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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2021

Ein Buch, auf das man immer wieder zurückgreifen kann

Social Media Manager
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Ein Fachbuch komplett durchzulesen, kann manchmal ganz schön hart sein! Nicht so bei "Social Media Manager Das Handbuch für Ausbildung und Beruf" von Vivian Pein. Wie schon in den vorherigen Auflagen liefert ...

Ein Fachbuch komplett durchzulesen, kann manchmal ganz schön hart sein! Nicht so bei "Social Media Manager Das Handbuch für Ausbildung und Beruf" von Vivian Pein. Wie schon in den vorherigen Auflagen liefert dieses Buch einen guten Überblick über die fürs Social Media Management wichtigen Themen und einen guten Überblick über die Facetten der Tätigkeiten eines Social Media Managers. Es ist gut gegliedert und liefert immer wieder Praxisbeispiele, Statistiken und viele weiterführende Links. Zu bestimmten Themen gab es Beiträge von Experten auf dem jeweiligen Gebiet und es gibt Empfehlungen für Tools und Online Kapitel. Die wichtigsten bzw. bekanntesten Plattformen werden vorgestellt und die Herausforderungen, denen man als Social Media Manager gegenüber stehen kann. Alles in allem ein richtig gute Grundlage, in der man einiges nachlesen kann und auf der aufgebaut werden kann.

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Veröffentlicht am 19.11.2021

Eine traurige Familiengeschichte im Indien der 30er Jahre

Der Garten meiner Mutter
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Was fühlt ein kleiner Junge, dessen Mutter ihn von einem Tag auf den anderen verlässt, um mit einem Maler und einer Tänzerin nach Bali zu ziehen? Erst im hohen Erwachsenenalter versucht Myshkin zu verstehen, ...

Was fühlt ein kleiner Junge, dessen Mutter ihn von einem Tag auf den anderen verlässt, um mit einem Maler und einer Tänzerin nach Bali zu ziehen? Erst im hohen Erwachsenenalter versucht Myshkin zu verstehen, was mit seiner Mutter damals, im Indien der 30er Jahre, geschah und warum sie das getan hat.

Eine vielversprechende Geschichte, die Wahrheit und Fiktion miteinander vermischt und aus der Sicht des zurückgelassenen Sohnes erzählt wird. Er, der sich sein ganzen Leben lang mit der Frage herumschlagen musste, ob seine Mutter ihn nicht wirklich geliebt hat.

„Der Garten meiner Mutter“ erzählt sehr detailverliebt, was geschah und beleuchtet die Geschichte aus Sicht des Protagonisten Myshkin, aber auch aus Sicht der Mutter. Es wird über die Zeit bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Mutter die Familie verlässt, sehr genau erzählt und dann später fast nur noch über Briefe, was vieles langsam klar werden lässt.

Der Sohn ist Zeit seines Lebens von dieser Frage geprägt und auch sein Leben hat sich danach komplett geändert. Wie wäre es verlaufen, wenn die Mutter ihn nicht allein bei seinem Vater zurückgelassen hätte? Eine interessante Art, die Geschichte zu erzählen, die Anuradha Roy sich überlegt hat. Man fühlt mit dem Jungen mit, wie er leidet und seine Mutter vermisst. Aber man bekommt auch einen Überblick über die damalige Zeit, was bewegte sich in Indien und wie sehr war auch der Vater noch in seiner traditionellen Rolle gefangen, obwohl er sich für die Reformideen einsetzte. Und auch die Seite der Mutter ist zu verstehen, niemand wird komplett an den Pranger gestellt.

Insgesamt hat mir „Der Garten meiner Mutter“ gut gefallen, allerdings hatte es durch die teilweise sehr detaillierte Erzählweise Längen, die der Geschichte ein wenig den Schwung genommen haben und ich zeitweise gedacht habe, dass es kürzer besser gewesen wäre. Ohne diese Ausschweifungen hätte es mich richtig fesseln können. Aber das ist ja wie immer auch Geschmacksache.

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Veröffentlicht am 16.11.2021

Es ist nicht, was es auf den ersten Blick scheint

Unterwasserflimmern
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Mit Ende 20, Anfang 30 gibt es oft einen Umbruch im Leben. So auch bei der namenlosen Hauptperson des Buchs. Ihr zehn Jahre älterer Lebensgefährte Emil findet, dass er ihr genug Zeit gegeben hat und dass ...

Mit Ende 20, Anfang 30 gibt es oft einen Umbruch im Leben. So auch bei der namenlosen Hauptperson des Buchs. Ihr zehn Jahre älterer Lebensgefährte Emil findet, dass er ihr genug Zeit gegeben hat und dass es jetzt losgehen kann mit der Umsetzung der Familienplanung. Er will ein Haus, ein Kind und ein Familienleben.

Seine Lebensgefährtin stürzt dieses Vorhaben in eine Krise. Will sie das auch? Ein Kind, Verantwortung, ihr Leben, so wie sie es kennt, aufgeben und sich festlegen, verbindlich sein? Bislang lebt sie außerhalb der Beziehung mit Emil noch ein anderes Leben, sie hat einen verheirateten Liebhaber, Leo und nimmt ansonsten den ein oder anderen One-Night-Stand mit ohne großartig darüber nachzudenken.

Die Sprache ist einer der Schlüssel zu Katharina Schallers Buch. Der innere Konflikt der Hauptfigur z. B. wird ganz besonders beschrieben und steht in großem Widerspruch zur oft derben, eher männlich wirkenden Sprache, wenn es um Sex geht. Das ist auch gleichzeitig grandios als Stilmittel gewählt. Es beschreibt den Bruch dieser Person. Auf der einen Seite ist sie auf einer inneren Reise zu sich selbst und auf der anderen Seite lebt sie ein flüchtiges Leben aus, sie hat eine feste Affäre und nimmt noch ein paar weitere mit.

Sie stellt alles infrage und dies macht das Buch aus. Es provoziert, andererseits fühlt man mit ihr mit und spürt diese Zerrissenheit. Nachdem ich es fast beendet hatte, habe ich noch einmal mit Mareike Lüken darüber gesprochen und auch in diesem Gespräch wurde noch mehr klar für mich. Beim ersten Lesen wirkte vieles so, als ob es um eine oberflächliche junge Frau ging, nach dem zweiten Blick war klar, dass es das mit Sicherheit nicht ist. Und dann ist da noch das Ende, über das ich jetzt aber aus verständlichen Gründen nichts sage. Es lässt einen noch einmal ganz anders zurück und die Gedankenspirale beginnt erneut.

Alles in allem ein Buch, das es einem nicht leicht macht, aber ein Buch, das auch beim Lesen mehr Tiefe braucht und das ich gerne weiterempfehle, vorausgesetzt, man ist bereit, sich darauf einzulassen.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

In 7 Schritten zu weniger Konsum und mehr Miteinander

Nichts kaufen, alles haben
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„Nichts kaufen, alles haben“ verspricht viel und gibt viele Anregungen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Es geht nicht darum, gleich alles einzuhalten und Klassenbeste zu werden, sondern darum anzufangen ...

„Nichts kaufen, alles haben“ verspricht viel und gibt viele Anregungen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Es geht nicht darum, gleich alles einzuhalten und Klassenbeste zu werden, sondern darum anzufangen und weniger zu kaufen, aber mehr wiederzuverwenden und auch mal „Nein“ zu sagen und etwas abzulehnen.

Es viele praktische Listen, mit Tipps, was man durch Selbstgemachtes ersetzen kann oder wie eine andere Person die eigene Dinge noch sinnvoll nutzen kann, was uns selbst vielleicht gar nicht in den Sinn gekommen wäre. Auch die sehr persönlichen Beispiele von Mitgliedern verschiedener Buy Nothing Gruppen sind sehr anschaulich und helfen dabei, den eigenen Konsum zu überdenken und wie man weniger konsumieren kann.

Erschreckend waren und sind Informationen wie die Tatsache, dass in den letzten dreizehn Jahren soviel Plastik hergestellt wurde wie im vergangenen gesamten Jahrhundert. Wir haben den Bezug zu Rohstoffen und ihrem Wert komplett verloren und schätzen sie nicht wert. Plastik ist nur ein Beispiel von vielen dafür. Wir definieren uns mehr über die Dinge, die wir besitzen als über das, was wir als Mensch sind.

Es ist mir beim Lesen des Buchs allerdings schwer gefallen, am Ball zu bleiben, da viele Punkte immer wieder wiederholt werden und mit einem für mich sehr anstrengenden Enthusiasmus erzählt wird. Diese Wiederholungen und der in meinen Augen extreme Gebrauch der Erzählhilfe Storytelling hat bei mir das Gegenteil von dem erreicht, was vermutlich erreicht werden sollte, nämlich ein begeistertes am Stück Lesen des Buchs. Hiervon weniger, wäre mehr an Begeisterung bei mir gewesen.

Alles in allem ist aber der Kern des Buchs, die Vermeidung von Konsum und ein größerer Fokus auf Weiternutzung, Wiederverwenden und Teilen und dem daraus resultierenden Gemeinschaftsgefühls das große Plus dieses Buchs. Ich habe viele Anregungen bekommen und gerade die Listen mit Tipps sind gut umsetzbar genauso wie der Ratschlag, es immer wieder zu versuchen und weniger zu konsumieren.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Intensiv, berührend und grausam real

Das Mädchen mit der lauternen Stimme
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Auch wenn es mittlerweile Gesetze dagegen gibt, passiert es immer noch in Nigeria und auch anderswo auf der Welt, dass Mädchen im Alter Adunnis, also so um die 14 einfach gegen ihren Willen verheiratet ...

Auch wenn es mittlerweile Gesetze dagegen gibt, passiert es immer noch in Nigeria und auch anderswo auf der Welt, dass Mädchen im Alter Adunnis, also so um die 14 einfach gegen ihren Willen verheiratet werden. Ihr Leben wird vorbestimmt und für die wenigsten gibt es eine Möglichkeit, etwas daran zu ändern.

Bis zu dem Tag, an dem ihr Vater ihr die Hiobsbotschaft überbringt, wünscht sich Adunni nur eins, eine lauterne Stimme. Damit ist die Schulbildung gemeint, die Stimme, die für sie spricht. Dies hat ihr ihre Mutter immer und immer wieder gesagt, da sie wollte, dass ihre Tochter eine Schulbildung erhält, um einmal ein anderes Leben als sie selbst zu führen.

Ein verständlicher Wunsch und um so tragischer ist, dass ihr Vater sich nicht an das Versprechen hält, dass er seiner Frau kurz vor ihrem Tod gegeben hat. Adunni ist bei ihrem Ehemann und mit den Bedingungen, unter denen sie als seine dritte Frau leben muss, todunglücklich. Man kann förmlich spüren, wie sie leidet und erhofft mit jeder Seite, dass es besser wird. Aber das wird es erst einmal nicht, sie kommt vom Regen in die Traufe und ihr Martyrium bekommt als Haussklavin in Lagos noch einmal eine ganz andere Qualität.

Es herrscht zusätzlich noch soviel Aberglauben in Nigeria und es gibt bedingt dadurch grausame Rituale, die surreal wirken und doch ist klar, dass es so etwas wirklich gibt und nicht erfunden ist. Auch die Korruption im Land und wie das Leben damit für einige besser und für andere sehr viel schlechter dadurch läuft, wird noch einmal klar. Nigeria ist ein an Bodenschätzen so reiches Land und doch entsteht dadurch kein Wohlstand und Gerechtigkeit für alle, es ist ein Dilemma.

„Das Mädchen mit der lauternen Stimme“ ist zum Glück ein Roman und es gibt Wendungen in dem Buch, die Fiktion sind und mich zu Tränen gerührt haben und Hoffnung schenkne. Das Erschreckende und Ergreifende an dieser Geschichte ist, dass sie jeden Tag an vielen Orten dieser Erde stattfindet, allerdings anders endet als in diesem Buch. All die jungen Mädchen, die eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich hätten und dann dieses Leben als kindliche Ehefrau und Mutter oder als rechtlose Bedienstete leben müssen. Dies macht dieses Buch aber auch gleichzeitig so wertvoll. Es ruft in Erinnerung, wie wichtig Bildung ist und wie dankbar wir sein können, in diesem Teil der Welt zu Leben.

Es ist ein Aufruf, all diese Mädchen nicht zu vergessen und etwas gegen diese Ungerechtigkeiten zu tun. Eine herzzerreißende Geschichte, die begeistert und gleichzeitig aufruft, die Umstände zu ändern. Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und war darin gefangen, es berührt, wühlt auf, ab und an kann man lachen und es zeigt gleichzeitig auch die grausame Realität – es ist sehr intensiv!

Ungewöhnlich war das Nachwort der Übersetzerin. Simone Jakob erklärt, warum sie bestimmte Ausdrücke gewählt hat und vor welche Herausforderungen sie bei der Übersetzung stand. Dies hat mir ausgesprochen gut gefallen und zeigt noch einmal, wie wichtig die Arbeit der Übersetzer:innen ist.

Alles in allem ein ganz besonderes Buch!

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