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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Dinner mit Leiche

Catch Your Death
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Eigentlich sollte der Tag für Devi ganz anders verlaufen: Ein Besuch bei ihrer Großmutter war geplant. Doch ein heftiger Schneesturm durchkreuzt ihre Pläne, und auch ihr Navigationssystem sowie ihr Auto ...

Eigentlich sollte der Tag für Devi ganz anders verlaufen: Ein Besuch bei ihrer Großmutter war geplant. Doch ein heftiger Schneesturm durchkreuzt ihre Pläne, und auch ihr Navigationssystem sowie ihr Auto lassen sie im Stich. So strandet sie schließlich auf dem abgelegenen Anwesen Bamnle Estate, dem Zuhause einer angesehenen Familie. Die Hausherrin zeigt sich großzügig und gewährt Devi für die Nacht Unterschlupf.

Zur gleichen Zeit wird auch Jayne gebeten, auf dem Anwesen zu bleiben. Als Angestellte soll sie sich um Lizzie kümmern, die eine wertvolle Diamantenkette aus dem Geschäft ihrer Mutter mitgebracht hat und aufgrund des Wetters nicht zurückkehren kann. Der Zufall führt die drei jungen Frauen zusammen, und sie verbringen den Abend gemeinsam in einem Seitenflügel des Hauses.

Doch während sie dort zusammensitzen, geschieht im Haupthaus etwas Unfassbares: Die Hausherrin stirbt. Was zunächst wie ein natürlicher Tod wirken könnte, wirft schnell Fragen auf – denn vieles deutet darauf hin, dass es sich um Mord handelt. Plötzlich stehen alle unter Verdacht, und die Ereignisse der Nacht erscheinen in einem ganz neuen Licht.



Die Geschichte ist sowohl spannend als auch tragisch erzählt. Während des Lesens war ich emotional sehr nah am Geschehen und habe tatsächlich öfter zur Taschentuchbox greifen müssen. Die Handlung entwickelt eine starke Sogwirkung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Besonders gelungen ist der Aufbau der Story. Die Perspektiven und Verbindungen zwischen den Figuren sind so gestaltet, dass man sich gut in jeden Charakter hineinversetzen kann – unabhängig davon, ob man ihn sympathisch findet oder nicht. Dadurch entsteht eine dichte, lebendige Atmosphäre.

Immer wieder glaubt man, den Zusammenhang der Ereignisse durchschaut zu haben und eine klare Theorie zu erkennen. Doch die Geschichte überrascht mit einem Plot Twist nach dem anderen, wodurch man ständig an den eigenen Vermutungen zweifelt. Genau dieses Wechselspiel aus Miträtseln und Überraschung macht den Reiz des Buches aus und sorgt dafür, dass es bis zum Ende fesselnd bleibt.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Geigenspielerin sucht Briefeschreiber

Love Me Tomorrow
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Seit der Scheidung ihrer Eltern glaubt Emma nicht mehr an die Liebe. Stattdessen konzentriert sie sich ganz auf ihre Verantwortung: Sie möchte ihre Mutter unterstützen und einen guten Studienplatz bekommen, ...

Seit der Scheidung ihrer Eltern glaubt Emma nicht mehr an die Liebe. Stattdessen konzentriert sie sich ganz auf ihre Verantwortung: Sie möchte ihre Mutter unterstützen und einen guten Studienplatz bekommen, um später einen sicheren Job zu haben und finanziell helfen zu können. Ihren eigentlichen Traum, Geigerin zu werden, stellt sie dabei bewusst zurück – obwohl ausgerechnet ihre Mutter sie ermutigt, diesen Weg zu gehen.
Eines Tages erhält Emma einen geheimnisvollen Brief. Der Verfasser behauptet, aus der Zukunft zu stammen – aus einer Zeit, in der sie nicht glücklich ist. Er schreibt, dass er sie schon immer geliebt habe. Entgegen aller Vernunft fühlt Emma, dass an diesen Worten etwas Wahres ist, und beginnt, den Absender zu suchen. Dabei geraten drei mögliche Kandidaten in den Fokus, die jeweils eine bedeutende Rolle in ihrem Leben spielen könnten. Während sie versucht herauszufinden, wer hinter den Briefen steckt, wird sie gleichzeitig mit ihren eigenen Gefühlen und Überzeugungen konfrontiert.



Die Geschichte ließ sich sehr angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig und einnehmend, sodass man schnell in Emmas Welt eintaucht. Besonders die Spannung rund um die Identität des Briefeschreibers macht das Buch fesselnd – man beginnt automatisch, eigene Vermutungen anzustellen und entwickelt schnell einen Favoriten, von dem man hofft, dass er es ist.
Emmas Alltag mit ihrer Familie verleiht der Geschichte eine große Nähe und Authentizität. Ihre Entscheidungen und Gedanken sind teils gut nachvollziehbar, wirken an manchen Stellen aber auch widersprüchlich, was sie gleichzeitig realistisch macht. Ein kurzer Abschnitt, in dem das Thema Tod angerissen wird, hat mich persönlich stark berührt. Obwohl es kein zentrales Thema ist, fand ich die Darstellung sehr intensiv und emotional herausfordernd.
Da ich aktuell etwas sensibel bin, haben mich solche Momente besonders getroffen – möglicherweise wirkt es auf andere Leser weniger stark. Insgesamt ist es jedoch eine ruhige, gefühlvolle Liebesgeschichte ohne Hektik oder übertriebene Dramatik, die ich allen empfehlen würde, die genau so etwas suchen.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Alfie zurück auf Hallwood Hall

Bunburry - Schatten über Hallwood Hall
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Alfie weiß noch immer erstaunlich wenig über seine verstorbene Tante Augusta. Um mehr über ihr Leben und ihre Vergangenheit herauszufinden, schlägt sein bester Freund Oscar vor, eine Biografie über sie ...

Alfie weiß noch immer erstaunlich wenig über seine verstorbene Tante Augusta. Um mehr über ihr Leben und ihre Vergangenheit herauszufinden, schlägt sein bester Freund Oscar vor, eine Biografie über sie zu schreiben. Die Idee begeistert Alfie – nicht nur, weil er seiner Tante näherkommen möchte, sondern auch, weil er sich dadurch intensiver mit dem Schreiben beschäftigen kann.

Um erste Erfahrungen zu sammeln, meldet er sich für ein Schreibseminar an. Dieses findet ausgerechnet in Hallwood Hall statt – einem Ort, der für Alfie alles andere als neutral ist. In der Vergangenheit hatte er dort eine Leiche entdeckt und war sogar selbst unter Mordverdacht geraten. Die Rückkehr dorthin weckt daher gemischte Gefühle.

Schon zu Beginn des Kurses wird Alfie klar, dass er unter den Teilnehmenden eine Ausnahme ist: Während alle anderen bereits Schreiberfahrung mitbringen, steht er noch ganz am Anfang. Diese Unsicherheit ist ihm deutlich anzumerken und sorgt für einige peinliche Momente.

Doch das Seminar nimmt schnell eine unerwartete Wendung. Als eine Teilnehmerin plötzlich abreist und dabei einen Großteil ihres Gepäcks zurücklässt, wird Alfie misstrauisch. Für ihn passt das Verhalten nicht zusammen, und er beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Schon bald gerät er erneut in eine Situation, in der nichts so ist, wie es zunächst scheint.



Nachdem mich der vorherige Band nicht vollständig überzeugen konnte, hat mich diese Geschichte wieder deutlich mehr gepackt. Besonders die Beziehung zwischen Alfie und Emma geht mir sehr ans Herz – obwohl sie gar nicht im Mittelpunkt steht und nur dezent erzählt wird, wirkt sie umso intensiver.

Ich bewundere die Autorin dafür, wie geschickt sie es schafft, den aktuellen Fall mit den übergeordneten Handlungssträngen zu verbinden. Trotz der vergleichsweise wenigen Seiten gelingt es ihr, sowohl die Spannung als auch die Entwicklung der Hauptgeschichte voranzutreiben, ohne dass es überladen wirkt.



Veröffentlicht am 30.03.2026

Sonnenseite eines Landes

Südkorea
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Südkorea zählt heute zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und erfreut sich international wachsender Beliebtheit – vor allem durch K-Pop und K-Dramen. Doch das Land hat weit mehr zu bieten als seine popkulturellen ...

Südkorea zählt heute zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und erfreut sich international wachsender Beliebtheit – vor allem durch K-Pop und K-Dramen. Doch das Land hat weit mehr zu bieten als seine popkulturellen Exporte. In diesem Buch werden kompakt und leicht verständlich verschiedene Aspekte der „Sonnenseite“ Koreas vorgestellt. Leserinnen und Leser erhalten einen ersten Einblick in Kultur, Alltag und Besonderheiten des Landes, begleitet von modernen, stimmungsvollen Illustrationen, die das Gelesene visuell unterstreichen.



Das Buch ist insgesamt informativ und enthält einige Fakten, die selbst mir noch neu waren. Besonders positiv fallen die liebevoll gestalteten Illustrationen auf, die sehr gut zum Thema passen und das Lesen angenehm begleiten.

Allerdings wird schnell deutlich, dass der Fokus stark auf den positiven Seiten Südkoreas liegt. Viele Aspekte wirken dadurch etwas romantisiert. Zwar ist nachvollziehbar, warum diese Entscheidung getroffen wurde, doch entsteht so ein etwas einseitiges Bild – vor allem für Leserinnen und Leser, die bisher kaum Berührungspunkte mit dem Land hatten.

Laut Internet richtet sich das Buch an Kinder ab etwa 10 Jahren. Meiner Einschätzung nach könnte es für diese Zielgruppe stellenweise zu wenig spannend sein, es sei denn, es handelt sich um besonders wissbegierige Kinder. Inhaltlich bietet es zwar interessante Informationen, doch die Aufbereitung wirkt eher ruhig als mitreißend.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Format des Buches. Es ist relativ groß, was das Lesen im Alltag etwas unhandlich macht. Zudem erinnert die Aufmachung auf den ersten Blick an ein Bilderbuch für jüngere Kinder, weshalb ich im Laden vermutlich daran vorbeigegangen wäre. Zwar kommen die Illustrationen dadurch besonders gut zur Geltung, doch der erste Eindruck kann hier täuschen.

Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass es eine Version für Erwachsene geben könnte: mit mehr Hintergrundinformationen, einer ausgewogeneren Darstellung – auch der Schattenseiten – und einem handlicheren Format. Mit dem bestehenden Schreibstil und den gelungenen Illustrationen würde ich eine solche Ausgabe definitiv kaufen.

Veröffentlicht am 30.03.2026

Das Feuer

Tee? Kaffee? Mord! Eine düstere Prophezeiung
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Eine Wahrsagerin läuft aufgeregt durch Earlsraven und verkündet, dass Nathalies Hotel mit Pub „Black Feather“ in Flammen steht. Alarmiert eilt Nathalie sofort zum Gebäude – doch dort angekommen ist nichts ...

Eine Wahrsagerin läuft aufgeregt durch Earlsraven und verkündet, dass Nathalies Hotel mit Pub „Black Feather“ in Flammen steht. Alarmiert eilt Nathalie sofort zum Gebäude – doch dort angekommen ist nichts zu sehen: kein Rauch, kein Feuer, keine Spur eines Brandes. Auch die herbeigerufene Feuerwehr kann nichts feststellen. Alles scheint ein Fehlalarm gewesen zu sein.

Einige Zeit später findet im Gemeindehaus von Earlsraven eine Feier im Rahmen einer Miniaturausstellung statt. Verschiedene Künstler präsentieren dort ihre detailreichen Werke – darunter auch ein Modell des „Black Feather“. Die Stimmung ist ausgelassen, doch sie kippt abrupt, als es tatsächlich zu einem Brand kommt. Nach den Löscharbeiten wird das ganze Ausmaß sichtbar: Inmitten der verkohlten Überreste wird eine Leiche entdeckt. Offenbar ist die Person im Feuer ums Leben gekommen.

Doch schnell wird klar, dass mehr hinter dem Vorfall steckt. Noch bevor die endgültige Todesursache feststeht, beginnen Nathalie und ihre Freunde, eigene Nachforschungen anzustellen. Sie wollen herausfinden, wer der Tote ist und ob es sich wirklich um einen tragischen Unfall handelt – oder ob das Feuer nur Teil eines viel größeren Geheimnisses ist. Dabei stoßen sie auf Ungereimtheiten, die immer neue Fragen aufwerfen und sie tiefer in den Fall hineinziehen.



Wieder einmal ein gelungener Fall, ganz im Stil der Reihe. Man hat beim Lesen oft eine Ahnung davon, was passiert sein könnte, doch kleine Details lenken einen immer wieder in die falsche Richtung. Genau das macht den Reiz aus – denn am Ende fragt man sich, warum man nicht schon früher darauf gekommen ist.

Neben dem eigentlichen Kriminalfall entwickelt sich auch die übergreifende Handlung weiter, was die Geschichte noch lebendiger und die Figuren umso sympathischer macht. Die Mischung aus Spannung, Atmosphäre und Charakterentwicklung ist erneut sehr gelungen.

Ich freue mich wie immer schon auf den nächsten Teil.