Cover-Bild Israel
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Ch. Links Verlag
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 270
  • Ersterscheinung: 17.09.2025
  • ISBN: 9783962892401
Sabine Adler

Israel

Fragen an ein Land

Noch nie war es so schwer, über Israel zu reden. Spiegel-Bestsellerautorin Sabine Adler sucht das Gespräch mit den Menschen vor Ort. Sie begibt sich dabei in unterschiedliche gesellschaftliche Milieus und politische Lager – stets auf der Suche nach Antworten, wohin sich das Land entwickelt.

»Sabine Adler gelingt etwas Seltenes: Sie hört den Menschen in Israel wirklich zu. Ohne einfache Antworten oder moralische Selbstüberhöhung. Dieses Buch ist keine Anklage, keine Verteidigung – es ist ein tiefenscharfer, empathischer Einblick in die kollektive israelische Seele im vielleicht größten Krisenmoment des Landes.« MERON MENDEL

Erscheint zum Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei evaczyk in einem Regal.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Konflikt ohne Ausweg

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Sabine Adler, die schon sehr klug über Russland geschrieben hat, weiß auch über Israel Bescheid. Sie hat fundiertes Wissen sowohl über die aktuell Lage als auch über die Geschichte Israels. Sie war vor ...

Sabine Adler, die schon sehr klug über Russland geschrieben hat, weiß auch über Israel Bescheid. Sie hat fundiertes Wissen sowohl über die aktuell Lage als auch über die Geschichte Israels. Sie war vor Ort und hat mit vielen gesprochen.
Entscheidend für die heutige dramatische Lage war der 7. Oktober 2023 mit dem Massaker durch die Hamas. Dann die radikalen Reaktion Israels. Es stellen sich viele Fragen, wie es weitergehen wird. Adlers Buch führt zu den richtigen Fragen. Erschöpfende Antworten kann es nicht geben.

Sabine Adler schreibt detailreich.
Das ergibt ein nahezu spannendes Sachbuch. Eine lohnende Lektüre.

Veröffentlicht am 12.10.2025

Innenansichte auf den Krieg

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Der 7. Oktober 2023 war eine Zäsur. Was hat der Terrorangriff der Hamas mit den Israelis gemacht, auch denen, die nicht unmittelbar getroffen? Wie haben sich Werteachsen und Einstellungen verschoben? ...

Der 7. Oktober 2023 war eine Zäsur. Was hat der Terrorangriff der Hamas mit den Israelis gemacht, auch denen, die nicht unmittelbar getroffen? Wie haben sich Werteachsen und Einstellungen verschoben? In ihrem Buch "Israel" geht Sabine Adler diesen Fragen anhand einer Familie nach. Die älteren tragen die Erfahrung des Holocausts beziehungsweise der Belastungen der zweiten Generation mit sich, die jüngeren sind mit dem Nahostkonflikt aufgewachsen, haben ihren Armeedienst teilweise im Westjordanland oder im Libanon geleistet.

Die weitverzweigte Familie, die die Autorin seit Jahren kennt, ist überwiegend religiös-zionistisch, es gibt einen streng orthodoxen Bruder, aber auch einen säkularen. Die meisten leben in Jerusalem, mehrere in Siedlungen im Westjordanland, einige haben Kindheitserinnerungen an die aufgegebenen Siedlungen in Gaza. Es sind eher nicht die Israelis, die sich jede Woche auf dem Geiselplatz im Stadtzentrum von Tel Aviv versammeln, auch wenn längst nicht alle Benjamin Netanjahu und seine umstrittene Justizreform unterstützen.

Adler zeigt das Politische im Persönlichen, in der Erfahrung etwa der kinderreichen Mutter, die den Haushalt alleine stemmen muss, weil ihr Mann als Reservist in Gaza ist. Der Terrorangriff hat Traumata ausgelöst und wieder wachgerufen - die Gespräche mit einer Psychoanalytikerin von Amcha, einer Organisation, die sich eigentlich vor allem um Holocaus-Überlebende kümmert und nun vor neuen Herausforderungen steht, gehören für mich zu den besonders spannenden Eindrücken des Buches.

Die Autorin spricht mit ihren Gesprächspartnern in Cafés in Tel Aviv und Jerusalem, aber auch in den Siedlungen in den besetzten Gebieten. Die Kontraste zwischen dem Leben der Siedler und den in der Region ansässigen palästinensischen Menschen werden aufgezeigt, die Gewalt radikaler Siedler und der berüchtigten Hügeljugend gestreift, aber in den Gesprächen nicht so kritisch hinterfragt, wie es meiner Meinung nach wünschenswert gewesen wäre. Aber vielleicht führt gerade das dazu, dass sich Menschen der Autorin öffnen, die sonst eher feindselig auf Journalisten reagieren, zumal Adler ja als Freundin der Familie kommt.

Es ist eine private Innensicht auf den Konflikt, die auch deutlich macht, wie schwierig die Diskussion allein innerhalb Israels ist und wie sehr der Krieg die Gesellschaft gespalten hat. Adler hört zu, beobachtet, analysiert, lässt aber ihren Gesprächspartnern Freiraum, ihre jeweilige Position und ihren Blick auf das Land zu erläutern. Und der ist so vielschichtig wie das ganze Land.