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Veröffentlicht am 20.09.2020

Liebe geht nicht immer geradeaus...

Champagner auf Ex
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Der Debütroman „Champagner auf Ex“ von der Autorin Katina Doru konnte mich von der ersten Zeile bis zur letzten komplett überzeugen und ist definitiv ein Monatshighlight für mich. Es geht hier mal nicht ...

Der Debütroman „Champagner auf Ex“ von der Autorin Katina Doru konnte mich von der ersten Zeile bis zur letzten komplett überzeugen und ist definitiv ein Monatshighlight für mich. Es geht hier mal nicht um die klassische Liebesbeziehung, nicht um den einfachen Weg geradeaus und ist auch nicht klischeebehaftet, sondern vermittelt einen echten Moment, wie er im Leben passieren könnte. Außerdem auch ein großes Lob an das Lektorat, so macht lesen wieder Spaß.

In die Story wird mit einem kleinen philosophischen Prolog eingeleitet und endet mit dem passenden Epilog. Danach landet man direkt bei der Hauptprotagonistin Kaya mitten im regnerischen München. Dabei trifft sie auf Paul, der sie vor einem Sturz rettet und er ist der erste Mann, den sie daten würde. Kaya ist Single, erfolgreich in ihrem Beruf als Unternehmensberaterin im Management und nicht direkt auf Männersuche. Vor 5 Jahren hatte sie ihre letzt feste Beziehung und ab und an hat sie diese immer noch zu verdauen. Ihre beste Freundin Lou ist immer an ihrer Seite, wenn sie gebraucht wird und sie ist nicht nur ihre Seelenbegleiterin, sondern richtet ihr auch den Kopf zurecht wenn es sein muss. Kaya bekommt die Chance im Job durch einen lukrativen Auftrag in ihre Zukunft zu investieren, doch leider ist ihr dieser neue Kunde nur zu gut bekannt und wirbelt ihr ganzes Gefühlsleben erneut durcheinander. Kaya ist eine attraktive Erscheinung, gewiss nicht auf den Mund gefallen und auch bereit für das zu kämpfen, für das es sich auch lohnt. Ihr Chef ist besonders zu genießen, aber sie weiß wie sie ihn zu nehmen hat und auch er bemerkt schnell, wie wertvoll seine Mitarbeiterin für ihn ist.
Wird Kaya es schaffen, ihrem Gefühlschaos zu entfliehen, sich voll auf ihren Job zu konzentrieren und somit ihre Stellung in der Firma zu stärken? Und was hat es mit den Männern Paul und Erik noch auf sich?

Erik, ist jemand, den ich zuerst am liebsten den Kopf zurecht gerückt hätte. Er hat eine perfekte Maske aufgesetzt und weiß wie man gewisse Dinge in die Richtung lenken kann, die man gerne haben möchte. Doch dieses arrogante Pokerface bekommt Risse und mit dem richtigen Reizpunkten holt man ihn aus der Reserve.

Was mir besonders an diesem Roman gefallen hat, dass es sich hier nicht um eine typische Liebesgeschichte handelt, sondern er sich damit befasst, wie geht es weiter, wenn man seine große Liebe verloren hat. Wie weit ist die Liebe bereit Raum und Zeit zu überstehen? Auch sehr gut gefiel mir, dass es zwar hier auch um einem Job geht, dieser aber nicht träge und langwierig auseinandergenommen wurde, sondern sich sehr gut um das Geschehen einfügt. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit aufrecht erhalten, daneben gibt es humorvolle Seiten, ehrliche, gefühlvolle sowie emotionale und ganz viele Stellen zu nachdenken, wie würde man wohl selbst reagieren. Gespickt mit ein paar prickelnden Momenten, so dass sich alles zu einer authentischen Geschichte zusammenfügt und es genauso so erleben könnte. Somit ist Dreh- und Angelpunkt die Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Vergebung und die Suche nach sich selbst.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist stilsicher, locker, leicht und mit sehr vielen gefühlvollen und emotionalen Passagen versetzt. Die Kapitellängen bleiben gleichbleibend kurz und fließen dadurch nur so dahin. Die einzelnen Charakteren wurden bestens herausgearbeitet und bringen sehr viel Charme durch ihre Individualität hinein. Im Erzählstil wird die Geschichte alleinig aus der Sicht von Kaya erzählt. Nebenher erfährt man durch kleine Rückblicke, was zuvor in der Vergangenheit geschehen ist. Sehr würde ich mich auch darüber freuen, wenn Lou ihre eigene Lovestory erhalten würde.

Das Cover ist auf eine Art neckisch gestaltet und passt sehr schön zum Romaninhalt.

Mein Fazit: Diese Geschichte hat mich von Anfang bis zum Ende regelrecht gefesselt und ist eindeutig ein gelungenes Monatshighlight geworden. Die Liebe zeigt ihre verschiedenen Facetten und es ist erfrischend auch mal von der gängigen Storyline einer Liebesgeschichte abzuweichen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.09.2020

Eine Nacht kann alles verändern...

Für eine Nacht sind wir unendlich
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Endlich wieder ein neuer Roman von Lea Coplin und als ersten habe ich mich wieder in das wunderschöne, diesmal farbenprächtige Cover verliebt. Die Buchgestaltung ist einfach wieder mal sehr gelungen und ...

Endlich wieder ein neuer Roman von Lea Coplin und als ersten habe ich mich wieder in das wunderschöne, diesmal farbenprächtige Cover verliebt. Die Buchgestaltung ist einfach wieder mal sehr gelungen und passt so gut zu den beiden Protagonisten.

Was ich so an der Autorin und ihren Geschichten sowie ihren Schreibstil mag, ist die ehrliche, ergreifende und authentische Darstellung mitten aus dem Leben. Ea geht um einen Trip nach England, ein Konzert am letzten Abend auf diesem riesigen Festivalgelände und nur eine Nacht, um die große Liebe zu erkennen. Eine mitnehmende Handlung über ein paar Tage außerhalb der realen Welt, Beziehungsproblemen, nachhaltige vergangene Ereignisse und den daraus resultierenden Schicksalen, die Hürden des Lebens, Freundschaften, Hoffnung, Selbstfindung, Vertrauen und Liebe.

Direkt landet man in der Handlung und somit mit Jonah in England auf dem Glastonbury Festival, dem größten Musikfestivals Europas. Vielmehr wurde er mitgeschleift, auf Bitten seines besten Freundes, doch seine Ex-Freundin Annika verdirbt ihm etwas die Freude. Auch Liv ist an Ort und Stelle, aber vielmehr um ihrer Tante im Foodtruck auf dem Festivalgelände auszuhelfen. Zwischen diesen Zigtausenden Feierwütigen, treffen sich ausgerechnet diese beiden Menschen und kommen auch so leicht nicht wieder von einander los. Beide sehen in dem jeweils anderen, das gewisse etwas. Man könnte denken, beide könnten doch verschiedener nicht sein, aber sind sie das denn wirklich. Frei gelassen von allem und aufeinander vertrauend, erlebt man einen Tag und einer Nacht, in der es soviel zu entdecken gibt.

Liv, 18, eigentlich aus der Nähe von Hamburg, hilf ihrer leicht verrückten Tante, die in Glastonbury zu Hause ist und noch keine Festival ausgelassen hat. Liv ist eine freundliche und unvoreingenommene junge Frau, die sich selbst unter ein falsches Licht stellt und nicht das sieht, was man in und an ihr alles entdecken kann. Sie sieht immer noch die Person, die sie eigentlich gar nicht mehr ist und an manchen stellen fehlt ihr das nötige Selbstvertrauen. Dabei ist sie so natürlich, ehrlich, verletzlich und strahlt etwas ganz besonderes aus. Jonah fasziniert sie, aber sie macht sich mal wieder unnötig klein und zieht ihre Mauer hoch.

Jonah, 20, aus der Nähe von Frankfurt / Main, hatte es nicht einfach in seinem jungen Leben, aber er versteckt es sehr gekonnt und lässt fast niemanden hinter seine Fassade blicken. Er kann schlecht allein sein, obwohl er diesen Eindruck gar nicht vermittelt. Er kommt eher cool und unnahbar herüber, wenn man auf ihn das erste mal blickt, aber das ist er im Grunde gar nicht. Wenn er sein Herz und seine Gefühle öffnet dann richtig, aber zuvor muss man zu ihm durchdringen. Und das gelingt mit ihrer natürlichen Art bisher nur Liv. Doch wie weit kann man gehen in einer einzigen Nacht. Spaß haben und dann war es das?
Der Schreibstil ist locker, flüssig, leicht und spritzig. Die Seiten fliegen einfach so dahin. Die Kapitellängen haben unterschiedliche Leselängen, dennoch sind sie kurz gehalten. Die Dialoge, Erzählungen und einzelnen Gedankengänge sind sehr unterhaltsam, erfrischend, sind aber auch unheimlich herzerwärmend und auch sehr ernst, tiefsinnig und emotional. Die Handlung wird hier abwechselnd aus beiden Sichten in der jeweiligen Ich-Perspektive wiedergegeben. Das hat mir sehr gut gefallen um jeweils von Liv und Jonah einen guten Einblick zu bekommen. Die gesamte Geschichte ist sehr authentisch, ehrlich und einfach echt. Ich fühlte mich wieder sehr wohl beim lesen, konnte schmunzeln, mitfiebern, die Stirn runzeln, war bewegt und fühlte mich durchweg gut unterhalten. Der bildgewandte Schreibstil hat dich die Location förmlich miterleben lasse und gerade in dieser Zeit, war es sehr schön mitzuerleben, eine kleine gedankliche Auszeit mitzuerleben.

Mein Fazit: Ein wunderschöner, ungezwungener, echter und liebevoller Roman der mich mit zwei Seelen von Menschen durch das große Festivalgelände mitgezogen hat und dem Zauber einer jungen Liebe nicht entkommen lies. Das ist genau das, was ich immer wieder an deutschen Autoren so liebe und Geschichten, die das Herz berühren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2020

Ein wahres Wohlfühlbuch...

Hoch wie der Himmel
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»Hoch wie der Himmel« ist der 1. Band der Liebesroman-Reihe »Northern Love« rund um die Familienpraxis der Geschwister Krister, Alva und Espen Solberg im zauberhaften Ort Lillehamn am Fjord. Einfühlsam ...

»Hoch wie der Himmel« ist der 1. Band der Liebesroman-Reihe »Northern Love« rund um die Familienpraxis der Geschwister Krister, Alva und Espen Solberg im zauberhaften Ort Lillehamn am Fjord. Einfühlsam und wunderbar romantisch erzählt Julie Birkland von Menschen, die das Schicksal gebeutelt hat, und die eine zweite Chance für die Liebe bekommen. Der 2. Liebesroman der Reihe »Northern Love«, »Tief wie das Meer«, erzählt Espens Geschichte und erscheint im Dezember 2020.

„Ganz gleich, wie oft du sie verlierst – die Liebe findet ihren Weg zurück zu dir!“

Ohne lange Umschweife, landet man direkt in der Handlung und mitten im Umzug und einer einschneidenden Veränderung im Leben von Annik und Theo. Annik wagt eine große Veränderung nach dem Tod ihres Mannes. Sie ist Ärztin und sucht die räumliche Veränderung in Norwegen, einer familiären Arztpraxis und vielleicht auch einer besseren Zukunft für Theo. Doch ob sie das alles packen wird, müsst ihr einfach selbst lesen. Ein neues Land bedeutet auch neue Herausforderung, neue Leute, eine andere Sprache und nicht jeder empfängt einen sofort mit offenen Armen.
Es ist eine Geschichte über drei Geschwister, eine packende Leidenschaft, ein Neuanfang, Hürden und Ängste, die zu überstehen sind, ein über sich Hinauszuwachsen, seinen Horizont erweitern, seine Komfortzone zu verlassen, ein Abenteuer zu wagen und seine eigenen Handicaps zu überstehen.
Diese Geschichte schwebt ganz leicht vor einem hin, steckt voller amüsanter Momente, vielen Gefühlen, emotionale Augenblicken, sinnlichen und verstohlene Zeiten, authentischen Charakteren , einem Traumland und man fühlt sich einfach wohlig eingebettet. Kleine Highlights beleben die Geschichte und ansonsten braucht sie kein besonderes Chichi, sie lebt einfach für sich und mit aufmerksamer Begeisterung lässt man sich von ihrem Zauber einnehmen und verliebt sich einfach selbst in das Land und die Leute.

Annik, bestreitet mit ihrem fünfjährigen Sohn einen neuen mutigen Weg, aber neue Zeile bedeuten auch positive Veränderungen. Zumindest erhofft sich Annik mit diesem Tapetenwechsel eine gute Zukunft für sich und Theo. Annik ist ansonsten eine aufgeschlossene, freundliche und neugierige junge Frau, die im Grunde keinen Weg sträubt. Sie ist fast für alles offen, geht neue Wege, lässt dich nicht so schnell von skurrilen Patienten verscheuchen und bringt sich aktiv in ihr neues Umfeld ein. Ihre Schwester Mara ist ihr zu Beginn eine große Stütze und auch sie gefiel mir so gut, dass ich mir eine eigene Geschichte mit ihr vorstellen könnte. Nur ein Mensch scheint es Annik schwer zu machen und zwar ihr Chef und Vermieter. Sie kann ihn nicht knacken und kann ihn auch schwer einordnen, jedoch kann sie ihm auch nicht aus dem Weg gehen.

Krister, ist mit Leidenschaft und Ehrgeiz Arzt geworden, er engagiert sich ehrenamtlich als Rettungsassistenz und möchte immer in allem was er anfässt der Beste sein. Er ist nicht der Typ großer Worte, aber durchaus ein Mann mit einer gewissen Ausstrahlung und dem Feingefühl für große Gesten, wenn er über seinen eigenen Schatten springt. Krister, hat einen besonderen Drang nach Freiheit. Er schafft es zu dem kleinen Theo durchzudringen und sieht nicht immer alles so ernst wie Annik. Doch diese Frau stellt Dinge mit ihm an, die er lange nicht mehr gespürt und empfunden hat. Doch durch falsche Signale, ist es nicht einfach zu ihr durchzudringen und ihrer Vorgeschichte. Die Beziehung zu seinen Geschwister ist sehr innig, familiär und gleichzeitig freundschaftlich.

Die Nebencharaktere haben mir sehr gefallen und bringen noch zusätzlichen Schwund in die Handlung.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, wundervoll leicht, locker, stilsicher und mit dem nötigen Brise Humor und sarkastischen sowie Selbstironischen Zügen versetzt. Ich mochte sehr das Gefühl, die diese Geschichte einfach versprüht. Die ungefähr gleichbleibenden Kapitellängen sind einfach nur so dahingeflogen. Die einzelnen Charakteren wurden wundervoll herausgearbeitet und bringen sehr viel Glanz durch ihre Individualität hinein. Die Geschichte wird im Erzählstil und durch wechselnde Sichten von Annik und Krister wiedergegeben. Die Dialoge sind sehr ernsthaft, emotional bis hin zu spritzig amüsant. Der Roman strahlt durch seine bildgewaltige und auch tragende landschaftliche Erzählung.

Das Cover ist wunderschön gestaltet, passt zum einen perfekt zur Handlung und auch die norwegischen Kulissen sind einfach ein Traum.

Mein Fazit: Ein wahrer Wohlfühlroman vom Beginn bis zum Ende, in einer traumhaften Kulisse, mit tollen Charakteren und man möchte einfach nicht das es endet. Es ist einfach ein Buch, das man nicht aus der Hand legen mag . Ich freue mich schon auf den nächsten Band und auf den nächsten Bruder mit Espen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2020

Sping über deinen Schatten...

Distant Love: Immer wenn wir uns sehen
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Auch mit dem zweiten Roman, den ich nun von der Autorin Nicole Knoblauch gelesen habe, konnte sie mich wieder voll und ganz für sich einnehmen. In dieser Geschichte zeigt sie eine andere Variante, den ...

Auch mit dem zweiten Roman, den ich nun von der Autorin Nicole Knoblauch gelesen habe, konnte sie mich wieder voll und ganz für sich einnehmen. In dieser Geschichte zeigt sie eine andere Variante, den einen besonderen Menschen für sich zu finden, aber wenn der Mensch sich selbst und dazu noch das Leben einen Hürden in den Weg stellt, die es heißt zu überwinden. Mit einer schonungslosen ehrlichen, frechen, aber auch gefühlvollen Art, erzählt sie eine Geschichte, die man immer wieder gerne zur Hand nehmen würde.

Der Roman wird in zwei Teilen gespalten und endet mit einem Epilog. Jedoch steigt man sofort ohne großen Vorspann in die Handlung ein und begibt sich mit Miri in das neue Abenteuer einer neuen Studienstadt und in die ersten eigenen Schritte der Zwillinge. Janina ist die eineiige Zwillingsschwester von Miri und beide sind sich ähnlich, jedoch charakterlich wiederum sehr unterschiedlich. Miri war eigentlich dabei ihren Lebensstil zu ändern, jedoch warum soll sie sich den Spass am Leben verbieten lassen. So macht sie auch worauf sie Lust hat und auch bei den Männern kann sie einem bestimmten Typ nicht widerstehen. So trifft sie auch auf Win und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Die beiden werden nämlich immer wieder aufeinandertreffen. Jedoch stehen die Sterne nicht gerade gut für die beiden. Immer wenn man selbst wie auf Kohlen geht, nimmt die Handlung eine unvorhersehbare Wendung. Dadurch entsteht kein Stillstand und als Leser ist man schon am zweifeln, was kommt denn nun noch auf einen zu.
Diese Geschichte konnte mich wieder völlig für sich einnehmen. Gerade die Charaktere mal nicht nach Schema F zu gestalten, ihnen wahres Leben einzuhauchen und einen alles spüren zu lassen, dass hat die Autorin hier wunderbar hervorgehoben. Es wird sehr gut hervorgehoben, wie man sich selbst im Weg stehen kann, Missverständnisse und die eigene Wahrnehmung seine persönlichen Ziele aus den Augen verlieren lässt und sich einigen Wahrheiten stellen sollte, denn nur der Weg zu sich selbst und die eigene Akzeptanz, kann einen für andere öffnen.
Die bildhafte Darstellung war wieder sehr präsent und egal ob in Deutschland oder in Australien, man wünscht sich einfach mit an diesen Orten zu sein.

Win, hat zwar ein Ziel vor Augen, wie er sein Leben gerne gestalten würde, jedoch bricht er immer wieder ein und möchte seiner Familie gerecht werden. Er kommt aus gutem Hause, musste sich über das nötige Kleingeld nie Gedanken machen, obwohl ihm dieser Stand gar nicht wichtig ist und versucht so normal wie möglich zu leben. Als er auf Miri trifft, wird er wahrlich umgehauen. Er hat Blut geleckt und spürt, dass diese Frau ihn so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

Miri, ist eine starke und taffe junge Frau, die sich nicht viel vormachen lässt und sich das nimmt, was sie will. Jedoch nur bis zu einem gewissen Grad, denn sobald etwas nicht in ihre persönliche heile Welt hineinpasst, steigert sich ihr Drang zu fliehen und vor sich selbst davon zu rennen. Miri muss einen weiten Weg gehen, um zu sich selbst zu stehen, in sich hineinzuhorchen und sich für andere wirklich zu öffnen.

Einige Nebencharaktere geben noch die zusätzliche Würze in die Suppe hinein und verhindern, dass die Protagonisten so völlig gegen die Wand laufen. Ab und an benötigt man Leute, die einen wieder den Kopf zurecht rücken und einfach nur da sind.

Der Schreibstil ist wunderschön, locker, witzig, spritzig und dadurch fließt der Text nur so dahin. Die Dialoge sind einfach passend, egal zu welcher Situation und man nimmt es einfach ab. Die Wortgefechte lockern einfach die Atmosphäre und werden von süßen und sexy Momenten begleitet. Den Emotionen und Gedanken konnte ich jederzeit nachempfinden und dabei mitfiebern. Die Kapitellängen sind gleichbleibend kurz. Die Handlung wird in der Ich-Perspektive aus den beiden sichtbaren wechselten Charakteren von Miri und Win wiedergegeben. Handlungsorte sind Trier, Main und Australien mit Sydney und dem Outback.

Das Cover ist einfach zauberhaft gewählt worden und vermittelt eine heimelige Zweisamkeit sowie die Sehnsucht zur fernen australischen Welt. Zudem gibt es eine Musikauswahl in Form einer Playlist.

Mein Fazit: Kein Wohlfühlroman im herkömmlichen Sinne, nein er ist zum anfassen, echt, mit Leben gefüllt und nicht ganz so perfekten Charakteren, die sich einfach mal das herausnehmen was sie wollen. Man fiebert und leidet mit, lechzt nach den schönen Momenten und spürt den inneren Kampf sowie eine deutliche Entwicklung, aus einer perfekten Welt herauszuspringen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2020

Im Zeichen des Feuers und Wassers

Zwischenerde
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Nach ihrem Romandurchbruch mit „Franky O. - Donner im Herzen und Feuer im Herzen“ hat sich die Autorin Tanja Wagner nun an ein neues Genre gewagt und zwar begibt sie sich mit dem Beginn ihrer neuen Reihe ...

Nach ihrem Romandurchbruch mit „Franky O. - Donner im Herzen und Feuer im Herzen“ hat sich die Autorin Tanja Wagner nun an ein neues Genre gewagt und zwar begibt sie sich mit dem Beginn ihrer neuen Reihe in die Urban-Fantasy. Und was soll ich euch da sagen, für mich genau richtig getroffen, denn ich mag solche Art an Fantasy, die ich begreifen und vor allem auch greifen kann.

Die Handlung beginnt zunächst mit Worten an den Leser, in Form einer alten gesiegelten Papierrolle. Danach kommt man im aktuellen Jetzt an man, um danach kurz in die Vergangenheit und ihre tragende Rolle entführt zu werden. Vor 20 Jahren geriet alles aus den Fugen und die Welt hat sich verändert. Vielmehr die Zwischenwelt und was sich so üblicherweise zwischen Gut und Böse abspielt. So hat Angelo seine Familie abseits auf einer Insel ein angenehmes und ruhiges Leben ermöglicht, doch nun war die Ruhe vorbei, denn „Er“ war wieder zurück. Also auch wieder zurück in das vergangene Leben, mit neuen Aufgaben und mit einer Aussicht auf einen neuen Kampf. Natürlich geht es dabei um Macht, Ansehen, den Sieg über alles, den Schutz der Menschheit und so vieles übernatürliches, was so gar nicht wahrgenommen wird. Eine kleine Allianz von Balance- aber auch Schutzwächtern immer darauf bedacht, das Gleichgewicht der Welt nicht aus den Fugen zu bringen und alles dafür zu geben. So erlebt man eine Familie die Zusammenhält, an der Seite mit gute Freunden, eigenwilligen Lebensformen, nicht nur einen Angriff, eigensinnige Charaktere, der Beginn von neuen Freundschaften und erste zarte Gefühle. Die Abwechslung und das Zusammenspiel von den verschiedenen Elementen, den verschiedenen Orten und Lebensformen hat mir sehr gefallen. Es entwickelt sich alles in einem stetigen Tempo, so dass man nie das Gefühl hatte überrannt zu werden oder irgend etwas zu verpassen. Die Vielzahl von Charakteren machte mir erst etwas Kopfzerbrechen, jedoch findet man sich schnell zurecht und beschränkt sich dann auf einen bestimmten Personenkreis.

Angelo Corondall, der Anführer und Hüter der Elemente, immer bedacht seine Familie zu schützen. Er verteilte eins die Elemente und zu ihm fließen sie auch wieder zurück. Manchmal muss er Entscheidungen treffen, die ihm sehr schwer fallen, aber in erster Linie sieht er mit den Augen eines Vaters und Ehemanns. Doch auch für die Menschheit versucht er die richtige Balance zu halten.
Grace Corondall, Wächterin der Luft und eine Mutter mit Herz und Seele. Doch sie ist bereit das nötige zu tun, um die zu schützen, die es bedürfen und weiß wann es Zeit ist loszulassen.

Jack Corondall, Wächter des Eises und wahrlich einer cooler Typ. Auf ihm ist immer Verlass, er trägt viel bei und auf seinen Schultern lastet viel Verantwortung. Der zeigt eine Emotionen offen und hält nichts davon sich zu verstellen. Und da ist jemand, der sein Herz in Wallung zu bringen scheint und drauf freue ich mich sehr, mehr zu erfahren. Ansonsten ist er sehr unnahbar und noch nicht immer für mich zu greifen.

Jara Corondall, zum einen die Wächterin des Wassers und zum anderen wird ihr lange etwas verschwiegen. Sie trifft es am härtesten, denn sie prallt auf Welten und Wahrheiten, die ihr bis zum Wegzug von der Insel nicht bekannt war. Sie ist in einer wohlbehüteten Blase aufgewachsen und wurde wahrlich abgeschottet. Doch sie ist neugierig, wissensdurstig, lebenslustig, eine gute Seele und lässt nicht unversucht und unentdeckt, um einen Ausweg aus der Misere zu finden. Dabei entdeckt sie die ersten zarten Wege der Liebe.

Adem Morgant, der Wächter der Erde und ein unfassbar cooler Mann. Er hat Witz, Charme und ein gewisses Gespür auf andere. Lange musste er eine harte Zeit überstehen, aber irgendwie scheint es so, als wäre es nie geschehen. Ich mag seine Art einfach und er ist eine wirkliche Bereicherung.

Ray Morgant, der Wächter des Feuers und einfach hot. Er musste einiges einstecken, einen Teil seines Lebens anders verbringen als üblich und der verschloss sich vor dem, was er wirklich ist. Ich mochte seine Art sofort. Als es darauf ankommt, das er sich für eine Seite entscheidet, folgt er diese auch und ab da an kämpft er für das Richtige. Ziemlich niedlich sind seiner Neigung zur Eifersucht und seinen Beschützerinstinkt.

Pater Janus, der coolste Oberhaupt eines Mönchsordens aller Zeiten. Er hütet einen besonderen Gegenstand, ist Wächter eines langen Vertrages und ist sich für nichts zu schade.

Eve Ferasaltu, eine ganz besondere junge Frau mit strahlend grünen Augen. Sie wird für Jara eine wichtige Begleiterin, verdreht einem Wächter den Kopf und hat eine sehr wandlungsfähige Aura. Sie ist immer auf der Suche nach sich selbst oder viel mehr mach das was sie ausmacht. Jung hat sie ihre Eltern verloren und wuchs so mit vielen unbeantworteten Fragen auf. Sie ist sehr naturverbunden und hat einen großen Gerechtigkeitssinn.

Das böse hat natürlich auch einen Namen gefunden in Viktorius Diabolo und seinem Sohn Arcono. Ob man sie nun braucht, das müsst ihr euch selbst beantworten, aber mit ihnen ist es um einiges spannender und sie lassen sich immer wieder etwas neues einfallen, um die Weltmacht erreichen zu können.

Squalento, muss man irgendwie einfach lieb haben. Er ist einfach nur unter den falschen Mächten aufgewachsen.

Matthew Lewis, eine wahrliche Lichtgestalt und ich liebe seinen trockenen Humor und schonungslose Ehrlichkeit. Er ist der beste Freund von Ray und möchte mit allem was er hat Jara vor allem bösen schützen.

Und zum Schluss muss ich noch die Kräuterhexe erwähnen, die nach einer schlimmen Erfahrung zurück ins Leben gefunden hat. Den Menschen mit Rat und Tat zur Seite steht, Jara und Jack eine gute Nanny war und auch so eine herzliche und komische Art an sich hat, das man sie einfach mögen muss.

Der Schreibstil passt für mich perfekt zu diesem Genre. Denn gerade in diesem Bereich muss es umfassend, erklärend, aber dennoch locker und leicht bleiben. Ich mag es sehr, wenn sich auch wirklich die Bilder vor meinem inneren Auge bilden und ich allem auch wirklich folgen kann. Dazu wurde auch nicht auf eine gute Brise Humor und süße Momente verzichtet. Man wird förmlich in die Geschichte mit hinein geboren und der Spannungsbogen wird immer wieder stetig angezogen und ist noch lange nicht zu Ende, denn ich denke die Fortsetzung wird es in sich haben. Die einzelnen unterschiedlichen Lesekapitel tragen nur eine kurze Bezeichnung. Die Handlung wird in den Augen von verschiedenen Charakteren in der Erzählperspektive wiedergegeben.

Das Cover wurde einfach nur zauberhaft gestaltet, passt perfekt zum Genre und auch zur Story, jedoch muss man sie dazu auch gelesenen haben, um die kleinen Details zu verstehen. Auch der Titel schmiegt sich mit Leichtigkeit dazu an. Dazu enthalten auch eine Legende mit allen Charakteren, Orten und wichtigen Erläuterungen, die man einfach wissen sollte.

Mein Fazit: Für mich ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Fantasyreihe, mit allem was ich an Urban-Fantasy mag und zu keiner Zeit übertrieben war. Zeitweise fühlte ich mich sogar an einige Filme erinnert, was mich zusätzlich zum schmunzeln brachte. Daher freue ich mich sehr auf die Fortsetzung mit neuen spannenden und ausgeklügelten Angriffen und hoffentlich noch mehr Liebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere