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Veröffentlicht am 06.02.2026

Mitansehen, wie eine Familie zerbricht

Alle glücklich
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Die perfekte Familie scheint zu zerbrechen. Authentisch, echt, berührend, mitten aus dem Leben und eine Warnung an uns alle!


Nina, Alexander, Emilia und Ben scheinen auf den ersten Blick eine ganz normale ...

Die perfekte Familie scheint zu zerbrechen. Authentisch, echt, berührend, mitten aus dem Leben und eine Warnung an uns alle!


Nina, Alexander, Emilia und Ben scheinen auf den ersten Blick eine ganz normale Familie zu sein. Das sind sie auch. Aber trotzdem lebt jeder von ihnen in seiner eigenen Welt und die familiäre Gemeinsamkeit bleibt auf der Strecke. Der Vater Arzt, macht ständig Überstunden, die Mutter arbeitet Teilzeit, dafür aber an zwei verschiedenen Stellen. Sie versucht für ihre Kinder da zu sein und bewältigt den Haushalt noch ganz obendrein. Die Tochter ist schwer verliebt und der Sohn, orientierungslos im Studium, verbringt am liebsten Zeit vor dem PC. All das ist heute ziemlich normal. Doch wohin es jeden einzelnen treiben kann, wenn keiner etwas vom anderen mitbekommt, das erfahren wir in diesem Buch.

Als Nina aufhört, nur für alle anderen zu funktionieren und sich nach Feierabend öfter mal mit einer neu gewonnenen Freundin verabredet, kommt einiges ins Rollen. Es kommen Schattenseiten der anscheinend glücklichen Familie zum Vorschein, die sich schon über eine ganze Weile angebahnt haben, nun aber damit drohen, die Familie zu zerbrechen.

Abwechselnd wird hier jeweils aus den Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder erzählt, was ich sehr spannend finde. Man taucht sowohl in die Welt der Erwachsenen als auch in die Welt der Teenager ein. Männer und Frauen denken anders, das wird hier mehr als deutlich und auch die Geschwister unterscheiden sich charakterlich. Ich fand das sehr interessant, da ich selbst Kinder in diesem Alter habe und ich weiß, wie schwer es ist, in der Pubertät eine Nähe zu ihnen aufzubauen oder sie zu halten. Ich habe viele Parallelen gefunden, aber auch einige Unterschiede. Die Familie redet nicht genug miteinander. Jeder kümmert sich vorrangig um seine eigenen Belange und hat seine Geheimnisse. Deshalb bekommt auch keiner vom anderen mit, wie sie sich nacheinander oder fast zeitgleich ins Unglück katapultieren. Es war unglaublich fesselnd und gleichzeitig schockierend zu beobachten, wie sich das Leben der einzelnen Familienmitglieder entwickelt und wie sie sich dabei immer mehr voneinander entfernen. Bis plötzlich die Katastrophe perfekt und nicht mehr aufzuhalten ist.
Das Buch macht etwas mit mir. Es berührt mich, warnt mich und hält mir einen Spiegel vor Augen. Es ist eine Mahnung an jede Familie, besser aufeinander zu achten. Sich einfach mal die Mühe machen, um sich in die Situation des anderen zu versetzen. Wünschen würde ich mir, dass dieses Buch verfilmt wird, denn auch in einem Spielfilm kann ich mir die tragische Entwicklung dieser Familie sehr gut vorstellen. Die Autorin schreibt absolut authentisch und man merkt, dass sie genau weiß, was sie hier tut und wovon sie schreibt. Alle Macken und Schwächen der Protagonisten werden deutlich aufgezeigt. Man beginnt zu vergleichen und sich zu fragen, was man selbst ändern kann, damit man niemals in eine solche Situation gerät.
Ich habe das Buch gesehen, die Autorin erkannt, den Klappentext verschlungen und wusste, diese Geschichte muss ich einfach lesen. Es war die beste Entscheidung, denn ich finde sie ist großartig geschrieben. Für mich ein Highlight, weil dieses Buch einfach so echt ist und perfekt in unsere Zeit passt.


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Veröffentlicht am 28.01.2026

Dieses Buch ist so typisch Frau

Die Liebe, später
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Eigentlich ist alles perfekt, so wie es ist, doch plötzlich beschleichen Kora Zweifel, an ihrer Ehe, an ihrem Leben…


Nach ihrer schweren Herz-OP ist für die einundsechzigjährige erfolgreiche Journalistin ...

Eigentlich ist alles perfekt, so wie es ist, doch plötzlich beschleichen Kora Zweifel, an ihrer Ehe, an ihrem Leben…


Nach ihrer schweren Herz-OP ist für die einundsechzigjährige erfolgreiche Journalistin Kora nichts mehr, wie es war. Beruflich wie auch privat scheint alles im Umbruch. Ihr Mann Anselm ist jetzt Rentner und hat ein festes Ziel vor Augen. Er richtet sich ein, im gemeinsamen Haus, indem er sonst nur am Wochenende war. Anselm wünscht sich einen Teich im Garten, an dem er die Libellen beobachten kann. Doch Kora ist noch nicht so weit. Sie hat noch ein paar Jahre bis zur Rente und eigentlich will sie daran gar nicht denken. Erst einmal braucht sie Zeit, um sich von der OP zu erholen. Ihr Arbeitgeber hat ihr einen Aufhebungsvertrag geschickt. Sie könnte vorzeitig in den Ruhestand gehen. Doch will sie das? Als ein Freund Kora um Hilfte bittet, weil seine Frau verschwunden ist, beschleichen Kora weitere Zweifel. Ist dieser Frau etwas zugestoßen oder wollte sie sich aus der Beziehung befreien? Kora, als erfolgreiche Journalistin, soll mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gehen. Aber momentan weiß sie nicht einmal, ob sie ihrem Beruf überhaupt noch nachgehen möchte.
Koras Leben scheint gerade ungewollt eine enorme Wendung zu nehmen. Sie sucht nach Perspektiven für ihre Zukunft und reist dafür in ihre Vergangenheit. Die ungewohnte Situation, dass ihr Mann nun mehr Raum zu Hause einnimmt, dazu die langsame Erholung von ihrer Herzoperation, all das ist Neuland für die unabhängige Kora, die ihre Selbstständigkeit und die Zeit mit sich allein immer sehr genießen konnte. Schließlich nimmt sie Reißaus und flieht nach Berlin. Sie trifft sich mit Menschen aus ihrer Vergangenheit und klärt auf, was gedanklich immer im Raum stand. Ständig beschleichen sie dabei Zweifel, ob die Liebe zu Anselm noch genug ist.

Die Autorin hat den Roman sehr anschaulich und stimmungsvoll geschrieben. Mit ihren Beschreibungen zaubert sie eine besondere Atmosphäre. Es schwingt immer ein wenig Melancholie mit. Ich spüre Koras Niedergeschlagenheit und die Sehnsucht nach etwas, dessen sie sich selbst nicht sicher ist. Zu Beginn fehlte mir ein wenig der Bezug zu Kora. Sie kam mit ihrer reservierten Art etwas kühl rüber. Ihr liebevoller Mann schien ihr plötzlich zu viel zu sein. Statt sich darauf zu freuen, dass er von nun an in ihrer Nähe war, ergriff sie die Flucht. Was nicht unbedingt einfach war, denn erst einmal musste sie sich vollständig von ihrer OP erholen. Im weiteren Verlauf der Geschichte konnte ich Koras Zweifel besser nachvollziehen und war neugierig, für welchen Weg sie sich entscheidet. Es war interessant, sie bei den Treffen mit den Menschen aus ihrer Vergangenheit zu begleiten. Warum stand die Trennung von ihrem Ex noch immer im Raum? Warum ist die Beziehung zu ihrer besten Freundin zerbrochen? Wie sehr haben die Geschehnisse ihrer Kindheit ihr Leben geprägt? Es kam mir vor, als würde Kora ihre Vergangenheit noch einmal durchleben, fast wie Abschied nehmen, um neu zu beginnen. Ich glaube viele Frauen beschleichen irgendwann einmal ähnliche Zweifel. Plötzlich muss man sich von seinen Gewohnheiten verabschieden. Der regelmäßigen Arbeit kann nicht mehr wie gewohnt nachgegangen werden, die Fitness ist nicht mehr die gleiche, wir müssen Abschied nehmen von Menschen aus unserem Umfeld und einige schlagen genau dann noch einmal einen völlig anderen Lebensweg ein. Wenn wir Kinder haben, fragen wir uns, wie es ohne verlaufen wäre, haben wir keine, stellen wir uns die gleiche Frage nur umgekehrt. In diesem Buch kommt alles zur Sprache, über das wir Frauen uns regelmäßig den Kopf zerbrechen. Habe ich alles erreicht oder ist da noch mehr? Es ist nicht nur Koras Reise in die Vergangenheit und zurück, die zum Nachdenken anregt, auch die Menschen in ihrer Umgebung haben eine Geschichte. Der Roman erlaubt keine Pause, um mit dem Grübeln aufzuhören. Ich war neugierig, welche Richtung Kora einschlagen wird, was ihr fehlt, was sie sich wünscht und auch was mit der Frau ihres Freundes geschehen ist. Hatte sie ähnliche Zweifel wie Kora? Und wie wird sie sich am Ende entscheiden? Für oder gegen eine Beziehung mit Anselm? Auch wenn ich nicht auf alles eine Antwort bekam, lässt mich der Roman mit einem guten Gefühl zurück.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Du darfst deine Emotionen nicht nach außen tragen, denn jetzt herrschen andere Regeln

Die karierten Mädchen
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Bewegend und fesselnd zugleich. Über die Stärke und gleichzeitige Hilflosigkeit einer jungen Frau in den Vorkriegsjahren.


Die Autorin Alexa Hennig von Lange habe ich durch ihre schönen Beiträge auf ...

Bewegend und fesselnd zugleich. Über die Stärke und gleichzeitige Hilflosigkeit einer jungen Frau in den Vorkriegsjahren.


Die Autorin Alexa Hennig von Lange habe ich durch ihre schönen Beiträge auf Social Media kennengelernt. Sie erzählt in ihren Videos aus ihrem Alltag und von ihren Büchern. Es macht sehr viel Freude ihren geistreichen Erzählungen zu lauschen. Deshalb war ich sehr gespannt auf ihre Romane, in denen sie von ihrer Großmutter erzählt, die im Alter von achtzig Jahren beginnt, ihre Lebensgeschichte auf Tonbänder zu sprechen. Die Großmutter kann nichts mehr sehen und so gibt sie auf diese Art ihr Leben an ihre Nachkommen weiter. Ihre Enkelin bringt diese schließlich zu Papier.
Die Geschichte startet mit Klara im betagten Alter, im Buch ist sie bereits neunzig Jahre, wie sie ihren Alltag meistert und wie sie schließlich die Idee beschleicht, all ihre Erinnerungen festzuhalten und auf zahlreiche Kassetten aufzunehmen. Wir starten mit ihren Erinnerungen in den dreißiger Jahren, noch kurz bevor die Nationalsozialisten die völlige Macht über das Volk übernehmen. Zwar habe ich schon viele Bücher zu den Kriegs- und Nachkriegsjahren gelesen, doch der Beginn allen Übels war mir noch nicht so geläufig und deshalb sehr spannend.
Klara ist eine junge Lehrerin, die die Chance bekommt, in einer Heilanstalt für tuberkulosekranke Kinder zu arbeiten. Sie soll fünfzehn junge Mädchen in Hausarbeit- Gesundheit- und Ernährungslehre unterrichten und noch dazu für die Organisation des Heimes sorgen. Die Zeiten sind schlecht und Arbeitsplätze sind rar. Daher ist diese Anstellung ein wahrer Segen, aber auch viel Arbeit für die junge Frau. Doch Klara stellt sich als eine äußerst tüchtige und qualifizierte Arbeitskraft heraus und übernimmt im Heim immer mehr Verantwortung. Eines Tages wird ein jüdisches Baby zu ihnen gebracht, dem sich Klara annimmt. Von Anfang an scheint das Kind Klara als ihre Bezugsperson zu sehen und auch Klara entwickelt immer mehr Gefühle für das kleine Mädchen namens Tolla. Die Jahre ziehen dahin. Tolla wird mittlerweile von allen als Klaras Kind angesehen, was gleichzeitig aber auch eine immer größere Gefahr bedeutet.
Die Erzählungen von Klara haben mich sehr berührt und auch im Nachgang beschäftigt. Ich konnte ihre verzwickte Lage und ihre Zweifel an der Politik sehr gut nachempfinden und doch konnte Klara nicht öffentlich zu ihrer gesunden Einstellung stehen. Denn es bedeutete Lebensgefahr für sie und ihre Lieben. Die junge Lehrerin, so selbstbewusst, diszipliniert und stark sie auch rüberkam, zeigte sehr viel Gefühl und blieb ihrer Überzeugung treu. Nur äußern durfte sie diese nicht öffentlich, daher umging sie viele Themen sehr geschickt. Das Heim und die Art, wie Klara es leitete, kam sehr liebevoll, idyllisch und behütet rüber. Es entwickelten sich im Lauf der Jahre enge Freundschaften. Ebenso schön mitanzusehen war es, wie sich zwischen Klara und einem jungen Lehrer aus der Stadt eine besondere Liebesbeziehung entwickelte. Mit Gustav hatte Klara einen Menschen gefunden, der genau so dachte wie sie und zu ihr stand, egal was auch kommen sollte.
Die Geschichte wird so fesselnd und intensiv erzählt, dass ich den Eindruck bekam, das Geschehen live mitzuerleben. Ich konnte deutlich spüren, wie grausam und bedrückend es war, all das, was den Menschen angetan wird, mitanzusehen, ohne darauf reagieren zu können. Bücher wie dieses, geben uns sehr wichtige Botschaften für die Zukunft mit auf den Weg und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Auf die Fortsetzung dieser Geschichte, die bereits erschienen ist, bin ich sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Steckt mehr drin, als man vielleicht erwartet

Herzklopfen im schottischen Hafenstädtchen
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Lohnenswerter Roadtrip ins wunderschöne Schottland mit einer Protagonistin, die nach schwerer Trauer mit ihrem Mut überrascht.


Ein Roadtrip durch Schottland schien mir die perfekte Lösung, um den Januar ...

Lohnenswerter Roadtrip ins wunderschöne Schottland mit einer Protagonistin, die nach schwerer Trauer mit ihrem Mut überrascht.


Ein Roadtrip durch Schottland schien mir die perfekte Lösung, um den Januar zu überwinden, auch wenn ich diesen nur im Buch erlebte.
Trotz dem sehr traurigen und berührenden Start mit dem Tod von Antonias Mann Mark, bin ich sehr gut in diese Geschichte gestartet. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Kapitel schön kurzgehalten, sodass man viele kleine Pausen einlegen kann und trotzdem gut vorankommt. Das Cover, sowie der Titel wirken vielleicht etwas altmodisch und sehr idyllisch, da hätte ich mir gern etwas frischeres, moderneres gewünscht. Vielleicht sogar mit einem kleinen Camper abgebildet, damit der Roadtrip erkennbar wird. Vermutlich sollte hier aber die wunderschöne schottische Landschaft im Vordergrund stehen, die sich nun wirklich sehen lassen kann. Vom Äußerlichen sollte man sich, was das Cover angeht, jedenfalls nicht täuschen lassen, denn wir erleben hier eine junge Frau, gerade mal so um die Dreißig, die eigentlich das Leben noch vor sich hat und plötzlich durch einen tragischen Unfall ihren geliebten Mann verliert und somit auch ihren Lebensmut. Ich konnte Antonias Trauer sehr gut nachempfinden, ebenfalls den schweren Start, wieder nach vorn zu blicken. Dafür überraschte sie mich im Verlauf der Geschichte mit ihrem Mut. Denn sie unternimmt eine große Reise durch die schottischen Highlands und das ganz allein. Unterwegs hat sie einige sehr schicksalhafte Begegnungen. Zum einen mit einem Hund und zum anderen mit Jim, dem Polizisten. Sie beide und noch weitere liebenswerte Personen, tragen dazu bei, dass Antonia zuversichtlicher wird und Glück empfinden kann. Auch wenn die Trauer fast ständig gegenwärtig ist, weil Antonia immer wieder an ihren geliebten Mann denken muss, wirkt sie nicht zu schwer. Die atemberaubende Landschaft, die Erlebnisse, die herzlichen Begegnungen, all das verleiht der Geschichte seinen absolut gemütlichen und positiven Charme. Zudem fand ich einige sehr berührende und tiefgehende Zeilen in diesem Buch, die mir sehr gefallen haben. Ob Antonia schon offen für eine Liebe ist und was diese Reiseerfahrung mit ihr macht, solltet ihr unbedingt selbst herausfinden. Ich kann hier nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Ein solch spannender Grundriss eines Hauses ist mir noch nie begegnet

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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Wieder ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, bis zum Ende dranzubleiben. Superspannend erzählter Kriminalroman.


Als ich dieses Buch entdeckt habe, war ich sofort neugierig. Es geht um einen Grundriss ...

Wieder ein Beweis dafür, dass es sich lohnt, bis zum Ende dranzubleiben. Superspannend erzählter Kriminalroman.


Als ich dieses Buch entdeckt habe, war ich sofort neugierig. Es geht um einen Grundriss eines Hauses, indem sich ein versteckter Raum ohne Zugang befindet. Ein junger, auf Okkultismus spezialisierter Journalist, wird darum gebeten, sich diesen Grundriss genauer anzuschauen. Dieser wiederum holt sich einen Architekten zur Seite. So beginnen Spekulationen um Möglichkeiten, warum dieser Raum existiert und wozu er genutzt wurde.
Die Aufmachung des Buches hat mich sofort überzeugt. Ein gebundenes Exemplar mit Farbschnitt und im Innern jede Menge Zeichnungen von Grundrissen des besagten Hauses und weiteren Häusern, denen man im Verlauf der Geschichte näherkommt.
Erst einmal habe ich mir vom ersten Grundriss einen eigenen Eindruck verschafft, ohne zuvor etwas von der Geschichte gelesen zu haben, denn ich wollte wissen, ob mir selbst schon etwas auffällt. Nach und nach fielen mir immer mehr Details auf, die ich ungewöhnlich fand. Zuerst einmal machte mich allein schon ein Kinderzimmer ohne Fenster sehr stutzig, weil das hier in Deutschland überhaupt nicht, oder nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist. Da es sich hier aber um eine Geschichte eines japanischen Autors handelt, lasse ich das mal im Raum stehen, da ich nicht weiß, welche Regeln in Japan gelten. Als ich den Spekulationen des Journalisten und des Architekten folgte, machte mich ihre erste Theorie schon etwas skeptisch. Aus meiner Sicht hätte es etliche Versionen gegeben, warum es diesen versteckten Raum und ebenso das Kinderzimmer ohne Fenster gibt. Sie aber hielten an ihrer Theorie fest und darauf baute sich ihre Geschichte schließlich auf. Wieso genau nur diese eine Möglichkeit von Anfang an galt, erschloss sich mir nicht. Ich habe, um ehrlich zu sein, bis zum letzten Drittel an dieser Story gezweifelt, obwohl sie sehr fesselnd geschrieben war und ich immer wieder eifrig mitgerätselt habe. Zum guten Schluss wurde die Geschichte aber dermaßen spannend, dass ich das Buch überhaupt nicht mehr weglegen konnte. Hier wurde eine mysteriöse Familiengeschichte aufgedeckt. Die Story nahm eine dermaßen interessante Richtung an, dass ich meine Zweifel zu Beginn, gern etwas beiseiteschiebe. Ich habe ein spannungsvolles Buch erwartet und wurde damit bestens unterhalten. Vielleicht muss nicht immer alles absolut nachvollziehbar sein, um unterhaltsam rüberzukommen. Die Idee, eine solche Geschichte über den Grundriss eines Hauses zu schreiben, finde ich ziemlich cool und es hat mir viel Spaß gemacht, mitzurätseln. Ich werde mir diesen Autor, der nur unter diesem einen Namen bekannt ist und seine Identität geheim hält, auf jeden Fall für die Zukunft merken.

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