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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Die Podcaster

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny betreiben gemeinsam den erfolgreichen Podcast „This Story Might Save Your Life“, mit dem sie zahlreiche Hörer begeistern. Ihr Leben scheint perfekt zu laufen – bis Joy plötzlich spurlos verschwindet. ...

Joy und Benny betreiben gemeinsam den erfolgreichen Podcast „This Story Might Save Your Life“, mit dem sie zahlreiche Hörer begeistern. Ihr Leben scheint perfekt zu laufen – bis Joy plötzlich spurlos verschwindet. Doch sie ist nicht allein: Auch ihr Ehemann ist wie vom Erdboden verschluckt. Nur ihr Hund bleibt zurück, als stummes Zeichen dafür, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

Für Benny ist sofort klar, dass mehr hinter dem Verschwinden steckt. Entschlossen setzt er alles daran, seine beste Freundin zu finden. Auf der Suche nach Hinweisen stößt er auf einen geheimen Ordner, in dem sich Joys unveröffentlichtes Manuskript für ihre geplante Biografie befindet. Während er darin liest, eröffnet sich ihm – und auch den Leserinnen und Lesern – eine völlig neue Perspektive auf Joys Leben und die Ereignisse der letzten Zeit.

Mit jedem Kapitel des Manuskripts kommen dunkle Geheimnisse ans Licht, die alles in ein anderes Licht rücken. Parallel dazu spitzt sich die Lage in der Gegenwart zu: Ein schockierender Fund in einem nahegelegenen Wald bringt die Ermittlungen in eine neue Richtung – und plötzlich gerät ausgerechnet Benny selbst ins Visier der Polizei. Die Grenze zwischen Wahrheit und Täuschung verschwimmt zunehmend, und die Frage, wem man noch trauen kann, wird immer drängender.



Die Geschichte ist spannend und clever aufgebaut. Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen der Gegenwart und den Auszügen aus Joys Manuskript. Dadurch bleibt man als Leser ständig im Ungewissen und hinterfragt immer wieder, wie die Ereignisse wirklich einzuordnen sind.

Man fiebert intensiv mit Benny mit und hofft die ganze Zeit, dass er seine beste Freundin – vielleicht sogar den wichtigsten Menschen in seinem Leben – lebend wiederfindet. Gleichzeitig tun sich im Manuskript immer tiefere Abgründe auf, mit denen man zu Beginn der Geschichte niemals gerechnet hätte.

Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse: Plot-Twists und Verschwörungen jagen einander, sodass man kaum Zeit hat, alles zu verarbeiten. Und schließlich bleibt man einfach sprachlos zurück.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Zwischen Badehäusern und Altersheimen

The Seoul Season
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Maya reist nach Seoul, um geeignete Drehorte für eine neue Serie zu finden, die dort spielen soll. Da sie jedoch kein Koreanisch spricht, gerät sie immer wieder in unangenehme und oft auch peinliche Situationen.

Jae-ho ...

Maya reist nach Seoul, um geeignete Drehorte für eine neue Serie zu finden, die dort spielen soll. Da sie jedoch kein Koreanisch spricht, gerät sie immer wieder in unangenehme und oft auch peinliche Situationen.

Jae-ho hat vor Kurzem eine Skulpturengalerie eröffnet und erhält überraschend die Chance, seine Werke in einem Museum auszustellen. Was jedoch niemand weiß: Ihm fehlt die Inspiration für neue Arbeiten – die kreative Muse hat ihn verlassen.

Als Maya seine Galerie betritt, ist für sie sofort klar: Genau das ist der Hauptschauplatz, nach dem sie gesucht hat. Doch Jae-ho, der eher grimmige und zurückhaltende Besitzer, lehnt es strikt ab, seine Galerie als Drehort zur Verfügung zu stellen. Entschlossen, ihn umzustimmen, bittet Maya ihn stattdessen, sie bei der weiteren Locationsuche zu begleiten.

So beginnt eine ungewöhnliche Zusammenarbeit, bei der die beiden verschiedene mögliche Drehorte erkunden – und dabei immer wieder Szenen und „Dates“ der Serienprotagonisten nachspielen. Was als rein berufliche Zweckgemeinschaft startet, entwickelt sich langsam zu etwas Tieferem. Ohne es zu merken, inspirieren und unterstützen sie sich gegenseitig – sowohl in ihrer Arbeit als auch in ihrer persönlichen Entwicklung.



Die Geschichte ist unglaublich herzerwärmend. Besonders der Schreibstil hat mir sehr gefallen: Die Beschreibungen sind lebendig und haben mich sofort in die Handlung hineingezogen. Das Buch schafft eine gelungene Balance zwischen Humor und ernsten Momenten, wodurch eine angenehme Mischung entsteht.

Auch die romantischen und sinnlichen Szenen („Spice“) haben mich diesmal positiv überrascht – statt mich zu stören, haben sie mich gefesselt und neugierig weiterlesen lassen.

Die Serie, die Maya plant, wäre zwar persönlich nicht mein Fall und auch das Konzept spricht mich nicht wirklich an. Trotzdem habe ich ihr von Herzen gewünscht, dass sie damit Erfolg hat. Insgesamt könnte ich mir sehr gut eine Fortsetzung vorstellen – die Geschichte bietet definitiv Potenzial für einen zweiten Teil.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Ja-Sager

Das Zauberwort heißt Nein!
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Kater Fiete ist ein besonders hilfsbereiter Kater. Er hat seine Freunde sehr gern und möchte ihnen immer helfen. Deshalb fällt es ihm unglaublich schwer, ihnen eine Bitte abzuschlagen. Ganz egal, wie gefährlich, ...

Kater Fiete ist ein besonders hilfsbereiter Kater. Er hat seine Freunde sehr gern und möchte ihnen immer helfen. Deshalb fällt es ihm unglaublich schwer, ihnen eine Bitte abzuschlagen. Ganz egal, wie gefährlich, anstrengend oder unangenehm diese auch sein mag – Fiete sagt einfach immer „Ja“.

Eines Tages klettert er auf einen hohen Baum, weil eine Freundin ihn gebeten hat, etwas für sie herunterzuholen. Der Baum ist hoch, der Aufstieg schwierig und Fiete hat eigentlich ein mulmiges Gefühl. Doch weil er seine Freunde nicht enttäuschen möchte, macht er sich trotzdem auf den Weg nach oben.

Während er dort hinaufklettert, beobachtet ihn eine kleine Maus. Sie wundert sich sehr über Fietes Verhalten und fragt ihn schließlich, warum er immer alles für seine Freunde erledigt. Für Fiete ist die Antwort ganz klar: Für ihn gehört das zur Freundschaft dazu. Freunde helfen einander schließlich immer.

Doch die Maus sieht das etwas anders. Sie erklärt Fiete, dass Freundschaft nicht bedeutet, immer alles mitzumachen. Manchmal darf man auch an sich selbst denken. Dafür hat sie ein ganz besonderes Zauberwort: „Nein“.

Zunächst glaubt Fiete nicht daran, dass dieses Wort wirklich helfen kann. Er hat Angst, seine Freunde könnten dann traurig oder sogar böse auf ihn sein. Doch nach und nach traut er sich, das Zauberwort auszuprobieren. Und tatsächlich merkt er, dass sich viele Probleme auch lösen lassen, ohne dass er sich selbst in unangenehme oder gefährliche Situationen bringt.

Seine Freunde sind darüber allerdings nicht besonders begeistert. Schließlich waren sie es gewohnt, dass Fiete immer sofort „Ja“ sagt. Schnell sind sie sich einig: Die Maus muss verschwinden!



Eine sehr kurze Geschichte, die jedoch genau zur Zielgruppe passt. Kinder lernen auf einfache und verständliche Weise, dass sie nicht alles mitmachen müssen, nur um anderen zu gefallen. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und auch einmal „Nein“ sagen zu dürfen.

Die Illustrationen sind bunt, freundlich und angenehm gestaltet. Sie unterstützen die Geschichte sehr gut und machen das Buch besonders für jüngere Kinder ansprechend.

Ich bin überzeugt, dass dieses Buch in jeden Kindergarten gehört. Auch viele Familien sollten es im Bücherregal haben, denn gerade Kinder müssen erst lernen, dass es völlig in Ordnung ist, nicht immer ein „Ja-Sager“ zu sein.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Was will das Spiel diesmal?

Erebos 3
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Nick traut seinen Augen kaum: Erebos ist zurück. Sofort stellt sich die Frage, was das Spiel diesmal plant. Zunächst ist er erleichtert, denn anders als zuvor darf er entscheiden, ob er teilnehmen möchte. ...

Nick traut seinen Augen kaum: Erebos ist zurück. Sofort stellt sich die Frage, was das Spiel diesmal plant. Zunächst ist er erleichtert, denn anders als zuvor darf er entscheiden, ob er teilnehmen möchte. Doch diese scheinbare Wahlfreiheit entpuppt sich als Illusion – das Spiel übt einen Sog aus, dem er sich kaum entziehen kann.
In der dritten Runde von Erebos soll er ein Team bilden. Ohne zu zögern holt er Viktor dazu, der begeistert einsteigt und voller Energie mitzieht. Während sie sich online durch die Welt des Spiels kämpfen, versuchen Nick und Viktor auch außerhalb des Bildschirms herauszufinden, welches Ziel Erebos wirklich verfolgt. Ihre Nachforschungen führen sie zu einem erschreckenden Verdacht: Ein Mädchen ist verschwunden – und möglicherweise hängt ihr Schicksal direkt mit dem Spiel zusammen. Für Nick wird klar, dass sie vielleicht nur durch Erebos eine Chance haben, ihr Leben zu retten.


Ich habe gemeinsam mit Nick gerätselt und mitgefiebert. Dennoch bin ich unschlüssig, wie ich die zahlreichen Szenen innerhalb des Computerspiels bewerten soll. Fantasy-Elemente in Games, Filmen oder Büchern sprechen mich persönlich weniger an – das war schon in den ersten beiden Bänden so.
Was mich jedoch immer wieder überzeugt, ist der fesselnde Schreibstil und das stimmige Gesamtbild der Geschichte. Besonders das Finale ist erneut stark inszeniert. Die Auflösung überrascht, obwohl alle Hinweise eigentlich offen vor einem liegen. Insgesamt ein gelungenes Buch. Die Spielsequenzen habe ich bei meiner Bewertung bewusst etwas ausgeklammert, da sie für viele Leserinnen und Leser vermutlich genau den besonderen Reiz der Reihe ausmachen.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Schwarze Katze

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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Alvas Mutter hat ein altes Bootshaus gekauft und möchte es in ein Café verwandeln. Für Alva kommt das jedoch zur falschen Zeit, denn sie will endlich herausfinden, wie es vor fast 1.000 Tagen wirklich ...

Alvas Mutter hat ein altes Bootshaus gekauft und möchte es in ein Café verwandeln. Für Alva kommt das jedoch zur falschen Zeit, denn sie will endlich herausfinden, wie es vor fast 1.000 Tagen wirklich zum Tod ihres Vaters kam. Die Ungewissheit lässt sie nicht los.
Immer wieder taucht in ihrer Nähe eine schwarze Katze auf. Als Alva erfährt, dass auch ihr Vater diese Katze kurz vor seinem Tod gesehen hat, beginnt sie nachzuforschen. Dabei stößt sie auf ein unheimliches Muster: Die Katze erscheint stets in Verbindung mit einem Kind und einer stummen Mutter – deren Identität sich offenbar immer wieder ändert. Und genau das scheint sich nun zu wiederholen.
Alva vertraut sich schließlich ihren besten Freunden an. Gemeinsam machen sie sich daran, das Rätsel um die Katze, das geheimnisvolle Mädchen und dessen schweigende Mutter zu lösen. Stück für Stück setzen sie die Hinweise zusammen und kommen dabei einer Wahrheit näher, die enger mit Alvas Vater verbunden ist, als sie zunächst ahnt. Je tiefer sie graben, desto deutlicher wird, dass Vergangenheit und Gegenwart untrennbar miteinander verwoben sind – und dass die Katze mehr ist als nur ein schlechtes Omen.


Im ersten Band empfand ich Alva noch als etwas seltsam und war der Geschichte gegenüber eher kritisch eingestellt. Inzwischen sehe ich sie jedoch ganz anders und finde sie ausgesprochen sympathisch. Rückblickend lag mein Eindruck vermutlich an Heide und ihrer Perspektive auf Alva.
Dieses Mal hat mich die Geschichte richtig gepackt. Ich habe intensiv mitgerätselt, Theorien aufgestellt und lag mit meinen Vermutungen stellenweise sogar richtig. Die Grundstimmung ist emotional und zugleich unheimlich. Für jüngere Kinder könnte das stellenweise zu viel sein, da Themen wie Verlust und Grusel eine zentrale Rolle spielen. Ich würde das Buch daher eher Jugendlichen oder Kindern empfehlen, die mit solchen Inhalten umgehen können. Letztlich können Eltern wohl am besten einschätzen, ob die Geschichte für ihr Kind geeignet ist.

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