Cover-Bild Die Wurzeln des Lebens
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19,00
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 624
  • Ersterscheinung: 26.02.2020
  • ISBN: 9783596703128
Richard Powers

Die Wurzeln des Lebens

Roman
Manfred Allié (Übersetzer), Gabriele Kempf-Allié (Übersetzer)

»Die Wurzeln des Lebens« ist ein großer epischer Roman, der unseren Platz in der Welt neu vermisst - ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2019 für Literatur

In Richard Powers Erzählwelt ist alles miteinander verknüpft. Die Menschen sind miteinander verwurzelt wie ein Wald. Sie bilden eine Familie aus Freunden, die sich zum Schutz der Bäume zusammenfinden: der Sohn von Siedlern, die unter dem letzten der ausgestorbenen Kastanienbäume Amerikas lebten; eine junge Frau, deren Vater aus China eine Maulbeere mitbrachte; ein Soldat, der im freien Fall von einem Feigenbaum aufgefangen wurde; und die unvergessliche Patricia Westerford, die als Botanikerin die Kommunikation der Bäume entdeckte. Sie alle tun sich zusammen, um die ältesten Mammutbäume zu retten – und geraten in eine Spirale von Politik und Gewalt, die nicht nur ihr Leben, sondern auch unsere Welt bedroht.

»Wäre Powers ein amerikanischer Autor des 19. Jahrhunderts, welcher wäre er? Wahrscheinlich Herman Melville mit ›Moby Dick‹. Seine Leinwand ist so groß.«
Margaret Atwood

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2025

Eine Hymne an die Bäume

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“Auf ihren Fahrten erzählt er ihr von all den geheimnisvollen Wundern, die das Grün wirken kann. Menschen haben keineswegs überall das Kommando. Andere Geschöpfe - größer, langsamer, älter, langlebiger ...

“Auf ihren Fahrten erzählt er ihr von all den geheimnisvollen Wundern, die das Grün wirken kann. Menschen haben keineswegs überall das Kommando. Andere Geschöpfe - größer, langsamer, älter, langlebiger - geben den Ton an, machen das Wetter, nähren uns alle, ja, schaffen die Luft, die wir atmen.”

Richard Powers hat mit “Die Wurzeln des Lebens” eine Hymne an die Bäume geschrieben. Es ist ein gewaltiges Buch - nicht nur, was die Seitenzahl betrifft, sondern auch inhaltlich.
Die Grundlage der Handlung, die Wurzeln, bilden neun verschiedene Personen, die alle auf unterschiedlichste Weise mit einem Baum verbunden sind, der ihr Leben geprägt hat. Sie alle werden sich später radikalisieren, um sich gegen die Menschheit und für die Bäume einzusetzen.
Den ersten Teil, in dem man all diese Charaktere kennenlernt, fand ich unfassbar gut. Powers haucht ihnen allen Leben ein, so individuell und greifbar, dass sie einem wie reale Menschen vorkommen. Auch ihre späteren Beweggründe, ihr Weg hin zum Aktivismus, sind gut verständlich und nachvollziehbar dargestellt.
Wie man es schon aus anderen Romanen des Autors kennt, glänzt er auch hier wieder mit enormem Fachwissen und hat mich mit der umfassenden Recherchearbeit, die er geleistet haben muss, mehr als beeindruckt.
Ich gebe zu, das Lesen des Buches ist teilweise sehr unbequem. Man kann zwar die Gründe der Aktivistinnen verstehen, aber denkt dennoch insgeheim: Wir Menschen brauchen doch das Holz. Aber ist die Wahrheit nicht genauso unbequem? Ist der einzige Ausweg für die Natur nicht genau wie im Buch das Ende der Menschheit?
Dennoch hat mir die Darstellung der Gegenseite ein wenig gefehlt. Ein bisschen fühlte es sich an, als seien all diejenigen, die sich nicht aktiv für den Erhalt von Bäumen einsetzen, direkt böse Kapitalisten.

“Die Wurzeln des Lebens” ist also ein Buch, das auf literarisch hochwertige Weise aufzeigt, wie wichtig Bäume sind - die Lebewesen, die wir gerne mal übersehen und als selbstverständlich hinnehmen. Es ist zugleich politisch, philosophisch und etwas pathetisch. Trotz einiger Längen überzeugt es mit wahnsinnig vielen Informationen und authentischen Charakteren. Das Ende macht Angst und schöpft gleichzeitig Hoffnung. Man fühlt sich klein und unbedeutend, aber verglichen mit der Geschichte unserer Welt sind wir das ja auch. Trotz aller Unbequemlichkeiten habe ich es gern gelesen und es hat definitiv dazu angeregt, die Natur noch mehr wertzuschätzen und mit anderen Augen zu sehen. ⭐️4/5⭐️

Übersetzt von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié

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Veröffentlicht am 18.06.2021

Interessantes Thema, langatmiger Stil

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Dieser Roman hebt sich definitiv von der Masse ab. Sein Thema – all die in Jahrmillionen gewachsenen, vielfältigen Wälder, ihre Bedeutung für das Ökosystem und ihre Bedrohung durch den Menschen – ist hochaktuell ...

Dieser Roman hebt sich definitiv von der Masse ab. Sein Thema – all die in Jahrmillionen gewachsenen, vielfältigen Wälder, ihre Bedeutung für das Ökosystem und ihre Bedrohung durch den Menschen – ist hochaktuell und sein Aufbau kreativ.
Man spürt die Faszination des Autors für Bäume, ihre oftmals überraschenden Eigenschaften und all die anderen Lebewesen, die mit ihnen zusammenleben und interagieren. Immer wieder werden anschauliche Beschreibungen und interessante Informationen eingeflochten.
Die menschlichen Hauptdarsteller können da jedoch nicht mithalten. Es gibt im Prinzip neun Protagonisten, die mal mehr, mal weniger präsent sind. Sie alle haben irgendeine Art von Verbindung zu Bäumen und setzen sich auf die eine oder andere (nicht immer legale) Weise für ihren Schutz und ihre Erhaltung ein.
Darunter beispielsweise eine aus unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammengesetzte Gruppe von Umweltaktivisten, die Bäume besetzen und sich Holzfällern entgegenstellen, eine kauzige Wissenschaftlerin, welche die geheimen Signale von Bäumen entschlüsselt, oder ein Computer-Nerd, der eine ganz neue Art von Videospiel entwickeln möchte.
Es sind jedoch nicht alle Protagonisten gleich wichtig für die Handlung, manche begegnen den anderen nie. Mindestens zwei hätten auch weggelassen werden können, ohne dass die Geschichte dadurch viel verliert, sondern im Gegenteil eher an Schwung gewinnt.
Doch auch an sich bedeutsame Handlungsstränge werden so langatmig erzählt, dass keine Spannung aufkommt. Noch dazu ist der Stil teilweise verworren und die zeitlichen Abläufe bzw Zusammenhänge zwischen den Handlungssträngen sind öfters unklar.
Obwohl im ersten Drittel die „Wurzeln“ der Figuren relativ ausführlich geschildert werden und auch danach ihr Innenleben breiten Raum einnimmt, konnte ich außerdem zu den meisten keine rechte Beziehung aufbauen, weshalb es mir schwerfiel, mit ihnen mitzufiebern.
Fazit: Eine gestrafftere und mehr auf das Wesentliche fokussierte Erzählweise hätte der Geschichte gutgetan.
Im Übrigen ist es nicht gerade im Sinne der Botschaft, welche der Autor wohl vermitteln möchte, dass es sich bei den meisten, die sich hier für die Erhaltung der Wälder einsetzen, um „Spinner“ bzw soziale Außenseiter handelt.

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