Niemehrzeit, jedes Wort – zu viel und doch zu wenig
Eigentlich wollte ich das nicht schreibenWem gehören Erinnerungen, wenn sie einmal Geschichte geworden sind, diese Frage steht im Klappentext, also wem gehören sie? Jeder wird seine eigenen Erinnerungen haben und bei Erinnerungen ist es so, dass ...
Wem gehören Erinnerungen, wenn sie einmal Geschichte geworden sind, diese Frage steht im Klappentext, also wem gehören sie? Jeder wird seine eigenen Erinnerungen haben und bei Erinnerungen ist es so, dass jeder sich auch unterschiedlich erinnert. Lesen macht Trauerarbeit leichter, hier scheint Trauerarbeit schreiben leichter zu machen, Writing to heal, schreiben zur Heilung. Eine Autorin schreibt nachdem ihre Schwester früh verstorben ist ein Buch darüber, jeder in der Familie bekommt es vor Erscheinung zum Lesen und nicht jeder in der Familie ist begeistert. Bei dem Verlag und den Leser kommt das Buch gut an, so gut, das sogar über Filmrechte gesprochen wird. Wie würde man selber reagieren, wenn ein Todesfall dazu führt, dass eigentlich die ganze Lebensgeschichte der Familie in einem Buch erscheint, hätte es nicht gereicht über den Umgang mit der Trauer zu schreiben und was die Familie daraus macht, wie sie damit umgeht, mach sich so mancher in der Familie gefragt haben. Für sie macht es den Anschein es werden alle an den Pranger gestellt, was hat das Fremdgehen des Vaters mit dem Verlust der Tochter zu tun? Eine anonyme Beschwerde, die beim Verlag eingeht wirft die Frage auf, wer hat sie geschrieben und warum, das erzeugt Misstrauen. Das Buch zeigt im Titel „Eigentlich wollte ich das nicht schreiben“ wie unentschlossen und voller Angst der Gedanke ist ein Buch über den tot ihrer Schwester zu schreiben, das Cover wirkt wie ein Familienbild eines Urlaubs der längst vorbei ist. Trauer muss verarbeitet werden, da kann einem niemand helfen und weil jeder da unterschiedlich mit umgeht sind Konflikte vorprogrammiert. Ein weicher, sehr mutiger, Debütroman, der mehr Potenzial gehabt hätte, die Grundidee war gut, die Umsetzung leider manchmal etwas schleppend. Die Autorin hat ihren eigenen Bruder im alter von 19. Jahren an einer seltenen Form von Knochenkrebs verloren und in dem Buch „The Tade Year“ verarbeitet. Liebe Grüße