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Veröffentlicht am 19.06.2020

Auch die besten Freunde haben ihre Leichen im Keller

Wozu wir fähig sind
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Unauffällig und völlig selbstverständlich haben sich Alexander und seine Begleitung Leonora unter die Leute gemischt. Alexander scheint eine fast unheimliche Freude daran zu haben, mit den Menschen in ...

Unauffällig und völlig selbstverständlich haben sich Alexander und seine Begleitung Leonora unter die Leute gemischt. Alexander scheint eine fast unheimliche Freude daran zu haben, mit den Menschen in seinem Umfeld zu spielen. Er hat einen Plan, nur welchen, das gibt er nicht bekannt. Immer an seiner Seite ist Leonora. Sie ist still und geheimnisvoll. Irgendetwas aus ihrer Vergangenheit bereitet ihr Probleme. Ob sie Alexanders Freundin ist, das weiß niemand so genau. Beide finden sich plötzlich in einer Gruppe junger Leute wieder, die sich alle in irgendeiner Form untereinander kennen. Ob nun von der Uni oder von der Zeit davor, jeder von ihnen hat eine Geschichte. Doch wie diese zusammengehört, dass soll der Leser erst später erfahren. Alina und Patrick sind schon seit langer Zeit ein Paar. Alles wirkt perfekt in ihrer Beziehung. Doch als Alexander auftaucht, ändert sich das. Alina weiß, dass Alexander etwas Gefährliches in sich trägt und trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Robin, ein Freund von Alina, fühlt sich hingegen zu Alexanders Begleitung Leonora hingezogen. In welcher Form ihm das nachher zum Verhängnis wird, dass müsst ihr natürlich selbst herausfinden.
Erst einmal möchte ich damit beginnen, dass allein das Cover absolut genial ist. Was man nicht auf den ersten Blick sieht, ist, dass der Buchdeckel durch glänzende Rillen geprägt ist. Das fühlt sich nicht nur klasse an, sondern hat mich immer wieder verleitet, über den Buchdeckel zu streichen. Dazu die Schrift in Neonfarbe auf schwarz-grau-weißem Hintergrund, richtig cool. Hier hat sich der Coppenrath Verlag mal wieder etwas Geniales einfallen lassen.
Direkt beim Einstieg in das Buch schimmert das Mysteriöse durch. Schnell wurde mir klar, dass es sich hier definitiv um eine spannende Story dreht, in der es immer etwas zu Rätseln gibt. Wohin mich diese Geschichte aber letztendlich führt, wusste ich lange Zeit nicht. Jeder Abschnitt beginnt mit einer neuen Person. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, gibt aber nie genug preis, um sich daraus ein zusammenhängendes Bild zu zaubern. Ich verspürte von Seite zu Seite mehr Lust, das herauszufinden. Denn eines war klar, hier geht es darum, den Bösewicht für etwas zu finden. Nur für was und wer das sein sollte, das musste ich schon selbst herausfinden. Gestehen muss ich auch, dass ich erst kurz vor der Mitte des Buches so wirklich den Überblick hatte. Zwar wurde aus der Erzählperspektive geschrieben, aber ständig wechselten die Charaktere. Der Eine war mit dem bekannt, der nächste mit dem Anderen. Alle zusammen bilden eine Kette, aber die musste erst einmal aneinandergereiht werden. Es gibt Sprünge von der Vergangenheit in die Gegenwart und vor jedem Kapitel steht ein Zitat einer beteiligten Person. Das Zitat regte nicht nur zum Nachdenken an, sondern führte ein wenig in die Irre, machte mich aber zusätzlich noch neugieriger auf die Story. Trotz all der Verwirrungen hatte ich Spaß an der Story. Ich wollte unbedingt dahinter steigen, um was es hier überhaupt geht und warum so gehandelt wird. Zum Schluss hin wurde es dann noch einmal richtig spannend. Obwohl das Ende zwar immer vorhersehbarer wurde, konnte es mich trotzdem überraschen.
Definitiv ein Buch zum Nachdenken. Es zeigt ziemlich deutlich wie allzu oft der Schein doch trügt und wie schnell sich deine Freunde zu Betrügern entpuppen können. Spannung, gute Unterhaltung und jede Menge Rätsel.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2020

Emely und Elyas - endlich vereint

Sonnengelber Frühling
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Wenn du nach verzehrend langer Zeit deiner großen Liebe gegenüberstehst und weißt, dass er genauso fühlt wie du, dann ist es gar nicht einfach, damit umzugehen. Endlich sind Emely und Elyas ein Paar. Die ...

Wenn du nach verzehrend langer Zeit deiner großen Liebe gegenüberstehst und weißt, dass er genauso fühlt wie du, dann ist es gar nicht einfach, damit umzugehen. Endlich sind Emely und Elyas ein Paar. Die großen Missverständnisse sind aus dem Weg geräumt. Alles was sie tun müssen, ist ihre Liebe zu genießen. Und doch ist es nicht leicht, sich einfach fallenzulassen. Emely kann ihr Glück kaum fassen. Alles fühlt sich neu und doch so vertraut an. Ist es da ein Wunder, wenn man vor lauter Sorge, alles richtig zu machen, ganz vergisst, überhaupt zu handeln?
Der Start ins Buch war wie die Rückkehr zu einem alten Lieblingsort. Stück für Stück kommen die Erinnerungen zurück und plötzlich ist wieder dieses Glücksgefühl da.
Entgegen dem Rat der Autorin habe ich mit dem dritten Band dieser Reihe begonnen, ohne die Vorgänger noch einmal gelesen zu haben. Ich wollte einfach so schnell wie möglich mit diesem Buch beginnen. Es ist bereits sechs Jahre her, als ich „Kirschroter Sommer“ und „Türkisgrüner Winter“ verschlungen habe. Demzufolge waren meine Erinnerungen an die beiden Bücher nicht mehr ganz frisch. Es gab Lücken meinerseits, besonders was die Nebencharaktere betrifft. Gerade zu Beginn des Buches habe ich mir dann schon manchmal gewünscht, ich hätte etwas mehr Zeit aufgebracht und die ersten zwei Bände noch einmal gelesen. Die geladene und knisternde Stimmung zwischen Emely und Elyas, die mich sofort wieder packte, war mir aber nur allzu vertraut und zog mich mit. Denn genau diese Zankereien zwischen den Beiden waren es, die mich vom ersten Buch an so sehr amüsiert und mich verdammt gut unterhalten haben. Es ist die besondere Atmosphäre, die tiefen Gefühle, im Wechsel mit ihren lockeren Dialogen und den humorvollen Auseinandersetzungen, die das Buch harmonisch machen. Ich deute es einfach als gutes Zeichen, wenn man während des Lesens mehrfach und überraschend laut auflachen muss. An Carina Bartschs Büchern gefällt mir nicht nur der leichte Schreibstil. Sie hat unglaublich gute Hauptcharaktere geschaffen. Mein absoluter Favorit ist eindeutig Elyas. Ich würde sogar behaupten, er ist mir der Liebste aller Protagonisten, denen ich bisher, in all meinen gelesenen Büchern, begegnet bin. Ich liebe seine liebevollen Neckereien Emely gegenüber so sehr, dass ich gar nicht genug davon bekommen kann.
Auch Emely ist ein herzensguter Mensch. Sie hat ebenso schlagfertige Kommentare auf Lager wie Elyas und steht ihrer großen Liebe in nichts nach. Ihre manchmal so tollpatschige Art ist süß und macht sie ungeheuer sympathisch. Auch wenn sie meine Geduld, mit ihrer übervorsichtigen Art, manchmal etwas strapazierte, so gehört gerade diese zu ihrer Persönlichkeit und macht sie unvergleichlich.
Vielleicht war Band 3 nicht so aufregend, wie die ersten beiden Bände, weil vor allem das Fiebern und Hoffen auf ein Happy End fehlte. Denn dieses haben die Zwei bereits zu Beginn des Buches erreicht. Das Ziel, dem sie nun entgegensteuern ist definitiv ein anderes, aber auch dieses hat nicht nur eine gute Unterhaltung zu bieten, sondern vermittelt auch Werte, in denen es darum geht, sich mit gewissen Dingen genau die Zeit zu nehmen, die man wirklich braucht. Wenn dein Partner dir diesen Freiraum lässt, dann ist allein das schon ein gutes Zeichen. Mir hat es jedenfalls viel Freude bereitet, dem Wachsen der Beziehung zu folgen. Emely und Elyas haben einen neuen Abschnitt aufgenommen. Es können noch andere Lebensabschnitte folgen. Also werde ich auch auf einen „goldorangenen Herbst“ oder ähnliches hoffen. Allein schon wegen Elyas ist mir das Buch die fünf vollen Sternchen wert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2020

Du allein bestimmst nicht dein Leben

Denn Geister vergessen nie
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Die beiden Brüder Mian und Jano sind nach einem Ereignis aus der Kindheit fest miteinander verbunden und teilen eine besondere Gabe. Beide haben ein unglaublich feines Gespür für jede Art von Einflüssen.
Amy ...

Die beiden Brüder Mian und Jano sind nach einem Ereignis aus der Kindheit fest miteinander verbunden und teilen eine besondere Gabe. Beide haben ein unglaublich feines Gespür für jede Art von Einflüssen.
Amy hat nach einem Schicksalsschlag jegliche Freude am Leben verloren. Als sie auf die Brüder trifft, machen genau diese Zwei es sich zur Aufgabe, die junge Frau von ihrer Trauer zu befreien. Ist es Bestimmung, dass sie sich begegnen?
Als sie gemeinsam zu einer Segeltour aufbrechen, hatten weder Amy noch Mian die Absicht, dass sich zwischen ihnen etwas entwickelt. Denn eigentlich hatte Amy mit Collin das Boot bestiegen. Ist es nur Mians feinfühlige Art und sein Wissen, wie es um sie steht, oder ist da noch mehr? Immer wieder sucht Amy seine Nähe, was Collin nicht gerade zu begeistern scheint. Er hatte ganz andere Absichten, als er Amy zu diesem Segeltrip mit seinem Schwager Jayden und dessen Freund Ben einlud. Dass am Ende auch Mian mit ins Boot steigt und seine Pläne durchkreuzt, war nicht zu erahnen.

Die einzigartige Geschichte von Jessica Koch hat mich überrascht und zum ersten Mal in die Welt der Geister entführt. Denn Mian und sein Bruder Jano hatten schon früh in ihrer Kindheit eine Begegnung mit ihnen. Damals ging es um Leben und Tod und brachte ungeahnte Veränderungen mit sich. Dieser Rückblick in die Vergangenheit ließ direkt auf den ersten Seiten dieses Buches unglaublich viel Spannung entstehen und gab mir immer mehr Aufschluss über das, was sich damals ereignete. Im Wechsel zu diesem Rückblick wurde über Collins Schwester Marie, die traurige Amy und den außergewöhnlichen Mian geschrieben. So fiel es mir leicht in die Gefühlswelt all dieser Charaktere hineinzuschnuppern. Jeder einzelne von ihnen eröffnete mir neue Erkenntnisse. Auch wenn zu Beginn viele Charaktere auftreten, hatte ich, auch dank des angenehmen Schreibstils, keinerlei Schwierigkeiten, sie auseinander zu halten. Denn alle haben sehr unterschiedliche, authentische und einzigartige Charaktereigenschaften. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Brüder Jano und Mian. Aber auch den verantwortungsvollen Jayden mochte ich ebenso sehr wie seine schwangere Frau Marie.
Nach einer kurzen Vorgeschichte spielt sich das Geschehen praktisch auf dem offenen Meer ab, und zwar auf Jaydens Segelboot. Lediglich die schwangere Marie und Mians Bruder Jano müssen an Land bleiben und übernehmen ihre Rolle von dort aus.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen, meiner Meinung nach, in diesem Buch eine viel bedeutendere Rolle als die eigentliche Liebesgeschichte. Obwohl ich ein absoluter Fan von Lovestorys bin, hat mir der Ablauf hier sehr gut gefallen. Es war interessant, zu beobachten, was gewisse Situationen in den einzelnen Persönlichkeiten auslösten. An abwechslungsreichen Ereignissen hat es definitiv nicht gefehlt. Der Trip in die Geisterwelt war interessant und aufregend, ohne gar übertrieben zu wirken. Ich finde gerade dieser Part, vermischt mit den daraus entstandenen Umständen, hat die Geschichte so besonders gemacht.
Wer schon Bücher der Autorin gelesen hat, weiß, wie sehr sie die Leser mitreißt und was man am Ende zu erwarten hat. Ich kann nur so viel sagen, dass mir zum Schluss hin mehrfach die Tränen kamen und ich Mühe hatte, mit meinen brennenden Augen weiterzulesen. Ich bin begeistert von diesem einzigartigen Leseerlebnis.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2020

Der größte Zauber steckt in wahrer Freundschaft

Die Zuckermeister (1). Der magische Pakt
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Elina hat es nicht leicht in der Schule, denn ihr fehlt eine echte Freundin. Da sind auch die leckeren Karamellbonbons ihres Opas nur ein schwacher Trost. Als aber eines Tages in ihrem Ort alles Kopf zu ...

Elina hat es nicht leicht in der Schule, denn ihr fehlt eine echte Freundin. Da sind auch die leckeren Karamellbonbons ihres Opas nur ein schwacher Trost. Als aber eines Tages in ihrem Ort alles Kopf zu stehen scheint, bekommt Elina eine Aufgabe. Irgendetwas muss passiert sein, dass die Menschen sich so plötzlich verändern und die seltsamsten Dinge geschehen. Auch Elinas Nachbarin und Mitschülerin Charlotte wird Opfer dieses Zaubers. Sie redet nicht nur wirres Zeug, sondern läuft plötzlich sogar grün an. Das Mädchen, das sonst nur coole Sprüche klopft und der Star der Klasse ist, wird von einem Tag auf den anderen selbst zum Opfer von Spott. Obwohl Elina nicht selten selbst unter Charlottes Hänseleien zu leiden hatte, ist gerade sie es, die ihr ihre Hilfe anbietet. Gemeinsam wachsen sie zu Freundinnen zusammen und versuchen den eigenartigen Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Steckt etwa die seltsame Familie Zuckerhut hinter diesem Zauber, oder stimmt etwas mit Herr Rauchs Süßigkeiten-Laden nicht? Denn seltsamerweise scheinen sie alle etwas mit den Veränderungen der Stadt zu tun zu haben. Irgendwann schließt sich auch Robin, der Sohn der Familie Zuckerhut, den Mädchen an, um die Ehre seiner Familie zu retten. Gemeinsam bestreiten sie einige Hindernisse, lösen knifflige Rätsel und begegnen magischen Gestalten. Dabei wachsen die Drei zu wunderbaren Freunden zusammen, die füreinander einstehen.
Der Knaller dieses Buches ist allein schon das Cover mit seinen goldenen Schnörkeln und den glitzernden und fliegenden Bonbonketten. Sie verteilen sich über die ganze Seite und lassen das Bild einfach wunderbar magisch wirken. Die Illustratorin Viktoria Gavrilenko hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und das Buch, allein schon durch sein Aussehen, zu einem wahren Schmuckstück verzaubert. Auch im Innenteil begegneten mir immer wieder Schwarzweißzeichnungen mit den ausgesprochen hübschen Figuren dieses Abenteuers und mit vielen süßen Köstlichkeiten. So bekam die Geschichte noch etwas mehr Lebendigkeit und ich konnte mich gut in die zauberhafte Welt der Zuckermeister hineinfühlen.
Was mir ebenfalls sehr gut gefällt, ist, dass der Goldrand des Einbands auch im aufgeklappten Zustand, immer wieder hervorblitzt. Das verleiht dem Buch während des Lesens, noch etwas mehr Glanz und rahmt das Geschriebene elegant ein.
Der Start in die Geschichte, der Autorin Tanja Voosen, gelang mir sehr gut, weil der Schreibstil leicht und flüssig ist. Die Altersempfehlung des Buches beginnt bei 9 Jahren. Ich bin mir noch nicht sicher, wie gut meine Tochter, in ebendiesem Alter, mit dem Buch zurechtkommen wird. Denn die Schriftgröße ist recht klein und die Seitenzahl von 272 Seiten könnte ihr vielleicht etwas lang werden. Die 37 Kapitel hingegen sind aber schön kurzgehalten, sodass häufige Pausen, auch für jüngere Leser definitiv möglich sind. Das perfekte Lesealter für dieses Abenteuer würde ich bei 10 bis 12 Jahren ansetzen. Genau wie ich, können aber auch Erwachsene und all jene, die Süßigkeiten lieben, mit diesem Buch ihren Spaß bekommen. Ist man nämlich erst einmal in die magische Geschichte des Zuckerzaubers eingetaucht, fällt es schwer, mit dem Lesen aufzuhören. Die Spannung baut sich von Seite zu Seite mehr auf und man möchte unbedingt erfahren, was als nächstes geschieht.
Die Charaktere sind lebensecht und abwechslungsreich. Die herzensgute Elina ist liebevoll, verliert niemals ein böses Wort und ist stets bereit, ihre Hilfe anzubieten. Charlotte, auch Charlie genannt, nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie hat immer einen lockeren, frechen Spruch parat und ergänzt sich geradezu perfekt mit Elina, eben weil sie das genaue Gegenteil ihrer Freundin wiederspiegelt. Schließlich kommt noch der mürrische Robert hinzu, der stets einen Moment braucht, um mit Fremden warm zu werden. Aber auch er entwickelt sich zu einem besonders guten Freund und macht das Trio komplett.
Die Geschichte lädt in ein perfektes Abenteuer ein, indem es an Kreativität nur so wimmelt und das für magische sowie himmlisch süße Lesestunden sorgt. Sie beschert uns Lesern das fantastische Gefühl, welches man spürt, wenn man wahre Freunde findet. Und sie zeigt uns wie wunderbar leicht man sich über seine Ängste hinwegsetzen kann, wenn man gemeinsame Stärke einsetzt. Absolute Leseempfehlung von mir!!!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2020

Wenn Unschuld und Dunkelheit aufeinandertreffen

Broken
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Für ihr Literaturstudium und um Abstand von ihrer Familie und den Erinnerungen zu nehmen, hat es Kat nach New York verschlagen. Als eine der besten Schülerinnen bekommt sie eine besondere Herausforderung ...

Für ihr Literaturstudium und um Abstand von ihrer Familie und den Erinnerungen zu nehmen, hat es Kat nach New York verschlagen. Als eine der besten Schülerinnen bekommt sie eine besondere Herausforderung zugeteilt. Sie soll dem Ex-Häftling Luce Snow mit Nachhilfestunden unter die Arme greifen. Kat ist außer sich. Denn gerade diesem arroganten und außerdem auch noch ziemlich attraktiven Typen würde sie lieber aus dem Weg gehen, statt ihm bei den Hausarbeiten näher zu kommen. Die Zwei können unterschiedlicher nicht sein und wirken wie Tag und Nacht. Doch was zu Beginn unvorstellbar schien, wird plötzlich möglich. Denn Kat und Luce fühlen sich zueinander hingezogen. Aber hat diese Bindung überhaupt eine Chance? Luce hat, was Frauen angeht, ziemlich blöde Angewohnheiten. Außerdem ist er geprägt durch seine dunkle Vergangenheit. Kann er Kat das geben, was sie sich wünscht?
Mein Einstieg in dieses Buch war geradezu perfekt. Die Autorin eroberte mit vielen Kleinigkeiten so schnell mein Herz, dass ich mich bereits nach knappen 50 Seiten unglaublich wohl mit diesem Buch fühlte. Sympathische und aufregende Charaktere, knisternde sowie spannende Stimmung, eine Prise Humor und der Wunsch nach mehr von all dem, trieben die Geschichte schnell voran. Geschrieben wurde das Buch meist aus Kats Sicht, vereinzelnd kommt aber auch Luce mit einem Kapitel zu Wort. Das ließ sehr gut auch hinter seine harte Schale blicken.
Mit Kat und ihrer Freundin Emma wurde ich sofort warm. Luce kam zwar auf den ersten Eindruck ziemlich fies und überheblich rüber, wirkte aber gerade wegen seines frechen Auftretens und seiner geheimnisvollen Vergangenheit auch interessant und sexy. Da er die letzten Monate im Knast verbracht hatte, gab es eine Menge, die ich unbedingt von ihm erfahren wollte.
Weil Luce einen äußerst sympathischen Freund und Mitbewohner, sowie eine superliebe Schwester hat, fiel es mir schwer zu glauben, dass er sich von seinem nahen Umfeld so krass abhebt. Wenn er von diesen freundlichen Menschen umgeben ist, muss sich auch hinter seiner kühlen Fassade ein guter Kern verbergen. Auch Kat ließ sich schnell von dem erst so arroganten Luce überzeugen. Denn schon früh im Buch bekam Luce in einer spannenden Szene seinen Einsatz als Retter. Überhaupt hält jede Seite etwas neues bereit. Tausend Fragen wüteten in meinem Kopf herum und es gab viele Möglichkeiten, die die Geschichte komplett hätte verändern können. Trotz der vielen Türen, die die Autorin anfangs in diesem Buch öffnete, wählte sie meist den richtigen Weg. Erst zum Ende hin wirkten manche Szenen etwas unrealistisch und klischeehaft auf mich. Das Hin und Her zwischen Kat und Luce erinnerte mich zwischenzeitlich stark an die After-Reihe von Emma Todd. Das trübte meine anfänglich so große Begeisterung ein klein wenig.
Trotzdem hat mir dieser erste Teil dieser Dilogie sehr gut gefallen und ich freue mich so sehr auf eine Fortsetzung der lieben Natalie Hennig.

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