Cover-Bild America Fantastica
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins Hardcover
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 22.10.2024
  • ISBN: 9783365007426
Tim O'Brien

America Fantastica

Roman | Beißend komische Satire | »Durchdringend und messerscharf.« Haruki Murakami | In den Top 5 der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur
Gregor Hens (Übersetzer)

Einst Star-Journalist, lässt den in Ungnade gefallenen Boyd Halverson seine Vergangenheit einfach nicht los, während ihn die Gegenwart zermürbt. Also beschließt er eines Tages, die lokale Bank auszurauben, eine Geisel zu nehmen und abzuhauen, um eine Rechnung zu begleichen – mit dem Mann, dem er die Schuld an seinem verpfuschten Leben gibt. Doch das gestohlene Geld übersteigt nicht mal Boyds eigene Rücklagen, und Angie Bing, die Bankangestellte, mit der er immer ganz gerne geflirtet hat, stellt sich als ganz schön aufmüpfige Geisel heraus. Für die beiden beginnt ein Roadtrip in die Untiefen einer von Scham und Betrug zerfressenen Nation – mit einigen gefährlichen Verfolgern auf den Fersen. Nur die Polizei scheint sich nicht für Boyd und Angie zu interessieren …

»Durchdringend und messerscharf.« Haruki Murakami

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2024

aufmüpfig, angriffslustig & mit verrücktem Boyd..

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Was für ein Plan, den Boyd da hat und welche Konsequenzen diese nach dir ziehen.
Ich war auf jeden Fall von der Beschreibung amüsiert und habe mich ins Lesevergnügen gestürzt.

Was soll ich sagen, Brody ...

Was für ein Plan, den Boyd da hat und welche Konsequenzen diese nach dir ziehen.
Ich war auf jeden Fall von der Beschreibung amüsiert und habe mich ins Lesevergnügen gestürzt.

Was soll ich sagen, Brody ist kaum zu beschreiben. Ich war sofort Feuer und Flamme, ah und dann noch Angie, meine Heldin.
Sie scheint immer genau zu wissen, was sie Boyd an den Kopf werfen soll. Wie sie ihn reizt, aber doch wieder belächelnd für ihn da ist.

Übrigens bekommt man auch noch andere Persönlichkeiten geboten, die jedoch nicht ganz mein Interesse ergriffen haben.
Denn nicht alles im Buch scheint ganz, wie man es mag, ausgearbeitet zu sein.
Im Grunde hat mich aber schon fasziniert. Die Eindrücke, wie der Autor sich Amerika und seine Ziele vorstellt.

Besonders einnehmend empfand ich den Umgang mit Angie, bzw. wie sie schafft, Boyd in die richtige Richtung zu ziehen.
Eine tolle Satire, die mich daher gut unterhalten hat, humorvoll eingenommen, hätte aber mehr Tiefe in den Persönlichkeiten gehofft.

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Veröffentlicht am 15.02.2025

Ermüdende Suada

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Boyd Halverson, einst Pulitzer-Kandidat, nun nur noch ein Journalist unter vielen, hadert mit dem Leben. Verantwortlich für seine missliche Lage macht er seinen Ex-Schwiegervater Jim und will sich an ihm ...

Boyd Halverson, einst Pulitzer-Kandidat, nun nur noch ein Journalist unter vielen, hadert mit dem Leben. Verantwortlich für seine missliche Lage macht er seinen Ex-Schwiegervater Jim und will sich an ihm rächen. Um das Vorhaben zu finanzieren, raubt er eine Bank aus und nimmt die Kassiererin Angie als Geisel. Gemeinsam mit ihr macht er sich zumindest anfangs relativ unbehelligt auf den Weg, um mit Jim abzurechnen. Interessanterweise sind es (aus Gründen) keine Gesetzeshüter, die die Verfolgung aufnehmen, sondern diverse zwielichtige Gestalten, angefangen bei Angies Freund und noch anderen Schlägertrupps. Während der Fahrt entspannt sich das Verhältnis zwischen Geisel und Geiselnehmer zunehmend, und so versorgt Boyd seine Mitfahrerin in einem nicht versiegenden Redestrom mit sämtlichen Informationen darüber, was wie und warum in Amerika aktuell schief läuft. Zu Beginn ist das stellenweise noch ganz interessant, aber im Verlauf nutzt es sich recht schnell ab und wird ermüdend.

Tim O’Brien hat den Kanal voll. Anders kann ich mir seinen Roman „America Fantastica“ nicht erklären, in dem er sich an der Realität (s)eines Landes während der ersten Amtszeit Trumps abarbeitet. Einer Zeit, in der Lügengespinsten die Wahrheit verdrängen, die schon längst keine Gültigkeit mehr hat. Während dieses aberwitzigen Roadtrips schildert er die gesellschaftlichen Veränderungen. Ein Versuch, die amerikanischen Mythen zu demaskieren, der mal mehr, mal weniger gut gelingt. Über weite Strecken kommt das zum einen durch die verwendeten Stereotypen leider viel zu stark überzeichnet daher und vermittelt zum anderen an vielen Stellen den Eindruck, dass hier jemand schreibt, der meint, den absoluten Durchblick zu haben und sich nach Zeiten zurück sehnt, die längst vergangen sind. So wird aus einem Roman mit Noir-Ansätzen eher eine Mischung aus Groteske, persönlichem Bekenntnis und Weltsicht, dessen Botschaft dadurch an Bedeutung verliert.

Kann man lesen, muss man aber nicht.