Cover-Bild Bemühungspflicht
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 04.09.2025
  • ISBN: 9783627023430
Sandra Weihs

Bemühungspflicht

Sandra Weihs' »Bemühungspflicht« folgt mit messerscharfer Beobachtungsgabe und treffsicherem Humor einem Mann, der sich verzweifelt gegen die Demütigungen des Sozialsystems wehrt. 
 An der Supermarktkasse stellt Manfred Gruber fest : Die Behörde hat die Sozialhilfe nicht überwiesen. Dass die Kartenzahlung erneut abgewiesen wird, treibt ihm vor Scham die Röte ins Gesicht. Es ist ein kalter und regnerischer Tag, ohne Geld muss er den weiten Weg entlang der österreichischen Bundesstraße zu Fuß auf sich nehmen, um die Beamten zur Rede zu stellen. Er hat alle Auflagen erfüllt, alle aussichtslosen Bewerbungen verschickt, die unsäglichen Bewerbungstrainings und unbezahlten Probearbeitstermine absolviert, er ist seiner Bemühungspflicht verdammt noch mal nachgekommen! Die können ihm gar nichts – doch er irrt sich. Ein wichtiger Roman zur richtigen Zeit: Sandra Weihs blickt dorthin, wo die Gesellschaft als Erstes wegschaut. Auf empathische Weise beschreibt die Autorin den verzweifelten Kampf eines im Sozialsystem Alleingelassenen. Ihre messerscharfen gesellschaftlichen Betrachtungen, der treffsichere Humor, hinter dem immer wieder eine Bernhard'sche Ironie hervorblitzt, lassen einen nicht los – ein Roman, der mit Vorurteilen aufräumt und der seinem Protagonisten das zurückgibt, wonach ihm am meisten verlangt: die Würde.
»Ein Text wie eine Maschine. Atemlos zu lesen. Mit eisernem Mut. Grandios und bitter.« Andreas Maier
»Bemühungspflicht zeugt nicht nur vom literarischen Können, das die österreichische Autorin mit ihrem dritten Roman unter Beweis stellt. Weihs schöpft gleichermaßen mit vollen Händen aus ihrem Erfahrungsschatz als praktisch tätige Sozialarbeiterin. Ein großes Glück für die Literatur.« Judith Solty, der Freitag
»Ein Roman, der sehr grundsätzlich ökonomische Themen aufnimmt und in gesellschaftliche Bereiche blendet, die in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur selten in dieser Form, Wucht und Dringlichkeit aufgenommen werden.« Stefan Gmünder, STANDARD

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Aufräumen mit Vorurteilen?

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"Bemühungspflicht" von Sandra Weihs ist kein leichter Stoff, aber sehr eindrücklich geschildert.

Zum Inhalt: Der Sozialhilfeempfänger Manfred Gruber steht an der Supermarktkasse. Wie peinlich, seine Karte ...

"Bemühungspflicht" von Sandra Weihs ist kein leichter Stoff, aber sehr eindrücklich geschildert.

Zum Inhalt: Der Sozialhilfeempfänger Manfred Gruber steht an der Supermarktkasse. Wie peinlich, seine Karte wird abgelehnt, Bargeld hat er nicht genügend dabei. Warum? Offensichtlich ist seine Sozialhilfe nicht pünktlich überwiesen worden. Also begibt er sich zum Amt, fährt schwarz und wird natürlich erwischt...

Sandra Weihs schildert aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen natürlich die Sichtweise von Manfred Gruber, aber auch die Mitarbeiter der Sozialbehörde, seine Nachbarn, seine Exfreundin und sein Sohn kommen zu Wort. Weihs beschreibt mit viel Sarkasmus, wie in Mensch in diesen Teufelskreis hinein, aber nicht mehr herausfindet. Bis es dann zu einer Kurzschlusshandlung kommt.

Es ist insgesamt ein gut lesbares und auch wichtiges Buch. Aber: der Klappentext verspricht, mit Vorurteilen aufzuräumen! Nach meinem Verständnis ist allerdings zumindest teilweise das Gegenteil der Fall. Es wird aus der Perspektive von Gruber zu oft vermittelt, dass er gar nicht arbeiten will! Es wird zwar darauf eingegangen, wie Firmen mit "Probearbeitern" umgehen, wie sie auf diese Weise kostenlose Arbeitskräfte für drei Tage bekommen, aber der schale Beigeschmack bleibt. Wollen Sozialhilfeempfänger wirklich nicht arbeiten? Es gibt sicherlich einige, aber das sind nicht alle. Mit Vorurteilen wird zumindest beim unkritischen Leser nicht aufgeräumt, sie werden eher verstärkt. Schade!

Gut gelungen fand ich dagegen die Beschreibungen aus der Sicht der Mitarbeiter im Sozialamt, die ihren "Plan" erfüllen müssen und für Menschlichkeit keine Zeit haben. Auch Kristina, die sich als Tagesmutter etwas Geld dazuverdient und zwischen Betreuung und Terminen beim Amt hin und her hetzt, wird sehr gut beschrieben.

Wegen des oben angegebenen Klappentextes und seiner Umsetzung im Buch ziehe ich von meiner Wertung Punkte ab. Diese Beschreibung ist meines Erachtens überarbeitenswert. und sollte überdacht werden.

Daher insgesamt nur 3 Punkte!

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