Cover-Bild Am Kipppunkt
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: E-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Lifestlye, Hobby und Freizeit - Die Erde
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Ersterscheinung: 05.06.2025
  • ISBN: 9783462313345
Toralf Staud, Benjamin von Brackel

Am Kipppunkt

Wo das Klima zu kollabieren droht – und wie wir uns noch retten können | "Ein wichtiges Buch für alle, die Bescheid wissen wollen." Dr. Eckart von Hirschhausen
Was man wirklich über Klima-Kipppunkte wissen muss
Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren, Waldbrände – die Auswirkungen des immer extremeren Wetters sind auch hierzulande zunehmend spürbar. Aber all das ist erst der Anfang: Weil das 1,5-Grad-Limit nicht mehr zu halten ist und die Erderhitzung fortschreitet, drohen in naher Zukunft im Klimasystem mehrere sogenannte Kipppunkte überschritten zu werden. Die Folgen wären einschneidend, auch für Deutschland.
Benjamin von Brackel und Toralf Staud liefern, was man über Kipppunkte wirklich wissen muss. Sie schildern die jahrzehntelange Erforschung der Kipppunkte, ihre möglichen Folgen und die Kontroversen der Fachwelt – eine der größten Detektivgeschichten unserer Zeit, deren Ausgang über nichts weniger entscheidet als über das Schicksal unserer Zivilisation. Die Autoren nehmen uns mit auf eine Weltreise zu den wichtigsten Kippelementen im Erdsystem: von den eisigen Landschaften der Pole über die Warmwasserheizung Europas bis zum Amazonas-Regenwald. Sie erklären, wie unsere Erde – und auch die Klimawissenschaft – funktioniert.
Am Ende weiß man, welche Kipppunkte einem tatsächlich Sorge bereiten sollten und welche weniger. Nicht zuletzt zeigt das Buch positive Kipppunkte in Technologie und Gesellschaft auf. Diese könnten exponentielles Wachstum beim Klimaschutz ermöglichen und uns noch davor bewahren, in ein chaotisches Klima abzustürzen. Ein dramatisches Wettrennen gegen die Zeit.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei reni74 in einem Regal.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2025

Fünf vor zwölf?

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Wann wirds mal wieder richtig Sommer heißt es in einem Schlager, ein Sommer wie er früher einmal war? Wenn man sich die aktuelle Entwicklung einmal ansieht wahrscheinlich nie wieder, haben wir es doch ...

Wann wirds mal wieder richtig Sommer heißt es in einem Schlager, ein Sommer wie er früher einmal war? Wenn man sich die aktuelle Entwicklung einmal ansieht wahrscheinlich nie wieder, haben wir es doch in den letzten Jahren recht erfolgreich geschafft unser Klima negativ zu beeinflussen. Da werden Kinder ohne schlechtes Gewissen im SUV die 500m bis zur Schule gefahren, Kreuzfahrten mit dieselfressenden Megaschiffen in die letzten intakten Ökosysteme der Welt unternommen, Regenwälder abgeholzt um Platz für Sojaplantagen zu schaffen, oder Monokulturen angepflanzt um ausreichend Futtermittel für Nutztiere zu bekommen, die letztlich als Schnitzel auf unserem Teller landen. Schon heute sind die Auswirkungen unseres Raubbaus an der Natur überall zu spüren, schmelzende Polkappen, Überschwemmungen, Stürme, Dürreperioden hier, sintflutartige Regenfälle dort, Waldbrände, sterbende Korallen, auftauender Permafrostboden, die Liste ist lang und beängstigend.

"Am Kippunkt" geht nun der Frage nach, ob die Menschheit sich schon ihr eigenes Grab geschaufelt hat und es quasi eigentlich egal ist, was wir noch versuchen, hilft eh nichts mehr, oder, ob all diese Bemühungen das Ruder vielleicht doch noch herumreißen können. Die Autoren nähern sich der Thematik von mehreren Seiten und haben zu den verschiedenen Punkten unglaublich detailliert recherchiert. Das Wissen, das so im Buch vermittelt wird, ist unglaublich umfangreich und interessant, liest sich dabei aber sehr anschaulich und verständlich. So erfährt man zb mehr über die Entstehung von Gletschern und den Faktoren, die ihren Rückgang bedingen, über das Zusammenspiel der Meeresströmungen, ihre Bedeutung für die Temperaturen in den verschiedensten Regionen, über die Prozesse, die das Eis in der Polarregion schmelzen lassen, oder wie empfindlich Korallen auf die kleinsten Temperaturschwankungen reagieren. Es werden aktuelle Forschungsergebnisse analysiert, die beteiligten Wissenschaftler kommen zu Wort, auch, wenn sie mit ihrer Forschung nicht unbedingt zu einheitlichen Ergebnissen kommen.

Einheitliche Ergebnisse, bzw konkrete Aussagen liefert das Buch nicht, es wird schnell klar, dass es diese eine Lösung des Problems, dieses eine Parameter, das wir ändern müssen, diese exakte Obergrenze bei der Erderwärmung, die es zu halten gilt, eben nicht gibt. Wir haben unwiderruflich Prozesse in Gang gesetzt, die nun nicht mehr umkehrbar sind, die aber deshalb nicht gleich den Untergang der Menschheit bedeuten. Fest steht, dass sich unser Leben grundlegend verändern wird, für unsere Generation nicht unbedingt mehr so radikal spürbar, für folgende dagegen sehr.

In dieser Beziehung macht das Buch ein klein wenig Hoffnung, denn auch wen ich beim Lesen ständig das Szenario von Roland Emmerichs "The Day after Tomorrow" vor Augen hatte, das sich an einigen sehr realen Problemen orientiert, sind wir hiervor erstmal sicher. Trotzdem kein Grund um aufzuatmen, oder den Klimawandel gar zu leugnen, im Grunde ist es nicht fünf vor zwölf, sondern eher fünf nach. Sehr interessant war es für mich zu lesen, wie andere Länder mit der Problematik umgehen, denn auch wenn Deutschland unter Angela Merkel schon recht früh Klimaziele definiert hat, sind wir in der Umsetzung ganz weit hinten und über den Boom bei Photovoltaik leider nicht hinausgekommen. Lernen können wir hier von den skandinavischen Ländern, von sogenannte Dritte Welt Ländern wie Äthiopien, oder der ungeliebten Weltmacht China.

Ich müsste lügen, würde ich sagen, dass sich das Buch nicht manchmal auch etwas gezogen hätte. Die Autoren schaffen es aber immer wieder mich mit ihren Erkenntnissen und der Gegenüberstellung positiver und negativer Möglichkeiten zurück ins Geschehen zu holen. Das Buch vermittelt viel Wissen, gibt unzählige Denkanstöße, unterstreicht die Dringlichkeit, ohne dabei aber die ganze Zeit mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Für alle Interessierten definitiv zu empfehlen und wenn man mitreden können will sowieso.

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