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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2026

Mordermittlung mal anders

Noch fünf Tage
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Eine sterbende Frau klärt ihren eigenen Mord auf- was für eine geniale Idee ist das denn bitte?! Und das, wäre sie selbst zwischenzeitlich Hauptverdächtige ist. Da Protagonistin Lis ans Bett gefesselt ...

Eine sterbende Frau klärt ihren eigenen Mord auf- was für eine geniale Idee ist das denn bitte?! Und das, wäre sie selbst zwischenzeitlich Hauptverdächtige ist. Da Protagonistin Lis ans Bett gefesselt im Krankenhaus liegt, ist der Handlungsrahmen super eng gefasst und spielt sich innerhalb weniger Tage ab. Das gibt dem ganzen eine gewisse Dringlichkeit und eine eindringliche Atmosphäre.

Lis rekapituliert nicht nur die Ereignisse der Mordnacht, sondern ihre komplette Beziehung zur Familie ihres Arbeitgebers, hinterfragt Entscheidungen und versucht Verbindungen zu den jüngsten Geschehnissen herzustellen. Familie Harman kommt dabei überhaupt nicht gut weg und dadurch ergeben sich verschiedene mögliche Motive für den Mord, was super spannend geplottet ist. Geld allen macht eben keine guten Menschen und besonders wie die Harman Lis mitgespielt haben, war wirklich unterirdisch.

Lis habe ich als starke, selbstbewusste Frau empfunden, die alles tut, um ihrer Tochter eine gute Zukunft zu ermöglichen, aber auch eine ordentliche Portion eigenen Ehrgeiz und ein gesundes Selbstvertrauen bezüglich ihres Könnens besitzt. Das macht sie zu einer tollen Protagonisten, deren Gedankengängen man gerne folgt.

So ein bisschen surreal ist die gesamte Situation natürlich schon, vor allem, dass Lis zwischenzeitlich Beschuldigte, aber auch Anklägerin und Ermittlerin ist. Und trotzdem die luxuriöse Behandlung eines VIPs erfährt. Die kulinarischen Ausschweifungen fand ich interessant zu verfolgen, auch wenn ich damit selbst nicht allzu viel anfangen kann.

Ich fand die knackige Erzählstruktur und die temporeiche Ermittlung sehr packend und habe durchaus mitgefiebert. War mal was anderes, mir hats gefallen.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

eine Nonne ermittelt

Mord in der Pension Möwennest
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Jess Kidd schreibt einfach Bücher, die gespickt sind mit interessanten Figuren. Dass sich hier ausgerechnet eine gewiefte Nonne mit dramatischer Vergangenheit und ein knallharter Detektiv zusammentun, ...

Jess Kidd schreibt einfach Bücher, die gespickt sind mit interessanten Figuren. Dass sich hier ausgerechnet eine gewiefte Nonne mit dramatischer Vergangenheit und ein knallharter Detektiv zusammentun, hat mir richtig gut gefallen. Die Schlagabtausche der beiden fand ich immer richtig gut und auch wenn er das nicht gerne zugibt ist sie doch eine Bereicherung für die Ermittlungen.



Und auch die übrigen Gäste der Pension Möwennest sind bunt aufgestellt, haben ein paar interessante Geschichten über sich selbst, die Pension und ihre Bekannten zu erzählen und sind Hüter diverser Geheimnisse.

Die Ereignisse überschlagen sich dann doch etwas, als Agnes eigentlich ihre Freundin sucht, aber auf Leichen stößt.



Das Buch ist sehr leicht lesbar, der Schreibstil flüssig und eher locker angelegt. Es ist ein eher ruhiger Kriminalroman und der Spannungsbogen eher flach angelegt. Es passiert zwar kontinuierlich etwas, das die Ermittlungen vorantreibt, aber nervenaufreibend wirds nicht.



Die Auflösung fand ich etwas überzogen und die Tat entsprechend unverhältnismäßig, aber ok. Passt zur schrägen Figurenkombination. Erinnert so ein bisschen an Agatha Christie, die Geschichte lebt auch hier von den Figuren und ihre. Interaktionen selbst.



Ich mochte es. Schöner, entspannter Krimi.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

sehr feinfühlig

Zwei in einem Bild
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Die Geschichte hat etwas fast schon schmerzlich sanftes, ist sehr reflektiert und wunderschön gezeichnet. Es ist wie ein romantisch verklärter Traum zwischen Realität und einer magischen Anderswelt jenseits ...

Die Geschichte hat etwas fast schon schmerzlich sanftes, ist sehr reflektiert und wunderschön gezeichnet. Es ist wie ein romantisch verklärter Traum zwischen Realität und einer magischen Anderswelt jenseits der Bilderrahmen.
Die Begegnungen zwischen Jean und Claire sind sehr szenisch, trotzdem erfährt man über die beiden reichlich wenig.

Die Zeit vergeht in dieser Geschichte nicht unbedingt gleichmäßig. Einzelne Szenen werden sehr detailliert ausgeschmückt, dann gibt es aber auch Zeitsprünge, Raffer und viel ungesagtes.
Ich bin ehrlich, ich lese super ungern über die Corona-Pandemie in Büchern. Klar, markiert das eine relevante Zeit, aber ich fand diese Zeit so schrecklich, dass ich das in Büchern nicht nochmal erleben will.

Gegen Ende wurde es dann für diesen doch eher ruhigen Roman nochmal verhältnismäßig spannend, bevor ein bittersüßer Abschied droht. Ich weiß gar nicht, was für ein Ende ich mir erwartet hätte, denk eigentlich wirkt es rund, aber ich war trotzdem irgendwie enttäuscht.

Das Buch liest sich schön, vor allem die wechselnden Perspektiven haben mir gefallen. Jean wirkt dadurch geradezu plastisch. Seine Gedanken- und Gefühlswelt hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Storyline wie aus einem Teeniefilm

A First Time for Everything
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Ich liebe den Vibe dieser Geschichte total, das erinnert total an all die Teenie-Filme, die ich wie süchtig inhaliert habe. Die Geschichte hat diesen Flair zwischen Schule und Uni total toll eingefangen, ...

Ich liebe den Vibe dieser Geschichte total, das erinnert total an all die Teenie-Filme, die ich wie süchtig inhaliert habe. Die Geschichte hat diesen Flair zwischen Schule und Uni total toll eingefangen, diese verheißungsvolle Phase, in der man versucht herauszufinden wer man ist und wo es für einen hingeht. Da kommt bei mir echt auch Nostalgie auf.

Mads ist eine coole, nahbare Protagonistin und ihre Familie ist einfach Zucker. Ich hab mich in diesem Setting einfach so rundum wohlgefühlt und wäre am liebsten selbst mal zu Gast bei so einem tollen Familien-Dinner. Man merkt natürlich auch, dass die Familie wahnsinnig privilegiert ist, das schwingt hier schon auch immer sehr stark mit.
Ich fand die Idee Mads als Bachelorette, die Dates mit verschiedenen Typen hat, richtig witzig. Und dazwischen immer wieder diese Momente mit Marco und Connor- das hatte echt Netflix-Potential.

Die Story ist locker, hat diesen coolen, unbezwingbaren Vibe, der dieser „alles ist möglich“- Zeit zwischen Schule und College innewohnt und trotzdem bringt die Geschichte auch eine gewisse Tiefe mit. Die Themen rund um Familie, Freundschaft, Dates und der Unsicherheit, wie es nach der Schule weitergeht ist sehr authentisch eingefangen.

Für mich ist das einfach ein perfekter Schönwetter-Read gewesen, ein Buch, in das man sich regelrecht fallen lassen kann, zum Schmunzeln und ein bisschen auch zum Augenrollen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Das war mal schmerzlich zu lesen

Die Dinner Party
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Ich habe dieses Buch als reine Tortur empfunden, nicht weil es schlecht war, sondern weil ich mich beim Lesen regelrecht durch die Themen kämpfen musste, die sich wie eine Last auf meine Schultern legten. ...

Ich habe dieses Buch als reine Tortur empfunden, nicht weil es schlecht war, sondern weil ich mich beim Lesen regelrecht durch die Themen kämpfen musste, die sich wie eine Last auf meine Schultern legten. Und ich war so irre wütend auf Fran, die einerseits so ekelhaft passiv durchs Leben geht und gleichzeitig nicht weiß, wohin mit all der Wut und all dem Abscheu. Ihre Gewaltfantasien hatten etwas abstoßendes.

Fran arbeitet die Erlebnisse rückblickend auf, was ich einen interessanten Erzählansatz finde. Die Rückblenden zum Abend der Dinnerparty lesen sich unheimlich unangenehm, wobei ich nicht mal genau den Finger drauf legen könnte, wieso das so ist. Da sind einfach viele kleine Spitzen, Grenzüberschreitungen, Augenrollen und Stirnrunzeln.

Trotzdem hat mir die psychologische Aufarbeitung der Ereignisse gut gefallen. Und die ganze Zeit habe ich mich beim Lesen gefragt: „was war denn jetzt mit dem Messer?“. Das war zum Spannungsaufbau echt gut gemacht.
Die emotionalen Überreaktionen aller beteiligten Männer fand ich dagegen schon wieder witzig. Erstmal alles auf sich selbst beziehen, das Opfer spielen, den Vorfall herunterspielen. Das macht es gegen Ende etwas unübersichtlich, aber auch sehr stimmungsvoll.

Ein Buch, das nachklingt.

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