Cover-Bild Die Elefanten
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 25.02.2026
  • ISBN: 9783257073737
Sasha Filipenko

Die Elefanten

Ruth Altenhofer (Übersetzer)

Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Straßen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser ein: die Elefanten. Doch niemand nimmt Anstoß an ihnen. Die Leute gehen weiter ihrer Wege, geben vor, es hätte sich nichts geändert. Allein der Stand-up-Comedian Pawel weigert sich zu schweigen und ruft von der Bühne dazu auf, sich der Realität zu stellen. Er riskiert damit alles, sein Leben, seine Freiheit und vor allem seine Liebe zu Anna.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2026

Wenn das Offensichtliche zum Albtraum wird

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Elefanten erobern die Stadt, doch niemand beachtet sie. Sasha Filipenkos satirischer Roman „Die Elefanten“ entlarvt unsere Verdrängung. Pawel kämpft gegen das Unsichtbare: Humor trifft Politik. Warum ich ...

Elefanten erobern die Stadt, doch niemand beachtet sie. Sasha Filipenkos satirischer Roman „Die Elefanten“ entlarvt unsere Verdrängung. Pawel kämpft gegen das Unsichtbare: Humor trifft Politik. Warum ich empfehle, es zu lesen!

Wenn das Offensichtliche zum Albtraum wird
Inhalt/Zusammenfassung „Die Elefanten“ –
Plötzlich tauchen Elefanten in der Stadt auf – sie blockieren Straßen, Plätze und dringen in Häuser ein. Doch die Menschen ignorieren sie hartnäckig. Nur der Stand-up-Comedian Pawel bricht das Schweigen: Von der Bühne aus fordert er die Menschen auf, die Realität zu sehen. Das kostet ihn fast alles – sein Leben, seine Freiheit und seine Liebe zu Anna, der Tochter eines berühmten Schriftstellers, die besessen Kreuzworträtsel löst (und eines im Roman knackt). Als die Unglücksfälle zunehmen, wird Pawel zum Sündenbock.

Worum geht es wirklich?
Auf den ersten Blick ist „Die Elefanten“ eine Parabel über Verdrängung: Der „Elefant im Raum“ wird hier wörtlich genommen. Diese massiven Tiere blockieren den Alltag, doch niemand reagiert – weder mit Panik noch mit Neugier. Filipenko nutzt reale Elefantenfakten (Trauerrituale, Herdendemokratie, Nachtragendheit), um menschliches Verhalten zu sezieren. Im Zentrum steht Pawel, ein zynischer Comedian, dessen Auftritte mit Elefanten auf der Bühne zum Akt des Widerstands werden. Ihm gegenüber: Anna, die Rätsellöserin, und ihr Vater, ein Autor, der lieber fiktive Ideen spinnt, als hinzuschauen. Eingestreut sind Kommentare und ein lösbares Kreuzworträtsel, das die Themen verdichtet.

Es geht um Kompromisse: Kleine Zugeständnisse an das Absurde – Schweigen aus Bequemlichkeit – ebnen den Weg für Katastrophen. Filipenko kontrastiert Elefantenintelligenz mit menschlicher Dummheit und zeigt, wie Ignoranz zu Entmenschlichung führt.

Nashörner reloaded: „Die Elefanten“ im Vergleich zu Ionesco
Im dekoder-Interview (Meduza/dekoder. org, 2024/2025, übersetzt von Ruth Altenhofer) enthüllt Filipenko seine Schreibweise. Er recherchierte mit Dompteuren und Tierpsychologen, um Elefanten als Metapher zu schärfen: „Sie trauern, wählen fair und sind nachtragend – im Gegensatz zu uns Menschen. “ Eine Telegram-Umfrage („Was tust du mit einem Elefanten im Zimmer? “) inspirierte satirische Antworten wie „Ihn waschen“. Filipenko betont: „Kleine Kompromisse bauen Regime auf. “

Aus seiner Exil-Erfahrung (seit den Minsk-Protesten 2020 als „extremistisch“ eingestuft) plädiert er für Literatur als Therapie: „Häftlinge schreiben mir – sie heilt Einzelne, nicht Massen. “ Humor sei Überlebensstrategie: „In Moskau zynisch, aber lebenswichtig. “ Ohne das Buch zu verraten, unterstreicht das Interview Filipenkos Agenda: Unbequeme Wahrheit ohne Pathos, inspiriert vom Ukraine-Krieg und Belarus. Es macht Die Elefanten greifbarer – ein Autor, der nicht verstummt.

Politische Metaphern und Ionesco-Bezug:
Filipenko interpretiert Eugène Ionescos Nashörner (1959) neu: Dort verwandeln sich Menschen in Nashörner (Konformismus, Faschisierung). Hier erscheinen Elefanten als reale Symbole für Kriege, Unterdrückung und Krisen, die alle ignorieren. Er nennt es „Ionescos Erbe“ – unbequem, weil es uns meint (Zehnder-Rezension). Das russische Wort Slon (Elefant) ist zentral: Es erklärt alles – von Alltagsverdrängung bis Systemversagen. Filipenko betont: Kleine Kompromisse (z. B. Schweigen) bauen Diktaturen auf. Inspiriert von Belarus (Lukashenko) und Russland (Ukraine-Krieg).

Figuren im Detail – „Die Elefanten“
Pawel ist kein Superheld – ängstlich, impulsiv, kompromisslos. Seine Schwächen machen ihn greifbar, nicht heldenhaft perfekt. Kein „Auserwählter“-Klischee. Pawel als Comedian sticht heraus – Witze als Waffe gegen Elefanten-Chaos. Sein Humor ist nicht nur Waffe sondern auch ein Fluch. Er performt mit einem Elefanten auf der Bühne – riskiert Leben, Freiheit und Liebe. Filipenko: „Er behält Menschlichkeit durch Lachen. “

Filipenkos Figuren sind Meisterstücke – basierend auf Schreib-Tipps. Hier, wie er sie lebendig macht: Anna? Obsessive Rätsel-Löserin, Tochter eines Illusionisten. An Grenzen bringen: Jede Figur scheitert spektakulär – Leser denkt: „Die schaffen das nie! “ – doch Filipenko dreht es clever um. Interaktionen mit Anderen: Pawel kollidiert mit Anna (Liebe vs. Ignoranz), Vater (Intellekt vs. Realität). Beziehungen formen sie – Konflikte entfalten Tiefe.

Gemeinsamkeiten mit Ionescos Nashörnern
Filipenkos Roman ist eine Hommage an Eugène Ionescos Nashörner (1959). Bei Ionesco verwandeln sich Menschen in Nashörner – Symbol für Konformismus und Faschisierung. Der „Held“ Bérenger bleibt als Letzter menschlich. Filipenko dreht es um: Keine Verwandlung, sondern Ignoranz. Elefanten erscheinen real, werden aber ignoriert – eine Steigerung des Absurden. Pawel entspricht Bérenger: Der Comedian leistet Widerstand, verliert alles (Verhaftung, Folter, Prozess). Der YouTube-Talk „Ionescos Erbe“ nennt es „Nashörner neu geschrieben – und meint uns“. Filipenko vermeidet Schwarz-Weiß: Subtiler, mit Tierfakten und Humor. Beide kritisieren Verdrängung, doch Filipenkos Version passt zur Putin-Ära: Innere Verrohung statt äußerer Mutation. Perfekte Ergänzung für Ionesco-Leser.

Politisch aufgeladen, ohne didaktisch zu wirken, spiegelt der Roman autoritäre Systeme wider, in denen Dissens teuer erkauft wird. Der Humor bleibt trocken-belarussisch: Pawels Witze sind scharf, die Absurdität entspricht Ionesco. Und doch am Ende subtiler als bei Ionesco – keine physische Verwandlung, sondern innere Verrohung. Ein Roman, der lacht, bis es wehtut, und fragt: Was ignorierst du?

„Das Geschenk“ Gaea Schröter
„Das Geschenk“ von Gaea Schoeters ist eine kurze, sehr pointierte Politsatire (ca. 144 Seiten, Zsolnay 2025), die ein bewusst absurdes Szenario entwirft, um über Migration, Postkolonialismus und europäische Politik zu sprechen.

In Deutschland tauchen plötzlich überall Elefanten auf – in Berlin, in den Städten, mitten im Alltag. Bald wird klar: Sie sind nicht aus dem Zoo entlaufen, sondern ein „Geschenk“ des Präsidenten von Botswana. Hintergrund: Deutschland hat ein Einfuhrverbot für Jagdtrophäen beschlossen. In Botswana breiten sich dadurch die Elefanten massiv aus, gefährden die Lebensgrundlage armer Regionen – also schickt der Präsident 20.000 Elefanten nach Deutschland zurück.

Die Tiere richten Chaos an, es gibt Unfälle, Kosten, Konflikte. Die Bundesregierung muss reagieren: Es entsteht ein Elefantenministerium, es werden Quoten für Bundesländer festgelegt, Behörden, Länder und Parteien streiten. Gleichzeitig versuchen Populisten, aus der „Elefantenkrise“ politisches Kapital zu schlagen („Der Elefant gehört zu Deutschland“ ist eine der satirischen Pointen).

Sasha Filipenko
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Sasha Filipenko (1984, Minsk), auf Russisch schreibend, ist Exil-Star: Nach Rote Kreuze (Spiegel-Bestseller 2020) und Der Schatten einer offenen Tür (2024, Krimi über Waisenkinder-Suizide in russischem Nirgendwo) festigt „Die Elefanten“ seinen Ruf. Perlentaucher hebt die „böse Politsatire“ hervor, Zehnder nennt es „Buch der Woche“. Kritik: Manche finden es „zu subtil“ (kein Paukenschlag-Ende), andere loben genau das – psychologische Tiefe statt Sensationalismus. Filipenkos Stärke: Nuancen (keine Plakate), belarussisch-russischer Zynismus. Schwäche? Für Unkenner Ionescos weniger zugänglich. Die Satire ist zeitlos aktuell, wie Gaea Schoeters „Das Geschenk“. Ein Fest für Satire-Fans!

Eugène Ionesco
Eugène Ionesco (
1909 in Slatina, Rumänien; †1994 in Paris) war einer der bedeutendsten Dramatiker der Nachkriegszeit und eine Schlüsselfigur des „absurden Theaters“. Als Kind lebte er sowohl in Rumänien als auch in Frankreich, schrieb aber seine wichtigsten Werke auf Französisch und nahm 1950 die französische Staatsbürgerschaft an.

Berühmt wurde er mit Stücken wie „Die kahle Sängerin“ („La Cantatrice chauve“), „Die Stühle“ („Les Chaises“) und „Die Nashörner“ („Rhinocéros“). In ihnen entlarvt er mit grotesken Situationen, Sprachspielen und scheinbar sinnlosen Dialogen die Leere bürgerlicher Konventionen, die Manipulierbarkeit von Menschen und die Gefahren totalitärer Ideologien.

Ionescos Theater ist komisch und verstörend zugleich: Hinter dem absurden Humor steht stets eine existenzielle, oft politische Aussage. Ab den 1960er-Jahren wurde er international gefeiert, in die Académie française aufgenommen und bis heute weltweit gespielt und gelesen.

Kritik
Sasha Filipenko ist nie einfach zu lesen. Die Szenen der Entmenschlichung sind böse und schwer zu ertragen. Aber das ist vielleicht das Besondere an Filipenko: Er erzählt uns nicht, wie böse es in seiner Heimat zugeht, sondern er lässt es uns fühlen.

„Die Elefanten“ beißt zu – witzig, scharf, notwendig. Filipenko zeigt: Ignoranz ist der wahre Horror. Ich kann nur noch empfehlen: Kauft es, lest es, redet drüber. Nur so kann man verhindern, dass der Elefant zu dir kommt.

Mein herzlicher Dank geht an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf unser Wiesbadener Literaturfestival „Ins Offene 6“ hinweisen. Hier ist Sasha Filipenko mit seinem Buch „Die Elefanten“ am 24. Juni 2026 zu Gast.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Messerscharfe Parabel in einzigartiger Form

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Alexander ist Schriftsteller und lebt in einer großen Villa. Seine Frau Sofija himmelt ihn an, lobt jede seiner Ideen. Die erwachsene Tochter, eine erfolglose Schauspielerin, wohnt in einer eigenen Villa ...

Alexander ist Schriftsteller und lebt in einer großen Villa. Seine Frau Sofija himmelt ihn an, lobt jede seiner Ideen. Die erwachsene Tochter, eine erfolglose Schauspielerin, wohnt in einer eigenen Villa nebenan, kommt aber jeden Morgen zum gemeinsamen Frühstück und löst Kreuzworträtsel. Eines Morgens steht plötzlich ein Elefant im Zimmer. Und bei den Nachbarn auch. In der ganzen Stadt tauchen sie plötzlich wie aus dem Nichts auf. Doch die Menschen leben einfach weiter und ignorieren die Tiere. Manchen ist etwas unwohl dabei, aber sie arrangieren sich damit, füttern die Elefanten und räumen ihre Hinterlassenschaften weg. Der Staat gibt Anweisung, wie sich die Menschen zu verhalten haben, manipuliert sie. Niemand widersetzt sich, bis auf den Stand-Up-Comedian Pawel, dessen große Liebe Anna ist. Pawel ruft bei seinen Vorstellungen dazu auf, die Elefanten aus der Stadt zu vertreiben, und zieht damit den Unmut des Staates auf sich.

Der Elefant im Raum, den niemand sehen will – offensichtlicher könnte Sasha Filipenkos Metapher kaum sein. Der belarussische Schriftsteller, der im Schweizer Exil lebt, hat mit „Die Elefanten“ eine großartige Parabel auf autokratische Systeme geschrieben, die zu zivilem Ungehorsam aufruft und die große Masse kritisiert, die ihre Augen vor dem Offensichtlichen verschließt und ihr Leben möglichst unbehelligt weiterlebt. Natürlich hat man beim Lesen sofort Russland und den Krieg gegen die Ukraine im Sinn, die Geschichte passt als Warnung jedoch ebenso gut auf die USA unter Donald Trump oder die deutsche Gesellschaft, die zusieht, wie rechte Kräfte wieder an Einfluss gewinnen.

Pawel, der Stand-Up-Comedian, leistet auf der Bühne Widerstand, nennt die Dinge als einiziger beim Namen – hier musste ich sofort an die amerikanische Late-Night-Szene mit Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon und Stephen Colbert denken. Hier hat Trump ja bereits Versuche unternommen, diese absetzen zu lassen, bei Colbert vermutlich mit Erfolg. Pawel ist der tragische Held des Romans, dessen Schicksal mich stellenweise an Orwells „1984“ erinnert hat.

Was Filipenkos Roman so einzigartig macht, ist die ungewöhnliche Form: Alexander ist gleichzeitig Autor sowie Figur der Geschichte, die stark mit Metafiktion und Selbstreferenzialität spielt. Der Text wird immer wieder unterbrochen durch Social-Media-Beiträge von Usern aus Literaturforen zu eben diesem Buch, sowie durch interne Dienstanweisungen aus dem Innenministerium. Darüber hinaus sind einzelne Schlüsselworte im Text durch Umschreibungen ersetzt, die am Schluss ein vollständiges Kreuzworträtsel bilden. Je weiter man liest, desto stärker wird klar, wie all diese Formelemente miteinander in Zusammenhang stehen, und es ergibt sich ein geradezu absurdes, groteskes Gesamtbild, das gespickt ist mit scharfzüngigem, hintergründigem Humor und beißender Gesellschaftskritik.

Trotz der komplexen Konstruktion ist der Roman erstaunlich gut zu lesen. Wie schon „Der Schatten einer offenen Tür“ hat mich auch „Die Elefanten“ vollends begeistert, und ich werde das Buch in einigen Tagen sicher noch einmal lesen, da ich den Eindruck habe, dass es noch einige Details und Anspielungen zu entdecken gibt, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren.

Ich empfehle „Die Elefanten“ allen, die bereit sind, sich auf einen anspruchsvollen Roman mit komplexer Form einzulassen.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Wenn plötzlich Elefanten im Wohnzimmer stehen

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Stell dir vor, du gehst morgens aus dem Haus, willst nur schnell zum Bäcker und plötzlich steht ein Elefant auf dem Marktplatz. Riesig. Grau. Unübersehbar. Und alle tun so, als wäre das völlig normal. ...

Stell dir vor, du gehst morgens aus dem Haus, willst nur schnell zum Bäcker und plötzlich steht ein Elefant auf dem Marktplatz. Riesig. Grau. Unübersehbar. Und alle tun so, als wäre das völlig normal. Genau mit diesem Gefühl spielt dieses Buch und ehrlich gesagt hat mich das ziemlich schnell gepackt.

Die Elefanten tauchen einfach auf. Auf Straßen, in Wohnungen, mitten im Alltag. Aber keiner spricht darüber. Alle schauen weg, machen weiter wie bisher. Diese stille Absurdität hat mich beim Lesen gleichzeitig zum Schmunzeln und zum Kopfschütteln gebracht. Weil man irgendwann merkt, dass diese Elefanten eigentlich gar keine Tiere sind.

Mittendrin steht Pawel, ein Stand up Comedian, der das Schweigen nicht aushält. Auf der Bühne spricht er aus, was alle sehen, aber keiner sagen will. Während ich das gelesen habe, dachte ich mehrfach: Junge, halt doch einfach den Mund. Aber genau das kann er nicht. Und genau deshalb wird es gefährlich.

Sasha Filipenko schreibt klar, direkt und manchmal fast beiläufig, während einem innerlich langsam dämmert, wie bitter ernst diese Geschichte eigentlich ist. Zwischen absurden Szenen, trockenem Humor und stiller Verzweiflung steckt eine ziemlich starke Gesellschaftskritik.

Besonders hängen geblieben ist dieses Gefühl von Beklemmung. Dieses Wissen, dass alle wissen, was los ist, aber trotzdem keiner den Mund aufmacht. Und dann steht da dieser eine Typ mit Mikrofon auf der Bühne und sagt einfach: Leute, da steht ein verdammter Elefant.

Ein ruhiges, kluges und gleichzeitig ziemlich mutiges Buch. Kein lauter Roman, aber einer, der lange im Kopf herumtrampelt.

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