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Veröffentlicht am 05.03.2026

Starke Atmosphäre, aber zu viel Distanz zu den Figuren

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Der Roman „Les Bouttiers - Wir sind jetzt“ hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn er für mich kein Highlight war.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Erzählweise. Die Geschichte wird aus ...

Der Roman „Les Bouttiers - Wir sind jetzt“ hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn er für mich kein Highlight war.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Erzählweise. Die Geschichte wird aus der Sicht von drei verschiedenen Figuren erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch erhält man unterschiedliche Einblicke in die Handlung und vor allem in die Gefühlswelt der Charaktere. Diese Perspektivwechsel bringen viel Abwechslung in die Geschichte und sorgen dafür, dass man verschiedene Blickwinkel auf die Ereignisse bekommt.

Ein weiterer Punkt, der mir gut gefallen hat, war der Schreibstil des Romans. Dieser ist insgesamt sehr flüssig und angenehm zu lesen beziehungsweise zu hören. Die Sprache ist klar und nachvollziehbar, sodass man der Handlung gut folgen kann. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte zwischendurch auch nicht immer ganz ernst. Es gibt immer wieder kleinere humorvolle Szenen oder Dialoge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und die das Ganze etwas auflockern. Besonders interessant fand ich auch, dass der Stil zum Ende hin teilweise fast poetische Züge annimmt. An einigen Stellen tauchen sogar Reime auf, was ich sehr originell fand

Ein großer Pluspunkt war für mich außerdem die Atmosphäre des Buches. Die Handlung spielt in Paris und bewegt sich stark in der Welt der Mode: Modeimperien, Fashion Weeks und der Konkurrenzkampf zwischen großen Modefirmen stehen im Mittelpunkt. Diese Kulisse fand ich sehr spannend und unterhaltsam. Immer wieder werden französische Wörter eingebaut, was das Gefühl verstärkt, wirklich in dieser Welt zu sein und sich von der Geschichte ein wenig treiben zu lassen. Zusätzlich gibt es im Verlauf des Buches immer wieder eingestreute Kapitel in Form von Pressemitteilungen. Diese Perspektive fand ich ebenfalls sehr spannend, weil sie die Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel zeigen.

Die Handlung selbst hat mich teilweise überrascht. Zu Beginn hätte ich nicht unbedingt erwartet, dass sich die Geschichte in diese Richtung entwickelt. Insgesamt hat mir der Verlauf der Handlung gefallen, besonders die Themen rund um Mode, Konkurrenz und familiäre Konflikte. Allerdings hatte ich nicht immer einen emotionalen Zugang zu den Figuren. In manchen Situationen konnte ich mich den Charakteren nicht so nahe fühlen, wie ich es mir gewünscht hätte. Interessanterweise hat das bei den Perspektiven unterschiedlich funktioniert: Zu einem der männlichen Erzähler konnte ich die Dynamiken mit anderen Figuren deutlich besser nachvollziehen und habe diese Szenen auch emotional stärker empfunden als bei den anderen.

Zum Ende hin war ich teilweise etwas unsicher, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Besonders im letzten Teil wusste ich zeitweise nicht genau, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Dennoch fand ich das Ende letztlich gelungen, da es neugierig auf den zweiten Band macht. Ein weiterer Punkt, der mir manchmal Schwierigkeiten bereitet hat, war die große Anzahl an Figuren. Einerseits macht das die Welt der Geschichte lebendig, andererseits war es für mich stellenweise etwas überfordernd. Gerade durch die vielen französischen Namen fiel es mir manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Gegen Ende passiert zudem sehr viel mit verschiedenen Figuren gleichzeitig, sodass ich einige Stellen sogar noch einmal lesen musste, um alles richtig zu verstehen.

Fazit

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten. Besonders die Atmosphäre rund um die Modewelt, Paris und die Fashion Weeks hat mir sehr gefallen. Auch die Handlung in diesem Umfeld fand ich spannend. Trotzdem war es für mich kein besonders starker Auftakt, vor allem weil mir der emotionale Zugang zu den Figuren gefehlt hat. Viele von ihnen blieben für mich etwas auf Distanz. Das Ende macht jedoch neugierig auf den zweiten Band, den ich auf jeden Fall noch lesen möchte.

Insgesamt würde ich dem Buch etwa 3,5 bis 4 Sterne geben – hauptsächlich wegen der Atmosphäre und der Modewelt, weniger wegen der Figuren.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Verdacht. Verwirrung. Wahrheit?

Station 22. Wo bist du sicher?
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Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. ...

Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. Ich wollte einen spannenden Psychothriller lesen, habe auch mit bestimmten Elementen gerechnet, aber das Buch hat mich auf einer anderen Ebene noch einmal deutlich mehr abgeholt als erwartet.

Ruhiger Beginn mit starker Atmosphäre

Der Thriller startet zunächst sehr ruhig. Erzählt wird aus der Perspektive von Ida, einer Krankenschwester auf der psychiatrischen Station 22. Zu Beginn lernen wir ihren Alltag, die Klinik und vor allem ihre Gedankenwelt kennen. Die Spannung baut sich langsam auf – fast schleichend.

Erst als die ersten Figuren verschwinden, beginnt sich die Geschichte enger zuzuziehen. Die Verstrickungen zwischen den verschiedenen Personen sind dabei sehr gelungen konstruiert. Nach und nach entfaltet sich ein komplexes Netz aus Beziehungen, Geheimnissen und Andeutungen.

Der Schreibstil – fordernd, aber wirkungsvoll

Der Schreibstil ist stark gedankengeprägt und teilweise sehr sprunghaft. Ida reflektiert viel, stellt sich selbst Fragen, verliert sich in Gedankenspiralen. Diese Gedankenfetzen werden oft direkt und ohne große Übergänge eingebunden. Viele Leserinnen und Leser hatten offenbar Schwierigkeiten damit, ich persönlich empfand diesen Stil jedoch als sehr passend.

Gerade im Hörbuch wurde dieser innere Monolog hervorragend umgesetzt. Man bekommt das Gefühl, direkt in Idas Kopf zu sein: ihre Angst, ihre Wut, ihre Unsicherheit und ihr Gedankenkarussell sind intensiv spürbar. Das hat für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen.

Natürlich gibt es Szenen, die sehr abrupt wechseln: von einer Krankenhaus-Szene direkt in eine völlig andere Situation, etwa in eine Bar, ohne klare Übergänge oder Kapitelmarkierungen. Das kann herausfordernd sein und verlangt Aufmerksamkeit. Doch genau dieses Stilmittel verstärkt die zentrale Frage des Buches:
Was ist real – und was nicht?

Amnesie, Hypnose und wachsende Spannung

Ein zentrales Element ist Idas Amnesie. Sie versucht verzweifelt, ihre verlorenen Erinnerungen zurückzuerlangen. Mit Beginn von Hypnosesitzungen nimmt die Spannung deutlich zu.

Ab diesem Punkt wird es wirklich fesselnd. Als Leser oder Zuhörer schwankt man ständig zwischen verschiedenen Theorien. Kaum glaubt man, eine Ahnung zu haben, wird diese wieder erschüttert. Verdächtigungen wechseln, neue Hinweise tauchen auf, alte Vermutungen werden wieder verworfen. Dieses permanente Hin- und Her hat mir sehr gefallen, es hält die Spannung konstant hoch.

Die Auflösung und Fazit

Das Finale war überraschend und hat mich emotional gepackt. Dennoch bleiben zwei Kritikpunkte: Die Auflösung wirkte stellenweise etwas zu überhastet und ließ für meinen Geschmack ein paar Fragen offen. Einige Aspekte hätten etwas ausführlicher erklärt werden können. Der Schreibstil ist fordernd und nicht für jeden geeignet, entfaltet aber besonders im Hörbuch... eine starke Wirkung.

Das Buch ist ein atmosphärischer, psychologisch intensiver Thriller, der sich Zeit nimmt, seine Figuren und deren innere Konflikte aufzubauen. Trotz kleiner Schwächen in der Auflösung bleibt die Geschichte im Kopf. Sie hat mich gepackt, überrascht und begeistert.

Abschließend würde ich für „Station 22 – Wo bist du sicher?“ tatsächlich eher eine Hörempfehlung aussprechen. Der gedankensprunghafte, fragmentarische Schreibstil kann beim Lesen stellenweise herausfordernd sein und verlangt viel Aufmerksamkeit.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Verdacht. Verwirrung. Wahrheit?

Station 22. Wo bist du sicher?
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Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen – und wurde im Großen und Ganzen absolut ...

Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen – und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. Ich wollte einen spannenden Psychothriller lesen, habe auch mit bestimmten Elementen gerechnet, aber das Buch hat mich auf einer anderen Ebene noch einmal deutlich mehr abgeholt als erwartet.

Das Hörbuch – großartig gesprochen

Ein besonderes Lob geht an Sprecherin Sarah Dorsel. Sie hat Idas Gedankenwelt grandios transportiert, mit feinen Nuancen, Betonungen, Pausen und emotionaler Tiefe. Gerade bei einem so gedankenlastigen Stil ist eine gute Sprecherin entscheidend und hier wurde das wirklich hervorragend umgesetzt.

Ruhiger Beginn mit starker Atmosphäre

Der Thriller startet zunächst sehr ruhig. Erzählt wird aus der Perspektive von Ida, einer Krankenschwester auf der psychiatrischen Station 22. Zu Beginn lernen wir ihren Alltag, die Klinik und vor allem ihre Gedankenwelt kennen. Die Spannung baut sich langsam auf – fast schleichend.

Erst als die ersten Figuren verschwinden, beginnt sich die Geschichte enger zuzuziehen. Die Verstrickungen zwischen den verschiedenen Personen sind dabei sehr gelungen konstruiert. Nach und nach entfaltet sich ein komplexes Netz aus Beziehungen, Geheimnissen und Andeutungen.

Der Schreibstil – fordernd, aber wirkungsvoll

Der Schreibstil ist stark gedankengeprägt und teilweise sehr sprunghaft. Ida reflektiert viel, stellt sich selbst Fragen, verliert sich in Gedankenspiralen. Diese Gedankenfetzen werden oft direkt und ohne große Übergänge eingebunden. Viele Leserinnen und Leser hatten offenbar Schwierigkeiten damit, ich persönlich empfand diesen Stil jedoch als sehr passend.

Gerade im Hörbuch wurde dieser innere Monolog hervorragend umgesetzt. Man bekommt das Gefühl, direkt in Idas Kopf zu sein: ihre Angst, ihre Wut, ihre Unsicherheit und ihr Gedankenkarussell sind intensiv spürbar. Das hat für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen.

Natürlich gibt es Szenen, die sehr abrupt wechseln: von einer Krankenhaus-Szene direkt in eine völlig andere Situation, etwa in eine Bar, ohne klare Übergänge oder Kapitelmarkierungen. Das kann herausfordernd sein und verlangt Aufmerksamkeit. Doch genau dieses Stilmittel verstärkt die zentrale Frage des Buches:
Was ist real – und was nicht?

Amnesie, Hypnose und wachsende Spannung

Ein zentrales Element ist Idas Amnesie. Sie versucht verzweifelt, ihre verlorenen Erinnerungen zurückzuerlangen. Mit Beginn von Hypnosesitzungen nimmt die Spannung deutlich zu.

Ab diesem Punkt wird es wirklich fesselnd. Als Leser oder Zuhörer schwankt man ständig zwischen verschiedenen Theorien. Kaum glaubt man, eine Ahnung zu haben, wird diese wieder erschüttert. Verdächtigungen wechseln, neue Hinweise tauchen auf, alte Vermutungen werden wieder verworfen. Dieses permanente Hin- und Her hat mir sehr gefallen, es hält die Spannung konstant hoch.

Die Auflösung und Fazit

Das Finale war überraschend und hat mich emotional gepackt. Dennoch bleiben zwei Kritikpunkte: Die Auflösung wirkte stellenweise etwas zu überhastet und ließ für meinen Geschmack ein paar Fragen offen. Einige Aspekte hätten etwas ausführlicher erklärt werden können. Der Schreibstil ist fordernd und nicht für jeden geeignet, entfaltet aber besonders im Hörbuch... eine starke Wirkung.

„Station 22 – Wo bist du sicher?“ ist ein atmosphärischer, psychologisch intensiver Thriller, der sich Zeit nimmt, seine Figuren und deren innere Konflikte aufzubauen. Trotz kleiner Schwächen in der Auflösung bleibt die Geschichte im Kopf. Sie hat mich gepackt, überrascht und begeistert.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Eine märchenhafte Fantasy für zwischendurch

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Tochter des Nebelwalds ist ein märchenhaftes, atmosphärisches Fantasy-Buch über Hexen, Armut, Geheimnisse und den Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaft. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines ...

Tochter des Nebelwalds ist ein märchenhaftes, atmosphärisches Fantasy-Buch über Hexen, Armut, Geheimnisse und den Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaft. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Erzählers geschildert, der uns von Ava und Lynn berichtet; zwei Schwestern, die inmitten eines geheimnisvollen Waldes aufwachsen, in einer Welt voller Hunger, Kälte und Magie.

Schon früh verlieren die beiden ihre Mutter und wachsen fortan allein mit ihrem Vater auf. Das Leben ist hart, Essen ist knapp, und die Welt außerhalb des Waldes wirkt ebenso bedrohlich wie rätselhaft. Besonders gelungen fand ich die geheimnisvolle Atmosphäre rund um den Wald und die Vergangenheit der Familie. Stück für Stück werden kleine Mysterien aufgebaut, man rätselt mit, hinterfragt Motive anderer Figuren und fragt sich immer wieder: Wer ist hier eigentlich gut? Wer verfolgt eigene Ziele? Schwarz-Weiß-Denken gibt es in dieser Geschichte nicht und genau das macht sie so spannend.

Ein großes Highlight war für mich das originelle Magiesystem. Zwar greift das Buch klassische Hexenmotive auf, schlägt dabei aber einen frischen, eigenen Weg ein. Die Magie fühlt sich anders an als in vielen anderen Fantasy-Geschichten vertraut und doch neu interpretiert. Das hat der Geschichte eine besondere Note verliehen.

Besonders eindrucksvoll ist Avas Innenleben dargestellt. Man bekommt tiefe Einblicke in ihre Gedanken, Zweifel und Entscheidungen. Der zentrale thematische Kern: Zusammenhalt zwischen Schwestern, Familie, Freunden und letztlich auch einer Gemeinschaft aus Straßenkindern und Bettlern wird ruhig und harmonisch erzählt. Es sind keine epischen Schlachten oder gewaltigen Wendungen, sondern kleine, bedeutungsvolle Handlungen, die zeigen, wie wichtig Solidarität und Mitgefühl sind. Gerade dieser Fokus auf Gemeinschaft verleiht Ava als Protagonistin einen starken, glaubwürdigen Charakter.


Zwar könnte man es grundsätzlich auch einer jüngeren Zielgruppe empfehlen, allerdings spielen Themen wie Hunger, Armut, Tod und Verlust eine wichtige Rolle. Diese werden zwar sensibel und in einem magisch-verklärten Setting behandelt, sind aber dennoch ernst präsent.

Für mich ist Tochter des Nebelwalds eine ruhige, atmosphärische Geschichte über ein junges Mädchen, das zu sich selbst findet, schwierige Entscheidungen trifft und gemeinsam mit anderen Kindern versucht, das Richtige zu tun.

Ich vergebe 3,5 bis 4 Sterne – besonders empfehlenswert für alle, die eine märchenhafte, etwas leisere Fantasygeschichte mit Herz und Geheimnissen suchen.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein beinahe Fünf-Sterne-Highlight

A City of Flames
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A City of Flames – Glühende Rache hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage beendet habe, was bei mir eher selten vorkommt. ...

A City of Flames – Glühende Rache hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage beendet habe, was bei mir eher selten vorkommt. Meine Neugier darauf, was als Nächstes passiert, wurde konstant aufrechterhalten, und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.

Perspektive & Erzählweise

Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Nara erzählt. Diese Erzählform hat für mich hervorragend funktioniert, da man ihren Gedanken und Gefühlen sehr nahekommt. Gerade Naras innere Zerrissenheit, ihre Wut und ihre Motivation waren dadurch sehr greifbar. Ich hatte das Gefühl, emotional direkt an ihrer Seite zu sein, was das Lesen besonders intensiv und mitreißend gemacht hat.

Schreibstil

Der Schreibstil ist locker, treibend und sehr zugänglich. Emotionen spielen eine große Rolle und werden offen und häufig thematisiert, ohne dabei überladen zu wirken. Die Handlung ist actionreich, leicht verständlich und größtenteils sehr bildlich beschrieben, ich konnte mir die Welt, die Kämpfe und die Figuren lange Zeit hervorragend vorstellen.
Erst gegen Ende des Buches gab es für mich kleine Schwächen: In den finalen Abschnitten ließ die Bildhaftigkeit etwas nach, und ich konnte mir manche Szenen nicht mehr ganz so klar vorstellen wie zuvor. Bis dahin war der Stil jedoch durchweg sehr stimmig und atmosphärisch.

Welt, Magiesystem & Grundidee

Besonders spannend fand ich das Magiesystem und den Weltenaufbau. In dieser Welt gibt es Gestaltwandler, die sich entweder in drachenähnliche Wesen oder in monströse Schlangenkreaturen verwandeln können und anschließend wieder eine menschliche Gestalt annehmen. Auch ich habe erst etwa zur Mitte des Buches vollständig verstanden, dass diese Kreaturen eine menschliche Form besitzen, was rückblickend ein sehr spannender Effekt war. Die Gestaltwandler werden gejagt und gelten als böse, während die sogenannten Venatoren als eine Art militärische Einheit ausgebildet werden, um gegen sie zu kämpfen. Diese Konstellation fand ich sehr interessant, vor allem in Verbindung mit Naras persönlicher Geschichte: Ihr Vater wurde von einem Drachen getötet, weshalb sie voller Hass den Venatoren beitritt und sich zur Kämpferin ausbilden lässt.

Charaktere & Dynamiken

Besonders interessant fand ich Naras persönliche Entwicklung: Ausgehend von ihren klaren Werten, Überzeugungen und ihrem tief verwurzelten Hass habe ich ihren Weg und die inneren Konflikte, die sich daraus ergeben, sehr gern verfolgt, auch wenn mir ihre Entscheidungen zum Ende hin nicht immer ganz logisch erschienen, war der Weg dorthin für mich nachvollziehbar, spannend und gut aufgebaut. Die Nebencharaktere haben mir besonders gut gefallen. Während ihrer Ausbildung lernt Nara mehrere Figuren kennen, die der Geschichte Tiefe, Humor und emotionale Wärme verleihen. Die Gruppe besteht aus sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, von schüchtern über egoistisch bis hin zu herzlich, was für Abwechslung sorgt und Naras Entwicklung glaubwürdig unterstützt.

Auch die romantische Komponente hat mir überraschend gut gefallen. Zwar wird von Romantasy gesprochen, doch lange Zeit bleibt offen, in welche Richtung sie sich entwickelt. Zwei Figuren kommen potenziell infrage, ohne dass frühzeitig Klarheit geschaffen wird. Diese Zurückhaltung empfand ich als sehr erfrischend. Das Buch kommt vollständig ohne Spice aus; es gibt lediglich ein paar zarte romantische Momente wie Küsse. Der Fokus liegt klar auf dem Kennenlernen, auf aufkeimenden Gefühlen und inneren Konflikten und weniger auf körperlicher Nähe. Für mich war das ein großer Pluspunkt, da es Raum für Entwicklung lässt, vermutlich erst in Band zwei.

Besonders spannend fand ich zudem die Katze-und-Maus-Dynamik mit einer weiteren Nebenfigur. Es handelt sich hierbei nicht um ein klassisches Enemies-to-Lovers, sondern eher um ein Spiel aus Misstrauen, Geheimnissen und dem Hinterfragen von Motiven. Nara nutzt diese Figur zeitweise als Mittel zum Zweck, wägt ihre Entscheidungen ab und bewegt sich in einem moralischen Graubereich. Diese Dynamik hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und war für mich einer der stärksten Aspekte der Geschichte.

Handlung & Kritikpunkte

Bis kurz vor Schluss hatte ich stark das Gefühl, ein absolutes Fünf-Sterne-Highlight zu lesen. Leider gab es im letzten Teil des Buches einige Punkte, die mich etwas gestört haben.
Zum einen traten für mich kleinere Logikfehler auf: Bestimmte Handlungen einzelner Figuren wirkten nicht ganz konsequent oder nachvollziehbar, vor allem im Hinblick auf frühere Entscheidungen. Die daraus resultierenden Konsequenzen kamen für mein Empfinden zu spät.
Zum anderen war das Pacing im großen Finale nicht mehr ganz rund, und der Schreibstil konnte dort nicht mehr vollständig mit der Intensität der Handlung mithalten.

Zusätzlich (ich habe das Hörbuch gehört) fiel es mir stellenweise schwer, den Überblick über die vielen Figuren zu behalten, insbesondere über die männlichen Charaktere. Durch die hohe Anzahl und teils sehr ähnlich klingende Namen habe ich oft eher in Rollen und Funktionen als in konkreten Namen gedacht. Bei den weiblichen Figuren empfand ich die Übersicht deutlich einfacher.
Gleichzeitig fand ich es grundsätzlich positiv, dass auch kleinere oder einmalige Figuren nicht anonym bleiben, sondern selbst in kurzen Szenen mit einem Namen versehen werden. Das verleiht der Welt mehr Tiefe und Authentizität, kann im Hörbuch jedoch auch verwirrend wirken, wenn neue Namen auftauchen, die nur ein- oder zweimal erwähnt werden und sich nicht klar zuordnen lassen.

Dennoch möchte ich betonen, dass sich diese Kritik wirklich nur auf die letzten Seiten und einzelne Aspekte bezieht. Der Weg dorthin war durchgehend spannend, unterhaltsam und emotional fesselnd. Im Laufe des Buches wird zudem ein kleines Mysterium aufgebaut, das sich durch subtile Hinweise und Andeutungen zieht und den Leser immer wieder zum Grübeln anregt. Auch wenn wir am Ende erfahren, was geschehen ist, bleibt dennoch genug offen, um eine neue Richtung für die Handlung anzudeuten, eine vollständige Auflösung bleibt aus und macht definitiv neugierig auf Band zwei.

Fazit

A City of Flames – Glühen der Rache ist ein mitreißender Auftakt mit einer spannenden Welt, starken Charakterdynamiken, einer angenehm zurückhaltenden Romance und einer fesselnden Ich-Perspektive. Trotz kleiner Schwächen im Finale hat mich das Buch sehr überzeugt und hervorragend unterhalten.
Für mich liegt die Bewertung bei 4 bis 4,5 Sternen – je nachdem, wie stark man die Logik- und Pacing-Probleme am Ende gewichtet.

Band 2 werde ich auf jeden Fall lesen.

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