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Veröffentlicht am 11.03.2026

„Nichts ist so trügerisch wie der Schein“

Das kalte Moor
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Nach „Polarkreis“ ist „Das kalte Moor“ das zweite Buch der Polarkreis Trilogie von Liza Marklund. Ohne zu viel vorweg zu nehmen, es soll ja für weitere Leser spannend bleiben, hat mich dieser Kriminalroman ...

Nach „Polarkreis“ ist „Das kalte Moor“ das zweite Buch der Polarkreis Trilogie von Liza Marklund. Ohne zu viel vorweg zu nehmen, es soll ja für weitere Leser spannend bleiben, hat mich dieser Kriminalroman leider nicht ganz gefesselt, das liegt aber an der Thematik selber und wie sie sich entwickelt hat, das ist einfach nicht mein persönlicher Geschmack. Dennoch hat die Autorin die Geschichte um den Polizeichef Wiking Stormberg interessant und sprachlich im Stiel eines Skandinavischen Krimis gut umgesetzt, auch die Übersetzung ist gelungen, eine gute Übersetzung hat großen Einfluss auf ein Buch, also an dieser Stelle einmal einen großen Dank an alle Übersetzer, ohne die wir einige gute Bücher nicht Lesen könnten, das mal nebenbei. Zurück zum Buch, die Protagonisten bauen aufeinander auf und die Autorin webt immer wieder geschickt Spannungsfäden ein. Zwischendurch hatte ich beim Lesen den Eindruck nahezu alle Personen sind nicht das, was sie vorgeben zu sein und nichts geschieht durch Zufall. Wie schlimm muss es sein, wenn jemand verschwindet, man sagt ja immer die Ungewissheit ist schlimmer zu ertragen als wenn man einen geliebten Menschen verliert, weil er gestorben ist. Polizeichef Stormberg lässt es auch viele Jahre später nicht zur Ruhe kommen, dass seine Frau im Moor einfach verschwunden ist, er bleibt mit zwei kleinen Kindern zurück und fragt sich zeit seines Lebens was wohl geschehen ist. Dann taucht ein geheimnisvoller Brief auf, der an den Sohn gerichtet ist, aber kann er tatsächlich von seiner verschwundenen Frau sein, warum will sie seinen Sohn warnen und vor was. Das Buch wirft viele Fragen auf, kann es tatsächlich sein, dass seine Frau noch lebt, aber wo war sie den dann die ganze Zeit, warum hat sie ihre Familie einfach im Stich gelassen und wie geht es nun weiter? Die Leseprobe war sehr spannend und ich wollte unbedingt Lesen, wie sich das Buch entwickelt, eine interessante Entwicklung mit einem unerwarteten Ende, was sicherlich neugierig auf das nächste Buch der Trilogie macht, aber da werden wir wohl noch etwas warten müssen, was ich gerne mache. Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 06.03.2026

„Hoffnung bedeutet, trotz aller Dunkelheit Licht zu sehen.“

Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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Ein männlicher Autor, wo wir nur wissen, dass er bisher Kriminalromane geschrieben hat, hat nun unter dem Pseudonym Mareike Busch im Andenken an seine Mutter dieses Buch „Vergiss nicht zu tanzen Hanna“ ...

Ein männlicher Autor, wo wir nur wissen, dass er bisher Kriminalromane geschrieben hat, hat nun unter dem Pseudonym Mareike Busch im Andenken an seine Mutter dieses Buch „Vergiss nicht zu tanzen Hanna“ geschrieben. Hanna ist die Hauptprotagonistin, eigentlich spielt die Geschichte in einem kleinen Rahmen aber hat dennoch viel zu erzählen. Eine Bewegte Geschichte, aus einem kleinen ländlichen Ort zu Zeiten des Krieges. Hier lebt Hanna zusammen mit ihrer Familie, man könnte meinen der Krieg ist nicht richtig bis hierhin vorgedrungen, aber das Täuscht, er verändert auch hier alles. Immer jüngere Männer müssen in den Krieg ziehen, einige hat man dafür sehr begeistert, andere möchten wohl lieber weglaufen, auch die Brüder von Hanna werden damit konfrontiert. An Hannas Schule werden Hakenkreuzfahnen aufgehängt und Rassenkunde gelehrt. Dann gibt es noch Rosa die kleine Schwestern von Hanna die mit einer Hasenscharte auf die Welt gekommen und leicht entwicklungsverzögert ist, man hat den Eindruck die Ärzte lauern, ob das Kind wohl normal ist und die Mutter und Rosa tun alles, damit es genau diesen Eindruck macht. Halt gibt Hanna ihr bester Freund Martin, dessen Vater allerdings ein treuer Parteigenosse ist und ihm den Umgang mit Hanna verbietet, es geling den beiden aber sich immer wieder zu treffen, was für beide sehr wichtig ist. Halt gibt Hanna vor allem ihr Großvater mit dem sie oft auf der Bank am See sitzt und Gänse hütet, die Familie führt einen kleinen Bauernhof, das Leben ist geprägt von Arbeit und Entbehrung, dennoch findet Hanna ihren Weg. Eine bewegte Familiengeschichte, ein Buch, was ich nicht aus der Hand legen konnte. Geschichten die zu Kriegszeiten spielen gibt es sicherlich viele, manchmal ist es wichtig, sie zu erzählen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Wie berührend muss es sein, wenn es die eigene Geschichte ist, die hier erzählt wird, wenn man einen Bezug dazu hat, hat man dann ganz andere Bilder vor Augen. Warum es dem Autor wohl wichtig war diese Geschichte genau so zu erzählen und aufzuschreiben? Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 04.03.2026

„O schaurig ist's übers Moor zu gehen“

Spiegelland
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Moore werden literarisch oft als gespenstisch, neblig und gefährlich, aber auch als faszinierende Naturlandschaften dargestellt. Der Schauplatz dieser Geschichte ist das Teufelsmoor. Als Teufelsmoor bezeichnet ...

Moore werden literarisch oft als gespenstisch, neblig und gefährlich, aber auch als faszinierende Naturlandschaften dargestellt. Der Schauplatz dieser Geschichte ist das Teufelsmoor. Als Teufelsmoor bezeichnet man die Niederung nördlich von Bremen bis Bremervörde auch nahe des Künstlerdorfes Worpswede. Wie tief musst du graben, um die Wahrheit zu finden, heißt es im Klappentext, wie tief also, oder liegen die Dinge an der Oberfläche? Das Buch dreht sich um Elisas, um seine Familie, um Gewalt, um Dinge, die sich leider immer wieder zu wiederholen scheinen. Ein sehr alter gewebter Teppich, der im Haus quasi mahnend an einer Wand hängt und zunächst Rätsel aufwirft, hat aber eine lange Geschichte zu erzählen, die in diesem Buch über drei Zeitebenen beschrieben wird. Wenn die Zeiten doch unterschiedlich waren, einige Dinge ereignen sich wohl immer wieder, als könnten wir nie so richtig dazulernen. Zunächst hatte ich den Eindruck die Seiten ziehen sich ein wenig, in keine Epoche konnte man so richtig eintauchen, aber genau das war es letztendlich, was das Buch spannend machte und die Geschichte getragen hat. Die Autorin ließ die Spannungsfäden geschickt ineinanderlaufen, sodass zum Ende hin eine warmherzige und doch erschreckende Geschichte entstand. Ich möchte hier natürlich nichts vorwegnehmen, ich kann aber sagen, ein Buch auf das man sich einlassen sollte, was leider stellenweise sehr belastend sein kann, letztendlich aber eine Geschichte erzählt, die ich sehr gerne gelesen habe und an dieser Stelle weiterempfehlen möchte, es lohnt sich. Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Nur wer selbst Narben auf der Seele hat, kann die der anderen auch spüren, sehen und begreifen

Narbenmädchen
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Psychische Erkrankungen sind leider in Unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema und tragen den Makel versagt zu haben, warum eigentlich möchte man sich fragen. Wenn man sich einen Arm bricht, weil ...

Psychische Erkrankungen sind leider in Unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema und tragen den Makel versagt zu haben, warum eigentlich möchte man sich fragen. Wenn man sich einen Arm bricht, weil man durch Unachtsamkeit oder Albernheit gestürzt ist, denkt da nicht einer auch nur ein paar Minuten drüber nach wie dumm das war. Ich denke immer diejenigen, die sich bei psychischen Problemen Hilfe holen, zeigen dass sie Verantwortungsvoll mit sich selber umgehen, erkannt haben, dass sie ein Problem haben und den Mut aufbringen das anzugehen. So wie auch die Protagonistin in diesem Buch, die vier Wochen in eine Klinik für verhaltensauffällig Jugendliche gehen soll. Sicherlich entsteht auch durch ihre Ablehnung gegen dem Aufenthalt und die Nichtkenntnis was sie dort erwartet ein Missverstehen. Therapien setzten auch etwas darauf, das sich Menschen untereinander kennen lernen, in Gespräch kommen, sehen, dass es anderen genau so geht um dann zu merken, dass es ganz normal ist wie man eben ist und jeder seinen Weg erst finden muss. Sicherlich ein Langer und schwieriger Weg, aber wie hier im Buch geht Lara ihn ja nicht alleine. Sie lernt Neo und Finn kennen und schafft es dadurch in ihre Geschichte zu gehen und letztendlich Änderungen zuzulassen. Ein sehr ehrliches, emotional packendes Buch, was sowohl Jugendliche, als auch Erwachsene begeistern wird. Ein Buch, was über seelische Verletzungen, Selbstzweifeln, aber auch der heilende Kraft von Freundschaft erzählt, und letztendlich aufzeigt, wie wichtig Verständnis und echtes Zuhören heutzutage ist. Ich habe das Buch sehr gerne Gelesen, finde solche Geschichten Mutig und wichtig, niemand sollte das Gefühl haben alleine zu sein, alleine mit seinen Gefühlen, Gedanken und Sorgen. Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 25.02.2026

„Nach 40... lernst du, was du willst und brauchst. Du darfst wirklich die Person sein, die du bist.“

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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„Was ist in meinem Alter sonst noch üblich????“ Der Titel des Buches ist irgendwie gleich eine Anregung zum Nachdenken, man stolpert über den Begriff „üblich“. Laut Duden ist die Definition „üblich“ bedeutet, ...

„Was ist in meinem Alter sonst noch üblich????“ Der Titel des Buches ist irgendwie gleich eine Anregung zum Nachdenken, man stolpert über den Begriff „üblich“. Laut Duden ist die Definition „üblich“ bedeutet, dass
etwas gewöhnlich, herkömmlich, normal oder häufig anzutreffen ist, wieder lauter Fragezeichen. Das klingt als wenn ich erst nachsehen muss was andere zu meinem Leben und meinen Entscheidungen sagen, dass ich mich anpassen muss um was zu sein, dass man von mir etwas erwartet und alles andere die Norm sprengen würde. Eigentlich träumt die Protagonistin Erika vom Leben, von Sexualität und davon begeht zu werden. Ihr Mann schein sich in sein eher ruhiges Leben eingenistet zu haben, so macht es den Eindruck, aber weit gefehlt, das was Erika sich heimlich wünscht lebt Jan ungezwungen seit eineinhalb Jahren mit einer anderen Frau. Es klingt etwas abgedroschen zu sagen es ist nie zu spät etwas Neues anzugehen, aber genau das ist es, es ist nie zu spät, jemanden den man schon jahrelang neben sich hat neu und anders kennenzulernen oder eben jemand vollkommen neues in sein Leben zu lassen. Nur durch Änderungen die man angeht kann sich etwas ändern, alles andere sind Träume, die Träume bleiben. Allerdings muss man fairer weise sagen das Erneuerungen immer mit viel Mut und Ungewissheit verbunden sind, vielleicht muss man sich hin und wieder darauf besinnen was man bereits besitzt um es zu schätzten zu wissen. Dieses Buch ist in einer angenehmen Schreibweise mit viel Offenheit und Tiefgang geschrieben was angenehm zu lesen ist, ein Buch was ich gerne weiterempfehlen möchte, lassen Sie sich als Leser gerne darauf ein, wer weiß, was dann alles so „üblich“ wird. Liebe Grüße

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