Paris - Berlin
Mit Teddy streift Raimund durch Paris. Die schönste Zeit hatten sie im Sommer vor einem Jahr. Die Reise nach Paris sollte die Zeit zurückbringen, aber es soll wohl nicht sein. Seinen Gefühlen zum Trotz ...
Mit Teddy streift Raimund durch Paris. Die schönste Zeit hatten sie im Sommer vor einem Jahr. Die Reise nach Paris sollte die Zeit zurückbringen, aber es soll wohl nicht sein. Seinen Gefühlen zum Trotz ist Teddy ihm irgendwie fremd geworden. Sie hat so eine Pariser Art, ein Pariser Leben und Pariser Bekannte. Sie pflegt einen Umgang, zu dem Raimund keinen rechten Zugang findet. Und so haben sie sich während seines zweiwöchigen Urlaubs irgendwie verzankt. Und nun sind die letzten Stunden seines Aufenthalts angebrochen. Er würde das Ruder gerne herumreißen, aber die Zeit wird immer knapper.
Es ist das Jahr 1932. Man kann noch hoffen, aber Raimunds Dasein als juristischer Referendar ist eher nicht begeisternd. Teddy hat ihr Studium in Paris schon ein Jahr zuvor begonnen. Dass sie nach Berlin zurückkehrt, ist eher unwahrscheinlich. Aber in Paris zu bleiben, ist für Raimund auch keine Option. Teddy möchte ihm etwas zeigen. Doch immer sind auch die neuen Freunde mit dabei. Raimund kämpft schon gegen seine Eifersucht und es entsteht der Eindruck, das Teddy das nicht richtig nachvollziehen kann. Es scheint eher als wolle sie ihn zwar in die Gruppe einfügen, sei jedoch der Beziehung entwachsen. Und bald ist die Zeit der Abfahrt gekommen.
Man könnte sich vorstellen, dass dieser Roman als Film gut funktionieren würde. Die etwas flatterhafte Teddy, der ein wenig zurückhaltende Raimund, die Gruppe von Studenten aus unterschiedlichen Ländern. Dazu die pointierten Gespräche. Ja, man kann es sich gut vorstellen, vielleicht sogar besser in Schwarz-Weiß. Beim Lesen wird es ein wenig schwieriger. Was man sich beim Lesen erhofft, erfüllt sich eigentlich eher durch die klärenden Worte des Nachworts. Da die Erzählung tatsächlich in der Zeit verfasst wurde, in der sie spielt, muss man natürlich bedenken, dass der Autor nicht hellsehen kann. Man spürt die verpasste Chance dieser Zeit und fragt sich, was hätte besser gemacht werden können. Eine Frage, die wohl nie einen aktuellen Bezug verliert.