Wo das Klima zu kollabieren droht – und wie wir uns noch retten können | "Ein wichtiges Buch für alle, die Bescheid wissen wollen." Dr. Eckart von Hirschhausen
Was man wirklich über Klima-Kipppunkte wissen muss
Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren, Waldbrände – die Auswirkungen des immer extremeren Wetters sind auch hierzulande zunehmend spürbar. Aber all das ist erst der Anfang: Weil das 1,5-Grad-Limit nicht mehr zu halten ist und die Erderhitzung fortschreitet, drohen in naher Zukunft im Klimasystem mehrere sogenannte Kipppunkte überschritten zu werden. Die Folgen wären einschneidend, auch für Deutschland.
Benjamin von Brackel und Toralf Staud liefern, was man über Kipppunkte wirklich wissen muss. Sie schildern die jahrzehntelange Erforschung der Kipppunkte, ihre möglichen Folgen und die Kontroversen der Fachwelt – eine der größten Detektivgeschichten unserer Zeit, deren Ausgang über nichts weniger entscheidet als über das Schicksal unserer Zivilisation. Die Autoren nehmen uns mit auf eine Weltreise zu den wichtigsten Kippelementen im Erdsystem: von den eisigen Landschaften der Pole über die Warmwasserheizung Europas bis zum Amazonas-Regenwald. Sie erklären, wie unsere Erde – und auch die Klimawissenschaft – funktioniert.
Am Ende weiß man, welche Kipppunkte einem tatsächlich Sorge bereiten sollten und welche weniger. Nicht zuletzt zeigt das Buch positive Kipppunkte in Technologie und Gesellschaft auf. Diese könnten exponentielles Wachstum beim Klimaschutz ermöglichen und uns noch davor bewahren, in ein chaotisches Klima abzustürzen. Ein dramatisches Wettrennen gegen die Zeit.
Wer dieses Buch liest, fühlt sich angesichts der aktuellen politischen Debatten um Klimawandel und -schutz endgültig im völlig falschen Film. Die Autoren legen jenseits jeglicher Sensationslust unaufgeregt ...
Wer dieses Buch liest, fühlt sich angesichts der aktuellen politischen Debatten um Klimawandel und -schutz endgültig im völlig falschen Film. Die Autoren legen jenseits jeglicher Sensationslust unaufgeregt die wissenschaftlichen Fakten dar. Nein, es steht nicht gut um den Planeten. Aber es ist auch nicht hoffnungslos. "Kipppunkte", so wird im Buch klar, gibt es nicht nur in Richtung Katastrophe, sondern auch in Richtung einer lebenswerten Zukunft. Und da hilft eben nur Wissen. Davon enthält dieses Buch genug, um eine sachliche und konstruktive Debatte um unsere Zukunft zu führen. Klare Leseempfehlung auch für die Kanzler und Präsidenten dieser Welt!
Was passiert da eigentlich gerade mit dem Klimasystem der Erde?
Welche Kipppunkte haben wir schon erreicht, was können wir noch tun, um diese Entwicklung aufzuhalten?
Diesen Fragen nehmen sich Benjamin ...
Was passiert da eigentlich gerade mit dem Klimasystem der Erde?
Welche Kipppunkte haben wir schon erreicht, was können wir noch tun, um diese Entwicklung aufzuhalten?
Diesen Fragen nehmen sich Benjamin von Brackel und Toralf Staud in ihrem Buch „Am Kipppunkt“ an und – um eine gute Nachricht gleich am Anfang vorwegzunehmen – es gibt auch positive Kipppunkte, die wir erreichen können, um nicht in den Abgrund zu stürzen.
Aber wir müssen uns beeilen, denn die Zeit läuft uns davon. Ein Überschreiten der Kipppunkte würde schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, die unser Leben auf sehr unangenehme Art verändern würden, die jetzigen Hitzewellen, Waldbrände und Überschwemmungen sind nur ein Vorgeschmack darauf.
Ziel des Buchs ist, darüber aufzuklären, wo erste Kipppunkte drohen und was dann passiert und wie sich dieses Risiko noch vermeiden oder senken lässt.
Wenn etwas kippt, kann es in zwei Richtungen gehen, entweder ins Positive oder ins Negative. Jede*r von uns kennt diesen Moment, wo die Stimmung kippt und aus einem Lachen ein Weinen werden kann. Das gibt es auch beim Klima.
Zunächst wird die Entdeckung dieser Kipppunkte beschrieben und dann auf die einzelnen Systeme im Eis, in der Luft und in der Natur eingegangen, die gerade drohen umzukippen. Das Szenario, auf das wir gerade ungebremst zusteuern, ist das Gegenteil von gemütlich.
Im dritten Teil geht es um positive Kipppunkte, die wir mit unserem Zutun erreichen können. Hier gehen die Autoren auf drei Entwicklungen ein, die Hoffnung machen: die weltweite Solarrevolution, den E-Auto-Boom und die Ernährungswende. Am Ende gibt es einen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien.
Dieses Buch zu lesen, war für mich gesetzt und es hat sich gelohnt, auch wenn die ersten beiden Teil mich nach unten gezogen haben. In Teil III geht es zum Glück darum, aufzuzeigen, was möglich ist, wenn wir wollen. Die Autoren haben sich dafür Beispiele ausgesucht, die tatsächlich schon umgesetzt wurden und gut zusammen funktionieren, wie die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren und des E-Auto-Booms in den skandinavischen Ländern.
Auch die Bedeutung von Änderungen im Verhalten und das Ändern von sozialen Normen ist Thema und wie positive gesellschaftliche Kipppunkte erreicht werden können. Hier wird Fleischesserland Dänemark als positives Beispiel genannt.
Klartext: Dieses Buch ist eine absolute Klima-Achterbahnfahrt – und ich saß in der ersten Reihe! Am Kipppunkt von Benjamin von Brackel und Toralf Staud hat mich so gepackt, dass ich gefühlt in den Amazonas-Regenwald ...
Klartext: Dieses Buch ist eine absolute Klima-Achterbahnfahrt – und ich saß in der ersten Reihe! Am Kipppunkt von Benjamin von Brackel und Toralf Staud hat mich so gepackt, dass ich gefühlt in den Amazonas-Regenwald eingewickelt wurde, während mir gleichzeitig arktische Eisschollen um die Ohren flogen. Wer dachte, Kipppunkte wären nur so ein nerdiger Wissenschaftsbegriff, der wird hier eines Besseren belehrt – mit Schmackes.
Die beiden Autoren schaffen es, komplexe Klimaphänomene in eine Art Detektivgeschichte zu verwandeln, bei der Sherlock Holmes vor Neid erblassen würde. Plötzlich wird einem klar, dass diese Kipppunkte keine Zukunftsmusik sind, sondern brandaktuelle Bedrohungen, die sich heimlich, still und leise anschleichen. Und genau das macht es so fesselnd.
Trotz des ernsten Themas bleibt der Humor nicht auf der Strecke. Ich habe beim Lesen tatsächlich öfter gegrinst – was bei einem Buch über den drohenden Klima-Kollaps schon eine Kunst für sich ist. Die Reise zu den globalen Kippelementen ist gespickt mit Anekdoten, die so abgefahren sind, dass man sich fragt, warum das nicht längst alle wissen.
Besonders genial finde ich, dass Brackel und Staud nicht in Weltuntergangsstimmung versinken, sondern auch die positiven Kipppunkte beleuchten – ja, es gibt Hoffnung! Technologien, gesellschaftliche Umbrüche, Menschen, die anpacken. Das Buch liefert keinen erhobenen Zeigefinger, sondern eher einen freundschaftlichen Klaps auf den Hinterkopf: "Komm, beweg dich, es ist noch was drin!"
Was bleibt, ist eine Mischung aus Respekt vor der Natur, Wut über politische Trägheit und dem Gefühl, jetzt wirklich Teil dieses Wettrennens zu sein. Kurz: Wer wissen will, warum die nächsten Jahre entscheidend sind, sollte sich dieses Buch schnappen. Es liest sich wie ein Thriller – nur, dass wir alle mittendrin stecken.