Wenn Worte Wurzeln schlagen – Gesa Schwartz und die Magie des Poison Garden
Hin und weg beschreibt es wohl am besten. Schon das Cover hat mich sofort neugierig gemacht – geheimnisvoll und verspielt. Der Klappentext klang vielversprechend, und spätestens die Leseprobe hat mich ...
Hin und weg beschreibt es wohl am besten. Schon das Cover hat mich sofort neugierig gemacht – geheimnisvoll und verspielt. Der Klappentext klang vielversprechend, und spätestens die Leseprobe hat mich endgültig in ihren Bann gezogen.
Das innere Kind in mir hat sich direkt an Potilla von Cornelia Funke erinnert gefühlt – und kleine Freudensprünge gemacht, ein ähnlich liebevolles, detailreiches Werk gefunden zu haben. Besonders die wunderschönen Illustrationen und die vielen botanischen Details haben mich begeistert. Ich liebe es, wenn Geschichten mit Pflanzen, alten Gärten und verborgenen Kräften verwoben werden – und Gesa Schwartz schafft das auf eine ganz besondere, poetische Weise.
Bereits im ersten Kapitel spürt man einen feinen, nachdenklichen Tiefgang, der sich durch das ganze Buch zieht. Zwischen all der Magie und den märchenhaften Elementen finden sich immer wieder kleine Denkanstöße über Natur, Verantwortung und die Macht von Entscheidungen. Das hat mich mehrfach innehalten lassen.
Eintauchen in eine magische Welt
Dann noch die Vorstellung von Carlton Manor und einem Fuchs als Begleiter hach, ich wüsste nicht wie man lauter "Herbstgeschichte mit viel Potential auf ein neues Lieblingsbuch" rufen könnte.
Die Beschreibungen sind so atmosphärisch, dass beim Lesen bei mir ganze Filmszenen im Kopf entstanden sind. Besonders die Schilderungen bei der Ankunft auf Eriks Anwesen haben mir sehr gefallen und ganz viele Bilder in meinem Kopf entstehen lassen.
Gesa Schwartz hat ein großes Talent, bekannte Märchenmotive, Naturmagie und neue fantastische Ideen kunstvoll miteinander zu verweben. Dabei erinnert ihr Stil mich an eine Mischung aus Cornelia Funkes Potilla und der düster-verspielten Welt der Reckless-Reihe – märchenhaft, aber mit eigenem Charakter und ich liebe es in Gesa Schwartz eine weitere Autorin gefunden zu haben, die verschiedenste Märchen und Fantasiewesen so mühelos in ihre Geschichte hineinschreibt.
Ich habe die Figuren ganz tief in mein Herz geschlossen und alle direkt vor mir gesehen und war bis zur letzten Sekunde gespannt und emotional involviert in diese Geschichte, habe mitgefiebert, mitgelitten und mitgelacht.
Zum Verständnis und Aufbau
Ich bin ohne Vorkenntnisse der ersten beiden Bände eingestiegen und hatte zunächst keine Schwierigkeiten, in die Handlung hineinzufinden. Erst im späteren Verlauf, als es stärker um Avalon ging, tauchten bei mir einige Fragezeichen auf – vermutlich wären die vorherigen Teile da hilfreich und auch vom Spannungsaufbau würde ich rückblickend empfehlen nicht mit dem letzten Teil der Reihe zu starten, da natürlich viel Handlung der vorherigen Teile vorweggenommen wurde.
Besonders mochte ich auch die Pflanzenporträts – so liebevoll gestaltet und voller faszinierender Details! Ein kleiner Wunsch meinerseits wäre lediglich, dass die Titelschrift auf dem Cover etwas leichter lesbar wäre.
Fazit
„Ivy und die Macht des Poison Garden“ hat meine ohnehin hohen Erwartungen weit übertroffen. Es ist ein poetisches, spannendes und bildgewaltiges Fantasy-Abenteuer voller Naturmagie, Tiefe und Emotion. Ich habe jede Seite genossen, mich in die Welt verliebt und konnte gar nicht genug davon bekommen.
Das Ende war wunderbar und hat mich mit einem warmen, zufriedenen Gefühl zurück gelassen– und einem bunt bepflasterten Buch voller markierter Lieblingsstellen. 🌿✨
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Ein magisch-herbstliches Leseerlebnis für alle, die Fantasy mit Herz, Tiefgang und märchenhafter Atmosphäre lieben und definitiv nicht „nur“ ein Kinderbuch!