Cover-Bild Abschied
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 03.06.2025
  • ISBN: 9783446284821
Sebastian Haffner

Abschied

Roman. Mit einem Nachwort von Volker Weidermann
Eine Entdeckung aus dem Nachlass von Sebastian Haffner. »Ein federleichter Roman über das kostbare Glück der Freiheit – und wie schnell es mit ihr vorbei sein kann.« Iris Berben

Raimund ist verliebt. Ungeheuer verliebt. Nur für ein paar Tage ist er aus dem dumpfen Deutschland der frühen Dreißigerjahre nach Paris gereist. Jetzt naht bereits sein Abschied von der herrlichen Teddy, die mit all ihrem Esprit dorthin ausgewandert ist. Umschwärmt wird sie von etlichen in Paris gestrandeten Gentlemen, gegen die Raimund sich behaupten muss. Als wolle er alles für immer festhalten, versucht er, die französische Freiheit mit Teddy zu genießen. Wenn er die Zukunft doch aufhalten könnte!
Jede Zeit hat ihre großen Romane. Dieser hier wurde nie veröffentlicht. 1932 auf der Schwelle zur NS-Herrschaft verfasst, besteht Sebastian Haffners »Abschied« einmalig gewitzt und rasant auf Weltläufigkeit, Liebe und Überschwang. Für unsere Gegenwart ist er ein Ereignis.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Paris - Berlin

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Mit Teddy streift Raimund durch Paris. Die schönste Zeit hatten sie im Sommer vor einem Jahr. Die Reise nach Paris sollte die Zeit zurückbringen, aber es soll wohl nicht sein. Seinen Gefühlen zum Trotz ...

Mit Teddy streift Raimund durch Paris. Die schönste Zeit hatten sie im Sommer vor einem Jahr. Die Reise nach Paris sollte die Zeit zurückbringen, aber es soll wohl nicht sein. Seinen Gefühlen zum Trotz ist Teddy ihm irgendwie fremd geworden. Sie hat so eine Pariser Art, ein Pariser Leben und Pariser Bekannte. Sie pflegt einen Umgang, zu dem Raimund keinen rechten Zugang findet. Und so haben sie sich während seines zweiwöchigen Urlaubs irgendwie verzankt. Und nun sind die letzten Stunden seines Aufenthalts angebrochen. Er würde das Ruder gerne herumreißen, aber die Zeit wird immer knapper.

Es ist das Jahr 1932. Man kann noch hoffen, aber Raimunds Dasein als juristischer Referendar ist eher nicht begeisternd. Teddy hat ihr Studium in Paris schon ein Jahr zuvor begonnen. Dass sie nach Berlin zurückkehrt, ist eher unwahrscheinlich. Aber in Paris zu bleiben, ist für Raimund auch keine Option. Teddy möchte ihm etwas zeigen. Doch immer sind auch die neuen Freunde mit dabei. Raimund kämpft schon gegen seine Eifersucht und es entsteht der Eindruck, das Teddy das nicht richtig nachvollziehen kann. Es scheint eher als wolle sie ihn zwar in die Gruppe einfügen, sei jedoch der Beziehung entwachsen. Und bald ist die Zeit der Abfahrt gekommen.

Man könnte sich vorstellen, dass dieser Roman als Film gut funktionieren würde. Die etwas flatterhafte Teddy, der ein wenig zurückhaltende Raimund, die Gruppe von Studenten aus unterschiedlichen Ländern. Dazu die pointierten Gespräche. Ja, man kann es sich gut vorstellen, vielleicht sogar besser in Schwarz-Weiß. Beim Lesen wird es ein wenig schwieriger. Was man sich beim Lesen erhofft, erfüllt sich eigentlich eher durch die klärenden Worte des Nachworts. Da die Erzählung tatsächlich in der Zeit verfasst wurde, in der sie spielt, muss man natürlich bedenken, dass der Autor nicht hellsehen kann. Man spürt die verpasste Chance dieser Zeit und fragt sich, was hätte besser gemacht werden können. Eine Frage, die wohl nie einen aktuellen Bezug verliert.

Veröffentlicht am 03.06.2025

Teddy in Paris

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Abschied von Sebastian Haffner ist ein unerwarteter Fund aus dem Nachlaß. Es entstand 1932. Die Handlung ist 1930 angelegt. Der Erzähler ist ein junger deutscher Jurist, der sich in Paris im Kreis einer ...

Abschied von Sebastian Haffner ist ein unerwarteter Fund aus dem Nachlaß. Es entstand 1932. Die Handlung ist 1930 angelegt. Der Erzähler ist ein junger deutscher Jurist, der sich in Paris im Kreis einer Clique rund um die viel bewunderte Teddy. Nach Deutschland kommen will sie nicht, da sie dort keine Zukunft für sich sieht. So wird das Buch auch eine Geschichte um einen Abschied, wie der Titel ja schon nahelegt.
Vorher gibt es aber viel amüsantes Geplauder und Vergnügen in Paris. Manche Szenen erinnerten mich wegen der Konstellation an Patrick Modiano. Auch ein Hauch von F.Scott Fitzgerald ausklingenden Roaring Twenties ist zu spüren.
Es ist ein wunderbarer leichter, kleiner Roman mit viel Atmosphäre!