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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

stellenweise recht wirr und völlig überzogen

Doppelspiel
5

Ich hatte bisher noch kein Buch von Arne Dahl gelesen. Aber da ich sehr viel Gutes über den Autor gehört habe, hatte ich mir von "Doppelspiel" wirklich viel erwartet. Und wurde umso mehr enttäuscht.

Mit ...

Ich hatte bisher noch kein Buch von Arne Dahl gelesen. Aber da ich sehr viel Gutes über den Autor gehört habe, hatte ich mir von "Doppelspiel" wirklich viel erwartet. Und wurde umso mehr enttäuscht.

Mit Protagonist Tom konnte ich einfach nicht warm werden. Er blieb mir ein Rätsel. Seine Motive kaum nachvollziehbar. Einmal agiert er total analytisch, dann wieder völlig kopflos. Mal wirkt er abgeklärt, dann wieder komplett naiv. Das hat alles nicht zusammengepasst. Polizistin Olivia ist nicht besser. Sie kommt durchweg unsympathisch rüber und wird für ihr ständiges Fehlverhalten nicht einmal bestraft. Insgesamt kommen gerade die Frauenfiguren in diesem Buch nicht gut weg. Aber auch die anderen Charaktere bleiben blass und zum Teil sehr klischeehaft.

Da ich nicht spoilern will, kann ich auf die Handlung hier leider nicht großartig eingehen. Also nur soviel: Für mich hat vieles einfach keinen Sinn ergeben. Vieles hat sich zu perfekt gefügt. Andere Dinge waren völlig unnötig für die Handlung und haben das Buch grundlos in die Länge gezogen. Die Auflösung am Ende wirkte auf mich total unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen.

Ich hatte wirklich Mühe, mich durch das Buch durchzukämpfen und kann es leider überhaupt nicht empfehlen. Die Grundidee mag ja gut gewesen sein, aber die Umsetzung ist einfach nicht gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charatere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 29.03.2026

düstere Ménage à trois, mit einigen Schwächen

An Education in Malice: Verlangen. Intrigen. Blut.
0

Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll. So wirklich umgehauen hat es mich leider nicht. Es hat zwar gute Ansätze, aber die Umsetzung wäre ausbaufähig gewesen.

Wirklich gut fand ich ...

Ich weiß nicht wirklich, was ich von diesem Buch halten soll. So wirklich umgehauen hat es mich leider nicht. Es hat zwar gute Ansätze, aber die Umsetzung wäre ausbaufähig gewesen.

Wirklich gut fand ich das Setting an einem abgeschiedenen Frauencollege. Es wird zwar nie erwähnt, zu welcher Zeit der Roman genau spielt, aber anhand der Musik würde ich ihn in den 60ern verorten. Wobei ich mir hier schon etwas mehr Bezug gewünscht hätte. Auch das Collegeleben an sich kommt für mich etwas kurz, ist aber alles in allem gut geschildert.

Die Charaktere dagegen blieben für meinen Geschmack alle deutlich hinter ihrem Potenzial zurück. Sie wirken blass, ihre Entwicklung und Handlungen oft einfach nicht nachvollziehbar. Bei Laura hat mir die innere Zerissenheit gefehlt, die ihr Charakter gebraucht hätte. Diese war für mich einfach nicht spürbar. Carmilla wirkt meistens wie eine verzogene Göre. Sie hat zu wenig Tiefe. Am Schlimmsten war jedoch ihre Lehrerin De Lafontaine. Bei ihr hat mir das Charisma gefehlt. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum ihre Schülerinnen so völlig besessen von ihr sind.

Den Schreibstil fand ich größtenteils sehr angenehm und relativ flüssig, wobei sich manche Passagen etwas ziehen. Überrascht haben mich die doch sehr expliziten Sexszenen. Ich habe mit sowas zwar kein Problem, fand es aber doch etwas sehr viel und auch unnötig. Wer vor (u. a. lesbischen) Sexszenen zurückschreckt, sollte von diesem Buch definitiv die Finger lassen.

Das Ende war recht gut gemacht, auch wenn mir manches zu schnell und zu einfach gelöst wurde. Es bleibt auch eher offen, was ich in diesem Fall aber sehr passend fand.

Im Klappentext wird das Buch als "düstere Dark Academia Neuerzählung von Sheridan Le Fanu's Carmilla" bezeichnet. Das finde ich persönlich sehr irreführend. Meiner Meinung nach gibt es zwischen den beiden Büchern kaum Parallelen. Und der Dark Academia Vibe kam für mich auch etwas zu kurz.

Veröffentlicht am 26.03.2026

Erinnerung an das Sommermärchen

2006. Sommermärchen des Jahrhunderts
0

An den Sommer 2006 hat wohl jeder von uns ganz eigene Erinnerungen. Auch jene, die eigentlich sonst keine großen Fußballfans waren. Da war einfach diese ganz besondere Stimmung, die bis heute nachwirkt. ...

An den Sommer 2006 hat wohl jeder von uns ganz eigene Erinnerungen. Auch jene, die eigentlich sonst keine großen Fußballfans waren. Da war einfach diese ganz besondere Stimmung, die bis heute nachwirkt. An die man immer noch gerne zurückdenkt. Genau diese Stimmung fängt Frohwein sehr gekonnt in seinem Buch ein. Es geht nicht einfach nur um Fußball. Es geht vielmehr darum, wie diese WM Deutschland damals geprägt hat.

Sehr schön fand ich die chronologische Erzählweise. Wie in einem Tagebuch erlebt man alles noch einmal. Der Autor erzählt von den Spielen, von den Fanmeilen und Public Viewings, von Musik und Politik. Er fügt kleine Geschichten ein, was das Ganze noch viel interessanter macht. Der Schreibstil ist locker und flüssig. Ein bisschen schade fand ich, dass die wenigen Bilder im Buch alle nur in schwarz-weiß waren. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Alles in allem ist dieses Buch sehr gelungen und entführt einen zurück in jenen ganz besonderen Sommer. Eine interessante Lektüre, nicht nur für Fußballfans.

Veröffentlicht am 26.03.2026

netter Coming-of-Age Roman

Little Hollywood
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Ich muss gestehen, dass ich etwas Mühe hatte, ins Buch hinein zu finden. Die Geschichte liest sich gerade am Anfang etwas zäh und plätschert eher so dahin, ohne das allzu viel spannendes passiert. Das ...

Ich muss gestehen, dass ich etwas Mühe hatte, ins Buch hinein zu finden. Die Geschichte liest sich gerade am Anfang etwas zäh und plätschert eher so dahin, ohne das allzu viel spannendes passiert. Das namensgebende Little Hollywood kam für mich gerade während der ersten Kapitel etwas zu kurz.

Protagonistin Leonie ist ein totaler Klischee-Teenager, würde ich sagen. Sie wirkt oft sehr ziellos, zickt wegen Nichtigkeiten ihre Mutter an und besäuft sich gerne auf Partys. Vermutlich konnte ich mich darum einfach nicht wirklich in sie hineinversetzen. Sie wirkte auf mich einfach zu konstruiert. Jo ist interessanter, da er sehr lange mysteriös bleibt und man ihn einfach besser versteht.

Die Beziehung der beiden entwickelt sich in einem schönen Tempo, das sich für mich sehr natürlich angefühlt hat. Hier und da hatte die Geschichte etwas zu viel unnötiges Drama für meinen Geschmack und manches wurde auch nicht plausibel genug aufgelöst. Aber alles in allem ist Little Hollywood ein solider Coming-of-Age Roman, der einen auf eine nostalgische Reise zurück in die 90er Jahre mitnimmt.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Frauenpower, Spannung und jede Menge Überraschungen

Tödliche Freundinnen
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Schon der Einstieg in die Geschichte ist total rasant. Man ist mit den ersten paar Worten direkt mittendrin und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Von da aus springt das Buch immer wieder in der ...

Schon der Einstieg in die Geschichte ist total rasant. Man ist mit den ersten paar Worten direkt mittendrin und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Von da aus springt das Buch immer wieder in der Zeit hin und her, was es umso spannender macht. Denn so erfährt man erst nach und nach, was damals nach Chloes Geburtstagsparty wirklich passiert ist. Und auch, was die beiden Frauen da hingebracht hat, wo sie am Anfang des Buches sind.

Auch die Perspektive wechselt immer wieder. Größtenteils wird die Geschichte natürlich aus der Sicht von Mel und Chloe erzählt, aber es gibt auch ein paar Kapitel aus der Perspektive anderer Figuren.

Sowohl Mel als auch Chloe sind total interessante Protagonistinnen. Ihre gemeinsame Vergangenheit und die Gefühle füreinander sind total greifbar. Chloe bleibt lange ein Mysterium. Mel konnte ich anfangs besser verstehen.

Die Spannung bleibt das ganze Buch hindurch konstant hoch und es gibt immer wieder überraschende Wenungen. Mit dem Ende hätte ich so überhaupt nicht gerechnet, aber es hat mich total begeistert. Es gibt auch einige Szenen, die mich total zum Lachen gebracht haben. Wobei mein Humor doch eher von der schwarzen Sorte ist.

Ich muss gestehen, dass ein paar Sachen übertrieben wirken. Die beiden Protagonistinnen sind z.B. echte Wonder Women und manche Ereignisse fügen sich etwas zu perfekt. Aber das tut dem Buch keinen Abbruch.

Für mich war dieses Buch eine echte Überraschung im positivsten Sinne. Ein actionreiche Achterbahnfahrt mit zwei starken Heldinnen. Fünf Sterne und eine klare Kaufempfehlung.