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Veröffentlicht am 14.10.2020

Kann ein so schmerzvoller Start ein schönes Ende haben?

Wenn das Meer leuchtet
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Ein Neustart am College lässt Marie hoffen, die grausige Vergangenheit auf ihrer letzten Schule hinter sich zu lassen. Doch schon nach wenigen Tagen nimmt das gewohnte Drama erneut seinen Lauf. Marie kann ...

Ein Neustart am College lässt Marie hoffen, die grausige Vergangenheit auf ihrer letzten Schule hinter sich zu lassen. Doch schon nach wenigen Tagen nimmt das gewohnte Drama erneut seinen Lauf. Marie kann nicht so wie sie will und das führt dazu, dass andere sie verachten. Sie ist dermaßen eingeschüchtert, traut sich nicht, den Mund aufzumachen und sich zur Wehr zu setzen. Auch wenn sie die passende Antwort längst parat hat, kommt sie einfach nicht aus ihr heraus. Ihre neuen Mitschüler haben ihre Schwäche schnell erkannt und nutzen ihre Hilflosigkeit schonungslos aus. Miese Spielchen begleiten aufs Neue ihren Schulalltag. Als eines Tages Jayden, einer der beliebtesten Jungs der Schule, für Marie Partei ergreift, scheint sich der Wind zu drehen. Ist das wieder nur ein gemeiner Trick oder steckt tatsächlich eine ernste Absicht hinter seinem Verhalten?
Als ich mit diesem Buch begonnen habe, konnte ich mir fast nicht vorstellen, dass etwas, was so schmerzvoll beginnt, jemals ein schönes Ende nehmen kann. Aber wer Jessica Kochs Bücher kennt, wird wissen, wie gut sie es beherrscht, Emotionen wiederzugeben und den Leser zu berühren.
Über fast die erste Hälfte des Buches begleitete mich die Hoffnung auf eine Wendung. Ich habe jede nächste Seite herbeigesehnt, damit das Drama um Marie endlich ein Ende nimmt und noch etwas Schönes passiert. Zu grausig waren die Mobbing-Attacken ihrer Mitschüler. Mich hat es geschockt, wie herzlos und abgebrüht manche Mitschüler sein können. Und mein größter Wunsch war es, dass dieses schreckliche Spiel endlich ein Ende nimmt.
Als der beliebte Jayden plötzlich hinter Marie steht und ihr zur Hilfe kommt, fiel es mir, genau wie Marie, verdammt schwer, daran zu glauben, dass er es tatsächlich ernst meint. Immer wieder wartete ich auf die große Enttäuschung. Marie hat, abgesehen von ihrer Familie, nie Anerkennung erfahren. Umso schwerer tut sie sich als gerade jemand wie Jayden, Interesse an ihr zeigt. Doch Jayden ist in der Lage, Marie ein Gefühl von Freiheit und Glück zu bescheren und sie lässt sich darauf ein. Aber die Geschichte hätte mich nicht so sehr gefesselt, wenn nicht noch einige Zwischenfälle dafür gesorgt hätten, mir zu zeigen, wie schwer es ist, Liebe oder Anerkennung zu finden.
Dieses Buch ist bereits das vierte, das ich von Jessica Koch gelesen habe. Und jedes Mal frage ich mich aufs Neue, wie sie es meistert, eine so einzigartige Geschichte zu erschaffen. Sie versteht es ausgezeichnet, Stimmungen, Gefühle und Situationen auszudrücken, dass man sich fühlt, als sei man selbst ein Teil der Erzählung. Das Buch strotzt nur so vor großen Emotionen und diese haben mir mehrfach die Tränen in die Augen getrieben. Besonders die bedingungslose Liebe zwischen Marie, ihrem Bruder und ihren Eltern hat mich so sehr berührt, dass ich mir so manche Träne nicht verdrücken konnte. Aber auch Jayden offenbart eine Seite von sich, die man nur liebgewinnen kann.
Zwar habe ich es erst spät gemerkt, aber es hat mich gefreut, dass ich die Protagonisten bereits aus einem anderen Buch der Autorin kannte. Ich erinnere mich sogar daran, dass ich mir damals beim Lesen gewünscht hatte, besonders von Marie etwas mehr zu erfahren. Dieser Wunsch wurde mir mit dieser Geschichte erfüllt.
Wenn ich könnte, würde ich diesem Buch weit mehr als fünf Sterne verleihen. Ich zähle es definitiv zu einem meiner Besten in meinem Bücherregal und bin der Autorin zutiefst dankbar für dieses berührende Leseerlebnis.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2020

Dazugehören ist alles oder lohnt es sich zu kämpfen?

Rules For Being A Girl
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Marin ist eine gute Schülerin und steht kurz vor ihrem Abschluss. Sie liebt die Gespräche mit ihrem Lehrer und nutzt dazu jede Möglichkeit. Sie verbringen viel Zeit miteinander und nichts daran wirkt auf ...

Marin ist eine gute Schülerin und steht kurz vor ihrem Abschluss. Sie liebt die Gespräche mit ihrem Lehrer und nutzt dazu jede Möglichkeit. Sie verbringen viel Zeit miteinander und nichts daran wirkt auf Marin ungewöhnlich. Eines Tages allerdings kommt es zu einer Situation zwischen Beiden, die alles verändern soll. Ein Kuss zwischen Lehrer und Schüler, der eigentlich ganz unbemerkt bleiben sollte und schließlich Marins komplettes Leben verändert. Denn das junge Mädchen fühlt sich dieser Situation alles andere als gewachsen. Als sie Vertrauenspersonen sucht, wird sie von niemandem ernst genommen und sogar zurückgestoßen. Bis sich schließlich fast die ganze Schule gegen sie stellt. Aus einer guten und geliebten Schülerin wird eine Außenseiterin. Und das alles nur, weil sie etwas ausspricht, das niemand hören will. Weil sie sich wehrt, den Mund zu halten und weil sie sich für die Gerechtigkeit einsetzt.
Allein der Klappentext und das Cover haben meine Neugierde auf das Buch geweckt. Vor allem deshalb, weil viele Fragen offenbleiben. Was genau passiert mit Marin und ihrem Lehrer? Was bringt Marin dazu, sich gegen all ihre Freunde zu stellen? Richtet sie sich gegen den Lehrer oder kämpft sie für eine Liebe mit ihm? All das war mir nicht klar und es machte mir Spaß, es herauszufinden. Von Anfang bis Ende behielt das Buch seine Spannung. Genau aus diesem Grund möchte ich auch nicht zu viel von der Story verraten und niemandem die Freude nehmen, es selbst herauszufinden.
Zu seiner eigenen Meinung zu stehen und sich der Menge entgegen zu stellen, dazu gehört jede Menge Mut. Gerade in dem Alter, in dem Marin sich befindet und in dem nichts mehr zählt, als dazuzugehören. Diese Stärke und den Willen dazu muss man ihr hoch anrechnen. Ich habe so deutlich gespürt, wie unangenehm sich manche Situationen für sie angefühlt haben müssen und ich war beeindruckt, wie bereit sie war, zu kämpfen. Sie macht innerhalb des Buches eine spürbare Entwicklung durch und ihr wird von Tag zu Tag bewusster, in wie vielen Situationen des Alltags diese oder eine ähnliche Art von Ungerechtigkeit vorkommt. Mit einer Hand voller Teilnehmer gründet sie einen Buchclub und findet darin Unterstützung und Gleichgesinnte. Sie geben ihr die Kraft, nicht aufzugeben und weiterzukämpfen.
Der Schreibstil hat es mir möglich gemacht, viele Situationen mit Marin genau nachzuempfinden. Viele Emotionen wurden perfekt rübergebracht und sogar Marins Unsicherheit und dem Alter entsprechende Launenhaftigkeit wurden perfekt rübergebracht.
Dieses Buch stellt definitiv nicht nur eine interessante Story dar, sondern gab mir einiges mit auf den Weg, über das ich mir im Nachhinein noch Gedanken machen sollte. Es zeigt auf, dass es sich lohnt durchzuhalten und zu kämpfen, wenn man der festen Überzeugung ist, dass es das Richtige ist. Und es soll darin bestärken, sich zu wehren, wenn sich etwas nicht gut anfühlt. Ich werde dieses Buch sowohl meiner 14-jährigen als auch meiner 12-jährigen Tochter ans Herz legen, denn was ist wichtiger, als die eigenen Kinder stark zu machen?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2020

Echte Freunde bezwingen gemeinsam jede Herausforderung

Endling (2)
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Im zweiten Teil von „Endling“ befindet sich Byx, das Dalkin-Weibchen, weiterhin auf der Suche nach anderen Überlebenden ihrer Art. Diese abenteuerliche Reise bestreitet sie mit ihren Freunden Khara, Tobble, ...

Im zweiten Teil von „Endling“ befindet sich Byx, das Dalkin-Weibchen, weiterhin auf der Suche nach anderen Überlebenden ihrer Art. Diese abenteuerliche Reise bestreitet sie mit ihren Freunden Khara, Tobble, Renzo und Gambler. Gemeinsam betreten sie verschiedene Welten, durchqueren atemberaubende wie geheimnisvolle Landschaften und begegnen dabei unterschiedlich guten, wie bösen Lebewesen. Unweigerlich führt es dazu, dass sie hin und wieder furchteinflößenden Geschöpfen gegenüberstehen und sich gefährlichen Kämpfen stellen müssen. Allerdings halten die Freunde fest zusammen. Gemeinsam als Team, finden sie stets aus den kompliziertesten Situationen einen Ausweg. Doch was passiert, wenn sie einmal getrennt sind? Schaffen sie es auch allein oder nur in einer kleinen Gruppe gegen das Böse anzukämpfen? Die Freunde finden heraus, dass sie kurz vor einem Krieg stehen, denn der bösartige Murdano und eine miese Sorte der Felijagas wollen alle Macht an sich reißen. Werden sie eine Möglichkeit finden, gegen dieses Vorhaben anzugehen und sich gegen den Krieg zu stellen?
Die Autorin Katherine Applegate führte mich zum zweiten Mal in eine lebhaft bunte und fantasievolle Welt äußerst interessanter Lebewesen. Sie schickte mich mit den kleinen Abenteurern auf eine spannende Reise. Einzigartige Bilder liefen auch im zweiten Band vor meinem inneren Auge ab und ich war erneut vom Einfallsreichtum der Autorin überrascht. Für ausreichend Spannungsmomente hat sie ebenso gesorgt. Denn während sie immer wieder neues und unbekanntes Land betreten, begegnen sie gefährlichen Situationen. Es werden aufregende Kämpfe mit seltsamen Kreaturen geführt, die hin und wieder auch grausame und erschreckende Bilder heraufbeschwören. Es entstehen aber auch viele Momente, in denen warmherzige Gespräche unter den Freunden geführt werden. Die positive und freundschaftliche Stimmung beherrscht definitiv das Buch. Denn vor allem geht es hier um eine Geschichte, die zeigt, wie wichtig Freundschaft ist und wie sinnlos es ist, einen Krieg zu führen. Das Zugehörigkeitsgefühl der bunten Truppe kommt also in diesem Band besonders zur Geltung. Ob Mensch oder Tier, alle stehen fest füreinander ein, komme was wolle.
Mich hat schon Band 1, aufgrund seiner einzigartigen und fantasievollen Landschaften, Figuren und Bilder, die sich in meinem Kopf abzeichneten, stark an die unendliche Geschichte erinnert. Auch im zweiten Buch des Endlings war das wieder der Fall. Wer also ein Fan der unendlichen Geschichte ist, wird sich sicherlich auch an der Trilogie des Endlings erfreuen. Meine 12-jährige Tochter und ich haben uns riesig auf diese Fortsetzung gefreut. Nachdem sie nun gelesen wurde, können wir es kaum erwarten, auch Band 3 zu verschlingen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2020

Genieße den Moment und lebe ein leidenschaftliches Abenteuer

For that Moment
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Emmi wünscht sich nichts sehnlicher, als in ihr altes unbeschwertes Leben zurückzukehren. Aber das ist unmöglich. Als sie Hailee, eine frühere Freundin, wiedertrifft, wittert sie darin ihre Chance. Sie ...

Emmi wünscht sich nichts sehnlicher, als in ihr altes unbeschwertes Leben zurückzukehren. Aber das ist unmöglich. Als sie Hailee, eine frühere Freundin, wiedertrifft, wittert sie darin ihre Chance. Sie möchte die letzten Monate ausblenden und für einen Moment zu der Emmi zurückkehren, die sie früher einmal war. In ein ganz normales Leben ohne mitleidige Blicke und übervorsichtige Menschen. Dafür muss sie nur eines, und zwar ihrer Freundin die Wahrheit vorenthalten. Das ihr bei diesem Plan ausgerechnet der arrogante und gutaussehende Vince in die Quere kommt und ihr Leben auf den Kopf stellt, damit hat sie nicht gerechnet. Sie weiß ganz genau, dass Vince für sie Gefahr bedeutet. Trotzdem zieht er sie magisch an und stößt sie genauso mies wieder von sich. Ein Verhalten, das Emmi erschüttert und gleichzeitig ein mächtiges Feuer in ihr auslöst. Doch wie lange hält sie dieses Spiel aus? Denn auch ihr Netz aus Lügen, in das sie sich flüchtet, wird immer enger.
Dieses Buch ist der Wahnsinn!!! Schon nach den ersten Seiten war ich verliebt und wollte, dass es niemals aufhört. Ich habe hier ein unglaublich schönes Leseerlebnis hinter mir und kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich diese Story berührt hat. Selten wurde ich von den Emotionen so sehr gepackt, dass ich ein Buch nicht weglegen wollte, aber gleichzeitig pausieren musste, um dieses gewaltige Liebesgewitter sacken zu lassen. Immer begleitet von der Angst, die Story könnte sich plötzlich verändern und aus dieser einmaligen Geschichte könnte etwas Böses oder gar schrecklich Trauriges erwachen. Etwas, das dem bezaubernden Buch einen negativen Beigeschmack verleiht und mir die Glücksgefühle raubt, die es mir vorher beschert hat. Die liebe Nena Muck hat jede Gefühlsregung mit ihren Worten so lebhaft wiedergegeben, dass ich die Geschichte beeindruckend real zu spüren bekam. Sie hat Momente geschaffen, die mich sämtliche Gefühle auf eine so intensive Weise miterleben ließen, wie es selten jemand vermag.
Ihre Charaktere sind einzigartig und stark. Emmi ist eine bezaubernde und gleichermaßen schüchterne wie mutige Person, in die ich mich, trotz ihrer schwierigen Geschichte, schnell hineinfühlen konnte. Sie steckt in der schwierigsten Phase ihres Lebens und bewältigt diese realistisch, mit bewundernswerter Stärke und enormen Kampfgeist.
Vince ist die Ausgeburt des wahren Bad Boys und so fies er auch sein mag, man kann ihn nur lieben. Ich weiß gar nicht, warum diese Art von Männern auf uns Frauen eine derartige Wirkung ausüben, aber es war einfach genial, diesen Typen mit all seinen Facetten zu erleben! Er hat das Gesamtpaket an Aufregung, Abenteuer, Action und Leidenschaft, das nicht nur Emmi, sondern auch uns Leser erstklassig erfrischt. Er zeigt Emmi was es heißt, zu Leben und zu Lieben und sie genießt jeden Augenblick mit ihm. Auch seine manchmal so abstoßende Art hat seinen Reiz. Man spürt genau, was dahintersteckt und das ist unglaublich heiß. Ich konnte nicht genug von ihm bekommen. Jede neue Seite barg für mich ein neues Abenteuer. Von mir aus hätte es ewig so weitergehen können.
Es kommt wahrhaftig nicht oft vor, dass mich ein Buch so sehr berührt. Eine Lovestory, die vor Leidenschaft und Abenteuerlust nur so strotzt und definitiv das Potential hat, mein Jahreshighlight zu werden. Ich bin Nena Muck von Herzen dankbar für diese Geschichte. Ein ausgezeichnetes Leseerlebnis, das es unbedingt verdient hat, mehr Leser zu erreichen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2020

Die Fahrt ins Ungewisse

Der Tunnel
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Die Fahrt durch den Gotthard-Tunnel ist für den Zugführer Steppach zwar nicht außergewöhnlich, gehört aber noch nicht zur Routine. Denn für die Tunneldurchquerung benötigt ein Zugführer einen Berechtigungsschein, ...

Die Fahrt durch den Gotthard-Tunnel ist für den Zugführer Steppach zwar nicht außergewöhnlich, gehört aber noch nicht zur Routine. Denn für die Tunneldurchquerung benötigt ein Zugführer einen Berechtigungsschein, den auch Steppach in Kürze in der Tasche haben wird. Heute tritt er die Tour durch den Tunnel deshalb noch mit Begleitung an. Wenn alles nach Plan läuft, hat er pünktlich Feierabend und kann bei seiner Familie sein.
Der Schülerin Zarah, die mit ihren Klassenkameraden und der Lehrerin im selben Zug in die Schweiz unterwegs ist, sollte die Reise eine schöne Abwechslung bieten. Ganz überraschend hat ihre Lehrerin aus der Schule eines Berliner Problembezirks die Einladung für diese Klassenreise erhalten. Ein Vorzug, den nicht jede Klasse genießen kann und von dem niemand ahnt, wie stark er ihr Leben beeinflussen wird.
Zur gleichen Zeit, aber nicht im Zug, findet sich auch Zumtobel mit seinen Kameraden zu einem Sondereinsatz im Berg ein. Er gilt als Hauptmann der Reserve, der zwar regelmäßig zum Dienst verpflichtet ist, sich aber ebenso gern auch freiwillig zu den alljährlichen Einsätzen meldet. Hauptberuflich ist er als Bankangestellter tätig und nutzt die Einsätze der Armee als eine willkommene Abwechslung vom Büroalltag.
Der Zugführer, die Schülerin und ein Hauptmann berichten in diesem Buch von ihren Erlebnissen im Gotthard Tunnel. Eine Tour, die sie und alle Mitreisenden niemals vergessen werden. Eine Reise, die ihr Leben viel stärker prägen wird, als sie jemals geahnt hätten. Denn plötzlich hält der Zug an, die Stromversorgung bricht ab und der Albtraum beginnt. Was ist geschehen?
Mehr möchte ich vom Inhalt dieser Story nicht verraten. Denn das Schöne an diesem Buch ist es, dem Geschehen Seite für Seite selbst auf die Spur zu kommen.
Ich muss gestehen, dass ein Thriller nicht zu meinem üblichen Genre zählt. Vermutlich war das der Grund, warum ich mich an den Stil der Erzählung erst gewöhnen musste. Von den Protagonisten mochte ich am liebsten die Schülerin Zarah, denn ihr Erzählstil war sehr einfach leicht zu verfolgen. Auch ihre Lehrerin war mir sehr sympathisch. Sie wusste perfekt mit ihrer Situation umzugehen. Beim Hauptmann Zumtobel drehte sich vieles um seinen militärischen Dienst und alles was damit verbunden ist. Gerade bei ihm verlief die Erzählung oft sehr sachlich, was es mir manchmal erschwerte, in der Story zu bleiben. Der Zugführer Steppach hingegen war für alles rund um den Zugverkehr zuständig, bot stets seine Hilfe an und sorgte für seine Passagiere. Dennoch war er froh, das Handeln Zaras Lehrerin überlassen zu können, als diese sich anbot. Sie zog schnell die nötigen Schlüsse und setzte diese mit Hilfe ihrer Schüler sinnvoll um.
Trotz meiner anfänglichen Schwierigkeiten empfand ich das Buch durchgehend interessant. Im kompletten Verlauf der Geschichte begleitete mich der Wunsch, mehr zu erfahren. Der Ablauf erinnerte mich stark an den eines Katastrophenfilms. Es war spannend, die Entwicklungen mitzuverfolgen. Besonders aufregend war es, zu beobachten, wie die Menschen mit ihrer Situation fertig werden mussten und Lösungen entwickelten. Der Autor gewährt uns hier einen Einblick auf eine fast unmögliche und schreckliche, aber vorstellbare Katastrophe und ihre damit einhergehenden Folgen. Zum Schluss lässt er uns in eine Zukunft blicken, die zwar unserer Lebensweise ähnelt, in der Rollenverteilung aber eine ganz andere ist.
Ein Buch, das uns ein Bild vor Augen führt, von dem wir eigentlich nichts wissen wollen, es aber trotzdem herausfordern, indem wir uns der Natur entgegenstellen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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