Grüner wird's nicht
Absinthe“ war das zweite Buch von Selina Schuster, das ich mir geholt habe. Zuerst hat mich wieder das schöne Cover angesprochen, aber auch der Klappentext über den strauchelnden Künstler Noël, der in ...
Absinthe“ war das zweite Buch von Selina Schuster, das ich mir geholt habe. Zuerst hat mich wieder das schöne Cover angesprochen, aber auch der Klappentext über den strauchelnden Künstler Noël, der in Montmatre lebt und im nächtlichen Paris nach Inspiration sucht klang für mich äußerst interessant.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch in diesem Roman wieder auf Gay Romance treffen würde, doch genau dies tat ich. Wobei das Ganze mit Romantik wenig zu tun hat, doch dazu später.
Zunächst fing es nämlich ganz gut an. Ich lese gerne über das späte 19. Jahrhundert und die Künstlerszene zu dieser Zeit bietet ordentlich Stoff, um sich zu einer tollen Geschichte inspirieren zu lassen. Das das nicht immer gut geht, bewies mir allerdings schon „Die Tänzerin vom Moulin Rouge“ über Louise Weber aka „La Goulue“ die lustigerweise auch in diesem Roman einen Auftritt hat. Daneben finden sich noch ein paar weitere reale Figuren wie der Maler Henri Tolouse-Lautrec.
Sehr interessant jedenfalls, die gleichen Schauplätze und Personen aus der Sicht verschiedener Autoren zu lesen.
Die Ausflüge zu berühmten Schauplätzen wie das Moulin Rouge waren für mich auch die Highlights des Romans. Leider verblassen diese im Vergleich zu den sehr düsteren Szenen zwischen Noël und dessen Inspiration in Form des mysteriösen Thujon. Eine Beziehung die geprägt ist von Gewalt und Unterdrückung. Und das ist stellenweise sehr unangenehm zu lesen, sicher auch wenn man Fan von Gay Romance ist.
An dieser Stelle spreche ich eine Triggerwarnung aus, die es für dieses Buch definitiv hätte geben sollen und zwar für die Themen physische und psychische Gewalt sowie Vergewaltigung.
Ich weiß, dass es Beziehungen gibt, wo das Opfer nicht von seinem Peiniger lassen kann. Ich konnte trotzdem nur schwer nachvollziehen, wie sich Noël nach all den schmerzhaften Erfahrungen immer wieder nach Thujon verzehrt.
Vom Ton her ist das Ende ähnlich wie schon bei „Das Gemälde von Ashton Manor“. Aufgrund der vorhergehenden Heftigkeit war es mir dieses mal aber zu dunkel.
Deswegen gibt es von mir diesmal nur 3 Sterne.