Talsommer
Das Buch entführt uns in den Chiemgau ins Jahr 1899. Hier leben die Menschen noch nach den Jahreszeiten und den Zyklen der Religion. Mizzi lebt mit ihrer Mutter bei ihrem Onkel, nachdem ihr Vater früh ...
Das Buch entführt uns in den Chiemgau ins Jahr 1899. Hier leben die Menschen noch nach den Jahreszeiten und den Zyklen der Religion. Mizzi lebt mit ihrer Mutter bei ihrem Onkel, nachdem ihr Vater früh verunglückt ist, Ihr Onkle besitzt eine Gastwirtschaft, in der Mutter und Mizzi hart arbeiten müssen. Die Mutter ist eine sehr religiöse Frau und glaubt aber immer noch an Geister und Unwesen, die sich im Wald und im Moor herumtreiben sollen. Mizzi ist eine gute Schülerin, aber das zählt bei den Menschen damals weniger, Hauptsache ein Kind kann gut zupacken. Die karge Freizeit verbringt Mizzi mit ihrer besten Freundin Lisei und den Stelzenbauerbuben. Außerdem begleitet Mizzi den Maler Müller bei seinen Exkursionen, in dem sie in Staffelei und Farben hinterherträgt und sich so noch ein kleines Zubrot verdient. Außerdem begleitet sie noch Berggymnasten auf ihren Wanderungen. Und dann sieht Mizzi eines Tages, wie ihre Freundin Lisei in der Tiroler Ache untergeht. Sie sieht auch, wer den Kopf des Mädchens immer noch unten drückt und das Mädchen nur noch tot geborgen werden kann. Doch niemand schenkt ihr Glauben. Ein Buch, dass das schwere und arbeitsreiche Leben von Mizzi beschreibt, die im hohen Alter in einem Pflegeheim alte Fotos anschaut und ihr Leben nochmals Revue passieren läßt. Ein wirklich mehr als interessantes Buch, das uns das Leben der damaligen Landbevölkerung zeigt. Ich habe das Buch so gut gefunden, dass ich es in einem Zug ausgelesen habe. Hier wird wirklich nichts beschönigt und man lernt das raue Leben kennen, bei dem die Kinder billige Arbeitskräfte waren. Man merkt hier, wie genau und umfangreich die Autorin recherchiert haben muß. Das Cover ziert ein modern gestaltetes Landschaftsbild, das sich "Steinwald" nennt.