Cover-Bild Die Sache mit dem Wolf
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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kosmos
  • Themenbereich: Sport und Freizeit
  • Genre: Ratgeber / Natur
  • Seitenzahl: 248
  • Ersterscheinung: 17.11.2025
  • ISBN: 9783440180983
Sven Herzog

Die Sache mit dem Wolf

Zwischen Bestie und Kuscheltier - Ist ein Miteinander möglich? Brandaktuelle Einordnung der Situation rund um den Wolf in Deutschland
Der Wolf ist zurück! Und mit ihm nehmen Risse von Schafen, Wildtieren und Rindern zu; vielerorts wird er als Bedrohung wahrgenommen. Prof. Sven Herzog widmet sich in diesem Buch dem Thema Wolf aus neutraler Position, vermittelt leicht verständlich Fachwissen und zeigt Wege auf, wie der Umgang mit dem Wolf in Deutschland gelingen kann.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2025

"Der Wolf wurde in Deutschland zu einer politischen Tierart"

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Noch zu Zeiten der DDR wanderte der Wolf aus Polen kommend nach Sachsen und Brandenburg ein. Noch gab es so etwas wie einen realistischen Blick auf die Wirklichkeit, denn der Wolf unterstand dem DDR-Jagdrecht ...

Noch zu Zeiten der DDR wanderte der Wolf aus Polen kommend nach Sachsen und Brandenburg ein. Noch gab es so etwas wie einen realistischen Blick auf die Wirklichkeit, denn der Wolf unterstand dem DDR-Jagdrecht und wurde erbarmungslos verfolgt. Bereits seine einstmalige Ausrottung in Deutschland hatte er seinem Drang zu verdanken, Nutztiere zu töten, meist die einzigen Tiere armer Bauern.

Nach der Wende galt das europäische Naturschutzprogramm, das den Wolf unangreifbar machte. Heerscharen von Wolfsschützern etablierten sich und verdienten ihren Lebensunterhalt mit der Liebe zum Wolf. Neben dem Streben nach "Diversität" und einer sehr seltsamen Hingabe zur Wildheit erkennt man bei diesen selbst ernannten Wolfsschützern leicht ein Defizit in Mathematik, Populationsdynamik und ein Mangel an Verständnis für die komplexen Prozesse in der Natur. Wenn Wölfe sich ungebremst vermehren können, wird irgendwann der Platz knapp, denn sie haben keine natürlichen Feinde. Nun sind sie bereits aus dem tiefen Osten kommend an den westlichen deutschen Küsten angelangt. Und jetzt plötzlich beginnt es einigen Leuten zu dämmern, denn wenn sie Schafe an den Deichen reißen, wird es gefährlich. Es wird nicht möglich sein, die Schafe beim Deichschutz zu ersetzen.

In diesem nicht immer leicht lesbaren Buch beschreibt der Autor die gegenwärtige Situation der deutschen Wolfspopulation sehr genau und äußerst kenntnisreich. Und er kommt zu dem unvermeidlichen Schluss, dass es so auf keinen Fall weitergehen darf. Dabei tendiert er wohl zu einer einfachen Lösung: Der Wolf muss ins deutsche Jagdrecht aufgenommen werden. Das fordern Fachleute in Sachsen schon lange, denn hier traten die Probleme zuerst auf. Wölfe sind scheue und sehr intelligente Tiere. Wenn man sie nicht behelligt oder vergrämt, werden sie sich entsprechend anpassen und auch in Siedlungen nachts aktiv werden. Solche Fälle sind bereits dokumentiert.

Dass das Buch stellenweise schwer lesbar ist, kann man dem Autor nicht vorwerfen. Vielmehr musste er den Dschungel aus Vorschriften zum Wolf irgendwie erläutern, der wie üblich in diesem Land voller Widersprüche und Unklarheiten steckt. Auch die Wolfsfrage erstickt in Bürokratie. Vermutlich wird es noch lange dauern, bis man wieder zu Einfachheit und Klarheit zurückfindet, wenn das überhaupt noch geht.

Wenn man dieses Buch liest, erlebt man am Beispiel des Wolfes den ganzen Irrsinn, der sich in Europa abspielt. Der Autor erläutert viele der Paradoxien, die sich aus dem völlig überzogenen Wolfsschutz ergeben. Aus den Wolfsprogrammen folgen Probleme für den Artenschutz anderer Tiere, zum Beispiel von Mufflons. Jagdpächter geraten in eine aberwitzige Situation, wenn in ihren Gebieten der Wolf siedelt. Im Buch wird das exakt erläutert. Und natürlich muss man den Schaden beklagen, der jährlich durch den Wolf erzeugt wird. Ich kann nur jedem Liebhaber dieser Tiere einmal empfehlen, sich ein vom Wolf vollendetes Massaker an einer Schafherde anzusehen. Das ist gruselig.

Der Autor geht ziemlich ausführlich auf das fast schon mythische Verhältnis von Mensch und Wolf ein. Ich halte das für leicht übertrieben. Die mehrheitliche Stimmung gegen den Wolf in Sachsen beruht nicht auf irgendeiner unerklärlichen mythischen Angst vor dem Wolf, sondern auf diesen Massakern und dem unangenehmen Gefühl in der Nachbarschaft von diesen Raubtieren zu leben, die sich auch vor Angriffen auf Rinder und Pferde nicht scheuen.

In meiner unmittelbaren Umgebung lebt ein Wolfsrudel. So wie Schafe auf den Wolf nicht vorbereitet sind, so wissen auch Menschen nicht, was sie tun sollten, wenn ihnen im Wald ein Wolf gegenübersteht. Das wird nur sehr selten passieren, denn wir sind nicht die Beutetiere von Wölfen. Allerdings verstehen Menschen nicht, wie Tiere eine Situation wahrnehmen, wenn sie zufällig eintritt, schließlich sind die meisten Zeitgenossen schon beim Verständnis ihrer Haustiere überfordert. Die Folgen können erheblich sein.

Dieses Buch ist gerade zu hervorragend geeignet, sich ein vorurteilsfreies und vollständiges Bild der gegenwärtigen Situation beim "Wolfsschutz" zu bilden.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Mit Herz und Hirn durch Rudel und Konflikt

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Mitten rein in ein Thema, das dazu bringt, beim Spaziergang jede Lichtung mit anderen Augen zu sehen: Sven Herzog schafft in „Die Sache mit dem Wolf“ den Spagat zwischen Wissenschaft und Herz – und zwar ...

Mitten rein in ein Thema, das dazu bringt, beim Spaziergang jede Lichtung mit anderen Augen zu sehen: Sven Herzog schafft in „Die Sache mit dem Wolf“ den Spagat zwischen Wissenschaft und Herz – und zwar so, dass selbst meine Tochter beim Vorlesen die Stirn runzelte und dann laut loslachte. Kein trockener Ratgeber, sondern ein lebendiges Gespräch über ein Tier, das hierzulande wieder heimisch geworden ist und dabei ordentlich Staub aufwirbelt.

Herzog erklärt Fakten so, dass sie sitzen: Herkunft, Verhalten, Konfliktpunkte mit Nutzvieh, und vor allem Lösungen, die funktionieren. An keiner Stelle wird gepredigt; stattdessen gibt es pragmatische Vorschläge, von Herdenschutz bis Kommunikation zwischen Bauern und Naturschützern. Kleinere Anekdoten und klare Grafiken bringen Komplexes auf den Punkt — ideal für Nachfragen während eines Buddyreads, wenn die Tochter mitten im Kapitel fragt: „Papa, frisst der Wolf wirklich Schafe?“ und ich erstmal laut nachdenke, dann mit Herzog antworte.

Besonders stark: das humane, nüchterne Herangehen. Nicht Schwarz-Weiß, sondern nuanciert — mit genügend Wumms, um auch emotionale Diskussionen zu versachlichen. Beim gemeinsamen Lesen gab’s echte Momente: kleine Streitchen über „wer hat mehr Angst“, gemeinsames Kopfschütteln über Bürokratie und ein hohes „Aha!“-Potenzial, wenn Herzog Methoden vorstellt, die praktisch funktionieren. Und ja, es gab auch Tränen beim Abschnitt über verletzte Tiere — weil Wissen eben auch weh tun kann.

Kurz: Pflichtlektüre für alle, die nicht nur Meinungen, sondern Lösungen wollen. Unterhaltsam, klug und manchmal frech — genau so, wie man ein schwieriges Thema lesen will, wenn man es mit jemandem teilt, der einen beim Umblättern begleitet.

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