Cover-Bild Die Geschichte eines einfachen Mannes
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 01.04.2021
  • ISBN: 9783492070461
Timon Karl Kaleyta

Die Geschichte eines einfachen Mannes

Roman | Ein tragikomischer Entwicklungsroman

Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda für das beste Debüt des Jahres

Shortlist Aspekte-Literaturpreis

Unser Erzähler ist vom Glück geküsst. Er, der Junge aus einfachem Hause, spürt, dass das Schicksal Großes mit ihm vorhat. Erst als Helmut Kohl 1998 die Wahl verliert, zeigt seine Zuversicht Risse. Wird nun alles schlechter? Nach dem Abitur macht er sich voller Euphorie und dennoch maximal besorgt auf die Reise nach ganz oben. Um ein Haar erlebt er mit seiner Band den großen Erfolg, beginnt beinahe eine steile akademische Karriere, fast findet er das Glück in der Liebe und tänzelt dabei ständig am Abgrund. Doch wenn man ihm glauben will – und nichts wünscht er sich mehr –, wird am Ende alles gut für ihn.
Timon Karl Kaleyta erzählt von einem, der auszieht, um die Welt für sich zu gewinnen. Der Roman zum Ende der Popliteratur. Irisierend, funkelnd, schöner als der schöne Schein!

"Pausenlos gelacht und immerzu gelitten - ich kann Timon Karl Kaleyta fühlen." - Christian Ulmen

"Timon Karl Kaleyta ist ein so überragend guter Liedtexter - muss der jetzt wirklich auch noch ein Buch schreiben? Ich meine: JA!" - Benjamin von Stuckrad-Barre

"Eine anmutige Frechheit über unsere Klassengesellschaft." - Samira El Ouassil

"Man wünscht sich unter jede von Kaleytas Wahrheiten einen Beat." - Peter Richter


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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei GAIA_SE in einem Regal.
  • GAIA_SE hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2024

Der Aufstieg und Fall eines einfachen Mannes

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In seinem Erstlingswerk verfolgt Timon Karl Kaleyta die Bemühungen eines von sich zu sehr überzeugten Ich-Erzähler in die Höhen seiner Schaffenskraft aber auch wieder zurück nach unten.

Der Ich-Erzähler ...

In seinem Erstlingswerk verfolgt Timon Karl Kaleyta die Bemühungen eines von sich zu sehr überzeugten Ich-Erzähler in die Höhen seiner Schaffenskraft aber auch wieder zurück nach unten.

Der Ich-Erzähler ist dabei auch meiner Sicht total unsympathisch angelegt in seiner überbordenden Eingenommenheit und Egozentrik und trotzdem ist die Lektüre nicht im Entferntesten ärgerlich oder ätzend. Nein, sie ist unglaublich amüsant auf hohem intellektuellem Niveau. Der Plot, die Figur als auch die Geschehnisse sind sehr humorvoll beschrieben. Dabei musste ich durchaus sprachlich an ältere Formen aus den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts denken. Mal schelmenhaft, mal Hinterfragen (Aufstieg und Scheitern) des eigenen vorbestimmten gesellschaftlichen Strukturen, mal undefinierbar. Toll.

Wie soll ich beschreiben, dass dieses Schwanken des Protagonisten zwischen schlechten Charakteräußerungen - er gesteht es zwischenzeitlich sogar selbst ein: "Undank und Arroganz, Blasiertheit und Überheblichkeit, Ablehnung und Flucht" - und Verdrängen dieser Einsichten, die für ihn hoffen lassen, ein ums andere Mal immer wieder, indem er von seinem Selbst und seinem Talent dermaßen eingenommen ist, dass er andere nur vor den Kopf stoßen kann, wirklich sehr unterhaltsam zu lesen ist? Es ist ein Auf und Ab, mitunter innerhalb von nur einer Buchseite.

Ich bin total begeistert von diesem gleichsam intelligenten und unterhaltsamen Roman, der sprachlich herausragend geschrieben ist. Ein grandioses Debüt.

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Veröffentlicht am 13.07.2021

Hochmut kommt vor dem Fall

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REZENSION – Mit seinem im April beim Piper Verlag veröffentlichten Roman „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ ist dem Autor Timon Karl Kaleyta (31) ein überraschendes Debüt gelungen, das zu Recht beim ...

REZENSION – Mit seinem im April beim Piper Verlag veröffentlichten Roman „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ ist dem Autor Timon Karl Kaleyta (31) ein überraschendes Debüt gelungen, das zu Recht beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet wurde. Kaleyta porträtiert darin einen sich selbst grenzenlos überschätzenden jungen Mann, der, liebevoll verwöhnt von seinen Eltern, zwei für das "familiäre Auskommen schuftende Fabrikarbeiter", überzeugt ist, „dass das Leben ein Geschenk ist, ein fröhliches Spiel“, ohne für dessen Erfolg selbst etwas leisten zu müssen.
Seine Schulnoten waren ausgezeichnet, ebenso seine Studienabschlüsse. Zu keinem Zeitpunkt macht sich der Erzähler Gedanken um die Zukunft, „so mühelos war mir stets alles zugeflogen“. Er ist sicher, „dass mir etwas Besonderes innewohnte“ und dass das Schicksal noch Großes mit ihm vorhat. Statt nach dem Studium der Soziologie eine der ihm angebotenen seltenen Anstellungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bochumer Universität anzunehmen, lebt der „einfache Mann“ fortan mit den Mitteln eines Studiendarlehens sowie auf Kosten seines Freundes Sebastian oder seiner Freundinnen Neomi und Soyoung. Er nutzt schamlos das Vertrauen seiner Eltern, Freunde und Mitmenschen aus, ohne je einen Gedanken daran zu verschwenden, dieses Vertrauen auch rechtfertigen zu müssen.
Völlig überraschend wird der „einfache Mann“ ein hoffnungsvoller Texter und Sänger, „ein bewunderter und von allen verehrter Musiker“, wie er sich selbst vormacht. Alles gelingt ihm ohne Ehrgeiz, ohne Plan und Ziel. Arbeiten lässt der Mann „mit den weichsten Männerhänden der Welt“ lieber seinen Freund Sebastian und die Band-Mitglieder. Anfangserfolge lassen ihn leichtsinnig und hochmütig werden. Als sich seine Freundin Soyoung überraschend von ihm trennt („Es gibt nämlich noch andere Menschen als Dich auf der Welt“), erkennt er nicht seine ihr zugefügte Kränkung, sondern sieht nur eine „Befreiung“ von hinderlicher Verpflichtung. Der „einfache Mann“ glaubt eine große Karriere vor sich und ist überzeugt, sich erfolgreich von den „verstopften Lebensentwürfen“ seiner Arbeiter-Eltern, seiner einstigen Mitschüler und Mitstudenten entfernt zu haben.
Doch dann kommt es, wie wir Leser es längst erwartet haben: In seinem Briefkasten landen „eine ganze Reihe unbezahlter Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsaufforderungen“. Prompt sieht der Egozentriker nicht die Schuld bei sich, sondern bei allen anderen: „Was hatte ich der Welt nur getan, dass sie mich derart strafte?“ …. „Alles war letztlich Sebastians Schuld.“ Völlig verschuldet, ohne Verbindung zu den von ihm in seiner Arroganz brüskierten Freunden und Eltern, landet der „einsame, mittelloser Mann von bald 35 Jahren“ plan- und ziellos zur Untermiete in einem kleinen fensterlosen Zimmer im Berliner Osten. „Ein Neuanfang konnte es unmöglich gewesen sein, dafür fehlte mir die Perspektive.“ Erst viel zu spät erkennt er seine Situation „als Ausweis eines gescheiterten und in jeder Beziehung an die Wand gefahrenen Lebens“.
Autor Kaleyta lässt seine Leser mit seinem Erzähler, der an seinem Missgeschick unschuldig zu sein glaubt und letztlich für seine Selbstüberschätzung und Ignoranz hart bestraft wird, mal mitleiden, mal über ihn lachen, mal sich über dessen Hochmut entsetzen. Es ist diese Mischung unterschiedlicher Gefühle die den in schlichtem, unaufdringlichem Erzählton verfassten Roman so eingängig macht, gelegentlich auch tief berührt. „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ ist ein lesenswertes, in seiner Handlung absolut überzeugendes Debüt. Vergleicht man den Lebensweg des Autors mit der Geschichte seines Protagonisten – beide haben in Bochum Soziologie studiert, beide sind Songtexter –, fragt man sich unweigerlich, wie viel Autobiographisches von Timon Karl Kaleyta in seinem ersten Roman steckt.