Toll
Mich hat schon vor einiger Zeit das Cover total angesprochen und nach einem Blick auf den Klappentext wollte ich das Buch unbedingt lesen! Denn es spielt an der Ostseeküste, meiner aktuellen Heimat.
Maira ...
Mich hat schon vor einiger Zeit das Cover total angesprochen und nach einem Blick auf den Klappentext wollte ich das Buch unbedingt lesen! Denn es spielt an der Ostseeküste, meiner aktuellen Heimat.
Maira ist Mitte dreißig und lebt in Frankfurt, wo sie als Restauratorin in einem kleinen Betrieb arbeitet. Als sie die Chance erhält, diesen zu übernehmen und sich damit selbstständig zu machen, braucht sie jedoch das nötige Kleingeld dafür. Das leerstehende Elternhaus in Soeterhoop an der Ostsee bietet sich da direkt an. Maira beschließt an den Ort ihrer Kindheit zu fahren um das Haus für den Verkauf zu räumen. Wovor sie ein bisschen Bedenken hat, sind die Geister der Vergangenheit...
Ich war sofort in der Geschichte drin. Ab der ersten Seite war ich gepackt. Im Prolog wird ein einschneidendes Ereignis aus ihrer Kindheit beschrieben, bei der ihre Mutter bei einem Brand umkommt. Alleine schon dieses Kapitel hat mich gefesselt und schockiert zugleich. Ich wollte wissen, was es da noch so gibt. Also reisen wir zusammen mit Maira an die Ostsee, zu ihrem großen, verlassenen Elternhaus inklusive Hof. Der in der Zwischenzeit von vielen Dorfbewohnern genutzt wird. Ein Ort der Zusammenkunft. Sie begegnet alten Freunden und alten Erinnerungen. Im Hier und Jetzt sind wir mit Maira in Soeterhoop, und dann gibt es Sprünge in die Vergangenheit als sie noch ein kleines Kind war.
Julia Dibbern schreibt sehr gefühlvoll. Die Erlebnisse, die Maira als Kind gemacht hat haben mich berührt. Ich konnte mich in sie hineinversetzen. Das sollte kein Kind miterleben. Vor allem so ganz ohne Hilfe.
Auch das Thema Freundschaft hat die Autorin hier thematisiert. Echte Freundschaft. Hier habe ich wieder schlucken müssen, es hat mich total berührt wie sie diese Zerrissenheit geschildert hat. Zwischen "Hierbleiben" und "Abhauen". Zwischen Vergangenheit hinter sich lassen und mit der Vergangenheit leben.
Mit dabei waren immer die Schweinswale, die Maira in ihrem Leben sehr viel Halt gegeben haben. Die tosende Ostsee, das kalte, unbändige Wasser. Und die Touristen, die früher noch nicht so da waren.
Ich habe es einfach gefühlt, von vorne bis hinten. Es hat mir Geborgenheit gegeben, ich habe mich von ihrem Schreibstil umarmt gefühlt. Es ist auch von Seite zu Seite immer spannender geworden, weil immer mehr Geheimnisse ans Licht kamen, und ich natürlich vor dem schlafen gehen noch erfahren wollte, was da denn noch los war.
Rundum ein überaus gelungener Roman, den ich von Herzen empfehlen kann.
Freundschaft, Abschied, Trauer, Natur und Neubeginn. Die großen Themen des Buches.