Cover-Bild Ghost Stories
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Rowohlt
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 13.03.2026
  • ISBN: 9783498007881
Siri Hustvedt

Ghost Stories

Ein Buch der Erinnerung
Uli Aumüller (Übersetzer), Grete Osterwald (Übersetzer)

Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt geworden: eine allzeit spürbare Präsenz, schmerzlich und tröstlich zugleich. Sie trägt seine Jacke, sie meint, seine Zigarillos im Haus zu riechen, sie liest seine Bücher von Neuem. Und zum ersten Mal seit langer Zeit liest sie ihre eigenen Liebesbriefe, vom Beginn einer gemeinsamen Geschichte, die 43 Jahre währen sollte.

Mit ihrem beispiellosen Trauer-, Gedächtnis- und Liebesbuch nähert sie sich dem unmöglichen Wunsch, Paul zu neuem Leben zu erwecken. Und Paul selbst kommt zu Wort, mit Briefen, die er für den Monate vor seinem Tod geborenen Enkel Miles hinterlassen hat.

In diesem großen Werk der Erinnerung werden Fragen aufgeworfen, die alle Menschen angehen; es lässt eine einzigartige Liebes- und Lebensgemeinschaft wiedererstehen, die des legendär gewordenen Autorenpaars aus Brooklyn.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

Wundervoll persönlich ...

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GHOST STORIES
Siri Hustvedt
ET: 13.03.26

„Wenn wir noch hundert Jahre länger zusammenlebten, würden wir zu ein und derselben Person werden.“ (Tolino S. 253)

Der Autor Paul Auster, der Mann von Siri Hustvedt, ...

GHOST STORIES
Siri Hustvedt
ET: 13.03.26

„Wenn wir noch hundert Jahre länger zusammenlebten, würden wir zu ein und derselben Person werden.“ (Tolino S. 253)

Der Autor Paul Auster, der Mann von Siri Hustvedt, starb am 30. April 2024 um 18:58 Uhr. Sie waren 43 Jahre lang unzertrennlich.

In diesem Buch gibt uns die Autorin Siri Hustvedt einen Einblick durch das Schlüsselloch. Wir sehen das Ehepaar, wie es auf seinen grünen Stühlen sitzt, seine Manuskripte gegenseitig lektoriert und diskutiert. Wir gucken verschämt schnell weg, wenn die beiden sich ins Schlafzimmer begeben. Doch auch hier plaudert Siri weiter aus dem Nähkästchen. Wir erfahren, wie sie sich kennengelernt haben, wie Siri Paul einen Heiratsantrag machte, und werfen sogar einen genaueren Blick darauf, welche Unterhosenfarbe Auster trägt.

Familiengeheimnisse werden uns anvertraut. Und unser Blick durch das Schlüsselloch verschwimmt, als wir von dem Tod der Enkelin und von Austers Sohn aus erster Ehe erfahren.

Ab und zu wende ich den Blick ab. Geschichten über Basketball interessieren mich nicht. Aber als Siri die Krankengeschichte ihres Mannes in beinahe gnadenloser Ausführlichkeit schildert, tut mir das Herz weh. Was für eine Odyssee, die der Autor erleiden musste.

Ich könnte euch noch mehr erzählen. Von Siris Blick auf Nazi-Deutschland oder Donald Trump und von den wundervollen sieben Briefen an Enkelsohn Miles, der keine Erinnerungen an seinen Großvater haben wird. Doch bitte lest dieses schöne Buch einfach selbst – ihr seid bei diesem erstaunlichen Paar, das in Büchern lebte, eingeladen.

Fazit:
Ein Ausflug nach Brooklyn, mitten ins Herz von Siri Hustvedt. Ganz wunderschön in ihrer typischen Schreibweise.
4½/5

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Wenn Liebe weiterlebt obwohl jemand gegangen ist

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Eine große Liebe endet nicht einfach. Sie verändert nur ihre Form.

Ghost Stories von Siri Hustvedt fühlt sich an wie ein stiller Raum voller Erinnerungen, in dem jede Bewegung eine neue Spur freilegt. ...

Eine große Liebe endet nicht einfach. Sie verändert nur ihre Form.

Ghost Stories von Siri Hustvedt fühlt sich an wie ein stiller Raum voller Erinnerungen, in dem jede Bewegung eine neue Spur freilegt. Schon nach wenigen Seiten entsteht das Gefühl, einem zutiefst persönlichen Tagebuch beizuwohnen, das zugleich weit über eine einzelne Beziehung hinausweist.

Der Verlust von Paul Auster steht im Mittelpunkt dieses Buches, doch es geht um viel mehr als Trauer. Hustvedt schreibt über die seltsame Gegenwart eines Menschen, der nicht mehr da ist und doch überall spürbar bleibt. In Kleidungsstücken, in Gerüchen, in Büchern, in Worten. Diese Momente wirken nicht wie literarische Konstruktionen, sondern wie ehrliche, manchmal fast rohe Augenblicke eines Lebens, das plötzlich eine andere Richtung nehmen musste.

Besonders berührend ist, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen. Alte Liebesbriefe tauchen wieder auf, Erinnerungen werden neu betrachtet und dazwischen stehen Paul Austers Briefe an seinen Enkel, die eine leise, fast zärtliche Zukunftsperspektive eröffnen. Dadurch entsteht ein sehr intimes Bild einer außergewöhnlichen Partnerschaft, die mehr als vier Jahrzehnte getragen hat.

Die Sprache ist ruhig, reflektiert und voller feiner Beobachtungen. Kein dramatisches Pathos, sondern eine kluge und sehr menschliche Annäherung an Verlust, Liebe und Erinnerung. Genau diese Zurückhaltung macht das Buch so eindringlich.

Manchmal wirkt der Text fast essayistisch und verlangt Aufmerksamkeit, doch gerade darin liegt seine Kraft. Dieses Buch liest man nicht einfach schnell durch. Es begleitet einen eine Weile und bleibt noch lange im Kopf, wie eine Stimme aus einem anderen Raum.

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