden. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass in diesem Jahr sogar ein weiterer Roman von ihr erschienen ist. Diesen Sommer kommen wir also gleich zweimal in den Genuss, eine Liebesgeschichte der Autorin zu lesen. Sie alle sind unabhängig voneinander lesbar. Ich habe zwar die Vorgeschichte, also Band eins, zu diesem Roman schon parat liegen, aber noch nicht gelesen. Natürlich bin ich jetzt neugierig auf den bedeutenden Augenblick, in dem Alice und Charlie sich das erste Mal begegnen. Denn im Verlauf dieser Geschichte fand dieser besondere Moment immer wieder Erwähnung. Ansonsten hatte ich nicht das Gefühl, den ersten Band kennen zu müssen, um mich in dieser Geschichte wohlzufühlen. Von mir gibt es für dieses Buch jedenfalls eine absolute Herzensempfehlung, für alle, die sich nach einer unvergesslichen Sommerliebe sehnen. Für mich ist dieses Buch ein Sommerhighlight.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ich liebe es mit Otto auf Reisen zu gehen

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Eine sehenswerte und erlebnisreiche Reise nach England, die Lust macht, sie gleich nachzahmen.

Es ist wieder so weit. Der Zauberbus Otto geht auf Tour. Dieses Jahr fährt er zusammen mit Freda, Arthur ...

Eine sehenswerte und erlebnisreiche Reise nach England, die Lust macht, sie gleich nachzahmen.

Es ist wieder so weit. Der Zauberbus Otto geht auf Tour. Dieses Jahr fährt er zusammen mit Freda, Arthur und ihrem Papa Martin nach England. Das kann nur spannend werden. Denn es geht mit einem Zug, in den auch Otto reinpasst, durch den Eurotunnel. Otto hat Angst. Doch seine neue Familie versucht ihm die Angst zu nehmen. Anschließend geht es weiter zur Tower Bridge, zum Buckingham Palace und zu vielen weiteren Sehenswürdigkeiten Englands. Sie campen und musizieren gemeinsam mit ihrer Tante Lissy und deren Dackel Daisy, die sie unterwegs einsammeln, weil sie in England wohnen. Also reisen sie zu fünft weiter von einem besonderen Ort zum nächsten und erleben eine wunderbare Zeit zusammen. Untermalt wird die abenteuerliche Tour natürlich wieder von den einzigartigen und zuckersüßen Illustrationen, wie wir sie auch aus den Vorgängerbänden kennen. Ich liebe es, mir die vielen liebevollen Zeichnungen anzuschauen. Es gibt unglaublich viel zu entdecken und es macht Spaß, die witzige und einfallsreiche Gestaltung zu betrachten. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es so manche kleine Geschichte. Kurz und knapp, aber wer will, kann die Themen gern erweitern. Außerdem werden die Kinder, wie immer, aufgefordert, etwas im Buch zu finden, oder Fragen zu beantworten. Es kann nicht langweilig werden.
Gut gefällt mir an den Reisen, die Otto mit den unterschiedlichen Familien unternimmt, dass ich jedes Mal eine neue Familienkonstellation vorfinde. Wir hatten schon eine Familie mit einem Kind, mit drei Kindern, mit Zwillingen, eine Patchworkfamilie und diesmal ist es nur ein Elternteil, der mit seinen Kindern in den Urlaub fährt. So unterschiedlich, wie wir es im echten Leben auch vorfinden. Die Reise nach England ist bereits die fünfte, die ich mit Otto unternehmen durfte. Jede einzelne hat mir riesigen Spaß gemacht, weil sie so harmonisch, liebevoll und bunt erzählt wird.
Am Ende des Buches findet man eine kleine Info zur Autorin und Illustratorin und wir können, für unsere eigenen Englandtour, ein paar wichtige englische Wörter und Sätze lernen.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Für mich ein perfekter Wohlfühlroman

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer
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Wohlfühlroman mit wunderschönen Eindrücken von Irland und einer Protagonistin mit einigen Baustellen in ihrem Leben, die nur darauf warten, aufgearbeitet zu werden.


Irland, eine wunderschöne Landschaft, ...

Wohlfühlroman mit wunderschönen Eindrücken von Irland und einer Protagonistin mit einigen Baustellen in ihrem Leben, die nur darauf warten, aufgearbeitet zu werden.


Irland, eine wunderschöne Landschaft, leckere Kuchen, andere Köstlichkeiten und herzliche Menschen, was braucht es mehr, um glücklich zu sein? Zumindest hat mir diese perfekte Mischung im Buch schon einige Glücksgefühle beschert. Es war so schön, in diese Geschichte abzutauchen.
Kayla wohnt seit zehn Jahren in Berlin. Für mich wirkte es wie eine Flucht aus ihrem alten Leben, als sie als junge Erwachsene ein Praktikum in der deutschen Großstadt gemacht hat und auch geblieben ist. Denn die Erinnerungen an die Heimat in Irland sind nicht alle positiv. Aus diesem Grund hat Kayla sich auch in den vergangenen Jahren kaum dort sehen lassen. Als ein sehr trauriger Anlass sie zwingt in das Haus ihrer Großmutter zurückzukehren, bemerkt auch Kayla, wie sehr sie die Landschaft, die Luft und das Meer vermisst hat. So wie ihre beste Freundin, die Großmutter und andere liebe Menschen aus ihrem damaligen Umfeld. Trotzdem sind viele Dinge aus der Vergangenheit noch nicht bereinigt und verleihen Kaylas Aufenthalt einen leicht bitteren Beigeschmack.
In dieser Geschichte bekam ich also nicht nur ein gutes Gefühl vom wunderschönen Land, welches die Autorin sehr anschaulich beschreibt, ich durfte auch in Kaylas Familiengeschichte eintauchen, die eigentlich ziemlich traurig verlief und einige Baustellen hatte. Es war höchste Zeit, dass Kayla in ihre Heimat zurückkehrt und sich ihrer Vergangenheit stellt. Kaylas Aufenthalt in Irland sollte aber nicht nur für familiäre Klarheit sorgen. Während sie auf sehr viele liebe Menschen trifft, herzlich empfangen wird, begegnet sie auch einem Mann, der ihr auf gleicher Ebene begegnet. Ganz anders als sie es von ihrem Partner Ben gewohnt ist. Letztendlich erkennt Kayla, dass es mehr in ihrem Leben zu verändern gibt, als ihr ursprünglich klar war. Es war sehr schön, Kayla bei ihrer Entwicklung und all den Veränderungen zu beobachten. Es gibt viele sehr herzliche, berührende und auch traurige Szenen. Dennoch konnte ich jede Seite genießen. Die tiefgehende Handlung wurde nie zu schwer, sondern blieb spannend und harmonisch. Für mich ein absolutes Wohlfühlbuch mit wunderschönen Eindrücken von Irland und ein absolut gelungener Debütroman der Autorin. Ich würde mich sehr über weitere Bücher von ihr freuen!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Alles hat seinen Grund

Im Licht der Morgendämmerung
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Eine Geschichte über Verlust, Hoffnung und die Kraft der Liebe. Wie der Verlust eines Menschen den Blickwinkel verändern kann.


Der zu frühe Tod eines geliebten Menschen ist schwer zu begreifen. Die ...

Eine Geschichte über Verlust, Hoffnung und die Kraft der Liebe. Wie der Verlust eines Menschen den Blickwinkel verändern kann.


Der zu frühe Tod eines geliebten Menschen ist schwer zu begreifen. Die Autorin Anita Wexenberger hat genau diese Tragik zu ihrer Geschichte gemacht. In diesem Buch geht es um Joshua, der schon als Kind seine Mutter und schließlich auch seine Partnerin nach nur wenigen Jahren ihrer glücklichen Beziehung verloren hat. Nicht durch eine Trennung, sondern durch den Tod. Zu einer gemeinsamen Familiengründung kam es nie.
Ebenso treffen wir auf Ellena. Sie hat alles von dem Joshua nur träumen kann. Sie ist glücklich mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern. Durch Zufälle laufen Ellena und Joshua sich immer wieder über den Weg. Zuerst schenkt niemand diesen Begegnungen eine größere Bedeutung, bis Joshua sich immer mehr nach diesen Zufällen sehnt. Die Jahre vergehen, ein Unfall passiert und all das Glück von Ellena und ihrer Familie liegt in Scherben. Sie verliert ihren Mann und liegt selbst im Koma.
Zwei sehr traurige Schicksale finden hier auf interessante Weise den Weg zueinander. Ich habe ein wenig gebraucht, um die Geschichte richtig aufzunehmen und anzukommen. Aber je besser ich die Personen im Buch und ihre Geschichte kennenlernte, umso näher kamen sie mir. In jedem Kapitel kommt eine andere wichtige Person aus Joshuas und Ellenas Leben zu Wort. Sogar die verstorbene Christin, die Partnerin von Joshua, bekommt eine Stimme. Sie spricht praktisch aus dem Jenseits zu ihrem geliebten Freund und ich muss sagen, ihre philosophischen Beiträge haben mich am meisten berührt. Ich fand so viele schöne Sätze darunter, sodass ich mir einige davon markieren musste. Gerade ihre Worte sollen helfen, den Sinn im Tod zu sehen. Denn wenn jemand die Welt verlässt, passiert das nicht spontan, sondern dieser Mensch macht für etwas anderes Platz. Ich möchte hier nicht zu viel verraten. Wer sich dafür öffnen kann, dass in diesem Buch über höhere Dimensionen hinaus erzählt wird, der sollte die Geschichte unbedingt selbst lesen. Zudem enthalten Christins Worte Antworten auf Fragen, die man sich im Verlauf der Geschichte stellt. Zum Beispiel warum Christin so früh gestorben ist.
Das Thema Nahtoderfahrung und andere Zeichen aus dem Universum, spielen in dem Buch eine bedeutende Rolle. Sie verändern etwas in den Menschen, die wir in der Geschichte antreffen. Vielleicht mag der ein oder andere selbst schon einmal ähnliches erlebt haben. Da ich mich mit dem Thema schon beschäftigt habe, waren mir die Erlebnisse und Zeichen nicht neu, ich empfand sie aber dennoch als sehr spannend. Vielleicht ist die Anhäufung der tragischen Schicksalsschläge in diesem Buch etwas hoch und ich hoffe nicht, dass es vielen Menschen ähnlich ergeht, aber ich bin mir sicher, sie verdeutlichen die Botschaft, die uns die Autorin mit ihrer Geschichte mitgeben will.
Ich muss gestehen, ich war am Anfang sehr skeptisch, was die Beziehung zwischen Joshua und Ellena angeht. Denn da Ellena mit ihrer Familie sehr glücklich war, wollte ich mir nicht vorstellen, dass sie in ihrem Leben auch einen Platz für Joshua hat, denn dann müsste schließlich ihr Ehemann weichen. Selbst als dieser dem tragischen Unfall zum Opfer fällt, konnte ich mir eine neue Beziehung noch nicht vorstellen. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht einmal die Hälfte des Buches erreicht. Es sollte sich noch vieles verändern und entwickeln.
Zwei kleine Kritikpunkte habe ich trotzdem anzumerken, auch wenn das Klagen auf höherem Niveau ist. Ich hätte mir gewünscht, dass die Schrift im Buch etwas größer ist. Gerade zu Beginn fand ich die kleine Schriftgröße sehr gewöhnungsbedürftig. Und die einzelnen Charaktere hätte ich mir etwas individueller erhofft. Bei Christin ist das durchaus gelungen, doch die anderen klangen für mich alle sehr ähnlich. Besonders die sechzehnjährige Hannah hat sich, meines Erachtens, nicht für ihr Alter typisch, sondern schon viel zu erwachsen ausgedrückt. Ab der Mitte des Buches konnte ich das aber komplett ausblenden. Die Handlung fesselte mich immer mehr und ich wollte unbedingt erfahren, ob und wann die Liebe stark genug ist, um noch einmal zwei Menschen zusammenzubringen.
Ich finde, es ist ein Trost spendendes Buch für all die Menschen, die vielleicht schon jemanden verloren haben. Es hilft dabei, nach vorn zu schauen und die Hoffnung auf schöne Zeiten nicht aufzugeben. Es liegt viel an unserer inneren Einstellung, wie wir mit diesem Thema umgehen. Die Liebe ist der Grundbaustein für alles und dieser sollten wir uns öffnen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Das komplexe Verhältnis zwischen Mutter und Tochter

Die Wahrheit über Ann
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Eine Tochter erzählt die Lebensgeschichte ihrer Mutter und vom beschwerlichen und berührenden Weg ans Ende ihres Lebens.


Dieses Buch handelt von Ann und ihrer Tochter Julia. In wechselnden Kapiteln ...

Eine Tochter erzählt die Lebensgeschichte ihrer Mutter und vom beschwerlichen und berührenden Weg ans Ende ihres Lebens.


Dieses Buch handelt von Ann und ihrer Tochter Julia. In wechselnden Kapiteln wird sowohl in der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit erzählt. Anns Kindheit beginnt in England. Als sie ihre Tochter Julia zur Welt bringt, lebt sie schon lange in Frankreich. Die Rückblicke in Anns Vergangenheit werden vom Zeitgeschehen begleitet. Die Autorin baut immer wieder politische wie wirtschaftliche Entwicklungen zu den jeweiligen Zeitpunkten mit in die Geschichte ein. Das Hauptaugenmerk bezieht sich aber auf das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter.
In der Gegenwart erzählt Julia selbst, wie sie sich um ihre Mutter kümmert, die gerade einen Schlaganfall erlitten hat. Sie kämpft im Krankenhaus für eine angemessene Behandlung und versucht mit enormem Aufwand, einen Platz im Pflegeheim zu bekommen. Wie schwer es der Angehörigen in dieser Situation gemacht wird, spürt nicht nur Julia, sondern auch ich als Leser.
Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil mich die Beziehung zwischen Julia zu ihrer Mutter interessierte und weil ich unbedingt Julias langen Weg durch das Labyrinth der Pflegeeinrichtungen begleiten wollte, der mich stark an selbst erlebtes erinnerte. Ich war überrascht, wie sehr Julias Empfindungen während des Krankheitsverlaufs ihrer Mutter den meinen glichen. Ich ziehe meinen Hut vor Julias Durchhaltevermögen, die wirklich alles getan hat, um ihre Mutter bestmöglich versorgt zu sehen. Auf der anderen Seite stimmt es mich traurig, dass die Zustände im Gesundheitssystem überall ähnlich trostlos erscheinen, die Angehörigen machtlos sind und dass diesbezüglich überhaupt keine Besserung in Sicht ist. Vielmehr steuern wir noch schlechteren Umständen entgegen, die einem Angst machen, alt zu werden.
Die Autorin schreibt autofiktional vom Leben ihrer Mutter und ihrem eigenen. In der Ich-Perspektive beschreibt sie offen ihre Gefühle, während sie versucht mit der Krankheit der Mutter klarzukommen. Besonders berührt haben mich die Szenen, in denen ihre sonst so starke und beherrschte Mutter ihrer Hilflosigkeit völlig ausgeliefert war und wie sehr Julia selbst von diesem Anblick betroffen war. Die Autorin macht deutlich, wie schwer es ist mitanzusehen, wenn die sonst so starken Eltern plötzlich hilflos werden.
Spannend fand ich auch das gemischte Verhältnis von Julia zu ihrer Mutter. Um dieses zu verstehen, war es wichtig in die Vergangenheit abzutauchen. Während ich Ann beim Erwachsenwerden begleiten konnte, rückte Julia einer Vermutung immer näher. Sollte sie im Verlauf des Buches tatsächlich ein Familiengeheimnis aufdecken?
Julia fühlte sich nie genug geliebt von ihrer Mutter. Das Verhältnis zwischen den Beiden war nicht immer einfach. Als Außenstehende habe ich es vermutlich inniger empfunden als die Autorin selbst. Hier darf sich jeder selbst ein Urteil bilden. Eine Gemeinsamkeit jedoch hat Mutter und Tochter das Leben lang begleitet, die Liebe zur Literatur.
Interessant fand ich auch, wie deutlich die Entscheidungen der Eltern stets das zukünftige Verhalten der Kinder prägen.
Mit Sicherheit ein Roman, der Mütter und Töchter gleichermaßen berühren kann. Mir hat er, trotz der Schwere die mitschwingt, gut gefallen.

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